Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 2

Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Rudolf Angermeier
Gemeente
:   Mühldorf am Inn
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5238-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mühldorf am Inn in alten Ansichten Band 2'

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29. Das Volksfest 1939 war eigentlich kein richtiges Volksfest mehr. Der Termin 10. bis 18. Juni war schon ungewöhnlich,der Festplatz wurde an die Innstraße verlegt (heute Areal der Berufsschule) anstatt an die Rennbahn und aus dem Namen 'Volksfest' wurde ein 'Kreistag der NSDAP in Mühldorf. Die Festfolge für diese Woche hört sich dann auch entsprechend an: Tag der schaffenden Front, Tag der NS-Volkswohlfahrt, Tag der Jugend, Tag der Führerschaft, Tag der Verbände und Tag der deutschen Frau. Der Höhepunkt der Woche war am Ende kein Brillantfeuerwerk, sondern ein GeneralappeIl der Formationen und ein Vorbeimarsch an Gauleiter Pg. Adolf Wagner und stand unter dem Motto: 'Mögen wir auch sterben, die Fahne muß vorwärts getragen werden.' Fast eine Ironie, wenn man bedenkt, daß ein paar Wochen später der Krieg schon im Gange war.

30. Mit dem neuen Bezirkskrankenhaus von 1899 war die Krankenversorgung endgultig von der Stadt auf den Bezirk übergegangen. Mit Einführung von Sozialversicherung und Krankenkasse war die Stadt mit dieser Aufgabe überfordert. Das Heilig-GeistSpital hat ein letztes Mal seine Großherzigkeit bewiesen, in dem es das Grundstück für das neue Haus kostenlos zur Verfügung stellte. Der Krankenhausberg, wie er hinfort genannt wurde, lag ganz am Ostende der Stadt, nur die Maria-Eich-Kapelle, der Pulverturm und Aham waren Angrenzer. Eine Straße an der Hangseite war beim Bau noch gar nicht notwendig, sie warde, wie unser Bild zeigt, erst 1924 angelegt, als durch das Innwerk und den Kanal die Verbindung nach Töging eine andere Bedeutung bekam.

31. Beinahe automatisch hat der Bahnbau von 1870 auch in Mühldorf eine entsprechende Gastronomie auf den Plan gerufen. Das Hotel 'Zurn Schwan' wurde vom Stadtplatz in die Nähe des Bahnhofs verlegt, das Café Egger wurde eingerichtet, Carl Riedl und der Bierbrauer Rottmoser eröffneten eine Restauration, insgesamt sieben Gasthäuser wollten die günstige Lage eines Knotenpunktes nutzen um den auf Anschluß wartenden Reisenden das Geld aus der Tasche zu ziehen. Auch der Gasthof 'Mühldorfer Hof der Familie Haslbeck, den unser Bild aus dem Jahr 1930 wiedergibt , hat unzähligen Gästen Speis und Trank geboten. 1980 wurde das Gebäude dann abgebrochen und es wird wohl auch in Zukunft nicht damit zu rechnen sein, daß der Platz gegenüber dem Bahnhof jemals gastronomisch genutzt werden könnte.

32. Die heutige Bräugasse hat die meisten Verwandlungen durchmachen müssen. Bevor sie den Namen Bräugasse bekam, hat man sie als Pfaugasse bezeichnet, weil das Rothbauerhaus am Stadtplatzeck die Braugaststätte des Josef Pfau war und die halbe Gasse dahinter als Sudhaus, Malzdörre, Gärkeller und Stallung diente. Noch früher hatte die Gasse zwei Namen, die obere Hälfte wurde nach der angesehenen Bäckerei Schuiler als Bäckergasse bezeichnet und die untere Hälfte nannte man Petersgasse. An der Stelle des linken Hauses im Vordergrund des Bildes stand nämlich die Peterskirche, 1280 schon genannt als Besitz der Augustiner Eremiten von Seemannshausen, 1809 aber wegen des ständig steigenden Grundwassers abgebrochen. Wenn auch vom Pfaubräu, der Bäckerei Schuiler und von der Peterskirche nichts mehr übrig geblieben ist, die ruhige Gemütlichkeit von 1920 ist noch spürbar.

33. Solange die Stadt Mühldorf existiert, war es immer ein besonderes Anliegen der Bewohner, sich ausreichend vor Feuer und Brand zu schützen. Schon im Stadtrecht aus dem 14. Jahrhundert ist von scharfen Auflagen zu lesen, die Türmer waren Tag und Nacht beauftragt, nach gefährlichem Rauch Ausschau zu halten und wenn es, wie im Jahr 1640, dann doch zur Katastrophe kam, konnte man meist nur zusehen, wie Hab und Gut vernichtet wurden. Erst die technischen Hilfsmittel haben die Brandbekämpfung effektiver gemacht. schnelle Fahrzeuge , ausfahrbare Leitern und Hochdruckspritzen geben zumindest die Möglichkeit, ein Übergreifen der Flammen zu verhindern. Was bei einer Inspektion der Freiwilligen Feuerwehr Mühldorf im Jahr 1932 alles den prüfenden Blieken der Inspektoren vorgeführt wurde , zeigt unser Bild.

34. Dieses Foto stammt aus dem Jahr 1912 und zeigt Otto Krämer (stehend), Karl Altmann, Sebastian Bieler, Michael Breitsamer und Franz Mitterhuber. Es war eine kleine Salonkapelle, die zur Unterhaltung der Gäste an Wochenenden und zu besonderen Anlässen engagiert wurde und jungen Amateurmusikern Gelegenheit zur Aufbesserung ihres Taschengeldes bot. Wesentlich schwieriger ist es, den 'Ratskeller ausfindig zu machen. Er gehörte als 'Riedl-Gewölbc' zum altrenommierten Hotel Schwan, das die Familie Riedl 1909 an den Baron Michl von Tüssling verkauft hatte. Damit wurde aus dem Hotel Schwan ein Gasthaus 'Zur Stadt Mühldorf' und im Erdgeschoßgewölbe richtete man das Ratskeller-Café ein. Später wurde es in 'Sport-Café' umgetauft und heute dient es der Firma Laske als Feinkostgeschäft.

35. Das Kaufmannsehepaar Fritz und Eva Michaelis war im Februar 1931 von Passau nach Mühldorf gekommen und eröffnete im Hause Stadtplatz 68 ein Textilgeschäft für Herren- und Knabenbekleidung. Dem Ehepaar waren keine Kinder beschieden, sie lebten sehr zurückgezogen und auch ihr Geschäft war von der Kundschaft nicht sonderlich frequentiert. Sie gehörten zu etwa einem Dutzend jüdischer Bewohner , die, mit Ausnahme der Gebrüder Hellmann , keinen Kontakt pflegten. Mit der Machtübernahme der Nazis wurde ihr Geschäft mehr und mehr boykottiert. zeitweise postierten sich SA-Leute vor dem Eingang, bis es 1937 Michaelis vorzog, selber das Feld zu räumen und außer Landes zu gehen. Sein Geschäft wurde ihm noch abgelöst und von der Firma Daxenberger übernommen, aus seinem Exil in New Y ork hat man nie mehr etwas gehört.

36. Es war von Anfang an die Bestimmung des Mühldorfer Stadtplatzes, Durchgangsstraße und Handelszentrum zu sein. So gehörte es zu den frühesten Privilegien der Stadt, an bestimmten Tagen Warenmärkte abzuhalten, der erste am weißen Sonntag als Kirchweihmarkt, dann kam der Grasrnarkt, an dem sich die Bauern mit den nötigen Geräten für die Heuernte ausstatten konnten, die beiden Sommermärkte an Jakobi und Laurentius fielen in die Hundstage und der Simon-Judi-Markt in den letzten Oktobertagen ließ an warmes und gestricktes denken und an Kerzen für die langen Winternächte. Heute haben sich zwar die Bedürfnisse der Käufer etwas verschoben, aber die Anziehungskraft der Mühldorfer Märkte ist geblieben. Das gilt sowohl für die Fieranten als auch für die Käufer aus dem weiten Umland.

37. Diese vier würdigen Herren gehörten als Offiziere dem Landwehr-Bataillon Mühldorf an. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts bestand die Landesverteidigung aus einer regulären Berufsarmee und einer Bürgerwehr, die örtlichen Charakter hatte und sich aus Reserve-Offizieren und Dienstentlassenen zusammensetzte. Hauptaufgabe war die Aufrechterhaltung der Wehrbereitschaft, sie waren uniformiert und bewaffnet und waren zu turnusmäßigen Übungen verpflichtet. Daneben war es ein besonderes Renommee für honorige Bürger, der Bürgerwehr als Offizier anzugehören, was sich an der vaterländisch strammen Haltung der Herren gut erkennen läßt. Von links: Stadtschreiber Johann Preitner, Hauptmann der 1. Kompagnie; Hafnermeister Martin Leiseder , Hauptmann der 2. Kompagnie; Seilermeister Mathias Winkier, Oberleutnant und Bäckermeister Sebastian Schuiler als Leutnants der beiden Kompagnien.

38. Im April1911 war der Dichter Martin Greif in Kufstein verstorben und es war sein letzter Wunsch, auf dem kleinen Dorffriedhof in Palmberg beigesetzt zu werden. Beim Bräu von Zangberg hatte er sich eine richtige Kremess ausbedungen und die vielen Trauergäste wurden mit Zwiespännern am Bahnhof in Ampfing abgeholt. Es war ein großes Begräbnis mit Schauspielern, Künstlern und SchriftsteJlerkollegen, ein Vertreter des Königshauses und der Hoftheaterintendanz war anwesend, fast ein Staatsbegräbnis mit vielen lobenswerten Reden. Wie oft mag er in diesem stillen Friedhof geweilt haben um über sein geliebtes Isengäu zu schauen, um sich von Naturerscheinungen zu seinen romantischen Gedichten inspirieren zu lassen. Unser Bild zeigt sein Grab nach der Beerdigung, auch vom Prinzregenten war ein Kranz gebracht worden.

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