Mühlen im Kreis Steinfurt in alten Ansichten

Mühlen im Kreis Steinfurt in alten Ansichten

Auteur
:   Dipl.Ing. Herman Ketteler
Gemeente
:   Steinfurt, Mühlen im Kreis
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4856-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mühlen im Kreis Steinfurt in alten Ansichten'

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ZUMGELEIT

Mühlen gehören zu den landschaftsprägenden Denkmalen unserer Heimat. Sie sind zugleich Zeitzeugen der Technikgeschichte und der wirtschaftlichen Entwicklung.

Der Vergleich von historischem Fotomaterial mit dem heutigen Stand zeigt erschreckend deutlich, daß ein großer Teil dieser unersetzlichen Anschauungsobjekte bereits verlorengegangen ist - und mit ihnen jedesmal ein greifbares Stück Heimat. Daraus erwächst die Mahnung, mit der verbliebenen historischen Bausubstanz sorgsam umzugehen und durch denkmalpflegerische Betreuung der Mühlen auch Heimatpflege zu betreiben.

Angesichts dieser für uns alle geltenden Verpflichtung begrüßt der Kreis Steinfurt die Herausgabe dieses Bildbandes. Er berücksichtigt die 24 Städte und Gemeinden des Kreisgebietes, läßt den einstigen Bestand von Mühlen erahnen und ruft Erinnerungen an fast schon Vergessenes wach. Der inhalt zeigt die Verwurzelung des Kreises in der gemeinsamen Geschichte seiner Kreisteile und sollte Anregung sein für Planungen in der Gegenwart und für die Zukunft.

Möge das Buch innerhalb wie außerhalb unseres Kreises viele interessierten Leser finden und das Verständnis für unser bauhistorisches Erbe fördern.

Steinfurt, imJahre 1989

Landrat Martin Stroot Oberkreisdirektor Dr. Heinrich Hoffschulte

VORWORT

'Nach Anleitung des Erlasses Königlichen Ministerie des Innern vom 27. Juni 1862' waren die preußischen Landkreise zur Abgabe von statistischen Darstellungen verpflichtet, die uns amtliche Angaben über den Mühlenbestand Mitte der 1860er Jahre hinterlassen haben. Da die 'Tecklenburger Landwirte ihre und ihrer Angehörigen frei Zeit durch Spinnen und Weben zu verwerten suchten, erklärt sich hieraus, daß 21 Bockemühlen genug zu tun harten, um Hanf und Flachs zu stampfen, während zwei Papiermühlen Lumpen verwerteten. Ferner zählte der Kreis eine Walkemühle, 29 oimühlen, acht Sägemühlen, eine Schleifmühle zum schleifen von Messern, eine Handgrützmühle und vier Knochenrnühlen. Von den 73 Getreidemühlen waren 49 mit 83 Mahlgängen durch Wasser, 19 durch Wind, zwei mit zwei Mahlgängen durch tierische Kräfte und drei mit sieben Mahlgängen durch Darnpf betrieben' . Diese Angaben weisen für den damaligen Kreis Teeklenburg 141 Mühlen aller Art aus. In der Steinfurter Statistik wurden 23 Ölmühlen, eine Lohmühle, eine Sägemühle , 21 Wasserrnühlen, fünf Bockwindmühlen, 27 Holländerwindmühlen, zwei Göpel- und drei Dampfmühlen angegeben - also insgesarrit 83 Mühlen,

Für das zum heutigen Kreis Steinfurt gehörende Teilgebiet des ehemaligen Landkreises Münster ist eine Aufschlüsselung noch nicht durchgeführt. Aus Archivunterlagen und bei Auswertung von Sekundärquellen lassen sich aber zumindest neun Wasser- und zehn Windmühlen nachweisen. In allen Statistiken sind die einzelnen Betriebszweige von Doppelmühlenanlagen gesondert aufgeführt worden. Nach dieser Zählweise gab es um 1865 im Gebiet des heutigen Kreises Steinfurt - 1975 gebildet aus den ehemaligen Kreisen Tecklenburg und

Steinfurt sowie aus Teilen des ehernaligen Kreises Münster - mindestens 242 betriebsbereite Mühlen. Die damals schon historischen Standorte sind dabei außer Acht gelassen. Neben einzelnen Neubaumaßnahmen von Wind- und Wasserkraftanlagen kamen ab Ende des 19. Jahrhunderts eine große - bisher jedoch unbekannte Zahl von Maschinenmühlen hinzu. Heute gibt es nur noch 16 erkennbare Windmühlenstandorte, Reste von zwei kombinierten Wind- und Wassermühlen und etwa achtzig mehr oder weniger vollständig erhaltene Wassermühlen. Von diesen vorindustriellen Wind- und Wasserkraftanlagen waren bis Mitte 1989 drei Wassermühlen und zwei Windmühlen reaktiviert worden das entspricht zwei Prozent des Bestandes von 1865. Obwohl die Mühlen wichtig für die Geschichte unserer ehernaligen Arbeits- und Produktionsverhältnisse sind, gibt es im Bereich des westfälischen Denkmalamtes bisher kein Inventar der historischen und der aktuellen Windmühlenstandorte. Es fehlt die systematische Beschreibung der verschiedenen Techniken und der regionalen Besonderheiten. Mit der Vorstellung alter Mühlenfotos aus dem Kreisgebiet soll der Aspekt der Auswertung historischer Abbildungen für die Inventarisation und für die praktische Denkmalpflege angesprochen werden. Während es in der 1987 im Selbstverlag des Kreises erschienenen Publikation 'Technische Denkmäler im Kreis Steinfurt' darum ging, Interesse für diese Denkmalsgattung zu wecken und die Mühlen in einen größeren Gesamtzusammenhang einzuordnen, soll mit den 'Mühlen in alten Ansichten' zum Erfassen, Sammeln und Auswerten historischer Bilddarstellungen angeregt werden.

Hermann Ketteler

1. Diese Abbildung steht bewußt am Anfang der Sammlung historischer Mühlenfotos aus dem Kreis Steinfurt. Sie zeigt das Wasserrad und Getriebeteile einer wüstfallenden Wassermühle. Dabei soll es sich um die 'Reste einer ehemaligen Ölmühle an der Ems' oder vermutlich aus dem Einzugsgebiet der Ems handeln. Das Foto soli 1930 aufgenommen worden sein. Weitere Angaben waren nicht archiviert worden. An alle Mühlenfreunde, die sich mit dem Sammeln aktueller und historischer Mühlenfotos beschäftigen, ist die Bitte gerichtet, diese der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und bei aller Entdeckerfreude den Nachweis über Motiv, Aufnahmejahr und Bildautor nicht zu vergessen.

2. Altenberge: Die in der Altenberger Bauerschaft Hansell gelegene Windmühle - auch Niemanns Mühle genannt - gehörte bis 1856 dem Schulzen Bölling. 1857 wurde der Achtkant niedergelegt und zur Wassermühle des Schulzen Dahl versetzt. Der Holzholländer übernahm dort den Windkraftantrieb der neu eingerichteten Wind- und Wassermühle. Bereits 1873 wurde die Windmühle wieder abgebrochen, um an ihrem alten Standort erneut aufgebaut zu werden. Den ersten Zusatzantrieb - eine LokomobiIe - erhielt die Getreidemühle 1891. Bis 1940 blieb die Windkraft jedoch Hauptantrieb. Über Motorenkraft konnte noch bis 1958 gemahlen werden. Nach Verfall wurde die Mühle inzwischen in Privatinitiative renoviert und 1989 als produzierendes Technisches Denkmal reaktiviert.

3. Altenberge: Im Jahre 1812 errichteten die Schulzen Isfort und Niehoff am Wege von Altenberge nach Laer einen Erdholländer. Seit der lahrhundertwende war der auf einer kleinen Anhöhe stehende Achtkant im Besitz von August Brömmler und wurde seitdem in AItenberge 'Brömmlers Müel' genannt. 1937 verlagerte Franz Brömmler die Produktion in eine modernere Motorenmühle. Die Windmühle wurde stillgelegt, Flügel und Kappe im weiteren Verlauf durch ein Kegeldach ersetzt, der Windmühlenstumpf in den Nachkriegsjahren schließlich abgebrochen.

4. Altenberge: Der Windmühle 'aufm großen Berge' in Altenberge war das Werk von Anton Gausheler. Der Zimmermann baute den Turmholländer im Jahre 1820 auf, um die Getreidemühle noch im selben Jahr an eine Betreibergemeinschaft - später 'Temming und Consorten' genannt - zu verkaufen. Etwa achtzig Jahre später wurde die sogenannte 'Gesellschaftsrnühle' auf Maschinenantrieb umgestellt. Mitte der 1930er Jahre verlor der Erdholländer infolge eines Sturmes endgültig seinen Windkraftantrieb. Mit der Umstellung auf Maschinenkraft waren zwar bereits Nebenbauten erforderlich gewesen, die heutigen Anbauten am verbliebenen Mühlenstumpf entstanden jedoch erst 1948.

5. Emsdetten: Nach Aufhebung der landesherrlichen Vorrechte im Mühlenwesen kam es anfangs des 19. Jahrhunderts in rascher Folge zur Errichtung von fünf Windmühlen privater Betreiber. Eine davon gehörte dem Schulzen Deitmar. Er beantragte 1818 den Bau eines Wall-Holländers auf seinen Esch - heute Ecke Lange StraBe/KolpingstraBe. Um die Jahrhundertwende stellte er den Antrieb auf Dampfkraft um und errichtete dazu einen Fachwerkschuppen für die Aufstellung einer Lokomobile. Dieses Maschinenhaus brannte am 13. August 1905 vollkommen aus. Der Schulze Deitmar verzichtete auf den Wiederaufbau und ließ auch den Holzholländer kurz darauf abbrechen.

6. Emsdetten: Zu den fünf Windmühlen, die während und nach der Franzosenzeit in Emsdetten errichtet wurden, gehörte auch die Middelhoffsche Mühle. Es war ein Turmholländer, der im Jahre 1911 nach Plänen des Brochterbecker Mühlenbauers Heinrich Remme auf Motorenantrieb umgestellt wurde. Vermutlich war bereits damals der Antrieb über Windkraft schon längere Zeit vorher aufgegeben worden. Seine Pläne weisen nämlich das Notdach auf, das auch auf dem vorliegenden Foto zu sehen ist. Heute dient der Stumpf nach Umbau als Vereinsheim für eine Sängergemeinschaft.

7. Emsdetten: Nach Aufzeichnungen des Rechnungsführers von St. Mauritz zu Münster gehörte die Deitmarsche Wassermühle 'ab antiquo' zum gleichnamigen Emsdettener Schulzenhof. Das heute noch vorhandene Fachwerkgebäude soll um 1700 errichtet worden sein. Ursprünglich im Eigentum der Bischöfe von Münster kam die Mühle 1815 in Domanialbesitz. Nachdem der Schulze Deitmar zunächst als Pächter und später als Eigentümer den Besitz ausgeübt hatte, verkauften die Erben um 1920 Mühle und Wasserrecht. Das Foto von 1910 zeigt eine typische münsterländische Doppelmühlenanlage mit zusätzlicher Dampfmühle. Der linke Mühlenteil blieb zwar erhalten, die Antriebe über Wasser- und Dampfkraft sind jedoch aufgegeben.

8. Emsdetten: In der seit 1822 geführten Gewerbetabelle waren immer nur zwei Wassermühlen angegeben. Neben der des Schulzen Deitmar führte der Emsdettener Amtmann als zweite die Wassermühle auf dem Colonat Winninghoff an. Als Eigentümer sowohl des Colonats als auch der Mühle sind die Grafen zu Steinfurt ab dem 16. Jahrhundert nachweisbar. Ob vor 1800 weitere Wassermühlen in und bei Emsdetten bestanden haben, bleibt unklar. Weitere Standorte dürfen jedoch am Mühlenbach in Hollingen und an der Ems in der Nähe von Bockholts Fähre vermutet werden. Die Winninghoffsche Mühle - auch als Mühle von Krümpelmann, von Berghaus oder von Wissing bezeichnet - ist inzwischen mehrfach geändert und stark durchgebaut worden.

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