Mühlheim am Main in alten Ansichten

Mühlheim am Main in alten Ansichten

Auteur
:   Kornelia Schild-Kreuziger und Richard Krug
Gemeente
:   Mühlheim am Main
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2307-5
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mühlheim am Main in alten Ansichten'

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27. DER KLÖSTERLICHE HERRENHOF. Nur wenige Schritte von St. Markus entfernt, steht in der Pfarrgasse das wohl älteste Fachwerkhaus unserer Stadt. Es war der Speicher des Klosterhofes, wurde allerdings schon sehr früh als Wohngebäude benutzt. Nicht nur das rechts noch teilweise sichtbare, auf dem Bild noch verputzte, von Johannes Sunie 1705 erbaute Wohnhaus gehörte zu diesem Hof, sondern alle Gebäude zwischen Pfarrgasse, Apfelbaumgasse und Marktstraße. Die Nordabgrenzung ist nicht ganz klar. Der Speicher wurde zwischen 1520 und 1540 gebaut, Die Fachwerkhäuser der Pfarrgasse Nr. 10, 12 und 14 wurden von der Stadt aufgekauft und 1981/82 teils privat, teils städtisch restauriert. Sie stellen nun ein wunderschönes Altstadt-Ensemble dar.6

28. DAS ALTE WACHTHÄUSCHEN. Wenn es doch erzählen könnte, das alte Wachthäuschen, erzählen das, was es in seinen Mauern erlebt und erzählen, was es in seiner Umgebung alles gesehen hat. Als es Bürgermeister Peter Leopold Rupp 1861 erbauen ließ, war es für die Zöllner gedacht, denn Rumpenheim war Ausland. Später war es Stützpunkt für die zwei bis vier Nachtwächter, der Ortspolizist setzte hie und da einen einsamen Streuner, einen Bettler oder einen Obdachlosen für ein paar Nächte in einer der Arrestzellen fest. Viel Leid, Armut und Hunger sah es damals wohl. Nachdem die beiden letzten Nachtwächter Streb und Zahn nach dem Ersten Weltkrieg ausgezogen waren, dämmerte es an die 50 Jahre fast funktionslos dahin. 1939, nach der 'Reichskristallnacht', kam es noch einmal zu einer unrühmlichen Publizität, als die in Mühlheim lebenden israelitischen Mitbürger für zwei Tage dort hineingepfercht wurden.s (Foto Bonifer.)

29. PAUL HINDEMITH, der große, weltbekannte Komponist an der Schwelle zur 'modernen Musik', erblickte zwar in Hanau das Licht der Welt, kam aber schon als sechsjähriger 1900 mit seinen Eltern nach Mühlheim, wo er den größten Teil seiner Jugendzeit verbrachte. Seine musikalische Begabung fiel schon dem Lehrer Reinhardt auf, der ihn im Geigenspiel unterrichtete. Mit 13 Jahren wurde er bereits in das Hoch'sche Konservatorium - später auch sein jüngerer Bruder Rudolf - aufgenommen. Paul arbeitete sich hoch empor, Professor in Berlin, Zürich und Amerika war er mit seiner Kompositionslehre und seinen musikalischen Werken Bannerträger einer neuen Musik, Das Bild zeigt ihn in der Mitte seiner Interpreten nach der Uraufführung seiner Oper 'Harmonie der Welt' in Wien. Von links nach rechts: Muray Dickie, Edith Polednik, Paul Hindemith und Evelyn Leer. Stehend: Ohara und Lieb!. (Foto: Besitz R. Krug, 1958.)

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üdan icht mit Partie an der Rodau

AN RODAU UND MAIN

30. SÜDANSICHT. Von Süden her schweifte der Bliek vorerst über die noch nicht eingedämmte Rodau und die oft zum Großteil überschwemmte 'Betze-Wiese', Unterhalb des spitzen Kirchturms von St. Markus ist der Eingang zur 'Spinatgasse', die heute Friedrichstraße genannt wird, zu finden. Die beiden giebelständigen Häuser, aus 'Russensteinen' errichtet, mit bunten Fensterläden versehen, entsprechen dem Häusertyp der um die Jahrhundertwende gebauten Arbeiterhäuser. (Alte Ansichtskarte.)

31. DIE WILDE, NOCH UNGEZÜGELTE RODAU. So schmal und zierlich die sauberen Wasser der Rodau in trockener Sommerzeit dahinplätscherten, kaum ausreichend für die Mühlheimer 'Waschweiber', an der Bleiche die Wäsche zu wasehen und zu bleichen, geschweige denn eines der vielen Mühlräder zu treiben, so urplötzlich konnte sie bei starkem Regenfall oder der Schneeschmelze zu einem reißenden Bach anschwellen, der weite Teile des Umlandes und des Dorfes unter Wasser setzte. (Foto A. Schroth.)

32. DIE ALTE PUMPSTATION. Im Keller dieses Hauses an der Friedensstraße war seit 1912 die Pumpstation untergebracht, die das Trinkwasser aus den umliegenden Brunnen in den Wasserturm pumpte. Erst 1950 hatte es nach Errichtung des neuen vollautomatisierten Pumpwerkes am Hermigweg ausgedient und mußte wenig später dem Bauhof weichen. Der von rechts kommende, mit einem Steg überbrückte Wassergraben, leitet das die Straßenmühle - heute Schreinerei Noll - antreibende Wasser ab. Die Zuleitung erfolgte über einen künstlichen Mühlgraben, der Mitte der fünfziger Jahre zugeschüttet, heute den Hermigweg darstellt, (Foto A. Schroth.)

33. DIE STRASSENMÜHLE - IDYLL AN DER RODAU. Wir wissen nicht, wann diese uralte Mühle entstanden ist. Aber am 20. Dezember 1600 stand sie schon. Wegen ihrer bezaubernden Lage, weit draußen vor Mühlheim, an der uralten 'via regia', der Königsstraße, dierite sie schon um 1900 als Garten- und Straßenwirtschaft, in der sich alltäglich Mühlheimer Prorninenz und auswärtige Gäste bei Bier, Äppelwoi und Handkäs gütlich taten.2 (Foto A. Schroth.)

34. DIE BRÜCKENMÜHLE - DIE LETZTE VON ZEHN. Festgefroren war darnals das Wasserrad und drehte sich nicht mehr in dem strengen Winter. Diese Mühle, obwohl schon 1576 urkundlich erwähnt, ist bei weitem nicht die älteste der im Laufe der Zeiten an der Rodau klappernden zehn Mühlen. Sie ist aber die einzige, deren Mahlwerke auch heute noch arbeiten, allerdings elektrisch angetrieben. Das Wasserrad ist leider inzwischen verrostet und verfallen, es dreht sich nicht mehr. Zur Zeit der Aufnahme - etwa um den Ersten Weltkrieg herum - war die Rodau weder von Damm noch von Mauer in ein enges Bett gepreßt.2 (Foto A. Schroth.)

35. DIE LINDENMÜHLE. Ein stattlicher Bau damals, mit zwei Mühlrädern versehen, eine der leistungsstärksten Mühlen an der Rodau. 1352 kaufte sie das Benediktinerkloster in Selingenstadt - also vor mehr als 630 Jahren. Über Jahrhunderte hinweg hatte sie jährlich sieben Malter Korn (= 800 Liter) dem Kloster zu liefern. Ihre Bedeutung nahm im Laufe der Jahrhunderte zu und erreichte ihre größte Leistungsfähigkeit vor etwa hundert Jahren. Das heraufdämmernde Industriezeitalter brachte nicht nur diese, sondern auch die übrigen neun Mühlen an den Rand des Ruins. Mit dem Rückgang der Landwirtschaft starben die Mühlen. 1920 trieb das eine Wasserrad noch die Eisensäge einer Schlosserei, solange bis die Eindämmung der Rodau auch ihm das Wasser nahm.2

36. DER 'BABSCHERDAMM'. Die Unberechenbarkeit der Wasserführung der Rodau und der Rückstau der Wassermassen vom Main her veran1aßten die Bewohner dieses Ortes schon vor der Jahrhundertwende, nach Abhilfe Ausschau zu halten. Geometer Karl Winhart vermaß bereits 1907 eine rnögliche Trasse für einen Dammbau. Geldmangel verhinderte jedoch die Ausführung. Das Hochwasser von 1908 einerseits war Antrieb, andererseits versuchte man 1925/26 zur Behebung der Arbeitslosigkeit, die mit der um diese Zeit beginnenden Weltwirtschaftskrise einherging, Notmaßnahmen durchzuführen. Mit staatlicher und anderer Unterstützung wurde der Bau des Rodaudammes gefördert. Viele damals arbeitslose Lederwarenarbeiter, auch Portefeuiller oder Babscher genannt, wurden beim Dammbau eingesetzt? (Foto A. Schroth.)

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