Mühlheim am Main in alten Ansichten

Mühlheim am Main in alten Ansichten

Auteur
:   Kornelia Schild-Kreuziger und Richard Krug
Gemeente
:   Mühlheim am Main
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2307-5
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mühlheim am Main in alten Ansichten'

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47. EISGANG. Stiegen irn Vorfrühling die Temperaturen über den Nullpunkt, dann schmolz der Schnee in den fernen Bergen. Das Wasser schwoll gewaltig an, doch die Eismassen hemmten seinen Lauf. Donnerartiges Krachen zeigte das Bersten des oft fast einen Meter dieken Eises an. Die Eisschollen türmten sich übereinander und wurden von dem nun einsetzenden Hochwasser weit ins Land hineingetragen, Vor dem alten Bootshaus des Ruderer-Vereins bestaunten die Bürger das gewaltige Werk der Natur und freuten sich, diesmal ohne größeren Schaden davongekommen zu sein. (Foto A. Schroth.)

48. 'PFINGSTFREUDEN 1929'. Herr Albin Schroth aus der Zimmerstraße in Mühlheim, dem wir einen Großteil der in diesem Buche gezeigten Aufnahmen verdanken, ging nicht nur mit offenen Augen durch sein Heimatdorf, er hatte auch einen Bliek für historische Einmaligkeiten, Diese Aufnahme machte er nach eigenen Angaben am Pfingstsonntag, dem 19. Mai 1929, wo er seine Rudererkameraden vor ihrem Bootshaus mitten in den Eismassen 'verewigte', wie er sich auszudrücken pflegte. (Foto A. Schroth.)

49. DER RUHIGE UND FRIEDVOLLE MAIN. In majestätischer Ruhe, sonnenüberstrahlt gleitet hier der Main talaus. Die verankerte Fähre schaukelt sanft in den Fluten. Im Bootshaus des Mühlheimer Rudervereins regt und bewegt sich kein Mensen. Im Hintergrund, einem Schattenriß gleich, ist die Silhouette des Farbwerkes Mühlheim, vorm. Leonhardt & Co, zu sehen, Kein Rauch steigt mehr aus den hohen Schornsteinen gegen den Himmel, auch das Werk steht still. Wie geruhsam waren wohl die Zeiten um die Mitte der zwanziger Jahre hier wirklich? (Foto A. Schroth.)

50. DER MAIN WAR EINSTENS WIRKLICH ZUGEFROREN. Die Mühlheimer Jugend kann sich heute kaum verstellen, daß der große, hier beinahe 100 Meter breite Strom je zugefroren sein konnte. Und doch war es so, wie dieses Bild beweist. Die Fähre war zwar eingefroren, doch Fußgänger und Radfahrer, ja sogar Motorradbesitzer überquerten ihn auf dem Eise. Alte Mühlheimer behaupten, daß es selbst Autofahrer gewagt haben sollen. Urkunden berichten, daß im Jahre 1929 vom Januar bis Mitte April Eiswache gestellt war. Erst ab 15. April 1929 war der Strom eisfrei, Letztmals war der Main am 9. Februar 1954 total zugefroren. (Foto Krug.)

51. DAS FARBWERK MÜHLHEIM. Am 6. August 1880 fand sich in dem neugegründeten Farbwerk eine Kommission unter Leitung des Großherzoglichen Kreisrates von Offenbach ein und teilten nach eingehender Besichtigung und Überprüfung der Sicherheitsauflagen dem aus Hanau herbeizitierten Besitzer August Leonhardt mit, daß die Fabrikation aufgenommen werden kann. Weil er aber die Produktion bereits am 15. Juli 1880 betrieben habe, wie sich Bürgermeister Büttner auftragsgernäß überzeugt habe, könne man den erteilten Strafbescheid zum großen Bedauern nicht zurücknehmen. Mit der Eröffnung dieses Werkes begarm für Mühlheim der Umbruch vom Bauerndorf zur Industriesiedlung.Î (Foto A. Schroth.)

52. DAS VERWALTUNGSGEBÄUDE DES FARBWERKES. Am 18. Dezember 1880 hatte Herr August Leonhardt die 'Concessionsurkunde' vom Provinzial-Ausschuß der Provinz Starkenburg für seine Chemische Fabrik erhalten. Er durfte:

1. Anilin-, Resorcin- und Naphtolfarbstoffe, wie Fuchsine, Anilinblaufarben, Methylaniline, Methylviolett- und -Grünfarben, Solidgrüne, Saffranine, Naphtol-Gelb-Orang- und -Braunfarbstoffe herstellen.

2. die fabrikmäßlge Herstellung von Arsensäure und

3. die Wiedergewinnung von arseniger Säure aus flüssigen und festen Rückständen betreiben.f (Foto R. Krug.)

BLICK VOM WASSERTURM

53. RUND UM DEN WASSERTURM. Wuchtig steht dieser aus heimisehem Basalttuffstein gemauerte Wasserturm in der Landschaft. Mit einer Höhe von fast 42 Metern ist er ein Kennzeichen für die Stadt und ein Orientierungspunkt für den Fremden. Trotz seiner Größe faßt der Behälter nur etwa 500 Kubikmeter Wasser, was aber seiner, damals (1912-1914) beim Bau gestellten Aufgabe, den Druck in den Rohrleitungen gleich und einen gewissen Wasservorrat bereit zu halten, gerecht wurde. Für Mühlheim ist dieser Turm aber mehr als nur ein Wasserbehälter. Historisch gesehen stellt sein Bau die Wende des Dorfes vom Ackerbau zur Industrie dar. Um ihn herum entwickelte sich das Industriegebiet der kommenden Stadt. Wagen wir einen Aufstieg und einen Rundblick! (Ansichtskarte.)

54. BLICK GEGEN NORDEN. Schaute der Besucher des Wasserturmes damals gegen Norden, so ruhte vorerst sein Bliek auf einer freien Fläche. Dort stand keine Feldfrucht und kein Haus. Es war die Seewiese, auf der die Mühlheimer Jugend das Schlittschuhlaufen lernte. Die heutige Ludwigstraße trug damals das Geleise für die Fabrikbahn zum 'Farbwerk Mühlheim, vorm. Leonhardt & Co.' Links das weiße Haus (heute Leder-Gruner) war von A. Leonhardt neu erbaut worden und diente seinen Angestellten als Wohnung. Die Goethestraße im Vordergrund zählte an der Ostseite nur drei Häuser, (Foto A. Schroth.)

55. 'GRAF ZEPPELIN', LZ 127, SCHWEBT ÜBER MÜHLHEIM. Um die Jahrhundertwende nahm das Werk einen schnellen und großen Aufschwung. Fünf Dampfkessel wurden eingebaut, dazu Schornsteine, 8 Meter Radius und 25 Meter bis 60 Meter hoch, mehrere Lager- und Produktionshallen, ein Gas-, ein Eiswerk und ein Wasserturm wurden errichtet. 24 Wohn- und Arbeiterwohnhäuser wurden allein zwischen 1895 und 1897 erbaut, Zeugnisse für auswärtigen Zuzug. Die Produktion wurde erweitert: Azophosphin, Sulfosäuren und Chrysophenin. Später auch Aminobasen und Nitrosoderivate, schließlich die Herstellung von täglich zwanzig Tonnen Schwefelsäure, zehn Tonnen Salz- und fünf Tonnen Salpetersäure. Als der Zeppelin über dem Werk schwebte, stand es schon stil1.3 (Foto A. Schroth.)

56. PROF. DR. ING. HANS TROPSCH - BEDEUTENDER CHEMIKER. Am 1. September 1913 kam er direkt von der Hochschule in Prag nach Mühlheim. In der Bahnhofstraße 1 nahm er Wohnung. Hier konnte er in der Gruppe der Wissenschaftler seine theoretischen Kenritnisse in die Praxis umsetzen. Als er 1916 an das Kohleforschungs-Institut nach MülheimjRuhr berufen wurde, wo er später mit Prof. Fischer die Fischer-TropsehSynthese entwickelte, wurden seine Leistungen im Werk lobend anerkannt. In aller Welt laufen zur Zeit Versuchsanlagen, die auf weiterentwickelten Fischer-TropschVerfahren versuchen, Kohle in Treibstoffe umzuwandeln, um vom Öl unabhängiger zu werden. Tropsch ging später nach Amerika, machte zahlreiche Erfindungen, starb dann leider schon mit 46 Jahren.3 (Foto unbekannt.)

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