Michelstadt in alten Ansichten Band 1

Michelstadt in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Ludwig Magsam und Wilhelm Hartmann
Gemeente
:   Michelstadt
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2586-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Michelstadt in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Im Jahre 1984 wird unser Rathaus 500 Jahre alt. Rechtzeitig zum Jubiläurn legt der Verlag Europäische Bibliothek, Zaltbommel, einen Band 'Michelstadt in alten Ansichten' vor. Dieser Band zeigt uns, wie sich Ansichten im wahrsten Sinne des Wortes wandeln und wie schnell aus einem Bild eine alte Ansicht wird. Wir sehen, daß innerhalb weniger Generationen das Antlitz unserer Stadt entscheidenden Veränderungen unterlag.

An Einzelbeispielen erhalten wir Einblick in den Alltag der ältesten Stadt im Odenwald. Aber auch Aufnahmen von f'estlichen Ereignissen zeigen, daß man in Michelstadt bereit ist, die Feste zu feiern, wie sie fallen. Bürger bei der Arbeit, Kinder beirn Spielen, Menschen im Sonntagskleid zwanglos oder zu einem Gruppenbild vereint. Dies alles sind Eindrücke, die uns zum Nachdenken anregen.

Einige der Aufnahmen erinnern uns an Krieg und wirtschaftliche Depression. Wir fragen nach der guten alten Zeit. Vielleicht schimmert sie bei den Gruppenbildern durch, als offenbar der einzelne ein Selbstverwirklichung 'nicht nur um seiner selbst willen, sondern innerhalb und für eine überschaubare örtliche Gemeinschaft suchte. Hierbei mag ein gemeinsames Sehnen nach besseren Tagen den oftmals grauen Alltag überlagert haben. Den Menschen blieb noch genug Raum für ein Hoffen auf schönere Zeiten.

Mit dem Fortschritt ging es damals noch recht langsam voran, dennoch: Fortschritt stand für Wandel und wir müssen heute erkennen, daß allen Verände-

rungen nicht nur offensichtliche Vor-, sondern auch vielschichtige Nachteile innewohnten. Am Ende stand die Fiktion vom besseren Gestern.

Je weiter sich unser Weg von diesem Gestern entfernt, desto mehr sind wir geneigt, an das Schöne im Vergangenen zu glauben. Hierbei wird der Alltag zu wenig beachtet. Für den größten Teil der Menschen ist die gute alte Zeit im landläufigen Sinn nicht mehr als ein schöner Traum, der eine bittere Wirklichkeit vergessen läßt.

Übrig bleibt auch beim Studium des hier vorgelegten und kommentierten Bildmaterials die Erkenntnis, daß sich Wandeloffenbar immer schneller vollzieht. Allein die Überschaubarkeit und die sich früher entschieden langsamer vollziehenden Veränderungen verdienen möglicherweise das Prädikat gute alte Zeit.

Wir wünschen allen, die anhand dieses vorliegenden Bandes den Bliek zurück in die Vergangenheit wagen, viel Freude. Mögen die einzelnen Impressionen dem besseren Verstehen unserer heutigen Welt dienen.

(Reinhold Ruhr) Bürgerrneister

1. Bilder des Michelstädter Marktplatzes mit dem Rathaus aus dem Jahre 1484 sind hundertfach gezeichnet, gemalt, gestoehen und fotografiert in alle Welt gegangen. Auf diesem Bild aus dem Jahr 1800 hat das Rathaus noch eine Schindelung. Sie wurde 1903 entfernt und damit das einmalig schöne Fachwerk wieder freigelegt. Das Haus hatte früher noch ein drittes später angebautes Fachwerktürmchen an der hinteren rechten Ecke. Es fiel der Verbreiterung der Straße im Jahre 1846 zum Opfer. Links steht das schöne Barockgebäude, das von Johann Nikolaus Friedrich, dem Hammerbestander und Marschkomrnissär, im Jahre 1755 erbaut wurde. Der Marktbrunnen, der auf seiner Säule die Figur des Erzengels Michael trägt, wurde 1575 an die Stelle des ersten Marktbrunnens gesetzt. Als Symbol des Marktrechtes trägt der Erzengel Michael eine Waage. Auf dem Marktplatz fanden jährlich sieben Märkte statt. Hier spielte sich jahrhundertelang das öffentliche Leben ab. Ein hochbeladener Frachtwagen vor dem Gasthaus 'Zum Löwen' und die Faßeiche auf dem Brunnen erinnern an die stete Bedeutung dieses Platzes für Handel und Verkehr.

2. Ein Bild von der Rathaushalle auf das 1718 von dem Bäckermeister Anton Lehr erbaute Wohnhaus, das sich heute im Besitz der Familie August Backhöfer befindet. In der Rathaushalle tagte früher das 'Zentgericht"; wenn die umstehenden Bürger 'der Umstand' mit dem Urteil nicht einverstanden waren, konnte es 'umständehalber' nicht ausgeführt werden.

3. Ein fränkischer Meierhof war Vorläufer der Kellerei. Auf diesem Platz stand bis zu ihrer Zerstörung im Jahre 1307 die Burg Michelstadt. Nach 1395 wurde um das ehemalige Burggelände und die Stadt der 700 Meter lange Mauerring gezogen. 1532 werden die hier wiedererrichteten Gebäude als 'Kellerei' bezeichnet. Sie diente im Laufe ihrer langen Geschichte vielen Zwecken. Der Hauptbau wurde als Speicher für die in Naturalien zu leistenden Steuern und Abgaben genutzt. Der Nordflügel war ehemals Amtshaus der Gräflichen Regierung. Der Südflügel diente als Wohnung von Schenken, Grafen und Witwensitz von Gräfinnen. Auch eine Bürgerschule war einmal dort untergebracht. Noch heute ist die Kellerei ein gern besuchter Platz. Der romantische Innenhof hatte um die Jahrhundertwende herrlichen Baumschmuck.

4. Diese Postkarte aus der Zeit um 1900 zeigt mit Stadtmauer, Diebsturm und Kellerei ein romantisch verträumtes Bild. Der Storch nistet noch auf dem Kellereidach, und auf dem Diebsturm wächst Gras. Dieses Bild hat Professor Hartmann in einer Federzeichnung festgeha1ten. Der Turm hat inzwischen eine Turmstube mit Helmdach erhalten, und die Häuser an der Stadtmauer sind durch Neubauten ersetzt. Die Karte ist im Verlag von Rudolf Marburg, dem Grimder des Odenwa1dmuseums, erschienen.

5. Vor der Sanierung der Altstadt gab es auf der Kellereiseite keinen Ausgang über Wall und Graben durch die alte Stadtbefestigung. Im Zwinger befanden sich Schuppen, Wäschetrockenplätze und Hasenställe. Der Diebsturm hatte noch nicht wieder Turmstube und Helm. An die ehemals feuchten Mümlingwiesen erinnern die zwei Storchennester auf dem mächtigen Dach.

STOI(CHtNWINKel//"I KeLLel(tl-HOf. MICHtLST/DT (HeSSeN).

6. Der Storehenwinkel am Kellereihof um 1900. An der Kellereimauer ist Leseholz gestapelt. Rechts trennen Stellsteine eine Mistgrube ab. Ein Schweinestall schließt den Hofplatz hinter dem 'Preußischen Hof' nach der Gasse hin. Auch in den engsten Gassen des Städtchens wurde Landwirtschaft betrieben. Das Storehennest war zu dieser Zeit noch bewohnt.

7. Die im Jahre 1307 zerstörte Stadt erhielt bei ihrem Wiederaufbau einen starken Mauerring und eine Umwallung mit Gräben. 14 Türme, davon zwei Tortürme, verstärkten die Mauer, Dieser Turm hinter dem Wehrmannshaus ist einer der wenigen noch bis heute ganz erhaltenen Türme. Er enthielt, wie die meisten anderen, eine kleine Wohnung.

8. Von besonderer Bedeutung sind in der Stadtkirche die zahlreichen Grabsteine und Epitaphien der Schenken und späteren Grafen zu Erbach. Das älteste Grabmal zeigt in gotischer Darstellung den 1387 verstorbenen Schenken Heinrich. Die Familiengruft des Grafenhauses Erbach-Erbach befindet sich in der Kapelle an der Nordseite des Chores.

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