Michelstadt in alten Ansichten Band 2

Michelstadt in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Philipp Gögele
Gemeente
:   Michelstadt
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6143-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Michelstadt in alten Ansichten Band 2'

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Vorwort

Wenn in Diskussionen Meinungen ausgetauscht werden und jemand eine progressive Position vertritt, so kann es schon einmal vorkommen, daß einem Gesprächsteilnehmer vorgehalten wird: Sie haben vielleicht alte Ansichten. Obwohl in solchen Runden anscheinend alte Ansichten nicht gefragt sind, kann man dennoch auch ein Plädoyer für alte Ansichten halten. Das Neue definiert sich gerade als Unterscheidung zumAlten. Und insoweit muß auch das Alte bekannt sein, damit das Neue verstanden werden kann.

Das Neue istAusdruck eines vielfältigen Wandels und die tiefgreifenden Veränderungen der letzten jahre stimmen nachdenklich. Um diese geänderten Strukturen erfassen zu können, müssen wir unseren Bliek zurück richten. Und hier sind es gerade alteAnsichten von unserer täglichen Umgebung, die uns den Wandel signalisieren.

Philipp Gögele hat aus seiner umfassenden Postkartensammlung alteAnsichten von Michelstadt zusammengestellt und entsprechend kommentiert. Wenn wir diese Bilder mit dem heutigen Zustand vergleichen, so sehen wir, daß sich enorme Veränderungen vollzogen haben; das Gesicht unserer Stadt hat sich gewandelt!

Uns ist es durch das Vergleichen der alten mit den neuen An-

sichten möglich, die grundlegenden Veränderungen der vergangenen [ahre nachzuvollziehen. Wir können uns hierbei ein Bild davon machen, wie das Neue gewachsen ist.

Philipp Gögele gilt es für sein Engagement am Zustandekommen dieses zweiten Bildbandes 'Michelstadt in alten Ansichten' ein herzliches Wort des Dankes zu sagen. Möge dieser neue Bildband möglichst vielen Menschen eine weitere Chance geben, sich mit Michelstadt zu identiflzieren.

Michelstadt, im August 1995, Reinhold Ruhr, Bürgermeister

1 Das Foto zeigt den Marktplatz mit samstäglichem Wochenmarkt vor mehr als hundert Iahren. Zu dieser Zeit war das Rathaus noch mit Schindeln verkleider und mit einem überstehenden Wetterdach versehen. Bei näherer Betrachtung des Bildes ist festzustellen, daß damals am Rathaus noch keine Uhr existierte, Der den Westgiebel zierende Zeitmesser wurde erst 1892 eingebaut. Die Uhr stammt nachweisbar aus dem Iahr 1768. Sie tat zuvor im Turm des 'Unteren Tores' ihre Dienste. Die beiden Eckhäuser Marktplatz/Häfnergasse sind, im Gegensatz zu dem barakken Sandsteinbau des

'Löwenhofes' nicht mehr wiederzuerkennen. Das Fachwerkgebäude, in dem bereits vor über hundert jahren eine Bäckerei betrieben wurde und dessen Bausubstanz nicht mehr erhaltungswürdig er-

schien, wurde 1 974 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Die heutige 'Goldschmiede' beherbergte zu dieser Zeit die Gaststätte 'Drei Hasen' mit angescWossener Brauerei. Zum l.Januar 1880

wechselte das 'Drei-HasenSchild' seinen Platz zwei Häuser weiter stadtauswärts.

2 Dieses Foto, das vor mehr als hundert Iahren entstand. ist eine Rarität. Aufgenommen wurde das Bild von dem Fotografen Ihrer Königlichen Hoheit Prinzessin von Piemont, Kronprinzessin von Italien. Die Pflastersteine, die auf dem Marktplatz herumlagen, lassen darauf schließen, daß der Marktplatz gepflastert wurde. In den Räumen im Erdgeschoß des 'Löwenhofes' , die sich auf der rechten Gebäudehälfte befinden, war seinerzeit noch kein Laden eingerichtet. Bei näherer Betrachtung des Bildes ist auch erkennbar, daß sich damals noch der' große Wäschetrag' beim Marktbrurmen befand. Wie aus den alten Unterlagen hervorgeht, wurde der' große

Wäschetrog' 1889 beseitigt. Das Gebäude Marktplatz 8 hatte zu dieser Zeit noch einen Trockenspeicher mit offenen Gefachen. Es ist anzunehmen, daß dieserTrockenspeieher zum Trocknen der Tuche

diente, denn viele Iahre war in dem Anwesen auch das Tuchmacherhandwerk ansässig.

3 Die ehemalige alte Schmiede am Marktplatz wurde im Rahmen der Altstadtsanierung 1972 niedergelegt, da sich die vorhandene Bausubstanz in einem schlechten Zustand befand. In demAnwesen, das bereits 1541 bei Errichtung des Marktbrunnens stand, wurde etwa 250 [ahre lang das Schmiedehandwerk ausgeübt. Ab 1826 befand sich in dem Gebäude eine Metzgerei mit Gastwirtschaft. Dies änderte sich erst, als 1971 ein Eigentümerwechsel stattfand. Der neue Eigentümer hatte das Grundstück mit der Absicht erworben, ein neues Fachwerkhaus, das sich harmonisch in das Bild des Marktplatzes einfügen sollte, im

alten Stil zu errichten. In Zusammenarbeit mit der Denkmalbehörde ist dies gut gelungen; der Neubau wurde 1973 bezugsfertig. In diesem befindet sich seit dieser Zeit eine Filiale der Dresdner Bank AG.

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Gasthaus u. Metzgerei von Garl IDaub

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4- Diese Karte, die nach einem Aquarell des Darmstädter Künstlers Wilhelm Geding um das Iahr 1915 entstand, zeigt einige Bürger auf dem Marktplatz auf dem Rückweg vom Kirchgang in Odenwalder Sonntagstracht. Es gibt viele Trachten, die kostbarer, farbenfreudiger und charakteristischer sind, als die Tracht, die früher in unserer Gegend getragen wurde. Bei der Odenwalder Tracht handelt es sich um eine bescheidene Ausführung, die die wirtschaftliche Lage der Bevölkerung zu Beginn des Iahrhunderts im Odenwald wiederspiegelte. Der Marktbrunnen wurde 1 575 erstellt. Er ist der zweite an dieser Stelle. Die nicht zu übersehende stattli-

ehe Mittelsäule, die sich in der Mitte des achteckigen Brunnenbeckens erhebt, hat eine Höhe von etwa fünf Meter. Die geflügelte und im Engelsgewand dargestellte Figur, zu deren Füßen der bezwun-

gene Satan liegt, stellt den heiligen Michael dar. Der Marktbrunnen harte früher vor allem die Aufgabe, das nötige Wasser für die Anlieger bereirzuhalten, Hier traf man sich zum Wasserholen, redere

rniteinander und tauschte Neuigkeiten aus.

5 Die Karte der Michelstadter Kirchenbibliothek entstand nach dem Gemälde von Prof. M. Schäfer. Gedruckt wurde die Karte durch die Firma Raphael Tuck & Sons, dem Hoflieferanten Seiner Majestät des Königs und Ihrer Majestät der Königin von England. DerTisch, der auf diesem Bild zu sehen ist, gehört nach wie vor zum Inventar der wertvollen Bûchersammlung. Die in Fachkreisen weltbekannte wissenschaftliche Bibliethek wurde 1499 durch den in Michelstadt geborenen Magister Nikolaus Matz gegründet, dessen Namen sie noch heute trägt. Der Stiftungsurkunde zufolge übergab er seinerVaterstadt

1 1 7 gebundene Bände, in de-

nen sich mehrere zusarnmengebundene Schriften befanden. Seine Sammlung wurde im 16., 17. und 18. Iahrhundert durch beachtliche Schenkungen der Erbacher und Fürstenauer Grafen auf den heutigen Stand gebracht. Die Bibliothek, die aufgrund des Depositionalvertrages in die Obhut und Betreuung der Stadt übergeben wurde, befindet sich in der Thurn- und Taxissehen Scheune.

6 Der Name des Malers, der dieses wunderschöne Motiv von der NeueTorstraße mit Bliek zur Stadtkirche zeichnete, ist leider nicht bekannt. Die kolorierte Radierung dürfte vor etwa achtzig Iahren entstanden sein. Wie anhand des Bildes festzustellen ist, war das Anwesen in der Neutorstraße 3, in dem sich heute ein Buchladen befindet, grün bewachsen. Zur Beleuchtung der Altstadt dienten zu dieser Zeit an den Fassaden einzelner Häuser angebrachte Gaslaternen. Im Vordergrund, auf der rechten Seite des Bildes, ist zum Teil das Haus Neutorstraße 6 zu sehen, in dem im 16. Iahrhundert Zentgraf Fuchs wohnte. Das Gebäude wurde vor 1571 erstellt. Wie

aus der Zeichnung des unbekanmen Malers zu entnehmen ist, war das schone Fachwerk über dem massiven Sandsteinunterbau damals noch nicht sichtbar.

7 So sah es in der Mauerstraße vor erwa siebzig jahren aus. Die alten Schennen und Ställe, von denen es zu dieser Zeit in der Altstadt viele gab, prägten den Charakter Michelstadts. In Michelstadt gab es bis kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges relativ viele landwirtschaftliche Nebenerwerbsbetriebe, Die meisten von ihnen besaßen nur wenige Morgen Ackerland, auf dem hauptsächlich Kartoffeln, Futterrûben und Klee angebaut wurden.

MICHELSTADT IM ODENWALD

~

PARTIE IN DER MAUERSTRASSE

8 So sah das ehemalige Färberhaus in der Oberen Pfarrgasse 1, das heute zu den schonsten Fachwerkhäusern der Altstadt záhlt, vor etwa neunzig [ahren aus. Über dem zweigeschossig mit Sandsteingewänden massiven und verputzten Sockelbau erhebt sich ein besonders schönes Balkenwerk mit einem vorspringenden Erker und einem offenen Laubengang an der nördlichen Hausseite. Das Haus hat ein steinernes Rundbogenportal, in dessen Scheitel die Iahreszahl 1620 eingehauen ist. Es ist anzunehmen, daß sich die eigentliche Färberei mit ihren Bottichen und Geräten im untersten Geschoß befand und der erste gemauerte Oberstock erwa

zum Trocknen der Garnstränge und Tuche diente.

I1ICHéLSTflDT I. DDW. ILT~5 PIT/(IZI~Il-HIU5 ~IlB. 1620.

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