Michelstadt in alten Ansichten Band 2

Michelstadt in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Philipp Gögele
Gemeente
:   Michelstadt
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6143-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Michelstadt in alten Ansichten Band 2'

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29 Diese erwa achtzig Iahre alte Ansichtskarte verruitrelt einen Bliek auf einige Häuser der Erbacher Straße. Zu dieser Zeit war die Straße geschottert. Die rechte Straßenseite erhielt 1905 einen gepflasterten Gehsteig. Damit die Straße nicht zu sehr staubte, wurde sie im Sommer mit Wasser besprengt, das in einem bierfäßchengroßen Wasserbehàlter deponiert war. In dem großen Sandsteingebäude der rechten Bildseite war bis 1976 das Amtsgericht untergebracht. Schräg gegenüber vom Justizgebäude befindet sich die Gaststätte 'Zum Wilden Mann'. Damals war an der Giebelseite sogar das Fachwerk sichtbar. Das im Vordergrund befindliche Ge-

bäude in der Erbacher Straße 8 wurde urn 1 81 5 erbaut. Das Wohn- und Geschäfshaus ist heute schwer wiederzuerkennen, denn es wurde inzwischen modernisiert und durch die Glasfront im Erdge-

schoß äußerlich stark verändert. In dem Anwesen des seit 1960 ansässigen Bûro- und Nähmaschinen- Fachgeschäftes Egly befand sich in früheren jahren eine Buch-und Schreibwarenhandlung.

30 Die Aufnahme von der Wirtschaft 'Zum Wilden Mann' in der Erbacher Straße 10 dürfte um die Iahrhundertwende entstanden sein. Stolz stellte sich der damalige Wirt mit seiner Familie dem Fotografen. Auch der Polizeidiener machte mit seiner 'Bekanntmachung' eine Pause und schaute interessiert in die Linse. Was mag er wohl Wichtiges 'ausgeschellt' haben? Das Gebäude, zu dem früher auch ein kleiner landwirtschafilicher Betrieb gehörte, wurde 1823 erbaut. Von den landwirtschaftlichen Nebengebäuden ist schon lange nichts mehr zu sehen, denn die ehemalige Scheune wurde 1967 zu einem Gästehaus umgebaut, Der ursprüngliche Cha-

rakter des Wirtshauses wurde in den vergangenen [ahren wenig verändert, obwohl das Gebäude mehrfach restauriert, im Erdgeschoß erweitert und das Dachgeschoß ausgebautwurde.

3 1 Vor etwa neunzig jahren gab es in Michelstadt mehrere Hausbrauereien, die ihr selbstgebrautes Bier ausschenkten. wie im Gasthaus 'Zum goldenen Stern' in der Erbacher Straße 14. Die Gärund Lagerkeller ließ der Bierbrauer und Sternwirt Michael Haas 1871 am Wingertsweg errichten. Der neu gebaute 'Felsenkeller' war von der Wirtschaft und dem Sudhaus nicht allzu weit entfernt. Dem Gasthaus war eine große Landwirtschaft angegliedert. Die Scheune und die Stallungen wurden inzwischen zu Wohnzwecken umgebaut.

32 In dem mächtigen Sandsteingebäude in der Erbacher Straße 9 war bis zum 30. Septem ber 1 976 das Amtsgericht Michelstadt untergebracht. Das Gebäude, das 1820 gebaut wurde, steht inzwischen unter Denkmalschutz. Der Grundbesitz gehörte der Stadt Michelstadt von 1837 bis 1982. Im Iahr der Aufnahme dieser Fotografie war das 'Schöffengerichtsgebäude ' noch nicht direkt an das Hauptgebäude angebaut. Auch der Landgerichtsbrunnen, der 1832 errichtet wurde, war noch nicht versetzt.

Michelstadt,

l'lmtsgericht mil Erbacher Strasse.

33 Das Bild zeigt das heutige Gymnasium in der Erbacher Straße 23 im jahre 1909. Das Schulgebäude aus dem Iahr 1878 hat sich seit dieser Zeit äußerlich wenig verändert. Die Birken und Sträucher, die vor dem Gebäude zu sehen sind und die prächtigen Ahorn- und Kastanienbäume, die früher im Schulhof standen, existieren schon lange nicht mehr. Viele [ahre war in diesem Gebäude die Städtische Realschule untergebracht. In dem dreigeschossigen Hauptbau wurden anfangs nur wenige Mädchen unterrichtet. Das änderte sich erst, als 192 2 die private Mädchenschule, die sich in der Bahnhofstraße befand, aufgelöst wurde.

"r"Mkhelstadt,

Realschule

34 Das mit Schindeln verkleidete zweigeschossige Fachwerkhaus, das als Doppelhaus 1831 gebaut wurde, befindet sich in der Kellereibergstraße 6 und 8 und zwar direkt neben dem ehemaligen Feuerwehrhaus. Typisch für die Bauweise vor etwa 1 50 [ahren waren die vor dem Hauseingang ûbereinandergelegten Sandsteine, die Treppenfunktion hatten. Die Treppe war von beiden Seiten begehbar. Als diese Aufnahme vor etwa siebzig Iahren entstand, wurden sämtliche Räume des Doppelhauses zu Wohnzwecken genutzt. Dies änderte sich 1933, als der Frisör Ludwig Mäusler Eigentümer der linken Gebäudehälfte wurde und im ersten Oberge-

schoß bis 1 958 ein Frisörgeschäft betrieb. Das große Fenster, das seit dem damaligen Umbau noch heute vorhanden ist, hat das Aussehen des Gebäudes stark verändert.

35 Die Ansichtskarte, die vor rund siebzig Iahren verlegt wurde, zeigt nicht nur das mit vielen 'Andreaskreuzen' im [ahr 1557 erstellte Fachwerkhaus in der Großen Gasse 12 sowie das Nachbargebäude Große Gasse 10, sondern sie gestattet auch zugleich einen Bliek in die Untere Pfarrgasse. Das besonders schone, im 16. [ahrhundert errichtete Fachwerkhaus zählt zu den wenigen Gebäuden, die nach dem großen Brand im Iahr 1825 erhalten geblieben sind. Das Nachbargebäude, das ebenfalls aus dieser Zeit stammte, wurde hingegen bei diesem verheerenden Brand so zerstört, daß es abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden mußte. Zu der Zeit, als diese Aufnahme entstand, befand sich

im Erdgeschoß des Anwesens 'Große Gasse 10' ein Krämerladen. Das Geschäft verfügte im Gegensatz zu Haus Nr. 12 nicht über Schaufenster. In der linken Gebäudehälfte des Anwesens 'Große Gasse 12'

befand sich die Bäckerei Volk und in der rechten Haushälfte das Cigarrenhaus Schöll, Das Gebäude mit der geschindelten Stirnseite und dern überstehenden Dach, das im Hintergrund der Unteren Pfarr-

gasse zu sehen ist, wurde 1970 abgerissen. Als das Foto um 1925 entstand. übte der Schmiedemeister Joh. Priedrich Wilhelm Hübner in diesem Anwesen sein Handwerk

aus.

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36 Den älteren Einwohner Michelstadts ist sicherlich noch gut in Erinnerung, daß in dem Anwesen, in dem Hans Schaub sein Raumausstattungsgeschäft betreibt, zuvor das Café Ruppert war. Der aus Fulda stammende Konditormeister Philipp Ruppert machte sich 1 9 1 0 in der Großen Gasse selbständig. Das Café mit Konditorei betneb er bis 1 957. Bei schönem Wetter hatte man sogar die Möglichkeit, dort im Freien zu sitzen. Der neue Eigentümer Hans Schaub ließ 1959 die vorhandenen Räume im Erdgeschoß neuzeitlich zu einem Ladengeschäft umbauen. Die dazu gehörige Werkstatt, in der früher über mehrere Generationen das Schmiedehand-

werk ausgeübt wurde, befindet sich direkt an der Stadtmauer. In unmittelbarer Nähe stand das Untere Tor, das 1838 wegen Baufilligkeit abgerissen wurde.

37 Die Schmückung der Brunnen zu Pfingsten mit frischem Birkengrün, Girlanden und Blumen geht auf einen alten Brauch zurück. Mit dieserTradition, die auch heute immer noch gepflegt wird, wollen die Anlieger ihren Brunnen ehren und ihm für das im Laufe des [ahres so reichlich gespendete Wasser danken. Wie anhand dieses Fotos festzustellen ist, wurde in den zwanziger [ahren der Schwiegermutterbrunnen von den Anliegern geschmückt. Mit viel Liebe und Geschick fertigten sie für ihren Wasserspender aus Tannengrün eine Reichskrone. Auch die Fassade des Hauses Große Gasse 14 wurde für das Fest schön und einladend ge-

schmückt. Damals war das Fachwerk im Gegensatz zu heute nicht sichtbar. Die Gastwinschaft 'Zur Reichskrone' wurde nach dem Ersten Weltkrieg viele Iahre von dem späteren Bürgermeister und

Landrat Kar! Neff gepachtet. Bei dem Mann mit Bierflasche und Glas in der Hand handelte es sich um den Gastwirt. Die junge Dame, die den großen Korb in ihrem Arm festhält, ist Kätchen Volk. Sie trug

früher die Brötchen der Bäkkerei Volk aus, die sich in der Großen Gasse 12 befand.

38 Die Ansichtskarte vom ehemaligen 'Unteren Tor'. das sich früher in der Großen Gasse (beim Anwesen Schaub) befand, entstand nach einer Zeichnung des Michelstädter Ehrenbürgers Prof. Albert Hartmann. Die Fehde zwischen Kurmainz und Kurpfalz wurde der Stadt Michelstadt und seinen Bürgern zum Verhängnis. denn 1307 zerstörte PfalzgrafRudolf, Herzog in Bayern, die Burg und brannte die Stadt nieder. Michelstadt mußte deshalb als fesrummauerte, mit doppeltem Wall und Graben gesicherte Stadtsiedlung neu aufgebaut werden. Mauerring, Türme und Stadttore wurden um 1400 vollendet. DerTurm des 'Unteren Tores' wurde 1551 aufgestockt, da er zu niedrig war. Man bezeichnete ihn auch als 'Musikantenturm', weil er als Wohnung

des Stadtmusikanten diente. Stadtmauer, Zwinger und Zwingermauer wurden etwa vierhundert [ahre später als völlig zerfallen bezeichnet. Da das 'Untere Tor' teilweise schon eingestürzt und der niedrige Torbogen den Fuhrwerken hinderlich war, wurde 1838 der Abbruch des To-

res vorgenommen.

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