Michelstadt in alten Ansichten Band 2

Michelstadt in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Philipp Gögele
Gemeente
:   Michelstadt
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6143-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Michelstadt in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

39 Den Grafen von Erbach stand als Landesherren die hohe Gerichtsbarkeit im Gebiet der Grafschaft Erbach zu, Sie hatten das Amt des Scharfrichters eingeführt, um ihre Unabhängigkeit und das damit verbundene Hoheitsrecht des Blutbanns zu zeigen. Diese Staatshoheit wurde verkörpert durch das Richtschwert, das sich heute im Odenwaldmuseum befindet. Das Schwert ist erwa 1 Meter lang und 5 cm breit. Es wurde 1520 geschmiedet. Die Klinge trägt eine lateinische Inschrift. Ins deutsche übersetzt lautet diese: 'Gewalt mit Stärke zu brechen ist mir erlaubt.' Seine letzte Verwendung fand das Schwert 1 7.5 6, als im kurmainzischen Auftrag drei ge-

fàhrliche Wilddiebe, die einen alten Förster aufbestialische Weise ermordet harten, öffentlich hingerichtet wurden. Der Scharfrichter hatte seinen Amtssitz in Michelstadt. Ab 1668 bis zur Aufhebung der Erbachischen Strafrechtspflege 1832 war dieses scharfrichterliche Amt im Besitz des Geschlechts 'Nord' in der Waldstraße 1 05.

40 Diese besonders schöne Lithografie, die 1903 versendet wurde, zeigt drei Motive. Um das Iahr 1900 lebten in der Kernstadt nur etwa dreitausend Menschen in rund fünfhundert Häusern. Inzwischen ist die Zahl der Einwohner auf rund 10 000 angestiegen. Ein großerTeil der ehemals landwirtschaftlich genutzten Grundstücksfläche war deshalb insbesondere in den vergangenen vierzig Iahren erforderlich, um neue Wohnungen zu schaffen. Das Motiv in der unteren linken Ecke zeigt den historischen Marktplatz, wie dieser vor erwa 95 [ahren ausgesehen hat. Nicht nur das Rathaus und die Stadtkirche, sondern auch die Häuser rund um den

Marktplatz haben sich seit dieser Zeit äußerlich sehr verändert. Auf dem rechten Bild ist das Gasthaus 'Zum Grünen Baum' (Große Gasse 17) sowie die ehemalige Drogerie Wilhelm Heinz (Große Gasse

15) wiedergegeben. Der Baum, der früher vor der Gaststätte stand und das Straßenbild prägte, gehört schon lange derVergangenheit an.

41 Diese schöne Ansichtskarte von der Großen Gasse entstand vor etwa achtzig [ahren. Die Karte ist damals im Verlag der Drogerie Heinz erschienen. Das vorderste linke Gebäude ist das Gasthaus 'Zum Grünen Baum'. Zu dem Anwesen gehörte früher eine Brauerei. Die große Toreinfahrt war deshalb unentbehrlich. Rechts daneben befand sich die Drogerie Wilhelm Heinz, in der es auch Lebensnuttel zu kaufen gab. Zwischen diesemAnwesen (Große Gasse 15) und dem Nachbargrundstück (Große Gasse 13), nämlich der Messerschmiede Ulmer, war ein enges Gäßchen. Dieser 'Kirchenpfad' existiert leider nicht mehr. Neben der ehemaligen

Messerschmiede war das Geschäft des Mützen- und KappenmachersWill (heute Raumausstattung Schaub). Das Gebäude mit dessen verputzte Stirnseite, in dem sich heute 'Ihr Platz' befindet, war

das ehemalige Café des Konditormeisters Emil Kirchenbauer.

,

Mid1elftadt i. Q.

Große Giîll"è

42 Zu dem Gasthaus 'Zurn Grünen Baum' in der Großen Gasse 17, das im [ahr 1985 sein 300jähriges Bestehen feiern konnte, gehörte bis vor rund 95 [ahren eine Brauerei. Noch heute erinnert das Handwerkszeichen an der ursprünglich offenen Toreinfahrt daran, daß in diesem Anwesen Bier gebraut wurde. Die vorhandenen Baulichkeiten, wozu auch die der stillgelegten Brauerei gehören, wurden durch die jetzige Inhaberin Margarete Dingeldein, die als junges Mädchen 1964 das Erbe ihrer Großtante Babette Ensinger antrat, mehrmals umgebaut und modernisiert.

Gruss aus Michelstadt i. O.

Gasthaus "ZO grünen Baum"

43 Das Gebäude in der Großen Gasse 1 9 wurde kurz nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges erbaut, Im Iahr 1897 erwarb der Bäkkermeister [ohann Georg Meyer das Anwesen; es befinder sich somit fast einhundert [ahre im Familienbesitz. Die Aufnahme des Bildes entstand um die Jahrhundertwende. Damals wurde die Bäckerei von dem Bäckermeister Christian Meyer geführt. Das Gebäude war zu dieser Zeit zur Straßenseite hin geschindelt. Die Schindeln wurden inzwischen entfernt und das schóne Fachwerk wurde freigelegt. An dem Fachwerkhaus, das seinen ursprünglichen Charakter wenig veränderte,

sind noch die Sandsteinschieber an den Kellerfenstern erhalten.

44 Nachweislich wurde in dem Anwesen in der Bahnhofstraße 1. in dem sich heute ein Fotogeschäft mit angeschlossenern Reisebüro befinder, etwa dreihundert Iahre das Bäckerhandwerk ausgeübt. Im [ahr 1966 wurde mit der Stillegung der Bäckerei Ernst Schmerker diese alte Tradition beender. Wie auf dem Bild zu sehen ist, handelte es sich damals. als die Aufnahme entstand. um ein kleines Ladengeschäft. Ein Teil der im Erdgeschoß befindlichen Räume wurden seinerzeit noch zu Wohnzwecken genutzt. Die Ladenf1äche und die Schaufensterfront wurden inzwischen wesentlich vergrößert. Bei diesem Umbau wurde die Außentreppe in

den Innenbereich verlegt. Der große gehauene Sandstein, der früher die Hauswand schützte, wurde durch eine veränderte Straßenführung entbehrhch,

45 In dem schönen geschindelten Haus in der Bahnhofstraße 3, in dem die Eheleute Otto Lang schon seit erwa dreißig [ahren ein Stoffgeschäft betreiben. war zuvor viele Iahre eine Schuhmacherei. zu der ein Schuhgeschäft gehörte. Die Aufnahme des Bildes dürfte vor etwa neunzig [ahren entstanden sein. Das Schuhmacherhandwerk übte damals der aus Bullau stammende Schuhmacher Johann Georg Müller aus, der 1905 verstarb. Seine Frau verheiratete sich in zweiter Ehe mit dem Schuhmacher Georg Friedrich Ober. Er fûhrte das Geschäft zunächst weiter und übergab es später an den Sohn Heinrich Müller. Das obere Stockwerk und das Dachge-

schoß haben heute noch ihre geschindelte Fassade. Das Gebäude hat trotzdem sein Aussehen stark verandert, denn der Laden wurde grundlegend umgebaut und modernisiert. 1973 erfolgte eine Vergrößerung der Ladenfläche,

46 Das Wohn- und Geschäftshaus Bahnhofstraße 6 wurde um das [ahr 1651 errichtet. Es wurde 1896 von dem Messerschmied Karl Gerbig erworben, der sich im Erdgeschoß seinen Laden einrichtete. Im Iahr 1960 fand ein Eigentumswechsel statt. Neue Grundstückseigentümerin wurde Beatrice Dancs geborene Szelinsky. Bis 1968 hatte sie die Räume im Erdgeschoß an den Uhrmacher Otto Heger vermietet. Als der Pächter sein Geschäft in die Große Gasse 4 verlegte, standen die Räume leer. Der Grundbesitz ging 1969 auf den Kaufmann Hugo Schäfer über, der das Gebäude Bahnhofstraße 6 und das Nachbarhaus BahnhofstraBe 8 im [ahr

1970 abreißen ließ. Im gleichen Iahr entstand der Erweitenmgsbau an das bestehende Kaufhaus.

47 Die Aufnahme für diese Ansichtskarte entstand vor rund 95 Iahren. Zu dieser Zeit war Theodor Knust Eigentûmer des 'Altdeutschen Hofes' in der Bahnhofstraße 5. Er hat den Grundbesitz 1897 erworben. Zuvor hatte das Lokal, zu dem bis dahin auch eine Brauerei gehörte, den Namen 'Zur Amsel'. 192 9 kam der 'Altdeutsche Hof' in den Besitz der Familie Gróner, Sie betrieb die Gaststätte bis 1978. Das Anwesen ging

1991 auf den Sohn Willi Heinrich Gröner über. Er hat es grundlegend renoviert und zu einem Wohn- und Geschäftshaus umgebaut. Bei dieser Baumaßnahme wurde das Gebäude von seinen Schindeln befreit. so daß nun

an der Straßenfront das schöne Fachwerk sichtbar ist.

48 Das in massiver Bauweise 1902 mit Sichtrnauerwerk errichtete dreigeschossige Gebäude befindet sich in der Bahnhofstraße 18. Zuvor stand an gleicher Stelle ein kleines altes Wohnhaus, das abgerissen wurde. Die Ansichtskatte wurde Anfang der zwanziger Iahre verlegt. Zu dieser Zeit war in dem Anwesen die Wirtschaft 'Einhardsklause'. Das Lokal wurde 1945 aufgegeben. ImAnschluß daran war im Erdgeschoß das Textilgeschäft 'Eckstein'. Seit 1975 befindet sich in den Räumen des Erdgeschosses das Mode-Fachgeschäft Weitz. Zwischenzeitlich wurde von den Eigentümern die Schaufensterfront vergrößert.

Michelstadt

Elnhardsklause

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2020 Uitgeverij Europese Bibliotheek