Michelstadt in alten Ansichten Band 2

Michelstadt in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Philipp Gögele
Gemeente
:   Michelstadt
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6143-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Michelstadt in alten Ansichten Band 2'

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49 Der BuchbinderWilhelm Ostertag zeigte sich vor rund neunzig [ahren stolz mit seiner Ehefrau vor seinem Geschäft in der Bahnhofstraße 13. Das geschindelte Wohnund Geschäftshaus wurde 1738 erbaut. Über mehrere Generationen wurde in dem Anwesen das Schmiedehandwerk ausgeübt. Wilhelm Ostertag erwarb 1904 den Grundbesitz. 1918 wurde der Buchhändler Karl Bauer neuer Besitzer des Anwesens. Der letzte Eigentumswechsel erfolgte 1971. Die neuen Eigentümer Dieter und Rosemarie Schindelhauer vergrößerten vier Iahre später den Laden und renovierten das Gebäude. Seitdem ist das schöne Fachwerk sichtbar.

50 Die Fotografie, die vor rund einhundert [ahren aufgenommen wurde, zeigt von links nach rechts gesehen, die Häuser Nr. 24, 26 und 28 der Bahnhofstraße. Das zweigeschossige Wohngebäude rnit der hohen Außentreppe und den Holz-Fensterläden in der Bahnhofstraße 24 wurde 1825 erbaut. Es war vonAnfang an bis 1942 ununterbrochen im Besitz jüdischer Einwohner. Der letzte Eigentümer jüdischer Abstammung, Emil Strauß, wurde 1942 nach Polen deportiert. 1981 wurde dieses Anwesen, das sich zuletzt im Besitz von Ludwig Gottwald befunden hat, von der Stadt Michelstadt zwecks Abrill und anschließenden Ausbaus des Wiesenweges käuflich erworben. Der Abbruch erfolgte im gleichen

Iahr, Das Gebäude Balmhofstraße 26 wurde 1820 erbaut. Es ist heute schwer wiederzuerkennen, da es im Erdgeschoß baulich völlig verändert wurde. Heute befindet sich im kompletten Erdge-

schoß ein Mode-Fachgeschäft. Das zweigeschossige Gebäude Nr. 28, das auf dem Foto nur teilweise abgebildet ist, wurde 1822 errichtet.Anhand des Bildes ist zu sehen, daß sich im Erdgeschoß die-

ses Anwesens bereits ein Schuhwarenlager befand. Das Schuhwarengeschäft wurde 1972 wesentlich erweitert und im Innen- undAußenbercich schon mehrmals modernisiert.

5 1 Das Anwesen in der Bahnhofstraße 15, in dern sich heute das Fotogeschäft Stommel befindet, wurde 1813 erbaut. Da dieses Haus, im Gegensatz zu früher, allseitig verputzt ist und den Eindruck erweckt, als würde es sich um einen Neubau handeln, bleibt für die meisten Passanten sein hohes Alter verborgen. Wie auf dem Foto deutlich sichtbar ist, trägt das aus rotem Sandstein gemauene Untergeschoß einen Fachwerkaufbau. Zur Straßenseite hin war das Fachwerk mit Schindeln verkleidet. Zur Giebelseite hin war das Fachwerk sichtbar, Das Haus har seit seinem Bestehen schon den verschiedensten Zwecken gedient. Über viele Iahre be-

fand sich zum Beispiel in diesemAnwesen eine Nagelschmiede und später ein Farben- und Tapetengeschäft sowie ein Textilwarengeschäft. Der Mechaniker Christian Ensinger hatte 1 902 als

25-Jähriger das Anwesen gekauft. 1m gleicllen [ahr errichtete er hinter dem Wohnhaus eine Werkstatt sowie eine Autohalle. Bis 1928 betrieb er sein Geschäft in der BahnhofstraBe. Groß war be-

stimmt während dieser Zeit die Zahl der Schaulustigen, wenn er seine Fahrzeuge vorstellte.

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52 Die Aufnahme von der Bahnhofstraße entstandAnfang der zwanziger Iahre. Wie auf diesem Bild deutlich zu erkennen ist, hat sich das Straßenbild seit dieser Zeit stark verändert. Damals säumten Laubbäume die rechte Straßenseite, die heute Platz für parkende Autos bietet. Im Erdgeschoß des ersten Gebäudes, das links zu sehen ist (Bahnhofstraße 26) betrieb in den zwanziger [ahren Karl Georg Ludwig Lachmann ein Papierwarengeschäft und eine Buchbinderei und rechts daneben (Bahnhofstraße 28) Johann Georg Philipp Schmucker ein Schuhgeschäft. Beide Anwesen wurden in den vergan-

genen Iahren nach neuzeithchen Gesichtspunkten umgebaut. Auch das zweigeschossige Wohnhaus (Bahnhofstraße 30), das von Willi Dingeldein 1965 erworben wurde und in dem er seit 1978 sein Raum-

ausstattungsgeschäft betreibt, ist heute schwer wiederzuerkennen.

53 DerWeyprechtsbrunnen, der sich bei der Ratsapotheke in der Bahnhofstraße 25 befindet, stand ursprünglich an einer anderen Stelle. Wie auf der Ansichtskarte deutlich zu sehen ist, hatte der Brunnen zuvor seinen Platz am Eingang der Waldstraße. Der Brunnen, der 1832 geschaffen wurde, mußte 1909 aus verkehrstechnischen Gründen umgesetzt werden. Seinen Namen erhielt der aus Sandstein gehauene Brunnen erst als er versetzt wurde. Er soll an den Nordpolarforscher Carl Weyprecht erinnern, der am 29. März 1881 imAlter von 42 Iahren in Michelstadt bei seiner Mutter verstarb. Weyprecht leitete von 1 872 bis 1 874 die große Österrei-

chisch-ungarische Expedition, die das Franz-Iosef-Land entdeckte.

54 Das Foto von dem zweigeschossigen Wohn- und Geschäftshaus Bahnhofstraße 30 wurde 1912 aufgenommen. Damals war die Bahnhofstraße noch nicht ausgebaut. Deutlich sichtbar ist die gepflasterte 'Gosse', die einstige Kanalisation. Wie auf dem Foto zu sehen ist, befand sich in dem Gebäude, in dem heute Willi Dingeldein sein Raumausstattungsgeschäft betreibt, eine Restauratien. Sie wurde von Jean Gottwald geführt. Zu demAnwesen gehörten früher auch große Stallungen, in denen das Vieh untergestellt und versorgt wurde, während die Bauern in der Stadt ihre Besorgungen machten.

55 Ein Bliek in die Bahnhofstraße vor rund neunzig [ahren. Zu dieser Zeit übte der Sattler und Tapezierer Chnstoph Ludwig Gottwald in dem geschindelten zwei geschossigen Haus der rechten Bildhälfte (Bahnhofstraße 19) sein Handwerk aus. Im Iahr 1949 stockte dessen Sohn Philipp August Gottwald das Gebäude um ein Geschoß auf und errichtete in den umgebauten und neu geschaffenen Räumen ein Möbelhaus. Das Anwesen, das inzwischen zu anderen Zwecken genutzt wird, hat sich durch diese Baumaßnahme gegenüber vcrher völlig verändert. Auch das 1822 als Doppelhaus errichtete zweigeschossige Nachbargebäude (Bahnhof-

straße 21-23) mit ausgebautem Dachgeschoß unterlag zwischenzeitig mehrmaligen optischen Veränderungen. Damals, als sich den Grundbesitz noch zwei Eigentümer teilten, war nur die nördliche

Haushälfte mit einer Dachgaube versehen. Der neu geschaffene Eingangsbereich sowie die Schaufenster des Erdgeschosses haben das gesamte Erscheinungsbild des Gebäudes, in dem sich seit

nicht allzu langer Zeit ein Bistro befindet, verändert.

56 Auf der rechten Bildhälfte ist die 'Hofapotheke' zu sehen, die sich als àlteste Michelstädter Apotheke bis ins Iahr 1551 nachweisen läßt. 1953 erhielt sie den Namen 'Ratsapotheke ' . Die Ansichtskarte wurde Anfang der zwanziger Iahre verlegt. Apotheker und Besitzer des Anwesens war damals Dr. Iulius Schweißinger. Das Treppensteigen zum Arzneiholen, das vor allem von gehbehinderten und älteren Menschen als nicht angenehm empfunden wurde, gehört seit 1978, nachdem ein ebenerdiger Anbau errichtet wurde, der Vergangenheit an. Auf der linken Bildhälfte ist das ehemalige 'Hotel Friedrich', das für seine gute Küche bekannt war,

nicht zu übersehen. Das Hotelgebäude wurde 1974'1011ständig abgebrochen, um dem Neubau der Sparkasse Platz zu machen. Es war ein repräsentatives Anwesen mit einem Saal, der zweihundert

Personen aufnehmen konnte, sowie einer schonen Terrasse, die im Sommer gerne von den Gästen genutzt wurde.

57 Das Gebäude in der Bahnhofstraße 40 wurde, ebenso wie das Nachbargebäude, in dem das Postamt untergebracht ist, 1899 gebaut. Bauherr des zwei geschossigen Wohn- und Geschäftshauses war der aus Beerfelden stammende Kaufmann Heinrich Ihrig. der im Erdgeschoß einen Laden betrieb. Die Ansichtskarte, die 1911 versendet wurde, zeigt den Geschäftsmann an der Ladeneingangstür sowie am Fenster des ersten Obergeschosses seinen Sohn Wilhelm Heinrich Ihrig, dem 1941 der elterliche Besitz übertragen wurde. Der Sohn verstarb 1949. Der Laden wurde anschließend verpachtet. Das Anwesen, in dem sich heute

ein Bürofachgeschäft befindet, wurde vor einigen Jahren irn Erdgeschoß nach neuzeitlichen Gesichtspunkten grundlegend umgebaut. Seit dieser Zeit befindet sich der Ladeneingang an der rechten Gebäudehälfte. In den oberen Stockwerken des Gebäudes hat sich optisch wenig verändert.

58 Der Uhrmachermeister Wilhelm Heimel, der aus Frankfurt/Main stammte, betrieb ursprünglich sein Geschäft in dem Gebäude, in dem sich seit einigen [ahren das Unternehmen 'Ihr Platz' befindet. Im [ahr 1900 wurde von Wilhelm Heimel das zweigeschossige Wohn- und Geschäftshaus in unrnirtelbarer Nähe zum Postamt entfernt errichtet. Der Umzug von der Großen Gasse in die Bahnhofstraße erfolgte im [ahr 1901. 1972 wurden die gewerblichen Räume vergrößert und nach neuzeitlichen Gesichtspunkten umgebaut. Da auch der Ladeneingang und die Schaufensterfront von dem Umbau betroffen waren, erhielt das Anwesen

zur Straßenseite ein anderes Aussehen. Nachdem 1 976 das Fachwerk wieder freigelegt worden war, wurde das Haus zu einem Schmuckstück in der Bahnhofstraße.

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