Michelstadt in alten Ansichten Band 2

Michelstadt in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Philipp Gögele
Gemeente
:   Michelstadt
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6143-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Michelstadt in alten Ansichten Band 2'

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69 Die Ansichtskarte, die über einhundert Iahre alt ist und wahrscheinlich [ahrzehntelang ein fast vergessenes Dasein führte, ist inzwischen zu einem begehrten Sammelobjekt geworden. Sie zeigt neben dem historischen Marktplatz das im jahr 1893 durch den Kammfabrikant Wilhelm Rodenhäuser in derWaldstraBe 67 erworbene Fabrikgebäude und das von ihm 1903 errichtete, mit einem Eektûrmchen versehene Wohnhaus. Damals war die Westfassade der oberen Stockwerke noch nicht mit Schindeln verkleider. sodaB das schone Fachwerk vollständig sichtbar war. Das Fabrikgebäude, in dem zuletzt die Firma Ruth Kunststoffe verarbeitete, wur-

de 1986 durch einen Brand vernichtet. An gleicher Stelle wurde 1988 ein Mehrfamilienhaus gebaut.

70 In dem zweigeschossigen Wohn- und Geschäftshaus Friedrich-Ebert-Straße 65 und 67, das 1925 erbaut wurde, befindet sich heute die Firma Unibon Kaugummifabrik GmbH. Im Erdgeschoß dieses Anwesens befand sich früher ein Café-Restaurant mit einem Saal: im Obergeschoß befanden sich mehrere Zimmer für Pensionsgäste. Ältere Einwohner Michelstadts können sich bestimmt noch gut an das ehemalige Café 'Gramsch' erinnern. 1946 eröffnete Dr. med. Albert Frech, der im Zweiten Weltkrieg als Oberstabsarzt eingesetzt war, als 35-jähriger in den Räumen des Erdgeschosses seine Arztpraxis.

7 1 Das Motivaus dem Bliekwinkel des Oberen Hammers gehört derVergangenheit an, denn Anfang der fünfziger Iahre verschwand der Hammergraben und der Eisensteg, der zu derWäschebleiche führte. Gerne ließen die Kinder im Hammergraben ihre Papierschiffchen schwimmen. Bei lang anhaltenden Regenfàllen trat die Mümling insbesondere im Bereich des Oberen Hammers ûber die Ufer und ûberschwemmte den Hammerweg und die Seewiesen sowie Teile der Innenstadt. Das alles änderte sich als 1955 die Umgehungsstraße gebaut,

die Mûmlingregulierung betrieben und über weite Strekken Kanalisationsrohre in

großen Dimensionen neu verlegt wurden. DieTrockenlegung undAufschüttung dauerte mehrere [ahre, Erst danach war es möglich, das Gebiet mit Gewerbe- und Industriebetrieben anzusiedeln.

Dort wo einst die 'Michelstädter Wäscherinnen' ihre Wäsche bleichten steht seit 1 957 das Autohaus Thierolf.

72 Das ehemalige Gasthaus 'Waldhorn' in der Mossauer Straße 32 beherbergte früher als Kur- und Erholungsheim viele zufriedene Kurgäste. Auch für die Michelstädter war das 'Waldhorn' an Sonnund Feiertagen ein beliebtes Ausfluglokal. Wie auf dem Bild zu sehen ist, standen die Buchen direkt bei dem Grundstück. Es war bestimmt schön, erholsam und gemütlich, draußen im Freien zu sirzen. Die Ansichtskarte stammt aus der Zeit um 1900. Sie zeigt nicht nur das Fachwerkhaus, wie es zu dieser Zeit ausgesehen hat, sondern sie vermittelt auch die herrliche Aussicht von dort oben. Das Anwesen liegt 402 mü.d.M.

73 So sah das ehemalige Kur- und Erholungsheim 'Waldhorri' vor etwa 85 Iahren aus. Das wiesenreiche Gebiet unterhalb des Anwesens wurde zu dieser Zeit als Weideland genutzt. Da die Räumlichkeiten für die Gäste zu klein geworden waren, wurde parallel zu dem am Hang verlaufende Fachwerkhaus ein Neubau errichtet, Das neue Fachwerkhaus paßte sich dem Altbau sehr gut an. Die Fremdenzimmer im Obergeschoß wurden 1906 bezugsfertig. Die Räume im Erdgeschoß konnten schon früher genutzt werden. Mit dem Einbau von Stahlbädern gab es bereits Bademäglichkeiten. Die eigene Quelle, die sich im Haus befand, wurde besonders den

Blutarmen und Bleichsüchtigen bestens ernpfohlen. Das neue Gebäude wurde 1927 zwecks Schaffung weiterer Fremdenzimmer aufgestockt. Durch diese Aufstockung und die späteren Baumaßnahrnen

wurde das Erscheinungsbild des Anwesens völlig verändert, Neue Eigentümer erwarben vor einigen Iahren das Anwesen. Sie bauten das 'Waldhorn' zu Wolmzwecken

um.

74 Der Tuchmacher Philipp LudwigArzt erwarb 1837 die frühere Lohmühle im Roßbaeher Weg 5 -7 , in der zuvor eine Ölmühle betrieben wurde. In diesem Anwesen begann der Aufschwung seines bis dahin kleinen Betriebes. Aus der handwerklichen Tuchmacherei entwickelte sich sclmell unter Ausnutzung des Erdbachauslaufs und der Mümling eine Tuchfabrikation größeren Stils mit eigener Wollwäscherei, Färberei, Spinnerei und Weberei. Den nachfolgenden Generationen gelang über viele Jahrzehnte eine stete Aufwärtsentwicklung. Die Tuchfabrik wurde, wie anhand der kolorierten Zeichnung festzustellen ist, zu einem bedeutenden Unter-

nehmen im Odenwald. Die Karte entstand nach einer altenVorlage 1978 zum 150. Geburtstag des Unternehmens. Bei näherer Betrachtung des Bildes sind im Hintergrund auch die beiden

Villen derTuchfabrikanten erkennbar, die sich in der ErbacherstraBe 40 und 41 befinden. Die wirtschaftliche Lage derTuchfabrik wurdeAnfang der siebziger [ahre immer ungünstiger. Seit 1975 ist die

Firma Polydress Plastic GmbH Eigentümerin. Der hohe Schornstein, der früher zum Stadtbild gehörte, wurde 1977 abgetragen.

7 S Die ehemalige Walkmühle im RoBbacher Weg 911 wurde 1906 von der Zündholzfabrik Rexroth-Lynen AG erworben. Für den Standort dürfte sicherlich auch die Mümling als billige Kraftquelle mitbestimmend gewesen sein, denn ein Wehr sorgte dafür, daB die Kraft des Wassers ausgenutzt werden konnte. Das Bauwerk zum Stauen des Wassers direkt am Roßbacher Weg war früher oft ein Grund, dort stehen zu bleiben und zuzusehen, wie das stauende Oberwasser im freien Überfall mit großer Fließgeschwindigkeit in den Kanal stürzte, Das neu gegründete Unternehmen nahm anfangs einen großen Aufschwung. In dieser Zeit entstanden auf dem Betriebsgelände mehrere Gebäude. Der Brand am 6. Oktober 1937

im Hauptgebäude richtete großen Schaden an. Die Foto-

grafie zeigt einen Teil der Fabrikanlage vor dem Brand. Bedingt durch die marktbcherrschende Stellung einiger Großunternehmen und den stagnierenden Verbrauch infolge der stark zunehmenden Verwendung von Feuerzeugen wurde die wirtschaftliche Lage des Unternehmens nach dem Zweiten Weltkrieg unaufhaltsam schwieriger. Das letzte Wahrzeichen, der 36 Meter hohe Schlot, wurde 1974 beseitigt, nachdem bereits einige [ahre zuvor keine Zündhölzer mehr produziert wurden.

76 Am 17.Juli 1927 wurde das Stadion, das im Rahmen einer großen Notstandsarbeit geschaffen wurde und die erste Anlage dieser Art im Odenwald war, feierlich eingeweiht. Die Idee zu dem Projekt, eine Sportplatzanlage mit Schwimmbad, harte der damalige Bürgermeister Gearg Heinrich Ritzel. Das Stadion wurde daher später nach ihm benannt. Der hölzerne Sprungturm und die ebenfalls aus Holz erstellte Rutschbahn waren eine besondere Attraktion des größten Schwimmbades im gesamten Kreisgebiet. Das S

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