Mirow in alten Ansichten

Mirow in alten Ansichten

Auteur
:   Hans-Werner Hardow
Gemeente
:   Mirow
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5426-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mirow in alten Ansichten'

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Mirow i. Meckl.

Hotel "Seestern"

39. Nochmals das Hotel 'Seestern'. Nach Meinung älterer Mirower Bürger gehörte das vorne am Seesteg liegende Boot dem Fischermeister Schmidt. Er warb in der Festschrift zur Siebenhundert-Jahrfeier mit folgender Anzeige: 'Pension Schrnidt, Mirow Mühlenstraße 102, Direkt am See, Freundliche Fremdenzirnrner , Kaffee- und Konfitüren- Spezial- Geschäft, Motorbootfahrten werden auf Wunsch nach allen Richtungen hin ausgeführt.' Herr Doughty war bei seiner 'Entdeckungsreisc' nicht allein unterwegs, er wurde begleiter von zwei Söhnen, zwei Töchtern sowie drei Mann Besatzung: Ifould der Koch, Wilsort der Bootsmann und Pieter der friesische Steuermann , der Hochdeutsch, Plattdeutsch und Englisch verstand.

40. Auf dem Rückweg in die Stadt noch einen Bliek von der heutigen Mühlenbrücke - eine Hochbrükke, unter der die üblichen Fahrgastschiffe auf dem Kanal durchfahren können - in südlicher Richtung. Noch einmal eine 'Mirower Geschichte': 'Der frühere Pförtner Lampe versah zugleich das Amt des Ausrufers. Als einmal ein Predigtamtskandidat in der Kirche seine erste Predigt gehalten hatte, wobei es nicht ohne Stockungen abgegangen war, tröstete ihn nach dem Gottesdienst der alte Lampe: "Dat is nich so eenfach, Herr Kandidat, und ick kann se dat nahföhlen; denn ick wet, wo mi to Mot wier, as ick ton irsten Mol öffentlich uptreden müßt."·

41. Von der Brücke aus gehen wir die Mühlenstraße entlang in die Stadt hinein. Kurz vor dem 'unteren' Schloß, dem früheren Lehrerseminar, sehen wir auf der linken Seite dieses interessante Fachwerkgebäude. Es ist das alte Spritzenhaus. In der Nähe des Seminars gelegen, war es bei Feueralarm nur ein kurzer Weg bis hierher. Die Seminaristen bedienten nämlich die handgetriebene Spritze und bildeten auch Eimerketten. Die Spritze hatte keine Räder, nur Kufcn, sie war also eine 'Schlöp'.

42. Am Ende der Mühlenstraße biegen wir nun im rechten Winkel nach rechts in die Schloßstraße ein. Das verhältnismäßig stattliche Haus vorne links ist das Pastorenhaus. Dahinter das sogenannte Pastorenwitwenhaus. Das Haus vorne rechts gehörte der jüdischen Familie Rosenberg, die 1938 erst kurz vor der sogenannten Kristallnacht Mirow verlassen hat. Der Sohn lebt heute in Chile, die Tochter in Israel. Das hinten links etwas höhere Gebäude ist die Gaststätte 'Schwarzer Adler. Sie gehörte zu der Zeit, als diese Karte verschickt wurde , am 20. September 1899, der Familie Will.

43. Nochmals ein Bliek auf das Pastorenhaus. Rechts - jetzt besser zu erkennen - das Haus der jüdischen Familie Rosenberg. Im Vordergrund links ein Stück vom Wallgraben und unter den Bäumen, kaum zu erkennen, das Kriegerdenkmal1870171.

Mirow

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44. Auf dieser Postkarte zwei Bilder vom Hotel 'Zum schwarzen Adler', Besitzer A. Will. Absenderin war eine Grete Will. Hier nochmals eine der 'Mirower Geschichten': 'Vor der neuzeitlichen Entwicklung der Reichspost gab es in Mirow einen einzigen Briefträger, Schade, der die Brief-, Paket- und Geldbestellungen besorgte. Schade war also eine allgemein bekannte Persönlichkeit. Ein Lehrer behandelt in der Schule ein Lesestück. Bei dem Satz: 'Schade, daß die Rose Dornen trägt', erhält er auf die an einen unaufrnerksamen Schüler gerichtete Frage: "Was ist Schade?" die prompte Antwort: "Briefträger".'

Schloss-Strasse

45. Die Schloßstraße, vom Markt aus, mit dem Bliek auf die Schloßinsel. Das Eckhaus vorne links ist das Kaufhaus Flashar. Vorne rechts das Eckgeschäft ist die 'Kolonialwaren-, Feinkost- und Eisenwarenhandlung Hans Wittholz' - so in der Anzeige der Festschrift zur 700-Jahrfeier von Mirow 1927. Von dieser Firma erzählte man sich, daß sie in der durch ein Dekret Napoleons vom 21. November 1806 ausgelösten Kontinentalsperre in mancher Nacht Umsätze bis zu 300 Talern gemacht hat. Unweit von Mirow ist das Dreiländereck zwischen dem preußischen Land Brandenburg. Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz. Nach Meckienburg kamen doch noch dann und wann die sogenannten Kolonialwaren, war doch immerhin die in Mirow geborene Prinzessin Sophie Charlotte Königin von England. Sie war verheiratet mit Georg lIL

46. Dieser 'rassige Lieferwagen' gehörte in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg der Firma F1ashar. Das Gebäude im Hintergrund des Bildes gibt es in Mirow nicht. Die Aufnahme ist also wohl beim Abholen des Wagens vom Autohändler gemacht worden. Die Anzeige dieser Firma in der Festschrift zur 700-Jahrfeier lautet: 'Kaufhaus Carl Flashar, Mirow i.M., Femspr. 24, Manufaktur-, Mode-, Kurz- und Spielwagen, Agentur der Rostocker Bank, größte Auswahl in allen gangbaren Artikeln zu billigsten Preisen, Neuzeitliche Maschinen für Wäscheanfertigung, Bestellungen nach auswärts werden prompt durch eigenes Gespann und Geschäftsauto ausgeführt. '

47. Nicht nur die Stadt Mirow gab in den Jahren der Inflation nach dem Ersten Weltkrieg ein Notgeld - das sogenannte Reutergeld (so genannt, weil Zitare aus Reuter-Werken abgedruckt waren) - heraus. Auch die Firma F1ashar beteiligte sich hieran mit kleinen Werten von 5, 10, 25 und 50 Pfennigen. Unser Bild zeigt die Werte von 25 und 50 Pfennigen.

Çruss aus jl1''row cöpferstrassf!

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48. Der Bliek in die Schloßstraße war ein Bliek in westlicher Richtung, Dieser Bliek in die Töpferstraße ist ein Bliek nach Süden. Der Straßenname hatte seine volle Berechtigung. Hier haben tatsächlich rnehrere Töpfermeister ihren Sitz gehabt, ja, sie haben sich teilweise ihre Ofenkacheln noch selbst gebrannt. Im Hintergrund zu erkennen: die Windmühle auf dem Mühlenberg. Sie wird auf zwei weiteren Bildern zu sehen sein. Typisch für die Postkarten-Fotografen der damaligen Zeit: Leben sollte gezeigt werden, man holte sich Kinder und zufällige Passanten heran und ließ sie posieren.

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