Münnerstadt in alten Ansichten

Münnerstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Klaus-Dieter Guhling
Gemeente
:   Münnerstadt
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6163-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Münnerstadt in alten Ansichten'

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Einleitung

Münnerstadts geographische Lage im südlichen Vorland der Rhön, an einem Nebenflüßchen der Fränkischen Saale gelegen, umgeben von schützenden Anhöhen, hatte nach Ausweis von Bodenfunden bereits in keltischer und germanischer Vorzeit Siedler zum Seßhaftwerden angelockt. Eine der Anhöhen im Westen der Stadt, der Michelsberg, hat nach frühen Zeugnissen die Grabfeldonoburg, die Gauburg der ganzen Region, getragen.

Im Iahre 770 wird Münnerstadt erstmals in einer Schenkungsurkunde des Klosters Fulda erwähnt und war dann noch über [ahrhunderte eine dörflich offene Siedlung unter dem Einfluß adeliger Franken. Bestimmend für Münnerstadt wurde schließlich der Einfluß des Grafengeschlechts der Henneberger, die hier Anfang des 13. [ahrhunderts südöstlich der vorhandenen dörflichen Siedlung eine Burganlage besaßen, die sie zum Ausgangspunkt einer regelrechten Stadtgründung machten, um sich damit einen befestigten Stützpunkt ihres Territoriums im Süden gegen den Machtbereich des Würzburger Fürstbistums zu schaffen. Der im 13. [ahrhundert erbaute Mauerring mit den durch die Tore fixierten Hauptachsen gab den prägenden Rahmen für unsere Stadtstruktur bis in die Gegenwart, eine wahrhaft weitsichtige Planung, die vom Willen ihrer Erfinder bis heute noch kündet. Es kann hier nicht der Ort sein, die Geschicke Münnerstadts nachzuzeichnen, sein Aufblühen im Zei-

chen der Stadtrechtsverleihung vom [ahre 1335, sein 1585 besiegelter Weg in die alleinige Abhängigkeit der Würzburger Fürstbischöfe, seinen langsamen Niedergang im Wettstreit konkurrierender Städte der Region, es soll hier nur ins Bewußtsein gehoben werden, daß keine Epoche seit der Stadtgründung je eine so nachhaltig verändernde Wirkung auf das Erscheinungsbild unserer Stadt genommen hat wie unser 20. [ahrhundert. Die ältesten Fotos von erwa 1870 geben uns substantiell noch den Urzustand des Erscheinungsbildes unserer Stadt wieder. Das Gros des hier versammelten Bildmaterials zeigt uns dann, wie die Stadt in den ersten drei bis vier jahrzehnten unseres [ahrhunderts langsam ihr Aussehen zu wandeln begann, daß jedoch erst die Nachkriegszeit und die zweite Jahrhunderthälfte eine rapide Entwicklung zur heutigen Verfassung hin verursachte. Die vorgelegten Fotos und Ansichtskarten entstammen eigener Sammlung, bzw. der Sammlung des Stadtarchivs (19 Stück). Bild Nr. 46 stellte freundlicherweise Rainer Neumann zurVerfügung. DieAuswahl mußte sich einerseits an dem durch die Reihe vorgegebenen Umfang einschließlich ihrer zeitlichen Begrenzung orientieren und war andererseits durch das mir zur Verfügung stehende Bildmaterial vorbestimmt; auf diese Weise sind gewisse Zufälligkeiten unvermeidlich und es kann nicht ausbleiben, daß der Leser das eine oder andere Motiv, den einen oder anderen Familiennamen, vielleicht das eigene schöne

Fachwerkhaus vermissen wird. Gleichwohl habe ich mich bemûht, nichts für die Stadt Wesentliches zu übergehen und im übrigen exemplarisch vorzugehen.

Nachdem die Herausgabe eines Bildbandes mit Münnerstädter Ansichten 17 Jahre zurückliegt, jener Band mittlerweile auch vergriffen ist, sieht derVerfasser in der Gestaltung eines Bilderbuches mit erklärenden Texten ein sinnvolles Angebot für die 'alten' Mûrschter, die sich gerne ihrer Jugend und vergangener Zeiten erinnern mögen, weitherhin für die nachwachsende Münnerstädter Bevölkerung, die im Blickkontakt mit der jüngeren Entwicklung unserer Stadt sich ihrer Heimat besser bewußt werden kann. Allen Besuchern und Freunden Münnerstadts aber mag unsere Bilderfolge die Begegnung und Verbindung mitdiesem Städtchen vertiefen helfen. Die kleine Literaturliste soll den Fundus an Publikationen umreißen, aus dem ich, abgesehen von dem im Stadtarchiv gelagerten Schriftgut, meine Inforrnationen bezogen habe.

Für klugen Rat und guten Zuspruch danke ich meiner lieben Frau.

Miinnerstadt, September 1995 Klaus-Dieter Guhling, Stadtarchivar

Literatur

Dinklage Karl, Fünfzehnjahrhunderte Miinnerstädter Geschichte, Bad Kónigshofen 1983, 2. vermehrteAuflage.

Guhling Klaus-Dieter (Hg), Miinnerstadt in Vergangenheit und Gegenwart. Beiträge zur Stadtgeschichte, Münnerstadt 1985.

Guhling Klaus-Dieter (Hg), Miinnerstadt und Umgebung im Spiegel der

Heimatzeitung, Jahrgänge 1933, 1934und 1935,Münnerstadt 1993,1994.

Kopp Sebastian/Limmer Ingeborg, DieAugustinerkirche in Mûnnerstadt, Langewiesche-Bücherei, Königstein irn Taunus o.]. Krenig Ernst Günther, Miinnerstadt, ein Streifzug durch seine Geschichte, Volkach oJ

Kreutz Horst, Münnerstädter Erinnerungen, Ein Bildpostkartenalbum, Bad Königshofen 1 978.

Reininger Nikolaus, Münnerstadt und seine nächste Umgebung, Wûrzburg 1852, reprographischer Nachdruck 1980.

Ulrich Eva/Krohm Hartmut, Die Magdalenenkirche in Miinnerstadt, Langewiesche-Bücherei, Königstein im Taunus o.],

Willmann [osef Miinnerstadt - wie es einst war, Bad Kissingen 1990.

'Vinculum' , Mürschter Echo, Zeitschrift des Studienseminars St. [osef Mûnnerstadt, seit 1951, mit zahllosen heimatkundlichen Beiträgen zu vielen MünnerstädterThemen.

1 Mûnnerstadt liegt in ungemein glücklicher Lage im Vorland der Rhön. 'Wie eine köstliche Fassung legen sich um diesen Edelstein in fränkischen Landen prächtige, mit Wäldern gekrönte, von Mulden und Seitentälern durchschnittene Berge, von denen aus man eine Reihe deutscher Mittelgebirge sieht, blumenreiche Gärten, gute Felder und saftig grüne Wiesen, durch welche die Lauer ihre stillen Wasser der Saale zuträgt. Natur und Geschichte, das Städtchen selber und seine Kunstschätze ziehen [eden in seinen Bann, der es, wenn auch nur aufkürzere Zeit, besucht,' (Münnerstädter Volkszeitung vom 3. Oktober 1934-.)

2 'Es liegt ein einzigartiger Zauber über den still versonnenen alten Frankenstädtehen. Es genügt nicht, sie mit leiblichen Augen zu sehen, man muß ihre Seele erfühlen. Eines der reizendsten davon ist Münnerstadt. Heute noch ist ein romantischer Hauch über ihm ausgebreitet. Wuchtige, zum Teil mit Efeu umsponnene Türme an den vier Enden bekunden mit der zum größten Teil erhaltenen Stadtmauer den wehrhaften Sinn unserer Vorfahren, gotische Fachwerkhäuser deren Wohlhabenheit, Gotteshäuser, die größeren und größten Städten zur Zierde gereichen kónnten, ihren frommen Sinn.' (Münnerstädter Volkszeitung vom 3. Oktober 1934.)

3 Eine vom Mûnnerstàdter Verlag des Georg Eisner vertriebene, aufwendig gestaltete Prägedruckkarte aus der Zeit der }ahrhundertwende.

Das Bayeriscbe jahrbuch von

1904 portratiert Münnerstadt mit folgenden Informationen: . 2 1 73 Einwohner; kgl. Arntsgericht; kgl. Notariat; Gerichtsvollzieher; DistriktsSparkasse; kath. Pfarrei; kgl. Gymnasium; bischöfliches Studienseminar; kgl. Rentamt; kgl. Messungsbehörde; kgl. Forstamt; Gendarmerie-Station; kgl. Postamt Ill. Kl.; 'Ielegraphenanstalt mit 'Ielephonbetrieb; Kgl. Bahnstation Il. Klasse; 2 Aerzte (bezirksärztlieher Stellvertreter Dr. Huß-

lein); Apotheke; Zeitung; Krammärkte: 1.Jan., 28. Febr., 20. März, 4. u. 24. April, 23. Mai, 29.Juni, 7. u. 2S.August, 29. Sept., 2. Nov., 4. Dez.; Schaf-Märkte; 5. Sept. u. 3. Okt.; Schranne und Vieh-

märkte alle 14 Tage am Donnerstag nach dem Schweinfurter Viehmarkt.'

4 Die 'Originale Fliegeraufnahme' aus den dreißiger [ahren läßt die nach Süden Richtung Oberes'Ior zu spitz-ovale Anlage der Stadt gut erkennen. In leichtem Schwung durchschneidet die Hauptstraße vom Unteren Tor im Narden zum Oberen Tor hin die Stadt in eine óstliche und westliche Hälfte. Eine entsprechende Einteilung in vier Viertel ist seit dem 16. jahrhundert überliefert: das erste Viertellag im Nordosten, die Stadtpfarrkirche einschließend, das zweite Viertel im Südosten mit Anger und der einstigen Würzburger Arntskellerei, dem Amtsgerichtsgebäude, das dritte Viertel urnfaßte den südwestlichen Teil

des Mauerrings, das vierte schließlich den Nordwesten mit dem Klosterkomplex der Augustiner. Die Aufnahme macht augenscheinlich, wie die Bebauung in dieser Zeit im Norden entlang der Co-

burger Straße jenseits des Lauertals Fuß zu fassen beginnt.

5 Eine der ältesten fotografischen Aufnahmen von Mûnnerstadt zeigt die untere Stadt mit dem Komplex des Augustinerklosters. Gut erkennbar ist im Vordergrund der Stadtmauerzug im Nordwesten mit den Resten eines Mauerturms und mit dem Stadtgraben, der einst auch an dieser Seite mit Gärten genutzt war. Das Bild belegt, daß der heute verschwundene Stadtrnauerzug zwischen Gymnasiumstraße (am rechten Bildrand vorn) und dem hinter dem Klostertûrmchen erkennbaren Unteren Tor bis in die zweite Hälfte des vorigen [ahrhunderts noch bestanden hatte. Von der ganzen Wehranlage ist in diesem Bereich nur der Dicke Turm geblieben, der hier

am linken Bildrand kaum zu erkennen ist, aber als Markierung des einstigen Stadtmauerverlaufs zusammen mit der nach ihm benannten Straße auch heute noch gute Orientierung bietet.

Die Vorlage zu dieser Aufnahme ist im Besitz der Familie Rupert Hofmann, Münnerstadt.

6 Einen guten Eindruck von der mauerbewehrten Stadtanlage und der Einbettung Münnerstadts in die umgebende Landschaft vermittelt uns die wohl älteste bekannte Fotografie, die Aquilin Glückstein zugeschrieben wird und j edenfa1ls vor 1 874 entstanden sein muß, weil von der im Dezember 1 874 eröffneten Bahnlinie und der gesamten Bahnhofsanlage noch keine Spur zu erkennen ist. Das Alter mag daher die mäßige Qualität der Abbildung entschuldigen, zuma1 sie ein getreuliches Bild der Stadt bewahrt, wie es sich in langen [ahrlrunderten in seiner Gesamterscheinung kaum verändert hatte und wie es im Kontrast zum heutigen Stadt-

panorama den Wandel im 20. Jahrhundert und dabei doch auch die Bewahrung der Identität nicht besser widerspiegeln könnte.

7 Damals schloß der Mauerring die Stadt mit Ausnahme ganz weniger Häuser in seinem Schutzbereich ein, Die Hänge und Höhen in der

Runde waren kahl und trotz ihrer Kargheit landwirtschaftlich genutzt. Etwa 2 000 Bewohnern bot diese Stadt seit jahrhunderten ausreichenden

Lebensraum; Schatzungslisten aus der zweiten Hälfte des 15. jahrhunderts belegen bereits 400 Haushaltungen und im [ahre 1900 werden amtlich

2 198 Einwohner gezählt. Um diese Zeit allerdings begann die Stadt langsam ûber die Mauerbegrenzung hinaus zu wachsen. Der Bau der Bahnlinie im Westen hatte dazu gewissermaßen denAnstoß gegeben, und so war es gewiß kein Zufall, daß der Mauerring zwischen Stadt und Bahnhofsgelände als hinderlich empfunden und deshalb abgetragen wurde. Gleich geblieben ist die Dominanz der Stadtpfarrkirche, die auch heute noch die Altstadt gleichsam schützend überragt.

8 Im Iahre 1935 beging man mit großem propagandistischen Aufwand unter dem Hakenkreuz die [ahrhundertfeier der Stadt. Am 3. Juli

1 335 nämlich hatte Kaiser Ludwig der Bayer aufBitten seines geheimen Rates Grafen Bertholds van Henneberg. bei dem er gerade in dessen Residenz Schleusingen weilte, den Münnerstàdtern das Gelnhauser Stadtrecht verliehen. Damit war rechtlich nachvollzogen. was baulich bereits hundert [ahre früher verwirklicht worden war: die Gründung einer befestigten Stadt durch Errichtung eines Mauerrings mitTürmen und wehrliaften Toren.

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