Münnerstadt in alten Ansichten

Münnerstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Klaus-Dieter Guhling
Gemeente
:   Münnerstadt
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6163-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Münnerstadt in alten Ansichten'

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9 Das vorliegende Bild war anläßlich der 600-]ahrfeier 1935 entstanden. Wir lesen dazu in der Münnerstädter Volkszeitung von damals: 'Wir sind heute in der glücklichen lage, von einem künstlerischen Geschenk an die Stadt zu berichten ... Frl. Agnes Bals ... har ihrer Heimat Münnerstadt ... ein auf dunklem Grunde von Sperrholz gemaltes Bild geschenkt. Dieses stellt nicht etwa eine einheitliche Idee dar und ist auch nicht Ausdruck einer modernen Kunstrichtung, sondern vereinigt nach Art der alten Ehrenurkunden die wesentlichen Züge aus Münnerstadts Stadtbild und Geschichte.'

10 Aus der Vogelperspektive ist der Urkern der hennebergischen Stadtgründung gut erkennbar. An der Stelle der Zehntscheune rechts im Bild erhob sich einst die Burg der Grafen, im Kreise darum geschart die Gehöfte der Burgmannen. DerTorturm in unmittelbarer Nachbarschaft markiert die Stadtmauer mit ihrem östlichen Ausgang. Zum Gründungskern des 1 3. [ahrhunderts gehörig die Stadtpfarrkirche mit dern sie umgebenden Kirchhof und links im Bild nördlich angrenzend die Komturei des Deutschen Ordens, jener geistlichen Institution, die von den Hennebergern bald nach der Stadtgründung zur pfarrlichen Betreuung des

wehrhaften Gemeinwesens herbeigeholt worden war.

1 1 Vorbei an der schonen Fachwerkfassade des Heirnatspielhauses führt die Straße um die Geländeerhebung der einstigen Henneberger Burganlage herum zum Jörgentorturm, der über dem östlichen Stadttor eindrucksvoll emporragt und zur Stadtmauerbefestigung des 13. jahrhunderts gehört. Unser Bliek aber wird durch die westliche Front der mächtigen Zehntscheune mit ihrem barocken Volutengiebel angezogen. Das Bauwerk war im letzten Jahrzehnt des 1 7. [ahrhunderts aus den Quadersteinen des ehemaligen Burgpalas vom Würzburger Fûrstbischof errichtet worden, fiel nach der Säkularisation an den bayerischen Fiskus und wurde später von der Stadt

angekauft, die hier einhundert Jahre lang ihre Volksschule untergebracht hatte.

12 Die Grundsteinlegung der Stadtpfarrkirche, die Maria Magdalena geweiht ist, steht in engem zeitlichem Zusammenhang mit dem Entschluß der Grafen von Henneberg in der ersten Hälfte des 13. Iahrhunderts, unrnittelbar neben dern Altort eine mauer- und turmbewehrte Stadt als sûdliche Residenz ihrer Grafschaft auszubauen und den Deutschen Orden mit der pfarrei und Seelsorge in ihrer neuen Stadtgründung zu betrauen. So wurde mit dem Bau der Pfarrkirche urn 123 0 begonnen. Vor allem der mächtige Westturm dokumentiert mit seinem spätromanischen Baustil die erste Bauphase. Die gotische Choranlage entstand in der ersten

Hälfte des 15. Iahrhunderts, das nórdliche Seitenschiff ließ Bischof Iulius Echter 16051612 in erweiterter Form neu aufführen.

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13 Die Bildpostkarte von der Stadtpfarrkirche aus den zwanziger Iahren hebt die Verbindung zum Werk Tilman Riemenschneiders hervor. Dieser Bildhauer war ja 1490 vom Rat der Stadt beauftragt worden, einen Magdalenenaltar für den Chor der pfarrkirche zu schaffen, übrigens das urkundlich früheste Altarwerk des Meisters. Wie die Forschungen H. Krohms, Berlin, ergaben, waren die Schnitzwerke des Altars ursprünglich nicht farblich gefaßt. Als aber Veit StoB 1504 auf der Flucht aus Nürnberg bei seinem Schwiegersohn in MÜTInerstadt weilte, erhielt er den Auftrag, dem Riemenschneideraltar eine Farbfassung zu geben. Um 1650 wurde die-

ser Altar eingelegt und durch einen Barockaltar ersetzt. Riemenschneiders Altarfiguren und Relieftafeln aber haben die Zeiten überdauert.

14 Maria Magdalena ist die Schutzpatronin der Stadtpfarrkirche. In den Evangelien wird erzählt, daß sie als reuige Sünderin Christi Füße mit ihren Tränen genetzt, mit ihren Haaren getrocknet und mit kostbaren Ölen gesalbt habe, daß sie Zeugin der Auferstehung des Herrn war. Diese Geschehnisse hat Riemenschneider in den beiden Relieftafeln des linken Altarflügels zur Darstellung gebracht. Unsere Detailaufnahme der mit betend erhobenen Händen verharrenden Magdalena entstammt der oberen Relieftafel des rechten Plügels, der entsprechend der Legende zeigt, wie BischofMaximin der Büßerin, die nur mit ihrem in langer Einsam-

keit gewachsenen Haarkleid bedeekt ist, die heilige Kommunion reicht.

1 5 Zu den bedeutendsten Kunstwerken der Stadtpfarrkirche gehören neben dem Riernenschneideraltar von 1492 und den sieben Chorfenstern aus der ersten Hälfte des 15. Iahrhunderts vier von Veit Stoß gemalte Tafeln, die die Legende von der Errnordung des Heiligen Kilian und seiner Gefährten darstellen. Der Legende zufolge soll der Frankenapostel den berelts getauften Herzog Gosbert von Würzburg bedrängt haben, weil er mit Geilana, seiner Schwägerin, in eheähnlicher Gemeinschaft lebte. Die dadurch erzürnte Geilaria nutzte die Abwesenheit des Herzogs, um zwei Mörder zu dingen, sich an Kilian zu rächen. Diese Geschichte soll

sich im [ahre 689 abgespielt haben. Die vier Tafeln desVeit Stoß zeigen die Vorhaltungen des Bischefs Kilian gegenüber dem Frankenherzog, die Verschwörung Geilanas, die Ermordung der Frankenapostel und die Bestrafung der Mörder.

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16 Wir blieken auf den Seitenaltar vor der sogenannten Ritterkapelle, auf dem sich eine Kreuzigungsgruppe entstanden um 1500 im Urnkreis Tilman Riemenschneiders - erhebt. Zu Füßen des Gekreuzigten ist eine Pieta aus der zweiten Hälfte des 16. [ahrhunderts zu sehen. Hinter dem Seitenaltar öffnet sich ein Rundbogen zur Ritterkapelle hin, die ihren Namen wohl von den dort einst untergebrachten Grabsteinen erhalten hat. Drei dieser Rellefgrabsteinplatten sind auf dem Bild erkennbar: Links und rechts neben dem Bogen die Grabmonumente Cäcilies

Ct 1525) und Sylvesters

Ct 1534) von Schaumberg, im Innern der Kapelle die

Grabplatte für Claus von Heßberg ct 1539).

1 7 Die Ausstattung der pfarrkirche in neugotischem Stil mit Neuerrichtung eines Hochaltars geht auf das Jahr

1 833 zurück. Damals war der in Münnerstadt amtierende Bezirksbaumeister Friedrich Donle beauftragt worden, den Neuentwurf eines Hochaltars für den marode gewordenen barocken Vorgänger anzufertigen. Dabei wurden die Riemenschneiderfiguren des Heiligen Kilian, der Heiligen Elisabeth, Johannes des Täufers und des Evangelisten Johannes sowie der Gnadenstuhl in die Altarkomposition mit einbezogen. Dieser neugotische Altar wurde 1945 durch Kriegseinwirkung zerstört. Zum Glück waren die Riemenschneiderfiguren aus-

gelagert gewesen und blieben unversehrt.

1 8 Der Kirchturm der Stadtpfarrkirche steht seit alters her in der Baulast der politischen Gemeinde. 1927 mußte das Turmdach erneuert werden. Für 331 qm Schieferdacherneuerung berechnete der Schieferdeckermeister }ohann Halbig damals 4 381 Mark, für Zimmererarbeiten Franz Hofmann 522 Mark, für Schlosserarbeiten am Kirchturm Friedrich Beudert 192 Mark und das Tünchergeschäft Gebrüder Back für die Erneuerung von Kirchturmkugel, Wetterhahn und Zifferblättern derTurmuhr 323 Mark. Das Turmuhrwerk schließlich wurde von Kaspar Geiling für 96 Mark überholt. Den Gesamtkosten für diese Turmdachsanierung damals

von 5 5 14 M. stehen für die gleiche Maßnahrne 1987 rund 170 000 DM gegenüber.

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