Münnerstadt in alten Ansichten

Münnerstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Klaus-Dieter Guhling
Gemeente
:   Münnerstadt
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6163-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Münnerstadt in alten Ansichten'

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19 Die im Iahre ] 9 ] 5 postalisch gestempelte Karte stellt die Stadtpfarrkirche entgegen den wirklichen Verhàltnissen auf einen sehr weiträumigen Platz, der die Kulisse abgibt für das damals noch sehr seltene Vehikel der Neuzelt, ein stolzes Autornobil, das heute gar nicht mehr so gern im unmittelbaren Umgriff der Kirche gesehen wird. Bernerkenswert aber ist das längst abgerissene Haus links neben der Kirche, das auf der Karte auch als Geburtshaus des Ministers Lutz angesprochen wird. [ohann Lutz war hier als Sohn eines Volksschullehrers am 4. Dezember 1826 geboren worden und stieg schließlich in der bayerisch-königliehen Ämterhierarchie 1880

bis zum Vorsitzenden des Ministerrats empor. Er starb 1890 am Starnberger See.

Mtinnerstadt

20 Der Deutsche Orden war um die Mitte des 13. [ahrhunderts von den Stadtherm. den Grafen 'Ion Henneberg, nach Münnerstadt berufen und mit der pfarrei betraut worden. Als Sitz erhielt der Orden unmittelbar nördlich der Stadtpfarrkirche den hennebergischen Haupthof, der zu seiner heutigen Gestalt als einer geschlossenen Anlage um einen fünfeckigen Innenhof erst im 1 7. Jahrhundert ausgebaut wurde. Nach der Säkularisation war hier bis zu seiner Auflösung 1 92 7 ein Rentbzw. Finanzamt untergebracht. Nachdem der Bau dann verschredenen Zwecken gedient hatte, hielt zur Zwölfhundertjahrfeier der Stadt 1970 das Städtische Museum

Einzug in die altehrwûrdigen Räume.

21 Die auf dem Bild festgehaltene Situation hat sich in der Zwischenzeit nachhaltig verändert; denn wo sich einst Enten und Gänse in fließendem Gewässer tummelten, liegt heute die Teerdecke der Deutschherrnstraße. Geblieben ist links die Nordfassade des Deutschherrnschlosses und der Bau des einst zum Schloß gehörigen Wirtschaftsgebäudes, heute als ansehnliches Wohnhaus hergerichtet. Das Wasser, das aus dem Vordergrund über die Kommendemühle vom Talbach her und von rechts über die Stadtmühle kommend sich aus der Lauer speiste, wurde durch die ganze untere Stadt am Kloster vorbei wieder nach Norden zur Lau-

er hin geleitet und sorgte früher regelmäßig für Überschwemmungen in diesem Bereich.

22 Das hohe steinerne Eekhaus östlich der Stadtpfarrkirche, das mindestens seit der Mitte des vorigen [ahrhunderts einen von Bierbrauer Johann Sprung geführten Brauerei- und Gaststättenbetrieb beherbergte, der von Georg Popp seit 1875 als 'Popps Burg', bzw. 'Deutsches Haus' bis in unser [ahrhundert hinein fortgeführt wurde, hat eine geschichtsträchtige Vergangenheit gehabt; dierite es doch nach der Teilung der Stadtherrschaft zwischen den Henneberger Grafen und den Würzburger Fürstbischöfen als Kellerei der Grafen, die allerdings 1585 ebenfalls in den Besitz der Würzburger gelangte. Bischof ]ulius Echter installierte hier im Henneber-

gischen Hof 1613 den Pfarrhof, und als 1660 das Mûnnerstädter Gymnasium begründet wurde, war zunächst hier der Sitz dieses Instituts.

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Bruss aus Mûnnerstadt

23 Mit dem Henneberger Wappen über derToreinfahrt ist noch heute der einstige Sitz des Amtmanns der Grafen gekennzeichnet, obwohl diese Bedeutung seit nun über 400 [ahren ihre Gültigkeit verloren hat. Der Wappenstein ruht auf einer bemerkenswerten figürlichen Konsole aus dem Beginn des lS.Jahrhunderts, einen Mann und eine Frau von wildem Aussehen darstellend. Das Haus in der

J örgentorgasse harte um die Jahrhundertwende Forstmei ster Adolf Schwandner gehört, der hier für die Forstamtskanzlei einige Räume vermietet hatte, die er bei seiner Pensionierung 191 3 aber aufkündigte. Seit 1920 befindet sich das Haus im Besitz

der Familie Uhlein, die hier bis 1943 und dann noch einmal für kurze Zeit nach dem Krieg im eigenen Verlag die 'Mûnnerstädter Volkszeitung' druckte.

24 Das ]örgentor, 1328 erstmals urkundlich erwähnt, bildet den Stadtausgang nach Osten zur Jörgenkapelle hin und gehört wie die beiden anderen erhaltenen Stadtmauertürme seiner Entstehung nach bereits in das 13. [ahrhundert. Es handelt sich um einen rechteckigen Torturm mit fünf Geschossen, von denen das oberste in Fachwerk ausgebildet ist. Eine steile Holztreppe führt zum Eingang über derTordurchfahrt und zeigt schon an, daß dieses Banwerk im Gegensatz zu den anderen Türmen auch in der Neuzeit noch genutzt wird. Seit 1926 war hier eine Jugendherberge untergebracht, die auch nach dem Kriege noch unter der Her-

bergsmutter Rosalie Balthasar eine Blütezeit erlebte. Heute hat sich der Rhönklub hier wohnlich eingerichtet.

25 Zu den bellebtesten und am häufigsten abgebildeten Motiven gehörte stets der ]örgentorturm mit dem erhaltenen Vortor, den angrenzenden Stadtmauerpassagen, dem Zusammenfluß von Talbach und sogenannten Kühlauer -letztere entlang dem Lattenzaun im Bild - und rnit dem kleinen Baumbestand im Bereich ehemaliger Vormauern und Bastionen dicht am Turm. Die Silhouette der Kirchtürme und des Volutengiebels der Zehntscheune runden die Szene ab und vervollständigen die einst malerische Kulisse, die sich dem von Osten nahenden Betrachter heute mit gewissen Veränderungen darstellt. Die Torpassage dient nämlich einem nach dem

Zweiten Weltkrieg entstandenen, sehr ausgedehnten Siedlungsgebiet am Karlsberg mit Volksschule, Sportzentrum und Hallenbad als einzige Verkehrserschließung.

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26 Das Bild des heutigen 'Angers' hat sein Gesicht Iediglich durch die Vielzahl parkender Autos verloren, die auch durch entsprechende Auflagen nach der altstadtger echten Sanierung des Platzes im Iahre 1978 nicht hatten verbannt werden können. Viehmärkte,vor allem Schweinemärkte, hat der Platz bis in die letzten [ahrzehnte hinein erlebt. Das ehemalige Amtsgerichtsgebäude am sûdlichen Ende des 'Angers' wurde in den [ahren 1 744-1748 errichtet als Nachfolgebau eines aus dem 16. [ahrhundert stammenden Würzburger Hofes, der die fürstbischöfliehe Amtskellerei und damit

den örtlichen Vertreter der Würzburger Regierung beherbergte.

M'ÜJ:il'lel'Stadt, liehmarktplatz u. Amtsgericht

27 Das ehemalige Amtsgerichtsgebäude, das den Anger im Süden abschließt, harte seine Funktion 1973 verloren und dokurnentiert damit die Einbuße Münnerstadts an Bedeutung und Zentralität, wie sie die Stadt im Laufe der vergangenen 150 jahre durch den Verlust zahlreicher Ämter erfahren hat, Das Gerichtsgebäude selbst war bis 1862 Sitz eines Landgerichts und damit einer Bezirksverwaltung gewesen, die wie Distriktsschulbehörde (1920), das Finanzamt (1 92 8) , das Vermessungsamt (1933), die Postamtsverwaltung (1960), die Landpolizeistation (1962) an Bad Kissingen. bzw. Bad Neustadt verloren ging. Das Foto zeigt, daB einst ein öffentli-

eher Pumpbrunnen vor dem Gerichtsgebäude der Wasserversorgung in diesem Bereich diente.

28 Die nördliche Stirnseite des Angers wird durch die schöne Fachwerkfassade des Heimatspielhauses gebildet. 'Heimatspielhaus' - weil vor dieser Kulisse alljährlich das Freilichtspiel 'Die Schutzfrau von Münnerstadt' aufgeführt wird. pfarrer Ludwig Nüdling aus Poppenhausen/Rhön hatte jene legende aus der Schwedenzeit, daß die Jungfrau Maria die Kugeln der belagernden Schweden aufgefangen und durch ihre Erscheinung den erschreckten Feind in die Flucht geschlagen habe, zu einem Theaterstück verarbeitet, das 1927 zum ersten Mal aufgeführt worden war und auch heute

zu den Aufführungstagen irn August/September viele Besucher in die Stadt loekt.

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