Münnerstadt in alten Ansichten

Münnerstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Klaus-Dieter Guhling
Gemeente
:   Münnerstadt
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6163-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Münnerstadt in alten Ansichten'

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39 Bis in die Mitte der zwanziger jahre lag das schöne Fachwerk des Rathauses wie auch das der meisten anderen Häuser unter Verputz. Deutlich ist die Tür in der Südfront zu sehen, die zum Postarnt führte, das hier im Rathaus seit 1895 untergebracht war.

Die Ansicht belegt auch mit den abgestellten Pferdefuhrwerken die lebhafte Einkehr, deren sich seinerzeit der 'Fránkische Hof' erfreute. Laut Konzessionsbescheid hatte seit 1913 Ioseph Vatter den Gasthof inne, der bis in die siebziger Iahre im Pamilienbesitz geblieben war. Seit 1872 hatte Wilhelm Brand den Gasthof geführt, hatte gleichzeitig auch bis zur Ver-

einigung von Post- und Bahndienst 1 874 als Posthalter fungiert und war dann später ab 1895 vielejahre lang Bürgermeister von Mûnnerstadt gewesen.

MONNER5TADT

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40 Die Geschichte des Rathauses reicht zurück in das

1 5. [ahrhundert, einer Blûtezeit unserer Stadt. Damals hatte der Rat der Stadt einen viergeschossigen Bau aufführen lassen, der neben den Kanzleiräumen auch eine offene Markthalle, eine 'Iuchmacherbörse und einen Tanzsaal beherbergte. Als dieses stolze Banwerk zu Beginn des vorigen [ahrhunderts durch Altersschwäche gänzlich heruntergekommen war, konnte sich die Stadt nur noch ein kleineres Rathaus leisten und ließ 1820/21 den auch jetzt noch ansehnlichen Bau errichten, in dessen Untergeschoß zwischen 1895 und

1 932 das Postamt untergebracht war.

Links ist die einstige Filiale der Bayerischen Hypothekenund Wechselbank zu erkennen, nach deren Auszug sich hier 1934 die Sparkasse ansiedelte.

41 Aus Anlaß der 25. Wiederkehr des Tages der Schlacht bei Sedan im 70/71 er Krieg gegen Frankreich hatten sich die Münnerstädter 1895 entschlossen, ein Denk- und Ehrenmal für die siebzig Mûnnerstädter Kriegsteilnehmer zu errichten. Über einem laternenartigen Unterteil rnit den eingelassenen Namenstafeln erhob sich eine Säule, die oben von einer Krone abgeschlossen wurde. Am Fuße des Denkmals, das aus rotem Sandstein gehauen war, ruhte ein bayerischer Löwe. Dieses Denkmal, umgeben von einem schmiedeeisernen Gitter, wurde auf dem Platz südlich des Rathauses am 2. September 1895 feierlich enthûllt, Dieses Ehrenmal ist heute

ebenso aus dem Stadtbild verschwunden wie das Fachwerkgebäude der ehemaligen Löwenwirtschaft.

42 Der ehemalige Gasthof 'Zum goldenen Lówen", ein stattlicher Fachwerkbau am Marktplatz, wird 1619 zum ersten Mal schriftlich erwähnt und gehört der Überlieferung zufolge zu den drei ältesten Gasthäusern unserer Stadt. Der Lówenwirt Franz Christoph Mahler war es, der nach Fertigstellung der großen 'Chaussee' von Wfuzburg zur thüringischen Landesgrenze Richtung Meiningen - unserer heutigen B 19 - 1 786 bei der kaiserlich Thurn-und- Taxisschen Postverwaltung die Eröffnung einer Poststation beantragte und daraufhin tatsächlich als Posthalter bestellt wurde.

Daß die Löwenwirtschaft 1959 der Spitzhacke zum Op-

fer fiel, ist eine der gravierendsten Fehlentscheidungen der Stadtentwicklung der Nachkriegszeit.

43 Sonntägliche Idylle am Rathans. etwa um das Iahr 1910. Links im Bild das Gemischtwarengeschäft von AdolfLeidner, 1905 übernommen nach dem Tode seines Vorgängers Otto Eugen Winkler. 1929 übernahm den Laden Haus Nr. 5 Ludwig Moritz und richtete hier ein Schuhgeschäft ein, das sich ja bis heute im Familienbesitz befindet.

Das Nachbarhaus Nr. 4 gehörte um die [ahrhunderrwende dem aus Poppenlauer stammenden Iosef Spies, der einen Handel mit Viktualien und Kolonialwaren betrieb und ein rechtes Original gewesen zu sein scheint, sich jedenfalls auch als Dichter patriotischer Verse hervorgetan hat, die

gänzlich in Vergessenheit geraten sind.

Münnerstadt

Marktplatz mit Rathans

44 Die Nordwestecke des Marktplatzes präsentiert sich im ersten Iahrzehnt unseres Iahrhunderts noch in ländlicher Idylle mit einem Wegerecht auch für Gänse.

Das Gasthaus 'Baren' - einst 'Zum Schwarzen Baren' - gehört zu den drei ältesten Gastwirtschaften und ist berelts 1587 erstmals im Zusarnmenhang mit der Ausweisung von achtzig Bürgern Münnerstadts durch Fürstbischof Iulius Echter im Zuge der Gegenreformation erwähnt.

Das Haus links neben dem 'Bàren', die heutige Löwenapotheke, Marktplatz 14. früher Haus Nr. 233, das erste Haus im ehemaligen vierten Stadtviertel, beherbergt seit den dreißiger jahren des vori-

gen jahrhunderts eine Apotheke, die der gebürtige Neustadter Sebald Moritz, Apotheker und Bürgermeister, zuerst hier eingerichtet harte.

45 Zu den Bauten, die das Bild am Marktplatz um das Rathans herum bestimmen, gehört vornehmlich der Eekbau irn Norden mit seinen vorkragenden Fachwcrkobergeschossen, der 'Bayerische Hof', seit seiner Sanierung im Iahre 1984 wieder ein Schmuckstück im Altstadtensemble. Die Gastwirtschaft auf diesemAnwesen war ursprünglich aus dem Zusatzbetrieb zu einer Bäckerei hervorgegangen, wie wir das mehrfach in Münnerstadt beobachten können. So ist für Konrad Hommer, der das Haus über nahezu vier Iahrzehnte innehatte, bezeugt, daß er sich zu seinem Bäckerbetrieb seit 1 870 eine Konzession für eine Schankwirt-

schaft hatte erteilen lassen. Und Nachfolger Anton Krickel (1907) war ebenfalls Bäckermeister gewesen.

46 Mit dem Namen Neumann verbindet sich in Mûnnerstadt nicht nur die Vorstellung einer über 100 [ahre dauernden Kaufmannstradition, sondern viel mehr noch der Gedanke an Persónlichkeiten, die sich um das Wohl der Bürgerschaft und des Gemeinwesens bleibende Verdienste erworben haben. Der in Würzburg gebürtige Johann Adam Neumarm hatte das Geschäft an der Ecke von Riemenschneiderstraße und Schwesterngasse 1 876 begründet, Karl August war in den zwanziger [ahren Mitbegründer des Ortsmuseums und Mitinitiator des Heirnatspiels 'Die Schutzfrau von Münnerstadt': für seine kommunalen Verdienste erhielt er

1949 die Ehrenbürgerschaft der Stadt verliehen, ebenso wie sein Sohn Alfred 1 978, mit dessen Tode eine gut

1 OOjährige Geschäftstradition ihr Ende fand.

47 Es war 1928 gewesen, als Bäckermeister Karl Mangold das Anwesen Riemenschneiderstraße 11, ehemals Haus Nr. 27 2 im vierten Stadtviertel, káuflich erwarb. Mit Biergarten und Kegelbahn verfügte der Betrieb über ein Angebot, das sonst keine Wirtschaft in Münnerstadt ihren Gästen bieten konnte. Während die Bäckerei Ende 1963, die Nutzung der Kegelbahn etwa 1968 eingestellt wurde, ist das Gasthaus bis heute im Familienbesitz und dient der 'Liedertafel' als Probenlokal. Vorbesitzer der Mangolds war Franz Karl Hofmann, und die Familie Johann Wüst, alt und jung, hatte hier im vorigen [ahrhundert über zwei Generationen hin-

weg ebenfalls Brot gebacken und Bier ausgeschenkt.

48 Das große, dreistöckige Haus Riemenschneiderstraße IS mit dem Glockentürmehen als Dachreiter wurde 1783/84 errichtet und neuerdings 1988 in seinem Innenleben einer Generalsaniemng unterzogen; es beherbergt eine der ältesten Einrichtungen unserer Stadt und ist bis auf den heutigen Tag seiner ursprünglichen Bestimmung erhalten geblieben: 'alte und preßhafte' Menschen aufzunehmen. Bereits 1280 wird des Spitals erstmals Erwähnung getan. Fürstbischof Iulius Echter begründete die Einrichtung 1616 in baulicher und organisatorischer Hinsicht neu und stellte

sie auch auf eine gesicherte finanzielle Basis. Durch mildtätige Snftungen verfügte das Pfründnerspital, auch julrusspital genannt, über reichen Grundbesitz, aus dessen Zinsund Naturalabgaben die Al-

tenpflege auch mittelloser 'Pfrûndner' bestritten werden konnte.

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