Münnerstadt in alten Ansichten

Münnerstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Klaus-Dieter Guhling
Gemeente
:   Münnerstadt
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6163-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Münnerstadt in alten Ansichten'

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49 Bis heute ist der schmiedeeiserne Ausleger der ehemaligen Gastwirtschaft des Michael Büchs in aktualisierter Form ein Blickfang am farbenfrohen Fachwerkhaus gegenüber dem Iuliusspital in der unteren Riemenschnetderstraße, die heute leider nicht mehr durch den Torturm abgeschlossen wird. Seit 1907 harte Michael Büchs eine Metzgerei und die Gastwinschaft auf dem Anwesen Haus Nr. 30 im ersten Stadtviertel innegehabt. Während hier bereits 1877-1883 eine Schankwirtschaft konzessicniert war, hatte sich der Metzger Matthäus Keller 1893/94 vergeblich bemûht, hier die Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft zu erhalten.

Nach 1852 hatte das Haus dem Färbermeister Franz Brand gehört und war auch die erste Bleibe des Malers Ignaz Bals gewesen.

50 DerGasthof'Zum Greifen', ursprünglich 'Zum Goldenen Greifen', ist seit 1720 nachweisbar und lag im ersten Stadtviertel unweit des Unteren Tores, heute das Haus Riemerschneiderstraße 28. Zweihundert Iahre lang blûhte die Greifenwirtschaft unter verschiedenen Besitzern und Pächtern, bis 1920 einArzt, Dr. Peter Corno, das Anwesen erwarb und es mit seiner Arztpraxis einer neuen Bestimmung zuführte, die von seinem Schwiegersohn Dr. Erwin Alzheimer bis Anfang der achtziger [ahre beibehalten wurde.

Die Karte aus der Zeit der jahrhunderrwende eröffnet einen Blick in die bis heute belassene Gute Stube des

Hauses und den ehemals dazugehörigen FelsenkeIler an der Zent.

5 I Das UntereTaT, hier eme Ansicht von der Stadtseite, gilt das jüngste unter den 'Iortûrmen, wohl ein Bauwerk aus dem 17. [ahrhundert, durch das die Ausfallstraße nach Norden Richtung Neustadt gesichert war. Da sich die Tordurchfahrt beim Einmarsch der Amerikaner für die Panzerfahrzeuge als zu eng erwies, wurde dieserTurm am 21. April 1945 kurzerhand gesprengt. Das Marienbildnis über dem Tor hatte man rechtzeitig in Sicherheit gebracht und ihm eine dauerhafte Bleibe am DickenTurm zugewiesen. Nostalgische Ideen zu einem Wiederaufbau des Turmes dürften ganz abgese-

hen von der Sinnfrage an den finanziellen Möglichkeiten der Stadt scheitern.

52 Wenn man sich als ortskundiger Betrachter jetzt gegen Ende unseres [ahrhunderts die Wegkreuzung nórdlich der Altstadt ansicht, wie sie das Bild vom Beginn des Iahrhunderts als einstige Realität zeichnet, so drängt sich einem der Zeitenwandel besonders eindrucksvoll ins Bewußtsein. Wo heute eine vielbefàhrene Ampelkreuzung an der B 19 den Autoverkehr regelt, eine kreiselförmige Rampe mit Brücke den nach Strahlungen abzweigenden Verkehr aufnimmt, die Lauer durch breite und lange Brükkenbauten aus Beton überflutungssicher überquert wird, mächtige Hinweisschilder die Richtung weisen. da genügten einst schmale, ungeteerte

Wege mit Raum für Holzlagerung und weißblaue Pfosten für ein einfaches Holzschild. Welche Idylle! Das UntereTor kennzeichnete noch den Stadteingang von Norden her.

Münnerstadt

53 Zu den wichtigsten und langlebigsten Einrichtungen Münnerstadts zählt zweifellos das Augustinerkloster, das der Rat der Stadt 1 279 wohl als Gegengewicht zur Kommende des Deutschen Ordens mit Zustimmung der beiden Stadtherrn, des Grafen van Henneberg und des Fürstbischofs von Würzburg, in seinen Mauern gründen ließ. Nachdem die Pfarreirechte [ahrhundertelang in der Hand des Deutschen Ordens gelegen hatten, übertrug Fürstbischof [ohann Gottfried van Guttenberg 1685 demAugustinerconvent die pfarrei Münnerstadt und die lehramtliche Obsorge für das 1660 gegründete Gymnasium.

S4 Die Klosterkirche wurde indenjahren 1751 bis 1754 durch Baumeister [ohann Michael Schmidt aus Königshofen im Grabfeld errichtet. Als Maler der Fresken und der drei großenAltarbilder zeichnet der schwäbische Künstler [ohann Baptist Anwander. Der Augustinerbruder Nikolaus Steiner, ein bedeutender Stukkateur und Kunstschreiner, fertigte in den Folgejahren die Kanzel, Hochaltar und Seitenaltäre, die kunstvollen Wangen der Kirchenbänke und die Beichtstühle. Bildhauer der über siebzig Heiligengestalten und Engel schließlich warIohann Iosef Keßler, wiederum aus Königshofen. Im Zusarnmenwirken dieser Künstler entstand ein Meister-

werk der Rokokokunst, das sich kein Besucher Mûnnerstadts entgehen lassen darf.

55 Die Ansicht zeigt uns den heutigen Stenayer Platz kurz nach der Iahrhundertwende. 1897 war ein stattlicher Anbau an das im Klosterbereich seit alters untergebrachte Gymnasium fertiggestellt worden, um die chronische Raumnot zu beheben, unter der das Gymnasium mit seinen damals nahezu dreihundert Schülern litt. Der Anbau umfaßte ein breites, helles Stiegenhaus mit fünf Lehrsälen und einem Zeichensaal und beherbergte bis zum Auszug des Gymnasiums 1963 in einen neuen Gebäudekomplex am nördlichen Stadtrand so manche Schülergenerationen.

Heute befindet sich der Anbau im Bcsitz der Stadt, die

hier die Kämmerei und die Stadtbücherei untergebracht hat.

MÜNNERSTRDT

Kg!. hum. Gymnasium

56 Wir blieken in diefestlicheAula des alten Gymnasiums, die nach der Übernahme des Gymnasiums durch die Augustiner 1 685 wenige Iahre danach im Cebäudeflûgel westlich der Klosterkirche entstanden war. Der LarenbruderThomas Zeni, ein Italiener, der dem Würzburger Augustinerkonvent angehörte, stattete die Decke der Aula mit prächtigen Stuckfiguren und -ornarnenten aus. Diese Arbeit war 1692/93 ausgeführt worden. 270 Iahre lang hat diese Aula alle Veranstaltungen, Feste und Theateraufführungen des Gymnasiums beherbergt. ImApril1995 konnte dieser prachtvolle Saal nach einer kostspieligen Generalsanierung durch die

Stadt als kultureller Treffpunkt wieder eingeweiht werden.

57 Der gewaltige Bau des sogenannten Studienseminars war 1905/06 van den Augustinern als Knabeninternat errichtet worden, urn 120 auswärtigen Schülern des Münnerstädter Gymnasiums eine Heimstatt bieten zu können. Denn um die [ahrhundertwende litt das Gymnasium so bedenklich an Schülerschwund, daB sich die Augustiner zu diesem Schritt entschlossen, um einer drohenden Schließung oder Rückstufung der hiesigen Bildungsanstalt zu einem Progymnasium vorzubeugen. Nach mancherlei wechselvollen Schicksalen, z.B. Ausweisung der Augustiner 1939 durch die Nazis und Umwandlung in ein 'Deutsches Schülerheim' bis

1945, und nach einer Blûtezeit des Internats bei 200 Schülern mit Erweiterungsbauten in den fünfziger und sechziger Iahren mußte der Internatsbetrieb mit dem Schuljahr 1990/91 wegen

Schülerschwund eingestellt werden, das Haus zu einem Wohnheim und Tagesschülerhort umfunktioniert werden.

MÜNNERSTADT, S~ar

58 Der Welt der Münnerstädter Gymnasiasten entspringt die Schmuckkarte der Absolventen der mittleren Reife aus dem [ahre 1913. Es handelt sich dabei urn ein Beispiel einer Gepflogenheit, die jahrzehntelang im Schwange war, daß Abschlußklassen mit einer individuell entworfenen Karte ihrer Freude über die bestandene Schulzeit Ausdruck gaben. Da finden sich in der Regel Wappenelemente, oft ein Bauwerk als Wahrzeichen Münnerstadts - hier der Dicke Turm und meistens auch eine griechische oder lateinische Sentenz als Kurzbeleg der gewonnenen Bildung: 'Iucundi acti labores' (bestandene Mühen sind angenehm). In Münner-

stadt läßt sich der Brauch dieser Absolvia- undAbituriakarten vom Beginn des [ahrhunderts bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs verfolgen.

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