Münnerstadt in alten Ansichten

Münnerstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Klaus-Dieter Guhling
Gemeente
:   Münnerstadt
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6163-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Münnerstadt in alten Ansichten'

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59 Zu den Münnerstädter Besonderheiten gehören die Studiengenossenfeste, zu denen heute alle fünf]ahre die ehemaligen Schüler des Gymnasiums eingeladen werden. Grundlage dieser Wiedersehensfeiern bildete die gemeinsam verbrachte Schulzeit vor allem der von den Augustinern betreuten Internatsschüler, die aus Anhänglichkeit zu den Münnerstädter Schul- und Iugendjahren in manchen größeren Städten gar eigene 'Mûrschter Zirkel' bildeten.

Das erste Fest dieser Art war 1855 abgehalten worden. Im Iahre 1900 hatten sich 306 Ehemalige zu frohem Wiedersehen versammelt. Die abgebildete Grußkarte dokurnen-

tiert auch wehmütige Klänge. die sich in die Freude rnit einmischten.

60 Der DickeTurm, im Nordwesten der Stadtbefestigung, sicherre einst den Ausgang nach Neustadt ûber Burglauer. Mit seinem quadratischen Grundriß, der erst oberhalb der Torfahrt in einen runden Durchmesser übergeht, und mit seinem aus Buckelquadern gebildeten Manerwerk gehört er zum ältesten Bestand der Wehranlage der Stadt.

Dieses ehemalige Ausfalltor nach Norden verlor [edoch offensichtlich bereits im ausgehenden Mittelalter seine Funktion an das Untere Tor. Erhalten blieb jedoch bis in unser [ahrhundert ein Durchgang für Fußgänger, der schließlich wegen der Hochwasser der Lauer und der Hö-

herlegung des Bodens aufgelassen wurde, Erst 1950 erhielt der Dicke Turm seinen heutigen Dachhelm.

Mûnnerstadt

6 1 Wir tun einen Blick in die Anlagen des klösterlichen Internats, die bis zur Mitte unseres [ahrhunderts zum Dieken Turm einen respektvollen Abstand hielten. Links davon werden wir auf das Distriktskrankenhaus aufmerksam gemacht. das in den jahren 1898 bis 1900 erbaut worden war. Die Existenz dieser Einrichtung in der Stadt geht jedoch auf die Zeit zurück, da Münnerstadt mit einem Landgericht Verwaltungssitz eines eigenen Bezirks war. Untergebracht war das Distriktsspital vor 1900 im heutigenAnwesen Schubert am Stenayer Platz. In einer Hausordnung vom Iahre 1 877 lesen wir im § 1: Das Krankenhans wird 'rnit dem

Abendläuten geschlossen' und im § 10: 'Die Kranken haben sich bescheiden. anständig, geduldig und ehrbar zu benehmen.'

Münnerstadt

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62 Die postalisch im Iahre 1900 gelaufene Ansichtskarte ist an einen Jurastudenten gerichtet und entstammt dem Milieu der Mürschter 'Studentlich': da ist vom ersten Kneipenabend die Rede, es wird mit einem 'urkràftigen Schluck' gegrüßt. Einer der Kneipanten vermeldet, daß er nun nicht mehr im Kloster wohne. Die graphisch sehr ansprechend gestaltete Karte hebt den damals (April 1900) soeben fertiggestellten Neubau der 'Villa Reuss' besonders hervor, den sich der königliche Bezirksgeometer Bernhard Reuß durch den Kissinger Architekten Karl Krampfhatte planen lassen.

Das Haus, damalige Eisenbahnstraße 318, erinnert mit seiner mehrfach abgestuften äußeren Gestaltung in derTat an jenen Baustil, wie wir ihn an reichen städtischen Bürgerhäusern der jahrhundert-

wende sonst oft, in Münnerstadt jedoch nur in wenigen Beispielen finden.

63 Die älteste mir bekannte Ansichtskarte von Mûnnerstadt, im April 1895 verschickt, reproduziert eine Zeichnung des Münnerstädter Turn- und Zeichenlehrers Ignaz Bals, der kurz zuvor am 18. Februar 1895 mit 71 [ahren verstorben war. Die vom Michelsgrund her aufgenommene Stadtansicht wird im Vordergrund durch Spaziergang und Feldarbeit sowie durch geschäftiges Treiben am Bahnhofbelebt, in den gleichzeitig zwei Züge aus Schweinfurt und Neustadt! Saale einfahren. Die Pfarrkirche mit ihren Tûrrnen läßt Bals hoch über die Dächer der Altstadt hinausragen, so daß der Jörgentorturm sich daneben bescheiden ausnimmt.

Mit der Kleinansicht des Dikken Turms unterstreicht der Künstler das altertümlich Romantische unseres Städtchens.

64 Die Bahnlinie Schweinfurt- Meiningen war am 15. Dezember 1 874 eröffnet worden. Damit war Münnerstadt an eine wichtige Verkehrsader zwischen Süd- und Norddeutschland unmittelbar angeschlossen. Mit dem zweigleisigen Ausbau der Strecke nach der [ahrhundertwende konnten zwei D-Zugpaare auf der Linie Stuttgart - WürzburgSchweinfurt-Berlin in beiden Richtungen verkehren. Durch die Zonengrenzziehung im Iahre 1945 war diese Eisenbahnstrecke unterbrochen worden und hatte damit bis zum Lückenschluß nach der Wiedervereinigung sehr an Bedeutung verloren.

Unsere Karte zeigt die Situation um 1900, noch vor dem

Bau von Studienseminar und Gasthans 'Zur Eisenbahn'.

65 Stolz präsentiert sich die Belegschaft des Bahnhofs in ihren Uniformen auf einem Foto, das wohl um 1900 oder früher entstanden ist zu einer Zeit, da der Bahn- und Postdienst hier noch vereint war (bis 1 895) . Der Wandel der Zeiten macht sich auch darin bemerkbar, daß 1995 der letzte Beamte vom Bahnhof abgezogen worden ist und die Anlage heute voll elektronisch und automatisch ferngesteuert bedient wird und dies, obgleich die Strecke Schweinfurt-Meiningen nach dem Lückenschluß im September 1991 entschieden aufgewertet worden war. Die Technik ersetzt zunehmend menschliche Arbeitsverrichtungen.

66 Der unbekannte Maler har unsere Stadt mit ihren Türmen und Bauten zwischen grünen Hügeln geschickt in Szene gesetzt. Rechts im Vordergrund findet sich der Bahnhof, in der Bildmitte der Gasthof''Zur Eisenbahn', der im jahre 1906 erbaut worden war und sich seit 1909 im Besitz der Familie Iosef Holzheimer befand und zumal die Heimat des Hubertusvereins wurde, 1985 mußte die Familie Holzheimer mit ihrem Gastbetrieb jedoch ausziehen, weil das Haus in derTrasse

der kommunalen Entlastungsstraße lag, 1988 schließlich fiel das Anwesen der Spitzhacke zum Opfer. 'Was dieser

heute baut, reißt jener morgen ein', formulierte bereits Gryphius.

67 Das Schild weist den Rohbau als Neubau eines Mûnnerstädter Postdienstgebäudes aus. Die Erd-, Betonund Maurerarbeiten wurden von der Münnerstädter Baufirma Schmitt & Sohn ausgeführt. Das Postgebäude am Wege von der Stadt zum Bahnhof wurde 1 932 in Betrieb genommen. Es war in der bis dahin rund 150jährigen Münnerstädter Post geschichte das erste eigene Haus. Als erste Poststation hatte seit 1786 der Gasthof'Zum Goldenen Löwen' am Marktplatz gedient; 1848 war die Postexpedition mit dem neu errichteten Poststall im Fränkischen Hof zusammengelegt

worden, 1874 der Postdienst mit dem Bahndienst im neuen Bahnhofsgebäude vereinigt worden. Zwischen 1894 und 1932 schließlich bediente die Post ihre Kunden im Untergeschoß des Rathauses,

bis das eigene Gebäude bezugsfertig war, das jetzt 1990 wieder aufgegeben wurde.

68 Die 1899 postalisch gelaufene Karte zeigt in der Iotale noch das Stadtbild aus der Zeit vor dem Bau der Eisenbahn 1874. Doch wollte man zugunsten des idyllisch verträumten Städtchens nicht darauf verzichten. mit gewissem Stolz auch auf den Einzug des Fortschritts hinzuweisen. wie es die Bahnhofsszene, vor allem aber die Vorstellung des soeben am 10. September 1898 eröffneten 'Electricitáts- Werks' belegen. Dieses E-Werk mit seinen Gasturbinen belieferte bis 1945 die Stadt mit Strom und wurde erst zu diesem Zeitpunkt

in seiner Funktion vom ÜWU abgelöst.

Das einstige Turbinenhaus ist heute zum Valentinshof in der Seminarstraße umgebaut.

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