Münnerstadt in alten Ansichten

Münnerstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Klaus-Dieter Guhling
Gemeente
:   Münnerstadt
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6163-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Münnerstadt in alten Ansichten'

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69 Mit der nach Norden abfließenden Lauer vorbei am Höhberg rechts weiter sich der Blick hin zur Rhön. Beherrschend ragt über das Dächergewirr der Altstadt die Stadtpfarrkirche mit ihrem hohen Mittelschiff und den Türmen empor. Markante Bauten sind daneben die Stadttûrme, aber auch das mächtige dreigeschossige Gebäude der Zehntscheune mit seiner Länge von 58 Metern. Es erhebt sich am Standort der ehemaligen Henneberger Burganlage und war von Fürstbischof Gottfried von Guttenberg als Schüttbau für den Wein - und Fruchtzehent errichtet worden; am Westgiebel findet sich die jahreszahl1699.

Zu beachten ist im Vordergrund das Pumphans des Wasserwerks, das seit 1909 die Trinkwasserversorgung der Stadt sicherstellte,

70 Die in einer Bleistiftzeichnung van Ignaz Bals festgehaltene uralte Friedhofskapelle an der Gabelung der Wege nach Althausen und ins RannungerTal kennzeichnet eine sehr alte Kultstätte, die längst schon Bestand hatte, bevor der Friedhof 1 6 1 8 von der Stadtpfarrkirche hierher vor die Tore der Stadt verlegt worden war. Denn bereits 1337 fand die Kapelle des heiligen Georg hier vor dem entsprechend bezeichneten Jörgentor urkundliche Erwähnung. Diese für uns bildlich noch faßbare Kapelle aber war offenbar im vergangenen [ahrhundert in einen baulich derart maroden Zustand geraten, daß man sich nur noch mit dem vollständigen Ab-

bruch des Bauwerks und einem Neubau 1875 zu behelfen wußte.

7 1 An der Stelle der abgerissenen alten FriedhofskapelIe wurde IS 7 5 der Grundstein zu einer neuen 'Gottesacker Kapelle' im neugotisehen Stil gelegt. Erst kûrzlich tauchte eine Blechschachtel rnit einer halb verblichenen und von Feuchtigkeit teilweise zerstörten Papierrolle auf der Grundsteinlegungsurkunde zum Kapellenbau, arn 7. Juni 1875 von Bürgermeister Theodor Bach unterzeichnet. 'Zurn ewigen Andenken' sollte hierin Zeugnis abgelegt werden vom Bau der Kapelle, die doch keine hundert Iahre Bestand harte, da sie bereits 1967 einem neuen Friedhofskonzept und einem moderm-

stischen Trend weichen rnußte, der auf das Überkommene wenig Rücksicht nahm.

72 In Münnerstadt wurden bis in unser [ahrhundert hmein sechs Mühlen betrieben: zwei davon im Innenbereich der Stadtmauer, die Stadt- und Kommendemühle, beide dem Deutschherrnschloß benachbart, im Süden der Stadt unweit vom Oberen Tor die Obere Mühle am Talbach, im Norden an einem Lauerarm im Bereich der Altsiedlung

die Altstadtmühle, weiter nördlich an der Lauer die Spitalmühle, nach dem heutigen Besitzer auch Gehringsmühle genannt - übrigens der einzige heute noch funktionierende Mühlenbetrieb - und schließlich östlich des Stadtbereichs die Reinhardsmühle, nach wechselvollen Schicksalen heute zur Pension Huber-

tushof umgebaut. Unsere Ansicht zeigt die letztgenannte Mühle zu Beginn unseres [ahrhunderts.

Münnerstadt.

Partie an der Lauer

73 Das Talkirchlein, erwa 2 km südlich vor den Toren der Stadt im RannungerTal einst unmittelbar an der uralten Straße nach Schweinfurt gelegen, ist urkundlich erstrnals 1360 nachweisbar. In ihrer heutigen Bauform wurde die Kapelle 1 71 6 geweiht. Seit Mitte des 1 S. Iahrhunderts war ein Eremitenbruder zur Wohnung an derTalkirche bestellt, der die Gaben zu sammeln, aufzubewahren und abzuliefern harte. Noch in den zwanziger [ahrcn des 19. [ahrhunderts ist ein solcher Bruder belegt. Mit ihrem Gnadenbild der Gottesmutter, dessen Original aus dem 15. [ahrhundert sich heute in der Stadtpfarrkirche befindet, ist die Talkirche bis heute ein be-

Iiebtes Ziel zahlreicher Prozessionen, Wallfahrten und Ausflüge.

74 Im Iahre 1899 hatte sich unter Leitung von Pfarrer Bauer ein Verein zur Erbauung einer Kapelle auf dem Michelsberg bei Münnerstadt gegründet. Die Statuten dieses Vereins sind im Stadtarchiv aufbewahrt. Die Mitgliedschaft konnte für einen Mindestbeitrag von 1 Mark [ährlich erworben werden; die Vorstandschaft war auf jeweils drei Iahre gewählt. Über die Dauer der Existenz diesesVereins ist nichts bekannt. Das Vereinsziel jedenfalls konnte nicht erreicht werden. Die im jahre 1900 verschickte Ansichtskarte zeigt uns, welche Vorstellung man von dem zu erbauenden Kirchlein hatte und daß dieser Bau auf dem markanten. nach Norden wei-

senden Bergsporn der Windsburg geplant war.

Kapelle auf der Windsburg bei Münnerstadt.

75 Der Blick von Nordosten auf die Stadt läßt erkennen, wie Ende der zwanziger Iahre sich die Bebauung nur ganz allmählich über den Mauerring hinaus ausdehnte, Der Schindberg links im Hintergrund zeigt noch freies Feld. Hier wurde ja 1933 ein Arbeitsdienstlager nahe der abschüssigen Ausfallstraße nach Süden erbaut. Nur am Fuß

des Schindberges sind bereits einzelne Häuser entstanden. wie z.B. das Forstamtsgebäude - verdeckt durch das Obere Tor, 1920 bezogen - oder der 1 92 1 zum evangelischen Gotteshaus umgebaute Weigandkeller. Rechts neben dem Kirchturm ist die Häuserzeile der ehemaligen NeubaustraBe, späteren Hitier- und heu-

tigen Friedrich-Abert-Straße zu erkennen.

76 Dieses Luftbild ist zur Zeit einer Überschwemmung aufgenommen worden. Es könnte das Hochwasser des Iahres 1933 gewesen sein; denn die belaubten Bäume zeigen Sommerzeit an. Die Münnerstädter Volkszeitung schrieb damals unter dem 27. Juni: 'Das sonst nur im VorfrüWing oder ausgangs des Winters öfters gewohnte Bild der Überschwemmung der an der Lauer liegenden Wiesen und Gärten bietet sich heuer auch zu Sommeranfang den Augen der Beschauer .... Der Wiesengrund zwischen MÜl1nerstadt und Burglauer glich einem See.' Nach einem besonders schlimmen Hoch-

wasser vom 7. bis 9. Mai 1969 gründete sich eine BÜTgergruppe der 'Hochwasserbetroffenen', deren beharrli chem Drängen es schließlich gelang, das Projekt der Hochwasserfreilegung 1973 in

Gang zu setzen, das sich bis heute als sehr wirksam erwiesen hat.

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