Münsingen in alten Ansichten

Münsingen in alten Ansichten

Auteur
:   Senioren-Arbeitskreis der Volkshochschule
Gemeente
:   Münsingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1789-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Münsingen in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

VORWORT

Wie überall hat sich in der Stadt Münsingen in den letzten hundert Jahren ein großer Wandel vollzogen. Jüngere und Zugezogene können sich nicht mehr vorstellen, wie Münsingen etwa um die Jahrhundertwende ausgesehen hat und wie man zu dieser Zeit hier lebte.

Die Volkshochschule Münsingen hat deshalb die älteren Bürger in Münsingen eingeladen, in einem Arbeitskreis Fotos und Dokumente zusammenzutragen, die den Wandel veranschaulichen können. Dieses Zusammentragen und Dokumentieren schien umso dringender geboten, als diese in Schatullen und Alben versteekten Zeugnisse immer mehr verloren gehen, Der Senioren-Arbeitskreis hat in monatlichen Zusammenkünften von Oktober 1979 bis Aprill98l die noch vorhandenen Bilder gesichtet und geordnet, den Bildinhalt geklärt und zu den wichtigen Bildern einen Erläuterungstext verfaßt. Die Teilnehmer freuen sich, daß das Ergebnis ihrer gemeinsamen Arbeit in der Reihe 'in alten Ansichten' veröffentlicht wird.

EINLEITUNG

Münsingen, die kleine Stadt auf der Schwäbischen Alb zwischen Reutlingen und DIm, zählt heute mit ihren 12 eingemeindeten Stadtteilen immerhin 11 300 Einwohner, ist Mittelzentrum, Schulmittelpunkt mit Hauptschule, Realschule, Gymnasium, hauswirtschaftlicher und gewerblicher Berufsfachschule, Krankenpflegeschule, Landwirtschaftsschule, hat ringsum moderne Wohnsiedlungen, ja sogar zwei Hochhäuser und ein Industriegebiet.

Heute wie damals, als Großvater die Großmutter nahm oder eigentlich schon der Urgroßvater die Urgroßmutter, liegt das Städtle eingebettet in eine Mulde der Albhochf1äche, bietet vom Hungerberg aus gesehen ein trauliches Bild, bei Nacht allerdings für den von Urach, Reutlingen oder Ehingen her anfahrenden Autofahrer mit seinen vielen Lichterketten geradezu einen großstädtischen Anblick.

Ja damals! Da standen um den Marktbrunnen mit seinen Pappeln auch schon stattliche Geschäftshäuser und Wirtschaften, an der Hauptstraße hochgiebelige Bürgerhäuser, aber die Gassen und Gäßlein drumrum

waren geprägt von der Landwirtschaft (die 'Miste' vor dem Haus ist inzwischen zum Vorgärtlein geworden), geprägt auch von all den verschiedenen Handwerksbetrieben wie Wagner, Schmied, Töpfer, Seiler und dergleichen.

So wie die rauhen, das heißt steinigen Äcker ringsum, so seien auch die Leut'! Aber wie auf den kargen Wacholderweiden (Schafweiden) im Frühjahr ein bunter Teppich von Enzian und Frühlingsfingerkraut, von Küchenschellen und Schlüsselblumen wächst, so ist in dem schlichten Städtlein ein munteres Vereinsleben gediehen und manch köstliches Original von damals lebt in der Erinnerung fort.

Nicht nur für Generationen eingesessener Bürger, auch für viele Zugezogene ist Münsingen geliebte Heimat, von der man sich - wenn's sein muß - nur schwer löst und in die man auch ab und zu wieder zurückkommt und Erinnerungen auffrischt. Dazu helfe dieses Büchlein.

1. Das ist das Schloß, auch der alte Kasten genannt, weil hier einst die als Naturalien angelieferten Steuerabgaben der Bürger eingelagert wurden. Hier wurde, wie die - heute übertünchte - Schrift angibt, am 14. Dezember 1482 der Münsinger Vertrag abgeschlossen, nachdem das damals in zwei Grafschaften mit Residenzen in Urach und Stuttgart geteilte Württemberg wieder vereinigt worden ist unter der Herrschaft des 'geliebten' Graf Eberhard im Bart. Zeitweise war dieses Schloß auch Regierungssitz, zum Beispiel als in Stuttgart die Pest wütete. Später waren dann Amtsgericht und katholischer Kirchenraum hier untergebracht. Heute beherbergt das Schloß das Vermessungsamt und ein recht sehenswertes Heimatmuseum.

Münsingen

2. Drei der stattlichsten Gasthäuser umstanden den Marktplatz, den Mittelpunkt des Gemeinwesens. Im Saal des 'Ochsen' traf sich der Männerchor 'Liederkranz' zu seinen wöchentlichen Singstunden, jahrzehntelang dirigiert von Reallehrer Heinrich Costabel. Am runden Tisch in der Wirtschaft unten wurden anschließend an die Singstunden alte und neue Geschichten erzählt und manch gutes Männergespräch geführt. Die Wirtsleute der drei Gaststätten waren ausgeprägte Persönlichkeiten, wie der alte Ochsenwirt Bosch, Eva Frosch vom 'Kreuz' und gegenüber der Tierarzt und Gastwirt Hermann, später Familie Autenrieth. Wo heute Autos parken, standen damals die landwirtschaftlichen Fahrzeuge der Gastwirtschaften.

.''lHn ingen

Marktplatz

3. Der achteckige Marktbrunnen lieferte aus vier Röhren ein bekannt gutes Trinkwasser. Die Brunnensäule trägt einen Löwen, der das württembergische Wappen hält. Der Platz um den Brunnen ist mit Böttinger Marmor gepflastert. Die Viehtränke - der Brunnentrog - mußte wie die Pappeln der Verkehrsentwicklung weichen.

4. Am vorderen Marktplatz standen dem Rathaus gegenüber die Geschäftshäuser KolonialwarenStiegler, Metzgerei Mayer, Konditorei Schill und das Gasthaus 'Zum Waldhorn', Die Gebäude stehen heute noch, haben aber im Laufe der Jahrzehnte außer den Besitzern und dem Äußeren zum Teil auch die Branche gewechselt.

5. Durch den im Jahre 1895 entstandenen Truppenübungsplatz erfuhr das Geschäftsleben einen wirtschaftlichen Aufschwung. Hier stehen vor dem Gasthaus Hermann fünf würdige auswärtige Herren, die vermutlich ihre Soldatensöhne besucht haben. Am rechten Bildrand ist noch der Brunnentrog zu erkennen, den man als Viehtränke brauchte. Die rechte Bildseite wird beherrscht vom später abgebrannten Haus des Nagelschmieds Bopp. Das Satteldach des Kirchturms mußte 1906 einer neugotischen Spitze weichen, entsprechend dem gesteigerten städtischen Bewußtsein der Münsinger Bürger.

6. Im Alten Rathaus war rechts von der Eingangstür die Polizeiwache, links die Freibank. Die Gemeinderäte wurden durch das Rathausglöckchen zur Sitzung gerufen. Wichtige Bekanntmachungen hatte der Büttel ausgeschellt. Über den Amtsräumen im ersten Stock befanden und befinden sich zum Teil noch heute Wohnungen. Die Arkaden wurden später freigelegt. Zum Glück wich die häßliche Blechverkleidung des Giebels einem schönen Fachwerk.

7. An der nördlichen Front des Rathauses gegen den Kirchplatz hin ist rechts die Treppe zu den Amtsräumen zu sehen, links zur einklassigen katholischen Volksschule, die in den zwanziger Jahren in die simultane Grundschule eingegliedert wurde.

8. Vom Marktbrurmen aus geht der Bliek in die Brunnengasse. Vor den Häusern sind Holzbeigen aufgeschichtet. Bis zum heutigen Tag kann man Säger Böhm mit seiner Holzsäge von Haus zu Haus fahren und an der Arbeit sehen. Das getrocknete Holz wurde auf die Bühnen der Häuser 'gelottert'. Unter einer 'Letter' versteht man eine feste Rolle, über die an dieken Seilen zwei Körbe auf- und abbewegt werden.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek