Münster in alten Ansichten

Münster in alten Ansichten

Auteur
:   Walter Werland
Gemeente
:   Münster
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4646-3
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Münster in alten Ansichten'

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19. Um den 99 m hohen Turm von St. Lamberti am Prinzipalmarkt ducken sich die vielen Bogenhäuser, ein Bild, das einmalig in deutschen Landen ist und in der Vielzahl der regenschützenden Laubengänge wohl im schweizerischen Bern zu finden ist. Der Turm in der Bildmitte des Hintergrundes ist der von Hensen erbaute Stadthausturm. Das große Gebäude in der rechten Bildhälfte oben ist das im wilhelminischen Stil errichtete und im Frühjahr 1890 fertiggestellte Regierungshauptgebäude, dem in den Jahren 1803-1886 der ehemalige 'Fürstenhof' aus der fürstbischöflichen Zeit als Regierungssitz voraufgegangen war. Mit dem Neubau des jetzigen, des dritten Regierungsgebäudes wurde 1965 begonnen. Es war gegen Ende der sechziger Jahre vollendet. Die Bevölkerung diskutiert noch immer, ob es zum Domplatz paßt.

20. Münster im Schnee, ein an sich seltenes Bild. Gewiß, es schneit gelegentlich, aber durchweg sind es soleh dünne Flocken, und die Temperatur paßt sich ihnen so wenig an, daß man in Münster eher Schneernatsch oder wintertags nasse Straßen als eine verschneite Stadt kenrit. Das Bild ist älteren Datums. Das Plakat links unter dem Sentenzbogen des Stadtweinhauses deutet an, daß hinter dem kleingerauteten Fenster noch der Verkehrsverein ansässig ist. Auch die um 1865 von 1. Bernhard Allard geschaffenen Figuren am Rathaus, die Fesrsaal-Fenster flankierend, machen die Vorkriegsaufnahme deutlich. Beim Wiederaufbau wurden die Statuen nicht wieder angebracht. Eine von ihnen, St. Ludgerus, befindet sich heute in der Schreibereigasse an der Rathaus-Scitenwand,

21. Der Prinzipalmarkt zeigt hier münsterländische Gemüsehändlerinnen und dazu Großmütter mit Kapotthut, Umschlagtuch und Parapluie. Die Szenerie bilden Stadtweinhaus- und Rathausbögen. Früher wurde der Markt nur auf dem Prinzipalmarkt abgehalten, bis zujener Zeit, als am 13. Juli 1901 die über ihn führende Straßenbahn eröffnet wurde. Da verlegte man den Verkauf von Gemüse, Obst, Blumen, Fleisch und so weiter wegen des 'gcfährlichen' Schienenverkehrs zum Domplatz. Weitere Märkte finden statt an Linnenbrinks Garten auf Mauritz, gegenüber dem ehemaligen Schützenhof an der Hammer Straße, früher auch auf dem Kalkmarkt am Neuplatz, und so weiter. Nur noch ein Blumenverkäufer am Rathaus und ein paar 'Appeltiewen' geben dem Prinzipalmarkt ein farbenfreudiges Bild. 'Appeltiewen' gibt es nur in Münster; es sind Obsthändlerinnen.

22. Der Prinzipalmarkt ist von alters her das Herz der Stadt, der Knotenpunkt alles in ihr pulsierenden Lebens, Bischof Burkhard (1098-1118) gab der Stadt das Marktrecht, also die Erlaubnis, die Erzeugnisse ihres Gewerbefleißes ständig feilzuhalten. Das geschah auf Tischen, die vor den Fensteröffnungen nach außen herabgelassen werden konnten. Um die Waren zu schützen, baute man Schutzhallen. Aus ihnen entwiekelten sich geschlossene Gänge, die 'Lobien' (Lauben), die sich bis auf unsere Zeit in den Bogengangen der machtvoll und selbstbewußt aufstrebenden Giebelhäuser erhalten haben. In der ältesten Urkunde des Stadtarchivs von 1184 werden berelts vier 'lobiae' oder Bogenhäuser erwähnt. Aus dem Jahre 1265 weiß man, daß die Reihe der Bogenhäuser geschlossen war. Der älteste Bogenhausfries ist am Hause Nr. 44.

23. Sehr bemerkenswert und charakteristisch ist am Prinzipalmarkt (und überhaupt in der vom Promenadenring eingeschlossenen Altstadt) das Zurücktreten der verschiedenen kaufmännischen Sonderinteressen hinter das stilistische Empfinden der Gesamtheit. Das Auge erblickt nur stolze Häuserfronten. Fast nichts ist von der Straße her von den Warenauslagen zu sehen. Aber tritt der Besucher 'untern Bogen', dann winkt und loekt jedes der Schaufenster in dem ihm eigenen Reize. Architektonisch ist die Art der die Passanten vor Regen schützenden Bogengänge für das Straßenbild ungemein wirkungsvoll, namentlich, seitdem schon vor dem Zweiten Weltkriege auf Ratsbeschluß hin an den Hausfronten auch das letzte aufdringliche Firmenschild verschwunden ist und nur gut gewählte Schrift den Geschäftsinhaber nennt.

24. Das ist der 'Spiegelturm' mit den beiden Domtürmen. Rudolf Predeck schreibt über ihn unter anderern: 'Zum Dorne hin heben sich hoch und höher Hänge der roten Pfannendächer. Wie eine Bastion klettert das Gemäuer auf, rote Kurien, die Wächter des Domes, Vasallen des bischöflichen Hofes. Und darüber türmt sich, wie vom Weihrauch der Bäume umgeben, wie von Ewigkeit für Ewigkeit hingebaut, die herrliche Pracht der Kathedrale. Wie goldene Posaunen steigen die Türme hinan, zwei Mahner in eindringlicher Inbrunst. Unübersehbar ist das Gezack der Mauern und Giebel, kreuz und quer; so wie es just kam, ist das Gewirr entstanden. Und gleißend und glitzernd in glühendem Glanz glimmt wie Verheißung das betörende Grün des Daches. Bäume ringsum tupfen ihre Köpfe in dieses Bild von trunkener Schönheit.'

25. Der Dom hat in seiner heutigen Gestalt eine Länge von 108 m und eine Breite von 42 m. Die höchste Höhe des Gewölbes ist etwa 26 m, der Dachfirst 28 m. Die Türrne sind etwa 60 m hoch; der südliche ist etwas niedriger und schmaler als der nördliche. Der Bau hat die in Deutschland nur noch selten anzutreffende Form eines Doppelkreuzes, ist jedoch sehr erweitert. 1516 wurde die spätrornanische Westfassade in der Form umgestaltet, wie sie bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bestanden hat. 1592 folgte hier die Aufstellung der Statuen Mariens und der klugen und törichten Jungfrauen zu beiden Seiten. Gern wurde darauf verwiesen, daß sämtliche zehn Jungfrauen zwar antikes Gewand trugen bis auf die der Tür am nächsten stehende mit moderner Bekleidung: die Frau des Bildhauers mit modischen Gelüsten.

26. Dem kleinen südlichen Domausgange gegenüber steht das Werk der hochkünstlerischen astronomischen Uhr, nach der Zerstörung durch die Wiedertäufer 1930-1933 auf einen sich durch drei Jahrzehnte erstreekenden Einsatz von Peter Werland (1879-1953) hin restauriert. Im Verlauf der Jahrhunderte in Verfall geraten, wurde sie nach den Berechnungen und unter der Oberleitung des münsterischen Mathematikers Ernst Schultz (1895-1939) wieder in Gang gebracht. Oben ist der Dreikönigsumlauf um 12 Uhr mit einem Glockenspiel. Das Astrolabium zeigt Sonne, Mond und Fixsternhimmel in Bewegung. Figuren links und rechts oben künden durch Glockenanschlagen die Uhrzeit. Das Kalendarium unten zeigt für die Jahre 1540-2071 alle wichtigen kalendarischen Angaben an. Diese Uhr ist das bedeutendste Werk ihrer Art in Europa

27. Beim Horsteberg handelt es sich wohl um eine noch aus vorchristlicher Zeit stammende Ortsbezeichnung. Denn von dem 'Horst' (Wald, Hain) wurde wahrscheinlich das altgermanische Gauheiligtum 'geborgen', neben dem der Friese Ludgerus auf Geheiß Karls des Großen die erste christliche Nicderlassung des Landes gründete. Vor der bergabführenden Straße stand das Nikolaitor, eines der vier Tore der Domirnmunität, nebst der dazu gehörenden Kapelle, in die am Nikolaustage (6. Dezember) arme Kinder geführt wurden. Dann öffnete sich über dem Kapel1enraum eine Luke, durch die Sankt Nikolaus allerhand die Kinderherzen erfreuende Gaben warf. Im Vordergrund der 'canonicus poenitentiarius" (Bußkanoniker), ein Kapuziner, vom Volksmund wegen seines Beichtstuhlplatzes im Dom 'de Paoter ächter de Uhr' (Domuhr) genannt.

28. Am Ende der Bogenstraße steigt linkerhand die Straße scharf zum Hotsteberg an (auf dem Bilde links). Diese sehr malerische kleine Gassc führte ehedern in den reizvollsten Winkel Alt-Münsters. In ihm befanden sich die Küsterwohnungen des Dornes, stand bis zur Vernichtung im Zweiten Weltkrieg eine Pumpe und lag vor einem wundervoll blühenden Obstbaum dieses entzückendc Fachwerkhaus. Ging man auf dem Horsteberg weiter in Richtung Westen, dann kam man in eine schmale Gasse mit der nicht offiziellen Bezeichnung 'Schipkapaß", so benannt nach dem wichtigsten Paß (1329 m) über den Balkan, der DonauBulgarien (Gabrovo) mit dem bulgarischen Ostrumelien (Kasanlik) verbindet. Als diescr Paß im Russisch-Türkischen Krieg am 9. Januar 1878 erobert war, übertrug die Bevölkerung seinen Namen auf diese 'Paßhöhe' des Horstebergs.

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