Münster in alten Ansichten

Münster in alten Ansichten

Auteur
:   Walter Werland
Gemeente
:   Münster
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4646-3
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Münster in alten Ansichten'

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29. Dieses hinter dem Dom gelegene langgestreckte Bauwerk am Horsteberg ist der alte 'Schmerkotten'. 'Smeer' oder 'Schmier' ist die Bezeichnung für Fett. 'Man smeert nen Buottram' (man schmiert ein Butterbrot) auch heute noch und nennt das Fett, mit dem man Wagenrader gegen Rost schützt, 'Wagenschrnere'. Der 'Schrnerkotten' war zugleich Küche und Schlachthaus des Domkapitels. Mit beiden verbunden waren, wie das Bild zeigt, zur Wirtsohaft gehörende Gebäulichkeiten. Zu letzteren wird (nach Adolph Tibus) auch die 'domus Smirkoten' zu rechnen sein, welche sich im Jahre 1379 zum 'officium dapiferatus', das ist des domkapitularischen Drosten, bezeichnet findet. Nachher war der Schmerkotten Sitz der münsterischen Domschule. Später eröffnete hier der älteste deutsche Verlag in Familienbesitz, Regensberg (1591), seine Druckerei,

30. Der Pestkatastrophe im Jahre 1382 folgte anno 1383 der größte Brand, der im Mittelalter Münster heimgesucht hat. Insgesamt 400 Häuser wurden in Schutt und Asche gelegt. Auf die flehentliche Bitte des Bischofs Heinrich I. (1381-1392) sandte Gott, der Sage nach, einen starken Regen, der die Feuersbrunst erstickte. Am folgenden Morgen zog der Bischof mit der Geistlichkeit und den Mincriten in Bußgewändern um die Brandstätte. Bürgerrneister, Rat, Bürger, Gilden und Zünfte schlossen sich an. Das war die erste Große Prozession am 23. November 1383. Die Burgerschaft hielt es für ihre Ehrensache, sie in Dankbarkeit und Buße jedes Jahr wieder zu feiern. Nur die Wiedertäuferzeit (1534-1535), die Belagerung Münsters im Siebenjährigen Kriege (1759) und die Nazizeit (1936-1945) verhinderten ihre Abhaltung.

31. An der Stelle dieses Bischöflichen Hofes von 1732 standen früher zwei Domkurien, von denen die auf der Ecke am Spiegelturm wahrscheinlich 1680 abgebrochen wurde, die südliche der um das Fürstbistum hochverdiente Domdechant Gottfried von Raesfeld cl' 1586) hatte erbauen lassen. Von diesem etwa aus den sechziger Jahren des 16. Jahrhunderts stammenden Bau blieben bei der Urngestaltung große Teile erhalten. Dem Gebäude hat im Auftrage des Domdechanten und Erbkämrnerers Friedrich Christian von Galen vermutlich Westfalens größter Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun (1695-1773) die heutige Form gegeben. Peter Werland spricht es möglicherweise als eines der ersten Werke dieses Meisters an. Das Gebäude diente bis zur Säkularisation 1802 dem Domdechanten und ist seit 1825 der Bischöfliche Hof.

32. Münster hat eine ganze Reihe kurioser Strafsennamen, wie zum Beispiel für diese durch die Galensche Kurie an der Ecke von Domplatz und Pferdegasse durch einen Torbogen beginnende 'Stiege': die 'Buxe', offiziell 'Margarethengang' genannt; an ihr lag die Margarethenkapelle. Sie war bis zum Zweiten Weltkrieg von den vier Kapellen an den Toren der bischöflichen Burg die einzige erhaltene. Das Tor war das 'Karlstor'. Die 'Buxe' istjene Gasse, worin sich zurückzuziehen im Jahre 1535 die in die Stadt eingedrungenen bischöflichen Truppen durch die auf sie eindringenden Wiedertäufer genötigt wurden. Die Gasse hatte keinen Ausgang. Da schlug der Anführer der Bischöflichen die Tür eines anliegenden Domherrenhauses ein und gelangte so mit seinen zweihundert Mann durch das Haus auf die rettende Johannisstraße,

33. An der Westseite des Domplatzes erhob sich der in moderner Renaissance aufgeführte ehemalige Hauptbau der Universität, ein gar nicht zu seiner Umgebung passendes Gebäude. Zu ihm wurde am 19. Juli 1877 der Grundstein gelegt. Die feierliche Einweihung war am 3. August 1880. Das Bauwerk, nach den Plänen des Architekten Hertel errichtet, hatte im ersten Stockwerk eine Aula. Als Universität war die Hochschule mit kaiserlichen und päpstlichen Privilegien gegründet und 1780 eröffnet worden. Nach dem Übergang an Preußen 1802 waren ihr 1818 die juristische und die medizinische Fakultät zu Gunsten Bonns genommen worden. Beide Fakultäten wurden der 'Akademie Münster' am 1. Juli 1902 dank der Initiative von Oberbürgerrneister Dr. Max Jungeblodt erneut angegliedert und die Hochschule gleichzeitig wieder zur Universität erhoben.

34. Münsters uralter Wochenmarkt, seit 1901 auf dem Domplatz abgehalten, ist mittwochs und samstags Anziehungspunkt nicht nur für die Münsteraner, sondern wegen seines bunten und lebhaften Bildes auch für auswärtige Besucher, die hier für ihre Kameras lohnende Objekte finden. Die Szenerie war noch schöner, als die alten Linden standen. Ein infolge seines Alters gestürzter Baum erschlug in den ersten dreißiger Jahren einen Jungen. Der Vorfall war Anlaß, alle Bäume niederzulegen. Inzwischen wächst die neue Baumgeneration heran. Das Marktbild ist nicht mehr so idyllisch wie früher, Kisten und Pappkartons haben die Weidenkörbe verdrängt. Die Kiepenkerle (Landhändler) tragen nicht mehr auf dem Rücken Butter, Eier und Geflügel zum Markt. Die romantischen Lakenwagen sind Kraftfahrzeugen gewichen.

35. Das münsterische Gymnasium Paulinum ist das älteste und das einzige deutsche Gymnasium, das ununterbrochen zuerst als Domschule (796-1500), dann als humanistisches Gymnasium (ab 1500) bestanden hat. Die Jesuiten übernahmen 1588 die 'Schola Paulina Monasteriensia'. Deshalb blieb auch der Domscholaster der Kurator des Paulinums (so benannt nach dem heiligen Paulus, dem Namensgeber für den Dom und dem Patron der Stadt Münster). Nach Aufhebung des Jesuitenordens im Jahre 1773 wurde dieses Gymnasium mit seinen Jesuitenlehrern vom Hochstift Münster übernommen, also staatlich. Der Rechtsnachfolger des Fürstbischofs, der König von Preußen, übernahm das Paulinum zum erstenmal im August 1802 (bis 1807) und endgültig 1815. Das Bild zeigt den Neubau des Paulinums zwischen den Jahren 1896-1898. Im Hintergrund der Neubau.

36. Der Prinzipalmarkt, Haupt- und Repräsentationsstraße der Stadt mit platzartiger Breite, wird auch nach dem Wiederaufbau umrahmt von den wechselvollen Kulissen der vielgestaltigen Giebelhäuser mit Bogengangen. Nach Anlage der bischöflichen Burg, des heutigen Domplatzes, im Zuge der alten Heerstraße entstanden, wurden im 12. Jahrhundert die Grundflächen der Häuser nach einheitlichern Plane städtebaulich aufgeteilt. 1184 werden vier Bogenhäuser urkundlich erwähnt. 1265 war die ganze Flucht der westlichen Giebelbauten geselilossen. Abgesehen von dem ins 12. Jahrhundert zurückgehenden Rathause, stammten die ältesten (im Zweiten Weltkrieg zerstörten) Giebel aus der Zeit kurz nach 1525, die meisten aber aus den Jahren nach 1600. Die Grundmauern der Mehrzahl der Bauten waren noch mittelalterlichen Ursprungs.

37. Münsters Bogenhäuser am Prinzipalmarkt wollen in den Einzelheiten entdeckt sein. Sie bieten viele Besonderheiten, wie diese beiden Säulen der nördlichen Giebelhausreihe. Von besonderem Reiz ist die sogenannte 'Korkziehersäule' (Haus NI. 36) und ihre Nachbarin (Haus Nr. 37), die Säule mit dem doppelten Kapitell. Eines der ältesten Bauwerke am Prinzipalmarkt ist das Haus Nr. 22. In einem seiner drei Spitzbogen liest man die Jahreszahl 1552. Alt sind auch noch Giebelbauten nahe dem Turm von St. Lamberti. Vor allem soll man sich das Haus Nr.48 (aus dem Jahre 1627) ansehen: zwei Porträtköpfe, zwei Hausmarken und die Inschrift: 'Dise inwonner Vnd mich 0 her Bewar vmme Dines Namens Ehr.' An der Nordseite bittet eine Inschrift: 'Allen, die mich kennen, gebe Gott, was sie mir gönnen.'

38. Dieses ist ein Bild vom Prinzipalmarkt zu Beginn der zwanziger Jahre. Es zeigt den neuen Turm der Stadt- und Marktkirche St. Lamberti, des 'Burgerdomes', aus den Jahren 1375 bis etwa 1430. Es ist die dritte Kirche an dieser Stelle, an der um 1140 die erste und um 1270 die zweite erbaut worden war. Der heutige, 99 m hohe Turm entstand in den Jahren 1888-1898. Sein Vorgänger, dessen unterster Teil noch dem ersten Kirchenbau angehörte, mußte 1881 wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Wahrscheinlich war er der erste Wartturm der Stadt, auf dem Wächter Tag und Nacht Ausschau zu halten hatten, Ebenso hängen, wie in alter Zeit, an dem neuen Turme die OriginalWiedertäufer-Eisenkäfige, Hinter ihnen hat im Oktogon die Brand- und Ratsglocke von 1594 ihren Platz, die noch heute bei der Oberbürgermeisterwahl ertönt.

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