Münster in alten Ansichten

Münster in alten Ansichten

Auteur
:   Walter Werland
Gemeente
:   Münster
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4646-3
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Münster in alten Ansichten'

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59. Der Lambertikirche war ein altertümlicher Häuserblock, der 'Drubbel', vorgelagert, der, in seinem Ursprung vielleicht in das 13. Jahrhundert zurückgehend, dem Roggenmarkt einen malerischen Abschluß gab und die Größe der Lambertikirche gewaltig steigerte, andererseits aber auch den Prinzipalrnarkt kulissenartig abschloß. Zwar ist aus städtebaulichen Gründen zu bedauern, daß im Jahre 1906 sein größter Teil und 1907 der Rest fielen, so war seine Niederlegung leider eine verkehrstechnische Notwendigkeit. Wo er stand, das kündet heute noch eine in der Kopfsteinpflasterung scharf gezeichnete Linie. Auf der nur 436 Quadratmeter großen 'Drubbel'-Ftäche erhoben sich zehn Häuser. Vor den südlichen Häusern 3-5 waren deshalb keine Bogengänge, weil der 'Drubbel' zu weit auf deren Grund und Boden hinüberragte.

60. In dem Text zu dem Bild Nummer 59 wurde gesagt, der Bogengang zwischen Prinzipalmarkt und Roggenmarkt sei am 'Drubbel' wegen der Verkehrsenge unterbrochen gewesen. Dieses Bild Iicfert dazu den Beweis. Links liegen die genannten drei Häuser 3-5. Im Hintergrund sieht man wie sich am Hause von Wilhelm Hoeter der unterbrochene Laubengang fortsetzt, Würden auch Bogenhäuser am 'Drubbel' gestanden haben, so hätten sie sich mit der Gruppe des 'Drubbels' berühren und sich gegenseitig das Licht nehmen müssen. Vom 'Drubbel' sieht man hier den 1907 niedergelegten Rest. In der Mitte stehen die Stadtverordneten und machen der Bevölkerung die Notwendigkeit der restlichen Abbruchmaßnahme klar. Die Häuser 'Drubbel' NI. 3, 4 und 5 gehörten der spätgotischen Bauperiode an. Nr. 3 entstand um 1550, NI. 5 um 1524.

61. Dieses ist der Giebel eines der drei südlichen Häuser, die am 'Drubbel' lagen und aus dem 16. Jahrhundert stammen. Der Zweite Weltkrieg hat sie hinweggefegt. Immerhin ist die Aufnahme eine Erinnerung an die Giebelhäuser Nr. 3-5, die bauzeitmäßig eng miteinander verwandt waren und sich als Kleinod am 'Drubbel' präsentierten. Ihre Fassaden waren deshalb reicher gestaltet, weil sie infolge des Fehlens der Bogengänge stärker in die Erscheinung traten. Ihre Besitzer wollten sich zweifelsohne bewußt von 'den kleinen Leuten im Häuser-Drubbel' absetzen. Das Alter dieser Giebelhäuser belegt zugleich jenes der zehnfachen Häusergemeinschaft, die zweihundert bis dreihundert Jahre älter war. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat man die Bogenreihe nicht geschlossen. Viele Burger bedauern das sehr (allein schon wegen des Regenschutzes).

62. So sah es am 'Drubbel' nach dem Jahre 1907 aus. Es war ein großer Platz entstanden, auf dem die Straßenbahnwagen der Gelben (Mauritz-Schützenhof), Roten (Hafen-Grevener Straße) und der Blauen Linie (Nordplatz-Wolbecker Straße) ihre Strecken kreuzten und die Fahrgäste umsteigen ließen, ebenso, wie es auf dem Servatiiplatz war. Kraftfahrzeuge sieht man auf diesom idyllischen Bild aus der Zeit vor dem Ersten Weltkriege noch nicht. Pferdefuhrwerke - Doppelund Einzelgespanne - belebten das Kopfsteinpflaster. Anheimelnd empfindet man die Lakenwagen. Am Roggenmarkt grüßten die Geschäftshäuser Oehlmann, die Gaststatte 'Zum Augustiner' (später 'Mathäser'), die Hirsch-Apotheke, die ihre Pforten nach dem Zweiten Weltkriege schloß, und das 'Venezianische Haus', das zweite an dieser Stelle, mit der 'Ratsschänke".

63. Das war die 'Altdeutsche Bierstube Zum Augustiner' am Roggenmarkt, auch 'Portugiesisches Haus' und 'Fürstbischöfliches Posthaus' genannt. Später war hier die Gaststatte 'Mathäser'. Als ehemaliges Posthaus kann das Gebäude auf eine reiche geschichtliche Vergangenheit zurückblicken. Zunächst war es das 'Fürstbischöfliche Ober-Postamt', Im Hofraum wurden geräumige Stallungen und eine Wagenhalle eingerichtet. Am 3. August 1802 trat an dessen Stelle das 'Königlich Preußische Ober-Postarnt' und vom 14. Oktober 1806 bis 1809 das 'Kaiserlich Französische Postamt'. Unter den namentlich bekannten 148 Vermittlern und Gesandten der europäischen Mächte, die auf dem Westfälischen Friedenskongreß versammelt waren, war Portugal durch zwei in diesem Hause wohnende Abgesandte vertreten.

Münster î. VV., Restaurant zum Augustiner

64. Die Vorgeschichte dieses 'Venezianischen Hauses' am Roggenmarkt ist in Dunkel gehüllt. Das Haus, wie es das Bild zeigt, könnte von 1561 stammen. Im Jahre 1723 wurde es umgebaut und 1889 zum Zwecke des Neubaues abgebrochen. Ein Rest davon steht heute noch. Der Historiker Max Geisberg findet es unergründlich, wie die ältere Überlieferung dazu kommt, den Giebel 'venezianisch' zu bezeichnen, Es sei echte deutsche Renaissance. Der Hintergrund mag folgender sein: Der 1793 zu Pognana am Cornersee geborene Carlo Josefo Prirnavesi kam 1765 rnit seinem Vater Carlo Augustino Prirnavesi nach Münster. Sie vereinigten sich mit Carlo Antonia Luzzano 1765 zu einem Geschäftsuntemehmen. Das mag der Bevölkerung Veranlassung gewesen sein, vom 'Venezianischen Haus' zu sprechen.

65. Den Abschluß des Roggenmarktes nach Nordwesten hin bildete bis zum Anfang -der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts das alte fürstbischöf1iche 'Komödienhaus', das weit in die Bogenstraße hineingriff. Es war ein wunderbar feiner Bau streng klassizistischer Richtung aus der Zeit von 1773-1778, zum Roggenmarkt hin verschlossen durch vier mächtige dorische Säulen mit streng ornamentiertem Architrav und flachem Giebeldreieck, über dem ein mächtiges, hohes Walmdach von roten Ziegeln emporstrebte, ein Werk Wilhelm Ferdinand Lippers, des Schöpfers auch des Romberger Hofes. Infolge des Ungeschrnacks der letzten neunziger Jahre wurde das 'Komödienhaus' abgebrochen. Das nachfolgende Geschäftshaus war kunstästhetisch der Antipode seines Vorgängers und ein beklagenswerter Beweis für den Geist dieser Zeit.

66. Das war einmal das schöne Münster! Dieser Anblick bot sich den Passanten, die von der Neubrückcnstraße dem Roggenmarkt und der Bogenstraße zustrebten. Man ging auf das Handschuh- und Krawattengeschäft Marie Leps, Roggenmarkt 7, mit seinem feinen Barockgiebel zu, der der Neubrückenstraße einen vorzüglichen Abschluß gab. Nicht nur, daß die harmonische Aufgliederung des sich über drei Bögen erhebenden Giebels und der formschöne Giebelabschluß imponierten, fiel dieses gepflegte Haus durch seinen schlichten Anstrich und die Hervorhebung seiner zwölf Eisenanker auf. Das Ganze überstrahlten sechs prachtvoll bepflanzte Blumenkästen. Man darf sagen, daß das Lepssche Haus ein Prunkstück in AltMünster war. Das Haus NI. 8, rechts nebenan, war Münsters schmalstes Haus. Über das Grundstück führte einst eine Gasse.

67. Im Jahre 1564 ließ sich der Goldschmied Laurenz Gryse dieses stattliche Bürgerhaus Bogenstraße 14 erbauen und in dem Architrav über der mittleren Fensterachse, wo früher der Eingang mit Freitreppe lag, wie auch in der bekronenden Wetterfahne zu der Jahreszahl den goldenen Pokal, das Wappenzeichen der Goldschmiedezunft, anbringen. Der Entwurf zu der prächtigen Sandsteinfassade stammte von dem münsterischen Maler Hermann tom Ring (1521-1596), der auch die Schauseiten des Stadtkellers und der Stadtlegge, des Heeremanschen Hofes sowie der Häuser Neubrückenstraße 72 und Aegidüstraße 11 und 62 gestaltete, Besonders sehenswert waren die Innenräume. Unter dem Namen 'Midys Gasthaus' bekannt, war dieses Haus der Schauplatz der vielen übermütigen Schelmenstreiche des 'Tollen Romberg'.

68. Der schrnicdeeiserne Ausleger am 'Kaffeehaus Middendorf' (früher Zuckerbäckcrei und Café Midy) an der Bogenstraße war zusammen mit jenem am Stuhlmacherschen Hause am Prinzipalmarkt, der zwei köstliche Bierbankpolitiker zeigt, einer der beiden schönsten aus der Werkstatt des münsterisohen Kunstschmiedemeisters Anton Kirschbaum (1879-1949). Anton Kirschbaum war in seinen Gesellenund WandeJjahren bei besten Meistern im Rheinland, in Süddeutschland, Belgien, Frankreich, Italien, der Schweiz und in Österreich tätig gewesen und galt weit über Westfalens Grenzen hinaus als der 'Bildhauer in Eisen'. Seine Meisterwerke sind vergleichbar mit den besten in Europa. Vor allem war es eine Spezialität dieses hervorragenden Könners, figürliche Darstellungen aus dem vollen Eisen zu schmieden.

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