Mössingen in alten Ansichten

Mössingen in alten Ansichten

Auteur
:   Otto Steinhilber, Hermann Berner und Matthias Röhrs
Gemeente
:   Mössingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4970-9
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Mössingen in alten Ansichten'

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39. Dieses Foto zeigt die 'Alte Pausa' um 1930. Im Jahre 1871 beginnt der eigentliche Aufschwung der Mössinger Textilindustrie. In diesem Jahr erstellte J. Hummel hinter der einstigen Rose in der damaligen Lehrstraße eine Buntweberei. Die ehemalige 'Rose' sehen wir in der Bildmitte, sie war 1726 erbaut worden. Die von Hummel gegründete Weberei wurde 1874 von Ungerer und Dietrich erworben, später übernahm sie Bernheim und Söhne. 1919 kam sie in den Besitz der jüdischen Familie Arthur und Felix Löwenstein, die der Firma den Namen 'Pausa' nach ihrem Stammsitz in Pausa im Vogtland gaben. 1936 wurde die Firma 'arisiert' und kam in den Besitz der Firma Burkhardt-Greiner, Reutlingen. Das Gebäude rechts im Bild wurde 1925 als Erweiterungsbau auf dem Gelände der abgebrannten Schlosserei Mader errichtet.

40. Pausaarbeiterinnen um 1930 in der Stückputzerei. In der Stückputzerei wurden die Stoffe auf Webfehler hin kontrolliert. Stellte man dabei größere Fehler test, so schnitt man diese Teile heraus, kleine Fehler wurden ausgebessert. In der Mössinger Textilindustrie arbeiteten vor allem junge Mädchen, mit der Heirat endete für die meisten ihr Dasein als Fabrikarbeiterin. Der Arbeitstag hatte damals noch zehn Stunden. Mit dem Feierabend war aber die Arbeit i.d.R. noch nicht zu Ende, denn zu Hause warteten der Haushalt und die Landwirtschaft. Bei der Arbeit zu erkennen von links nach rechts, sitzend: Margarete Butterstein, Anna Wagner, Rosa Maier und Rosa Mang; an der Nähmaschine Marie Boll; stehend: Katharina Gänsle, Maria Ehmann, Berta Steeb und Margarete Müller.

41. Wer hat Angst vor'm schwarzen Mann - anscheinend niemand, denn ein schwarzes Gesicht bekam jeder, der bei der jährlichen Reinigung des Kesselhauses der Firma Pausa mithalf. Aufgenommen wurde das Bild am Ostermontag 1925. Das Kesselhaus mußte immer an einern arbeitsfreien Tag gereinigt werden. Ob die Putzkolonne wohl einen Feiertagszuschlag bekam? Bei ihrer wohlverdienten Vesperpause wurden fotografisch Iestgehalten, stehend von links nach rechts: Kaminfegermeister Johannes Mück, H. Eissier aus Öschingen, der Schlosserlehrling OHo Sulz, Schlosser und Heizer Ludwig Sautter und Kaminfegerlehrling Albert Mück. Sitzend: Bernhard Krautter, Kar! Hipp, Wilhelm Belser, Eugen Sulz, Reinhold Röcker und Adolf Diether.

42. Wollte man früher von der Falltorstraße in die Waibachstraße gehen, konnte man den Weg beträchtlich abkürzen. Man ging durch den Hof der Firma Pausa und der Schlosserei Mader, anschließend überquerte man auf einem Steg die Steinlach. Der Steg konnte aber auch zu einem Schwätzchen genutzt werden, wie auf dem vorliegenden Bild von 1930 zu sehen ist. Wir erkennen Weber Bernhard Wagner von der Pausa und seinen Kollegen Eugen Saur im Gespräch mit einer Designerin aus der Schweiz, die einige Zeit bei der Firma Pausa angestellt war. Das Haus mit Scheuer im Hintergrund gehörte damals Jakob Haap, dem Feldschütz von Mössingen. Links davor stand, bis es 1926 abbrannte, das Haus von Kar! Preisendanz.

43. Hühner und Gänse gehörten früher fast zu jedem Haushalt. Hier sehen wir Friedericke Wagner, Ehefrau des Flaschnermeisters Georg Wagner, mit Besuch aus Stuttgart, hinter der alten 'Schwanen'. Während die Städter sichtlich Vergnügen am ländlichen Leben hatten , gehörte das Füttern des Federviehs für Frau Wagner zu den Alltagspflichten. Georg Wagner erwarb Anfang der zwanziger Jahre das Gebäude vor dem diese Aufnahme gemacht wurde. Er verlegte seine Flaschnerwerkstatt und Wohnung von der Langgasse in dieses Gebäude. Es handelt sich dabei um die ehemalige Scheuer des Gasthauses 'Zum Schwanen', die 1919 von August Röcker gekauft und zu einem Wohnhaus umgebaut worden war.

44. Im Jahre 1904 eröffnete Dr. Kar! Gulde eine Arztpraxis in der heutigen Falltorstraße. Seine Patientenbesuche führten ihn bis auf die Alb, so daß er auf ein Fahrzeug angewiesen war. Bevor er sich ein Auto kaufte, fuhr er mit einer Chaise. Seine Kutscher waren der ehemalige Schützenwirt Johannes Sautter, Jakob Wörz aus Ofterdingen und Georg Röcker. Da auch zu damaliger Zeit oft jede medizinische Hilfe zu spät kam, nannten die Nachbarn Guldes ihn auch scherzhaft 'Friedhofslieferant'. Der erste offizielle Arzt in Mössingen wurde 1846 von der Gemeinde angestellt, er hieß Johann Jakob Renninger. Das Foto wurde auf der heutigen B 27 im Haslich aufgenommen. Es handelte sich wohl um einen Ausflug und nicht um einen Patientenbesuch. Dr. Gulde erkennt man auf dem Rücksitz seiner Chaise, als Kutscher J. Wörz.

45. Durch die geschickte Wahl seines Standorts gelang es dem Fotografen dieser Ansichtskarte einen Ochsen auf das Mössinger Rathaus zu projizieren. Bei dem Ochsen handelt es sich um das Wirtshausschild der Wirtschaft gleichen Namens auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Falltorstraße. Das Mössinger Rathaus wurde 1567 erbaut. In seinem Untergeschoß befand sich noch irn 18. Jahrhundert eine Kelter, die später einer 'Fruchtschranne' Platz machte. 1880 wurde das Rathaus renoviert und blieb bis 1952 in diesem Zustand erhalten. Links im Bild das Mössinger Gemeindebad, es wurde auf dem Platz des abgebrannten Hauses StotzJStreib/Mezger errichtet und 1927 in Betrieb genommen. Ein Wannenbad kostete 50 Pfennig, ein Brausebad 30 Pfennig.

46. Die Dreschmaschine war gegenüber dem Dreschen mit dem Flegel eine wesentliche Arbeitserleichterung. Was jedoch nicht heißt, daß sich jedermann diesen technischen Luxus leisten konnte. Eine eigene Dreschmaschine besaß vor dem Ersten Weltkrieg keiner der Mössinger Bauern. Jakob Mang zog als Lohndrescher mit seiner Dreschmaschine von Scheuer zu Scheuer. Zur Vergütung gehörte auch ein ordentliches Vesper und in diesem Fall hat der Ochsenwirt dazu ein Glas Bier spendiert. Das Bild wurde im Ochsenhof aufgenommen, rechts erkennt man Jakob Mang, daneben seinen Vater Michael und Frau Katharina. In der Mitte sitzend den Ochsenwirt Haap mit Frau Agnes; stehend, mit der Gabel in der Hand Konrad Saur, der sich beim Lohndreschen etwas dazuverdiente. Die meisten anderen Personen gehören zur Familie Mang.

47. In der Lehrgasse (der heutigen Falltorstraße) stand das Haus von Zinngießer Karl Streib. Er ist hier mit seiner Frau und seinen zwei jüngsten Kindern zu sehen. Die Zinngießerwerkstatt war im Erdgeschoß. Dort befanden sich eine Esse mit Schmelztiegel, ein Gerät, mit dem man das Zinn abdrehte und eine Werkbank, an der geschweißt und das Zinn poliert wurde. Zinngeschirr fand man früher in fast jedem Haushalt. 1922 brannte das Zinngießerhaus und ein dahinter stehendes Doppelhaus. Beide Häuser wurden bei dem Brand zerstört, denn die Feuerwehr hatte Schwierigkeiten mit der Handhabung der neu verlegten Wasserleitungen und mußte letztendlich doch auf das Wasser in der Steinlach zurückgreifen. An der Stelle von Zinngießers Haus wurden das Gemeindebad und die Kreissparkasse errichtet.

48. Dieses Haus in der Lehrgasse erwarb Schneider Abraham Saur 1894. Schon sein Vater übte das Schneiderhandwerk aus, er war Schneider in Belsen und hatte die erste Nähmaschine im Kreis Tübingen. Abraham Saur war auch einer der ersten in Mössingen, der sein Haus verblenden ließ. Er begründete das erste Konfektionsgeschäft am Orte. Die Aufnahme stammt von 1913 und zeigt Schneider Abraham Saur, der mit seinem Sohn Georg irn Ladeneingang steht. Das Fenster diente als Schaufenster und man erkennt den neuesten Modetrend von 1913. Neben dem Fenster stehen zwei Nachbarbuben. Aus der Werkstatt im ersten Stock schaut Ehefrau Margarete Saur. Erwähnenswert ist weiterhin der Glanzlappen, der zum Lüften aus dem Fenster hängt. Der Glanzlappen war für den Schneider ebenso wichtig, wie Nadel, Faden und Bügeleisen. Neben der Ladentür befand sich der Ziegenstall, Schneider Sauer hatte drei bis vier Geißen.

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