Muldendörfer in alten Ansichten

Muldendörfer in alten Ansichten

Auteur
:   Albert Peter Bräuer
Gemeente
:   Muldendörfer
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6543-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Muldendörfer in alten Ansichten'

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9 Bei ihrer Mutter, Lina Kießig, haben Enkelsohn Bernd und ich in so manchem Sommer auf der Tenne mithelfen dürfen, wenn reifes Korn oder reifer Weizen eingefahren und gedroschen wurde. Was hatten wir doch für eine herrliche Kindheit. Unsere schönsten Stunden sind eben nicht die lautesten.

1928 hielt sich der Leipziger FotografBezee in Erlln auf Dabei entstand das Bild mit den drei Leipziger Mädchen im kleinen Planenwagen. Ihre Namen sind leider nicht überliefert. Dem aufmerksamen Betrachter werden auch hier wieder die aufgestapelten Kisten der Erllner Käserei nicht entgangen sein. Ihre Reinigung erfolgte zumeist im Wasser der Freiberger Mulde. Zur Zeit besitztJohannes Hofmann das Gutshaus, das Gebäude der ehemaligen Käserei aber Jürgen Kloß.

10 Eine alteingesessene Familie 1918 vor ihrem Haus in Erlln, Dorfstraße 3 1. In der ersten Reihe, von links nach rechts: Max Kunze, Anna Kunze mit Söhnchen Rudi, Frieda Kunze, Lydia Kunze, Oswald Kunze. In der hinteren Reihe steht links Martha Greif und rechts Hedwig Kunze. Heute gehört das Anwesen dem jüngsten Kind der Eheleute Anna und Oswald Kunze, Achim, der 1918 noch nicht geboren war.

11 Am 11. Oktober 1929 heiratete die Tochter von Anna und Oswald Kunze, Lydia, den Schloßgärtnermeister van Podelwitz, Otto Lindner. Dem alten Brauch folgend, wurde die Hochzeit bei der Braut gefeiert, so daß sich vor dem gleichen Gehöft wie nebenstehend alle Verwandten und Gäste zum Fototermin eingefunden haben. Die Namensnennungen erfolgen durchweg von links nach rechts und beginnen mit den Blumenstreukindern: Alice Pfefferkorn, Hilde Lindner und Achim Kunze. Erste Reihe: Helene Freifrau von Reiswitz, Lina Lindner, Revierförster Arno Lindner, Brautpaar Lydia Lindner geb. Kunze und Otto Lindner, Anna Kunze, Oswald Kunze und Lina Pfefferkorn. Dahinter stehen in der zweiten Reihe: Frieda Kunze, Willy Zimmermann, Helene Lindner, Max Kunze, Marga Burckhard, Ernst Lindner, Hilde Kießling, Erich

Lindner und Max Pfefferkorn. Die letzte Reihe beschließen: Else Lindner, Gertrud Kießling, Walt er Lindner, Erna Lindner, Kurt Lindner, Hedwig Janke, Walter Janke, Hilde Lohse und Kurt Lohse.

12 Scherenschnitt von Liesbeth Müller-Heintze aus Collmen.

13 Scherenschnitt von Liesbeth Müller-Heintze aus Collmen.

Maaschwitz- Tanndorf

14 Maaschwitz besteht aus

einer einzigen Häuserzeile und hatte früher Blockflur, die sich zwischen der Freiberger Mulde und dem Thümmlitzwald erstreckte. Ursprünglich wird es wohl ein Fischerdorf gewesen sein, das an einer wichtigen Muldenfurt gelegen war. Den alten Ortsteil bilden die Häuser längs des MuIdenlaufes, also etwa fünf bis acht Hofstätten am Waldhang. Die 'andern im Tal sind jüngeren Ursprungs. Manche sind wohl erst von Arbeitern angelegt worden, die beim Bahnbau 1866 Verdienstmöglichkeit gefunden hatten und hier blieben', wie 193 1 der Lehrer und Schulleiter Gerhardt Köhler schreibt.

Tanndorf wird erstmals 1529 genannt und hat 1548 bis 155 1 nur acht 'besessene Mann' , das sind vollberechtigte Hufenbesitzer, und sechs 'Inwohner' . Bis zum

Beginn des 19. Jahrhunderts hat sich diese Zahl nicht wesentlich erhöht. Um 1810 besaß der Ort zwanzig Häuser bzw. Höfe, deren Besitzer sich unterschieden in drei pferdner, fünf Gärtner und zwölfHäusler. Durch mehrfache Zusammenlegungen und auf Grund der geographischen Nähe

zueinander wird Maaschwitz schon seit vielen Jahrzehnten im Ortsnamen von Tanndorf mit eingeschlossen.

15 Von Maaschwitz konnte bedauerlicher Weise keine Ansichtskarte aufgespürt werden. Deshalb kann sich der Betrachter nur denen von Tanndorf widmen. Auf ihnen dominieren Gasthof und Kahnfähre von Kurt Uhlemann, der 1867 eröffnete Bahnhof Tanndorf, die 1900 gegründete Steinzeug- und Tonrohrfabrik der Gebrüder Böttcher sowie die Betonfensterfabrik von Adolf Bading & Co. Das Materialwarengeschäft von Hermann Mende befand sich im Haus Nummer 16B. Es ist jetzt an eine Leipziger Familie verkauft worden.

16 Seit einigen Jahren ist es um den Tanndorfer Bahnhof still geworden. Indes war er einmal neben einem gut frequentierten Personenverkehr der Verladeplatz von gewaltigen Mengen Vieh, Stroh, Kartoffeln, Zuckerrüben, Getreide, Futtermitteln, künst!ichem Dünger und Spiritus für sage und schreibe 21 Ortschaften. Dazu kamen noch Erzeugnisse der einheimischen Industrie und die Braunkohlen- und Brikettmengen aus dem 'Sächsi schen Werk' in Leipnitz. Auch Besenreisig und Weidenruten waren in mächtigen Bahnfuhren für die Muldendörfer bestimmt. Zurück gingen schließlich fertige Besen und Weidenkörbe. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß auch Obst, Quark, Käse und Butter einen Großteil desTanndorfer Frachtgutes abgaben.

Über den aufMaaschwitzer Flur gelegenen 'Gedenkstein', hier rechts im Bild, wird auf der nächsten Seite berichtet.

17 Im Jahre 1921 weihte der Gemeindevorstand von TanndorfMaaschwitz das Denkmal für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen der beiden Dörfer ein. Alljährlich wurde von geachteten Persönlichkeiten 'Denkmalswache' gehalten. Auf unserem Foto stehen Malermeister Erich Kirchhof aus Podelwitz (links) und Baumeister Oswald Kurth aus Tanndorf (rechts). Da Denkmale im ganz besonderen dem jeweils herrschenden Zeitgeist unterliegen, sollte nach 1945 die 'militante' Bekrönung des Gedenksteins vernichtet werden. Das konnten die damit Beauftragten nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren. Sie entfernten den steinernen Aufsatz des auf einem Kranz ruhenden Soldatenhelrnes und vergruben ihn heimlich im Grundstück von Alfred Hempel in Maaschwitz. Dort ruhte er fünfzig Jahre und ist nun wieder zutage befördert worden. Nach umfassender Aufarbeitung in den Sächsischen

Bau- und Restaurierungswerkstätten Grimma, fand am 9. Mai 1998 die Neueinweihung des Denkmals statt. Denkmalpatenschaft hat die Schützengesellschaft zu Podelwitz übernom-

men.

_.

18 Von den hier Abgebildeten wird wohl kaum einer noch unter den Lebenden weilen. Das Foto entstand zu Ostern 1906. Bis zum Bau der neuen Maaschwitz er Schule im Jahre 1910 diente den Muldendörfern das alte Maaschwitzer Schulhaus mit der Hausnummer 7. Es ist das letzte Gebäude auf der linken Straßenseite in RichtungTanndorf-Podelwitz. Sein jetziger Besitzer heißt Martin Weinhold. Im Hinterhof der 'Einfachen Volksschule zu Maaschwitz' versammelte Lokalschulinspektor Hugo Gladewitz, als pfarrer damals schon im Ruhestand lebend, alle Zöglinge seiner Schule. Nur von drei Schülern sind die Namen überliefert. In der ersten Reihe sitzt als drittes Mädchen von rechts Martha Kirsten, später verheiratet mit Fritz Müller. In der zweiten Reihe ist das sechste Mädchen von rechts Frida Kirsten; sie heiratete Kar! Hofmann

und nach dessen Tod Kar! Kalle. In der vierten Reihe steht als dritter Junge van rechts Alfred Kirsten, Vater der bis zum heutigen Tag in Tanndorf wohnenden Ilse Meinus und Christa Kernchen. Allen Genannten sind wir schon aufFoto 5 im Erllner Kapitel begegnet.

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