Muldendörfer in alten Ansichten

Muldendörfer in alten Ansichten

Auteur
:   Albert Peter Bräuer
Gemeente
:   Muldendörfer
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6543-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Muldendörfer in alten Ansichten'

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69 Kein Foto scheint sich von ihr erhalten zu haben, nur diese Federzeichnung von unbekannter Hand. Sie zeigt das schlichte Äußere einer an inneren Werten und Gaben um so reicheren

Frau: Liesbeth Müller-Heintze. Im Einleitungstext sprach ich schon von ihr. Auch konnte sich der Leser und Betrachter bis hierher gewiß schon mehrfach an den zauberhaften Scherenschnitten der 'Schwarzkünstlerin' erfreuen. Am 9. April 1866 in Bordeshalm bei Kiel geboren, wuchs Elisabeth Adelaide Anna Freiin von Heintze-Reventlow aus dem Hause Weißenrode, so ihr klangvoller Geburtsname, alsTochter eines kinderreichen Landrates in ländlicher Idylle auf Nach der Schulzeit trat sie als zeitlich erste Lernschwester ins Flensburger Diakonissenhaus ein. 27jährig heiratete sie 1893 den pfarrer Gottfried Müller, der als Hauslehrer ihren jüngsten Bruder unterrichtet hatte und in Tanneberg bei Meißen, heute Schwesterkirche von Burkhardswalde, seine erste pfarrstelle bezog. Acht Jahre später, wir lasen es schon, siedelte die Pfarrfamilie nach Collmen

über, wo Liesbeth Müller-Heintze treu an der Seite ihres Mannes wohl am segensreichsten gewirkt hat. Ein Zeitgenosse berichtet: 'Mit einem kleinen Ponywagen fuhr sie zu ihren entfernt wohnenden Kranken ... Durch ihre Krankenbesuche gewann die Pfarrfrau das Herz der ganzen Gemeinde, denn sie blieb auch immer, was sie gewesen war: Gemeindeschwester, ihr ganzes pfarrfrauenleben lang. Durch sie ließ spürbar die Säuglingssterblichkeit in den Dörfern (Collmen, Podelwitz, Tanndorf, Maaschwitz, Erlln) nach. Sie wurde Mutter von acht Kindern, und da ihr Herz so weit war, nahm sie auch noch allerlei Hauszöglinge und Pflegekinder auf Als ihre Kinder Spielzeug brauchten, griff sie wohl zum erstenmal zur kleinen Schere, um allerlei Tiere auszuschneiden.' Im Verlaufe der Jahrzehnte sind auf diese Weise ganze Arche N oahs, Schafherden, Geflügelhöfe und zoologische Gärten, Märchenbilder, Tier- und Kinderszenen, Weihnachtsgeschichten und Blumenschnitte entstanden.

70 Das Ehepaar Müller unterhielt im pfarrhaus von Collmen auch eine Privatschule. Fast alle Zöglinge dieser Schule hat Frau pfarrer Müller aufihren Scherenschnitten festgehalten. So auch Claire Schulze aus Zschadraß. Das selbstbewußt dastehende Mädchen studierte später am Leipziger Konservatorium Musik und gehörte zu den wenigen Studenten, denen noch der Komponist Max Reger (1873-1916) persönlich begegnet ist. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Schulrektor Hermann Starke, hat sie viele Jahre in Colditz gewohnt und war für uns Schüler immer eine strenge KlaYierpädagogin. Der hier wiedergegebene Scherenschnitt stammt aus ihrem Nachlaß und wurde 1 995 von Sohn Jürgen Starke aus Pößneck dem Museum der Stadt Colditz übereignet. Claire Starke geb. Schulze ist am 3 1. März 1978 heimgegangen und auf dem Südfriedhof Leipzig beigesetzt worden.

71 Die Inschrift ist kaum noch lesbar: 'Nun sucht man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden'. Und treu haben sie alle, die hier unter Christi Kreuz zur letzten Ruhe Gebetteten ihrer Gemeinde gedient. Vor der Grabstätte auf dem Collmener Friedhof werden wir erinnert an das segensreiche Wirken van Johann August Gladewitz, der die Gemeinde fast dreißig Jahre hindurch als Seelsorger geleitete. Sein Sohn, Hugo Gladewitz, ist von 1884 bis 1901 ebenfalls pfarrer in Collmen gewesen.

Als Gottfried Müller 1931 beigesetzt war, übersiedelte die Witwe nach Dresden-Blasewitz, 'wo sie noch, an der EIbe sitzend, vielen Kindern Bilder schnitt'. Später zog sie zu pfarrer Neudorf, ihrem Schwiegersohn, ins vogtländische Irfersgrün. Dort vollendete sich auch das begnadete Leben von Elisabeth Müller. Am 9. Dezember 1940 ist sie an der Seite ihres Mannes in Collmen beerdigt worden. Keine drei Leute folgten dem Sarge. Gutes wird eben allzuschnell vergessen ...

72 Kantor und Lehrer Albert Reinhold Lorenz 192 6. Der am 6.August 1879 in Bösau, im damaligen Regierungsbezirk Merseburg, geborene Sohn des dortigen Gutsbesitzers Friedrich Albert Lorenz, heiratete 1907 Martha Anna Kießhauer, Tochter des Gasthofbesitzers Johann Robert Kießhauer, in Etzoldshain bei Bad Lausick. Er war ein tüchtiger Schulmeister und kam als Lehrer zuerst von Döben bei Grimma nach Maaschwitz. Die Weihe des dortigen neuen Schulhauses, wie bei Bild 19 beschrieben, hatte ihn sehr beeindruckt. Am 1. Dezember 1919 zog die Familie in die Collmener Schule. Die hochbetagte und noch überaus vitale Tochter des Kantors, Hildegard verh. Schwarz, sagte mir gelegentlich eines Besuches in Halle an der Saale: 'In Collmen waren meines Vaters und der Familie schönsten Jahre. Ich würde gleich wieder nach Sachsen ziehn - in meine geliebte Schule - um das Häusermeer mit dem Blütenrneer zu rauschen!' In Collmen leitete Reinhold Lorenz unter anderem auch ein 'Männer-Quartett'. Die Proben fanden

allwöchentlich im Podelwitzer Gasthof statt. Neben geselligen Chorsätzen sind auch anspruchsvolle Motetten geübt worden. Das letzte Konzert der SängerVereinigung unter Reinhold Lorenz war am Totensonntag 1934 in der Kirche zu Collmen. Zum Schluß hatte der Kantor den Choral 587 singen lassen: ' ... Mein Leib und See!' befehl ich dir; 0 Herr, ein selig End gib mir durch Jesum Christum. Amen.' Es verging keinjahr, daß der Collmener Standesbeamte Meier - er schrieb noch mit Gänsekielfeder - im Register eintrug: Der 'jetzige Oberlehrer und Kantor verstarb am 25. Juli 1935 in Collmen 1. Colditz im Schulhaus'. Seine Ehefrau hat ihn um fast 32 Jahre überlebt. Auf dem Erzoldshainer Friedhofhaben beide ihre letzte Ruhestätte gefunden.

73 Familie Lorenz in den zwanziger Jahren. Von links nach rechts stehen: Iohanna, Reinhold, Martha und Hildegard Lorenz. Tochter Hildegard ist 1908 in Döben zurWelt gekommen, Tochter Johanna 1911 in Maaschwitz. Beide leben noch.

74 Kantor und Organist Max Walter Beuchling (1890-1980) an der Jehmlich-Orgel der Kirche zu Collmen. Nach den Kantoren Lorenz und Wittig trat er 1940 seinen nebenberuflichen kirchenmusikalischen Dienst in Collmen an. DerTatsache, daß in 'seiner' Kirche schon Johann Sebastian Bach geweilt hatte, fühlte sich Walter Beuchling bis ins hohe Alter hinein verpflichtet. Für ihn war der Thomaskantor 'Anfang und Ende aller Musik'. Immer hing der Ausspruch Max Regers in seinem Wohn - und Arbeitszimmer. Auch gab es in seiner Amtszeit keinen einzigen Gottesdienst, der nicht auf sorgfältigste Weise vorbereitet worden wäre. Noch als 46jähriger begab er sich lernend auf die Orgelbank und fuhr von 1936 bis 1947 regelmäßig nach Leisnig. In der St.-Matthäi-Kirche nahm er Unterricht bei Professor Martin Flämig, dem späteren Kreuzkan-

tor von Dresden. Dabei hatte schon 1942 derWurzener Domkantor und Kirchenmusikdirektor Paul Leupolt bescheinigt, daß Walter Beuchling 'ein tüchtiger Klavier- und Orgelspieler' sei, 'der die schwersten Stücke' meistere. 'In ihm gewinnt, bezw. hat die Landeskirche einen tüchtigen

Vertreter des musikalischen Amts.' Am 16. Mai 1980 istWalter Beuchling im gesegneten Alter von 90 Jahren heimgegangen. Vierzig Jahre dieses Lebens gehörten der Kirchenmusik in Collmen.

75 Wenzel von Reiswitz im Frühjahr 1997 an der Familiengruft auf dem Friedhof in Collmen. Urgroßvater Alfred van Reiswitz (1803-1872) hattesie nach dem Tode seines zwölfjährigen Sohnes Barnim errichten lassen.

'Alle Toten stehen auf, wo und wie auch immer sie gestorben sein mögen ... Einer der folgenschwersten Irrtümer ist die oft gehörte Rede: Mit dem Tod ist alles aus, dann ist Schluß, die Verwesung oder andere Vernichtung löscht den Menschen endgültig aus. Auf dieser Voraussetzung beruhen alle materialistischen Philosophien und Weltanschauungen ... Die Bibel sagt es anders:

DerTod und das Totenreich werden in den Feuersee geworfen; und wer nicht im Buch des Lebens verzeichnet steht, den trifft das gleiche Urteil ... Geniale Dichter und Maler, allen voran Dante, haben Schreckensbilder

entworfen, um der Menschheit eine Warnung zukommen zu lassen, weil ihr das Wort der Bibel nicht zu genügen scheint. Soll man sich nicht lieber an der klaren und einfachen Aussage der Bibel genügen lassen und Gott täglich darum bitten, daß er uns ins Lebensbuch eintrage?'

(Aus:Wemel von Reiswitz, 'Ich mache alles neu', Metzinqen 1991,Seite 172 H.)

76 Scherenschnitt von Liesbeth Müller-Heintze aus Collmen.

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