Munster in alten Ansichten

Munster in alten Ansichten

Auteur
:   Wilhelm Wolter
Gemeente
:   Munster
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0800-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Munster in alten Ansichten'

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29. Diese Aufnahme stammt aus den Jahren um 1880. Es ist ein Bild von der damaligen 'Kaiserlichen Postagentur'. Die Post, die in Münster 1867 eingerichtet worden war, nahm in diesem Haus an der Lüneburger Straße (Nr. 20) 1876 ihren Betrieb auf. Das Gebäude wurde vom Posthalter August Alvermann zur Verfügung gestellt. Wir sehen ihn hier stolz in der Mitte seiner Familie. Der Postschaffner Tödter, der die Erkerwohnung inne hatte, hält seine Tochter an der Hand, und Briefträger Harms lehnt am gelben Postwagen. Die Brieftrager hatten übrigens täglich einen Weg von achtundzwanzig Kilometern zurückzulegen zu den Dörfern in unserem Postbezirk. Das Haus musste 1971 einem Neubau weichen, Die Post war aber schon 1907 verlegt worden.

30. Aus den engen Räumen der Agentur wurde die Post 1907 in das Haus unseres Bildes verlegt. Es lag damals wegen der Soldaten etwas außerhalb des Dorfes in der Mitte zwischen Dorf und Truppenlager. Dreiundfünfzig Jahre diente es der Post in guten und wirtschaftlich schlechten Zeiten, bis es dann, nachdem sich die Einwohnerzahl verzehnfacht hatte, den wesentlich gestiegenen Anforderungen nicht mehr genügte und das Flickwerk der kleinen An- und Ausbauten mit einem von Grund auf geänderten Umbau beendet wurde. Manch einer entsinnt sich noch des kleinen Schalterraumes an der Ecke. Bäume und Idylle sind verschwunden, stattliche Häuser erheben sich ringsum. Autos und Hetze herrschen jetzt vor.

31. Nachdem 1833 ein Eisenbahnbau von Celle über Münster nach Harburg gescheitert war, blieb Münster lange Jahre noch ohne Anschluss an das Eisenbahnnetz. Erst 1873 wurde die Strecke Bremen-Berlin geschlossen, das heißt der letzte Teil zwischen Langwedel und Stendal fertig gestellt. Die Bauern aus Münster waren dem Bauvorhaben aber feindlich gesonnen, daher musste der Bahnhof etwa einen Kilometer vom Ortskem entfernt gebaut werden. Das Bild stammt aus einer Zeit, als der Truppenübungsplatz noch nicht eröffnet war. Übrigens bekamen alle Bahnhöfe an der Strecke die gleiche Form. Das erkennt man heute noch deutlich, wenn man bei einer Fahrt auf die Gebäude achtet.

32. Das linke Gebäude ist die ehemalige Doppelkompaniebaracke Nr. 1 des Lagers. Diese war für Münster insofern von besonderer Bedeutung gewesen, weil sie nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Schulklassen in Münster von Schülern überquollen, zu einem Schulhaus umgebaut wurde und hier viele Einwohner der jüngeren Generation ihren Unterricht genossen. Sie wurde erst 1966 aufgegeben, nachdem die neue Freudenthalschule am Schützenwald bezogen werden konnte. Heute steht an dieser Stelle das neue Hallenbad der Bundeswehr. Im Hintergrund sieht man das nach dem Brand neu erbaute Hotel 'Sandkrug',

33. Das Jugendheim der Ste-Urbani-Kirchengemeinde, das am 28. Juni 1914, kurz vor Ausbruch des Krieges von Pastor Thiede geweiht worden war, hat irn Laufe seiner Geschichte vieles über sich ergehen lassen müssen, Es wurde mehrere Male umgebaut, jedes Mal wenn es einer neuen Bestimmung zugeführt werden sollte. So wurde es im Ersten Weltkrieg als Aufenthalt für Gefangene und Flüchtlinge herangezogen, nahm später zeitweise Volksschulklassen auf, diente jahrelang der gesamten Realschule als Schulhaus und wurde schließlich wieder Gemeindehaus, Da es aber ziemlich baufällig und für die Erfüllung der Gemeindearbeit zu klein und unmodern geworden war, wurde es 1965 durch das neue Ludwig-Harms-Haus ersetzt.

34. Auf dem Bilde sehen wir das ehemalige Offizierskasino im Breioh-Lager (später Waldiger, danach Sportanlagen genannt), das 1917 nach Einrichtung des Gasplatzes Breloh hinter der Bahn nach Uelzen erbaut wurde. Bei der Demontage nach Beendigung des Ersten Weltkrieges blieb das Gebäude unversehrt. Es stand darauf leer und wurde deshalb im Sommer 1927 vom Jugendherbergsverband zu einer Jugendherberge ausgebaut. Da das gesamte Gelande und die Gebäude 1935 von der Wehrmacht beansprucht wurden, löste sich der Herbergsbetrieb auf. Heute ist nichts mehr von den Gebäuden übriggeblieben.

35. Hier sehen wir eine Unterkunftsbaracke der ehemaligen Jugendherberge in Münster. Während die Aufenthaltsräume der Herberge im Hauptgebäude, dem einstigen Kasino des Gasplatzes Breloh lagen, waren die Schlafräume für Jungen und für Mädchen in weiteren festen Baracken untergebracht. Sie hatten eine außerordentlich schöne Lage unter den hohen Bäumen am Rande des Raubkammerwaldes, Das war auch der Grund, dass sich hier zahlreiche Wanderer und viele Schulklassen aufhielten und oft Tagungen, Schulungen und Singwochen von den Jugendpflegeorganisationen abgehalten wurden.

36. Das gab es auch einmal in Münster: Ein Armenhaus, Es wurde vor etwa einhundert Jahren an der Bahnhofstraße Nr. 3 auf dem heutigen Bormann'schen Grundstück erbaut. Das zuvor als Armenhaus genutzte Gebäude, das seiner Zeit außerhalb des Ortes etwa am Süllberg stand, war 1879 durch Blitzschlag eingeäschert worden. In das Haus wurden ehemals Dorfarme eingewiesen, die keine Wohnung finden und bezahlen konnten. Sie mussten aber gebürtige Münsteraner sein, andernfalls wurden sie mit einem Pass versehen und dann mit einem geringen Zehrgeld in ihren Heimatort. der für sie zu sorgen hatte, abgeschoben.

37. Im Truppenlager, wo die Anhäufung von Menschen (früher auch Pferden) groß ist, bereiteten anfangs die sanitären Einrichtungen einige Schwierigkeiten. Sie konnten erst 1915 mit dem Bau eines Wasserturms restlos beseitigt werden. Fünfzig Jahre stand dann der Turm, der von Kriegsgefangenen gebaut worden war, hoch im Lager als Wahrzeichen Münsters, bis er schließlich ausgedient hatte und seine Aufgabe eine moderne Wasserversorgungsanlage übernahm. 1965 fiel der Turm; nur ein Stein gibt noch seinen Standort an mit der Inschrift: Turmanlage beschäftigte Kriegsgefangene Franzosen Arbeitsdauer 17.8.-15.9. Engländer 16.9.-1.10. Belgier 2.10.-31.12.1914.

38. Im Ersten Weltkrieg entstand im Raubkammergebiet mit großem Kostenaufwand der Gasplatz Breloh. Nachdem das Gelände mit 6 300 Hektar aufgekauft oder enteignet war, schossen plötzlich riesige Fabrikanlagen und zahlreiche Wohnbaracken wie Pilze aus der Erde, Hier sollten Gasgranaten aller Art hergestellt werden. 1917 nahmen die ersten Werke, das Klopper- und das Lostwerk, den Füllbetrieb auf, weitere folgten, so dass schließlich sechstausend Mann beschäftigt waren. Durch ein ausgedehntes Gleissystem, das eine Gleislänge von fast fünfzig Kilometern erreichte, war die Anfuhr von Rohstoffen und der Abtransport der Granaten sichergestellt. Auf dem Bilde sehen wir eins der Werke.

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