Munster in alten Ansichten

Munster in alten Ansichten

Auteur
:   Wilhelm Wolter
Gemeente
:   Munster
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0800-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Munster in alten Ansichten'

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59. 'Vor der Kaserne, vor dem großen Tor ...', so könnte man zu diesem Bilde sagen und singen. Wir stehen nämlich vor dem großen Tor, dem Haupteingang des Lagers mit der Hauptwache. Das vordere niedrige Gebäude mit den Wachstuben, das ursprünglich allein ohne den hohen Anbau hier stand, war in dieser Zeit bereits mit dem hinteren Teil verbunden, in dem sich die Arrestzellen befanden. Das Lager scheint im Augenblick leer zu sein, die Truppen sind gewiss in die sandige Heide zur Übung ausgerückt. Nun erwartet der Wachposten an dem schwarzweißen Schilderhaus die Ablösung, die damals recht zeremoniell verlief. Vor einigen Jahren wurde an dieser Stelle das neue Soldatenheim errichtet.

60. Wenn jeweils Tausende von Soldaten Il4it ihren Einheiten aus den Garnisonen zu ihren Übungen nach Münster kamen, musste neben der entsprechenden Unterbringung aber auch für ihr leibliches Wohl gesorgt werden. Die Versorgung dieser Art hatte man damals aber nicht in eigene Regie genommen, sondern an einen privaten Betrieb verpachtet. Daraufbin entstanden eine Dampfschlachterei und eine Brotfabrik, die bei Belegung des Lagers die Küchen ausreichend zu beliefern hatten. Täglich trieb man nun das Schlachtvieh in die leistungsfähige Schlachterei, Wagenladungen von Mehl wanderten in die Bäckerei zur Verarbeitung. Heute ist die Versorgung den Großbetrieben außerhalb des Lagers überlassen.

61. Wenn das Lager im Sommer voll belegt war, musste nicht nur die Wäsche für fünftausend Betten, sondern auch die Bekleidung und die Leibwäsche der Soldaten gewaschen und gereinigt werden. Das hätte ohne die Waschanstalt gewiss ernste Probleme gegeben, da das Wasser, jedenfalls bis zum Ersten Weltkrieg, nur aus einfachen Bohrbrunnen entnommen werden konnte. Deshalb gehörte eine leistungsfähige moderne Waschanstalt zu den ersten Gebäuden des Lagers. Übrigens waren auch gleich bei Einrichtung des Lagers Vorsorge getroffen, dass erkrankte Soldaten ärztliche Betreuung in den Lazarettbaracken erhielten.

62. Es ist erstaunlich, dass ein Unternehmen in einer Größe, wie es ein Truppenlager nun einmal darstellt, erst fünfundzwanzig Jahre nach seiner Gründung Gleisanschluss an das Eisenbahnnetz erhielt, obgleich die Truppen mit ihren Ausrüstungsgeräten, mit ihren Waffen, Kanonen und Fahrzeugen ausschließlich auf dem Schienenweg befördert wurden und immer wieder den umständlichen Weg in Münster vom Bahnhof zum Lager zurücklegen mussten. Erst zu Ende des Ersten Weltkrieges erhielt das Lager den erforderlichen Anschluss mit einem Verladebahnhof. Jetzt konnten die Transporte direkt ins Lager geleitet werden, das inzwischen auch, wie wir hier sehen, mehrstöckige Gebäude erhalten hatte.

63. Hier sehen wir einen Teil des alten Soldatenheims, das 1913 vom Evangelischen Verein Hannover erbaut worden war. Später wurde es vom Evangelischen Männer- und Jünglingsbund Hamburg übernommen und der Kommandantur zur Verfügung gestellt. Darin sollte sich der Soldat während seiner Freizeit ungezwungen wohl und heimisch fühlen. Nachdem aber das Offizierskasino von der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung übernommen und mit Unterstützung der Militärverwaltung als Soldatenheim hergerichtet worden war, war die Aufgabe des Kameradschaftheims erfüllt, das daraufverschiedenen Zwecken diente, doch 1945 abbrannte.

64. Bei Gründung des Truppenlagers stand den Offizieren zuerst noch kein Kasino zur Verfügung. Es war zu der Zeit im Rohbau und konnte erst einige Jahre später in Benutzung genommen werden. Inzwischen war dann auch das gegenüberliegende Offizierslager im Hanloh fertig gestellt, wo die Offiziere in festen Baracken untergebracht waren. Von dort hatten sie nur einen kurzen Weg über die Straße zu ihrem Kasino. Auf dem Bilde sehen wir die schöne Lage des Gebäudes, das allerdings im Laufe der Zeit eine recht bewegte Geschichte durchmachte und schließlich nach 1955 allen Mannschaftsdienstgraden als Soldatenheim diente. Wegen Baufälligkeit und der Stationierung größerer Einheiten genügte es aber nicht mehr den Anforderungen. Deshalb wurde es 1972 durch ein neues ersetzt und das alte Gebäude 1976 abgerissen.

65. Das Offizierskasino war dem Zweck und der Zeit entsprechend gut eingerichtet. Die Offiziere der hier jeweils für einige Wochen weilenden Truppen des X. Armee-Korps fanden darin sorgfältig ausgestattete Räume vor. Es standen für sie neben kleinen Gesellschaftsräumen ein großer Saal und eine lange und überdachte Terrasse bereit. Davor lag der Kasinogarten mit einem Musikpavillon, in dem an schonen Sommerabenden von den Militärkapellen der Regimenter, die sich gerade im Lager aufhielten, regelmäßig Konzerte gegeben wurden. Natürlich hatte das Heim auch einige Fremdenzimmer, die für die Gäste der Offiziere oder auch für sie selbst eingerichtet waren.

66. Für die Offiziere der übenden Truppenteile baute man im Hanloh ein eigenes großes Lager. Es lag nordöstlich vom Mannschaftslager gegenüber der Straße nach Soltau (heute B 71). Um der Bedeutung eines Offizierslagers gerecht zu werden, war der Eingang repräsentativ gestaltet worden. Durch das kleine Meisterwerk der Zimmerer setzte es sich wesentlich vom Eingang des Hauptlagers ab. Es war und blieb ein Blickfang, aber auch Erinnerungsstück für Gäste und Besucher. Natürlich hielt das Holzwerk nicht lange. Es wurde wohl einmal verändert, aber schließlich nach erneutem Verfall, da es gewiss auch nicht mehr dem Geschmack der Offiziere entsprach, nicht wieder aufgebaut.

67. Das Offizierslager im Hanloh hatte von Anfang an nur Massivbaracken, die auch nicht in gedrangtor Enge standen, sondern mit genügendem Abstand voneinander errichtet worden waren. Sie lagen gleich in schöner Umgebung, im Hanlohwald eingebettet und hatten ein gepflegtes Äußeres, so dass die Offiziere genügend Ruhe und Erholung vom Dienst finden konnten. Eine Straße des Lagers hieß deshalb sogar 'Erholungsweg', Die gesamte Anlage umfasste zweiundzwanzig Baracken, darunter neun Leutnants-, fünf Hauptmanns-, fünf Stabsoffiziers- und zwei Generalsbaracken, dazu eine Kaiserbaracke und einige Nebengebäude, Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Lager nicht mehr für militärische Zwecke benötigt und zunächst als Wohnraum für Flüchtlinge freigegeben, bis es einer neuen, schönen Wohnsiedlung Platz machen musste.

68. Wenn der deutsche Kaiser (Wilhelm II.) Münster einen Besuch abstattete, um einem Manöver beizuwohnen und insbesondere seine berittenen Truppen, die Ulanen, Dragoner, Husaren und Kürassiere, bei den Übungen zu beobachten, dann wohnte er während dieser Tage in einer nur für ihn eingerichteten und bereitgehaltenen Baracke. Dass der Kaiser ein würdiges Unterkommen bekam, links und rechts von den Generalsbaracken flankiert, das lässt dieses Bild vermuten. Die Ansieht stammt aus dem Jahre 1906, in dem der Kaiser bereits das dritte Mal Münster besuchte. Zuvor war er 1898 und 1900 hier gewesen und später noch einmal während des großen Kavallerie-Manövers 1913, in dem zum letzten Mal die bunten Uniformen der kaiserlichen Armee zur Geltung kamen.

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