Munster in alten Ansichten Band 2

Munster in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dietrich Breuer
Gemeente
:   Munster
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6728-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Munster in alten Ansichten Band 2'

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Dans les bruyëres de Munsterlager.

37. Auf dieser Ansichtskarte steht in französischer Sprache: 'In der Heide von Munsterlager.' Das stimmt natürlich nur im weitesten Sinne, denn die Kriegsgefangenen sind nicht etwa in die Heide geführt worden, um die blühende Erika in ihrer Pracht zu genießen, sondern sie sammeln schlicht Kartoffeln in Körbe. Sie hatten zu arbeiten! Es kann festgestellt werden, dass solche Ansichtskarten nur äußerst selten gelaufen sind. Sie tauchen vielmehr unbeschrieben bei Händlern auf.

38. 'Wettturnen 1919' ist auf der Rückseite dieses Fotos vermerkt. Die Turn- und Sportbewegung hatte auch die Menschen in Munster erfasst. Es ist ja hinlänglich bekannt, dass es bei der Gründung der ersten Turnund Sportvereine zwei Lager gab. Es entstanden Vereine, die eher der Arbeiterschaft zugetan waren und andere fühlten sich mehr bürgerlichen Schichten verbunden. Um welche Parteiung es sich auf diesem Bild handelt, ist dem Chronisten nicht bekannt, aber das Bild zeigt zweifellos die mit einem Lorbeer geschmückten Sieger des Wettturnens.

39. 'Beton ist unser Los' steht auf den Stein geschrieben und das Foto zeigt eine Baustelle im November 1927. Es ist nicht bekannt, ob es sich um Bauarbeiten in einem der militärischen Bereiche handelt oder auch auf dem Gelände der Kieselgurindustrie, die zu jener Zeit in und um Munster große Bedeutung hatte. Von modernen Baumaschinen ist nichts zu sehen. Handarbeit war angesagt. Das brachte Arbeitsplätze.

40. Im Risloh Lager, einem recht umfangreichen Barackenlager am Wietzendorfer Weg, wo sich jetzt die Schulz-Lutz-Kaserne befindet, wurde von 1919 bis 1924 die 'Kolonie Risloh' unterhalten. Es war ein Durchgangslager für Deutsche, die nach dem Ersten Weltkrieg aus deutschen Siedlungsgebieten in Osteuropa vertrieben oder umgesiedelt worden waren. Die tägliche Verpflegungsstärke konnte bis zu 1 200 Personen umfassen. In der Kolonie wurden Geflügel, Schweine und Ziegen gehalten. Nur so war es möglich, in diesen bitteren Nachkriegsjahren die Versorgung zu sichern. Einige Familien sind in Munster sesshaft geworden. Neben dem Flüchtlingen waren hier auch russische Kriegsgefangene untergebracht, die auf der seite des Zaren gekämpft hatten und nun van den Sowjetz verfolgt wurden.

41. Das Brelohlager hatte seinen Namen vom Gasplatz Breloh. Es lag in dem Wald zwischen der Bahnlinie und dem Rehrhofer Weg entlang der Straße 'Sportanlageri' . Nachdem es zur Unterbringung von Mitarbeitern des Gasplatzes nicht mehr benötigt wurde, richtete der Gau Unterweser-Ems des Verbandes Deutscher Jugendherbergen in einigen Gebäuden eine florierende Jungendherberge ein. Sie existierte von 1927 bis 1935. Danach wurde das Gebiet von der Wehrmacht für die neu entstandene Heeresversuchsanstalt beansprucht und zu den berühmten Sportanlagen ausgebaut.

42. Im Iahre 1872 wurde die Bahnlinie von Langwedel nach Uelzen in fast gerader Linie durch die Lüneburger Heide gebaut. Damit war eine schnelle direkte Verbindung zwischen Bremen und Berlin entstanden und Munster hatte einen eigenen Bahnhof bekommen. Die Eisenbahn erlangte für Munster ihre große Bedeutung, nachdem 1883 derTruppenübungsplatz entstanden war und alle Truppen in den folgenden Jahrzehnten fast ausschließlich mit der Bahn befördert wurden. Auf dem Bahnhof wurden der Kaiser und der Führer empfangen und viele hunderttausend Soldaten, Kriegsgefangene und Flüchtige sind hier aus- und eingestiegen und oft einem ungewissen Schicksal entgegen gefahren. Die Aufnahme stammt aus dem [ahr 1932.

43. Der Wasserturm, den französische, englische und belgische Kriegsgefangene vom 17 .August bis zum 31. Dezember 1914 errichtet hatten, war bis in die sechziger [ahre ein Wahrzeichen Munsters. Er wurde abgerissen. Auch diese Aufnahme stammt aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Der Kanonier Schöning, der die Karte geschrieben hat, beklagt sich darüber, dass er mit 32 Mann in einer Holzbaracke untergebracht ist und der Dienst täglich bis 19.00120.00 Uhr dauert.

44. Der Abbau der Kieselgur, die um 1900 innerhalb des Stadtgebietes entdeckt worden war, hatte große wirtschaftliche und auch landschaftsveränderndeAuswirkungen. Die Kieselgurindustrie bot lange Zeit den MenschenArbeit und Einkommen. Das galt in besondere Weise für die ersten]ahrzehnte, als fast alle Abbauund Verarbeitungsschritte in Handarbeit erfolgten. Bei Breloh wurde die Erdoberfläche durch den Tagebau stark verändert. Flüggenhofsee und Böttcherteich sind aus den beiden letzten Gruben entstanden, aus denen Kieselgur gefördert wurde.

4 S. Das ist die offene Grube für den Kieselgurabbau, aus der später der Flüggenhofsee wurde. Am Rand der Grube sind noch die Trocken- und Brennschuppen zu erkennen, in den die Kieselgurbrocken getrocknet und anschließen mit Reisig äußerst geruchvoll gebrannt wurden. Die Gruben mussten ständig entwässert werden und die anfangs von Hand abgebaute Gur wurde in Loren über die sichtbaren Rampen an den Grubenrand befördert.

46. Unmittelbar am Bahnübergang im Zuge der Breloher Straße wurde später dieses Fabrikgebäude errichtet. In ihm lief ein Dreh-Glühofen, der mit Öl befeuert wurde. In ihm wurde die Kieselgur gebrannt und der Geruch durch den hohen Schornstein über die Köpfe der Munsteraner hinweg befördert. Gemalen und in Säcke verpackt wurde sie in Güterwagons verladen und zu den Absatzmärkten befördert. Um 1970 wurde das Erkennungszeichen von Munster für alle Bahnreisenden gesprengt.

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