Murrhardt in alten Ansichten

Murrhardt in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Gerhard Fritz und Hans Dieter Bienert
Gemeente
:   Murrhardt
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4617-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Murrhardt in alten Ansichten'

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49. Auch das war Murrhardter Alltag: Von großer Bedeutung waren die Groß- und Kleinviehmärkte. Hier sehen wir eine Ziegenprämierung im Klosterhof vor 1914. Die Viehmärkte brachten geradezu volksfestartige Aktivitätins Städtchen. Das landwirtschaftlich geprägte Stadtbild ohne jedes Auto wirkt auf uns heute wie eine Darstellung aus einer anderen Welt.

50. Viehmarkt in Murrhardt, den Hüten der Männer nach zu urteilen wohl in den zwanziger Jahren.

51. Damit verabschiedete sich die 'gute, alte Zeit' (die so gut wohl niemals war) von Murrhardt: Mobilmachung 1914, Europa zieht in einen Krieg, in dem es sich in irreparabler Weise zerfleischen wird. Vor den Augen der interessiert zuschauenden Murrhardter Kinder sind Artilleristen (wohl von den FeldArtillerie-Regimentern Nr. 29 und 65 aus Ludwigsburg) an einem heißen Sommertag ins Städtchen gekommen - vermutlich, um Pferde und Wagen für den Kriegseinsatz zu requirieren. Man erkennt die Artilleristen an den Kugelknäufen auf ihren Helmen.

52. Diese am 8. Dezember 1916 geschriebene Postkarte zeigt eine Szene aus dem Kriegsalltag des dritten Kriegsjahres. Im Spätherbst 1916 mußten Schlitten zum Militärdienst abgeliefert werden. Sie sind auf dem Murrhardter Marktplatz aufgestellt. Wie hat sich die Stimmung im Vergleich zur Pferdeund Wageneinziehung vom Sommer 1914 geändert: Damals Volksfeststimmung und Gedränge auf dem Marktplatz, jetzt ein paar Kinder, einige Frauen, zwei alte Männer - alle mit ernsten Gesichtern.

53. Kriegstrauung auf dem Murrhardter Rathaus 1917: Links der als Standesbeamte fungierende Stadtschultheiß Blum, rechts das Brautpaar Kar! Munz und Lina Spengler mit den als Trauzeugen amtierenden Vätern von Braut und Bräutigam (Karl Munz war der Bruder von Wilhelm Munz, vgl. dessen Hochzeit 1909 auf Bild Nr. 33). Man beachte die Einrichtung des Amtszimmers: Im Hintergrund ein Bild des württembergischen Königs Wilhelm Il., darunter ein Aktenschrank mit der Aufschritt Kriegswirtschaftspflege, rechts weitere Aktenschränke.

54. Kriegsgefangene auf dem Murrhardter Marktplatz. Die meisten Gefangenen sind Franzosen, lediglich der Mann in der etwas helleren Uniformjacke etwa rechts der Bildmitte scheint ein Belgier zu sein. Der Schnitt der Uniformen, die frischkupierten Kugelplatanen und der mit Heu winterfest verpackte Marktbrurmen deuten darauf hin, daß das Bild etwa vom Jahresbeginn 1915 stammt.

55. Zwei kriegsgefangene Franzosen an der Straße nach Siegelsberg bei der Schleifmühle. Die Uniformen erlauben eine Datierung in die Jahre 1917 oder 1918. Kriegsgefangene sollten als Arbeitskräfte in der Landwirtschaft eingesetzt werden, und somit die Stelle der Bauern einnehmen, die, da sie selbst zum deutschen Militär eingezogen waren, als Arbeitskräfte ausficlen. Die Franzosen auf dem Bild mußten gerade Güter von der Post und vom Bahnhof abholen und in dem Leiterwägelchen nach Karnsberg transportieren. Sie wurden von einern Murrhardter - angeblich G. Jäger - eskortiert.

56. Der erste Lazarettzug in Murrhardt im September 1914: Zwar sahen die Murrhardter dem 'großen Ereignis' noch voll Sensationslust entgegen, aber als man dann die zum Teil Schwerverletzten zur Unterbringung im Murrhardter Krankenhaus tatsächlich auslud, ließ die Begeisterung rasch nach - so hatte man sich den Krieg nicht vorgestellt. Neben auswärtigem Sanitätspersonal erkennt man als 6. von links den Oberförster Steek, als 8. von links mit Schnurrbart und Krawatte Stadtschultheiß Blum, und als 3. von rechts mit weißem Spitzbart den Murrhardter Bahnbeamten Haller.

57. Gemeinderatssitzung im Murrhardter Rathaus etwa 1916-1918. Die ernsten Gesichter zeigen, daß es nichts zu lachen gibt. Ganz links Wilhelm Ellinger, links stehend als 5. von links der Förster Albert Kübler, vorne rechts sitzend Burgermüller Wahl, vorne in der Mitte Stadtschultheiß Blum, links sitzend als 5. von links Karl Jung, der Vater von Paul Jung. Das Bild hinten an der Wand zeigt Generalfeldmarschall von Hindenburg, den Chef der Obersten Heeresleitung - Hindenburg hatte während des Kriegs den deutschen Kaiser an Popularität überflügelt und von den Wänden verdrängt.

58. Murrhardter Schulbuben liefern am 31. August 1918 auf dem BahnhofLaubheu für den Heeresbedarf ab. Deutschland war nach über vierjährigern Krieg so ausgepumpt, daß barfüßige Schulbuben in Papiersäcken (Stoffsäcke gab es nicht mehr) auf selbst gezogenen Leiterwagen (alle Zugtiere waren längst ans Heer abgeliefert) Heuersatz (das 'echte' Heu war längst an Militärpferde verfüttert) sammeln mußten. Treuherzig und dickköpfig zugleich das Motto der Buben, wie sie es auf den Eisenbahnwagen geschrieben haben: Wir retten unser Vaterland. Zu dieser Zeit standen die deutschen Truppen in längst aussichtslosem Abwehrkampf, gut zwei Monate später war der Krieg verloren, das kaiserliche Vaterland untergegangen.

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