Nachrodt-Wiblingwerde in alten Ansichten

Nachrodt-Wiblingwerde in alten Ansichten

Auteur
:   Verkehrsverein Nachrodt-Wiblingwerde
Gemeente
:   Nachrodt-Wiblingwerde
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6596-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nachrodt-Wiblingwerde in alten Ansichten'

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Einleitung

Als im [ahre 1907 durch königlichen Erlaß das damals bestehende Amt Altena aufgelöst wurde, bildete sich aus den amtsangehörigen Landgemeinden Kelleramt und Wiblingwerde die amtsfreie Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde. Die heute über 7000 Einwohner zählende Gemeinde liegt inmitten des Märkischen Sauerlandes. Zahlreiche gekennzeichnete Wege laden zu eindrucksvollen Spaziergängen und erlebnisreichen Wanderungen mit einem großartigen Weitblick ein. Die Schönheit und Stille der Natur sowie prachtvolle Laub- und Nadelwälder bieten in Verbindung mit den vielen Sehenswürdigkeiten Erholung, Erlebnis, Beschaulichkeit und Muße.

Nachrodt, im schmalen langgestreckten Tal der Lenne gelegen, gehörte zum Kelleramt, dessen Höfe sich von Werdohl-Dresel bis Iserlohn-Kalthof erstreckten. Heute zeigt Nachrodt überwiegend gewerblichen Charakter.

Wiblingwerde, auf dem Höhenrücken des Sauerlandes gelegen, hatte bereits als sächsische Kultstätte Bedeutung und gehörte unter Karl dem Großen als 'curtis' zum Reichshofnach Dortmund. Eine Taufkapelle aus karolingischer Zeit war die Vorgängerin der unter dem Patronat Johannes des Täufers im 13. [ahrhundert errichteten spätromanischen Hallenkirche von Wiblingwerde. Als sogenannte Eigenkirche unterstand sie unmittelbar dem König oder Kaiser.

Der Johannisborn bei Wiblingwerde ist das älteste Kulturdenkmal der Gemeinde. Errichtet als sächsische Kultstätte wurden in frühchristlicher Zeit hierTäuflinge in den Gnadenbund der Kirche aufgenommen. 1954 wurde der Quell in Bruchsteine gefaßt und mit einem Steinrelief versehen, das eine frühmittelalterliche Taufszene zeigt.

Der 1 597 erbaute Kornspeicher, der seit 1938 als geschichtliches Kulturdenkmal auf dem Schulhof in Wiblingwerde steht, findet neben dem Kornspeicher auf dem Gut Grennigloh das Interesse der Besucher.

Die Brenscheider Kornmühle mit ihrem 'Backes' und die Brenscheider Ölmühle bilden ein einmaliges Mühlenensemble in Westfalen. 1395-1399 findet die Kornmühle erstmals urkundliche Erwähnung. Sie war eine landesherrliche und Bannmühle. Schon vor 1 7 1 7 wurde hier Brot für die Landbevölkerung gebacken. 1845 kam zusätzlich eine Ölmühle hinzu, die bis 1923 in Betrieb war. Beide Mühlen sind heute noch betriebsfähig und bilden das Zentrum des 'Erlebnis Brenscheider Mühlen'. Aufgrund einer umfassenden Sanierung als Folgemaßnahme der Aussiedlung von landwirtschaftlichen Betrieben hat sich das Gesicht des Dorfes Wiblingwerde ab 1966 gewandelt. Seit August 1984 darfWiblingwerde die Bezeichnung 'Staatlich anerkannter Erholungsort' führen. Wiblingwerde, 1980 im Kreiswettbewerb

'Unser Dorf soll schöner werden' erstmals als schönstes Dorf des Märkischen Kreises prämiert, errang im Landeswettbewerb des Landes Nordrhein Westfalen 1985 die Goldmedaille.

Die Doppelgemeinde kann Bewohnern und Gästen eine stattliche Anzahl begehrter kommunaler und privater Einrichtungen bieten:

Hierzu gehört unter anderem das Schul- und Sportzentrum Holensiepen. Auf einem über 80 000 qm großen Gelände befinden sich ein Sportstadion mit Kunstrasen, eine Turnhalle, dazu Fitneßraum, Sauna, Massageräume und med. Bäder sowie drei Tennisplätze, die Albert -Schweitzer-Hauptschule und die 1977 eröffnete Lennehalle mit Funktions- und Gemeinschaftsräumen. Wiblingwerde verfügt über ein Bürgerhaus, einen Sportplatz, eine Turnhalle für sportliche und kulturelle Veranstaltungen sowie über ein]ugend-, Sport- und Kulturheim.

Am 30. September 1990 wurde die Heimatstube in Wiblingwerde ihrer Bestimmung übergeben, die 1995 durch eine Remise für bäuerliches Großgerät ergänzt wurde.

Im Rahmen der Wohnumfeldverbesserung wurde 1987 im Ortsteil Nachrodt der 'Märkische Plarz ' errichtet. Hier findet das jährliche Maifest statt. Ebenfalls dient dieser Platz, wie auch der Dorfplatz in Wiblingwerde, in der Sommersaison den beliebten Dorfplatzkonzerten.

Für die Bürgerinnen und Bürger sowie Besucher von NachrodtWiblingwerde gilt es nicht nur, die landschaftliche Vielgestaltigkeit und die besonderen Schönheiten zu erkennen, sondern auch die vielfältigen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung zu nutzen. Neben Angeln, Fußball, Leichtathletik, Reiten, Tennis und Tischtennis sind für den Wintersportler die Langlaufpisten auf den Höhen in und um Wiblingwerde ein beliebtes Ausflugsziel.

Die Amateurtheatergruppe 'Das Brettken am Drögen Pûtt ' besteht seit 1975 und bereichert das Kulturleben der Gemeinde. Dazu gehören auch die regelmäßigen Kunstausstellungen in der Kolping-Galerie Wiblingwerde.

Das Ansingen des Advent auf dem Dorfplatz in Wiblingwerde, die jährliche Wiblingwerder Krippenwoche, der Wiblingwerder Adventsmarkt, der Nachrodter Weihnachtsmarkt, der Wiblingwerder Ostermarkt, das Mai-Singen auf dem Dorfplatz Wiblingwerde, das Mai-Fest auf dem Märkischen Platz, der Märkische Keramikmarkt, das Wiblingwerder Kartoffelfest und das Erntedankfest (in Wiblingwerde) sowie die Konzerte der Chöre und Feste der Vereine sind zu einem festen Bestandteil kulturellen Lebens geworden.

Die alten Ansichten von Nachrodt - Wiblingwerde beziehen sich auf den Zeitraum bis 1950.

Kirchspiel Wiblingwerde

1 Das Gebiet der heutigen Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde ist etwa deckungsgleich mit dem Kernbereich des alten Kirchspiels Wiblingwerde. Begründet von den Franken bestand es aus dem Zentrum Wiblingwerde und vielen zugeordneten Hofanlagen, aus denen sich im Laufe der Jahrhunderte zum Teil Weiler und Ortschaften entwickelten. Der Zeitpunkt der endgültigen Abgrenzung des Kirchspiels und sein Einsatz als weltliche Verwaltungsorganisation ist nicht bekannt. Von 1414 an war das Altenaer Hochgericht für das Kirchspiel Wiblingwerde zuständig. Die Einzelhöfe im Lennetal kamen zu den mittelalterlichen Tafelgütern der Landesherren von der Mark und

wurden bereits 1352 urkundlich unter der Bezeichnung 'Kelleramt' erwähnt. 1888 wurde das BrachtenbeckerTal nach Altena eingemeindet; 1908 folgten Knerling, Hünengraben, der Rest der

Brachtenbecke und ein Teil des Pragpaul. Der Rest des Pragpaul kam 1937 zu Altena. 1936 wurden an Altena der Nettenscheid und Stortel sowie an Werdohl die Ortsteile Dresel, Biesenberg, Wil-

helmstal und Elverlingsen abgemeindet und 1975 der Lahme Hasen an Hohenlimburg.

Die alte Luftaufnahme zeigt Wiblingwerde um 193 O.

Johannisborn

2 Nach mündlicher Überlieferung und Tradition war der Johannisbarn am Wege van Wiblingwerde nach Altena am Osthang des Brelow schon in vorchristlicher Zeit den Sugambrern und Sachsen ein geweihter Ort. Der Chronist der Kirchengemeinde Wiblingwerde, Pastor Carl Christian Landmann - pfarrer von 1832 bis 1872 -schreibt: 'Über die Entstehung des Dorfes Wiblingwerde sind keine Nachrichten vorhanden. Es soll jedoch Wiblingwerde zu den ältesten Gemeinden des Süderlandes gehören. Die Kirche hat zum Patron Johannes den Täufer. Bis zur Reformation (um 1580) stand bei

dem sogenannten Johannisborn, am Wege nach Altena, eine Capelle, wohin am Johannistage gewallfahrtet wurde. Noch jetzt ist am Johannistage die Kirmes.'

Der Quell wurde im [ahre 1954 in Bruchstein übermauert. Fritz Korte entwarf das Steinrelief, das eine frühmit telalterliche Taufszene zeigt.

Wiblingwerde

3 Die sprachliche Entwicklung des Ortsnamen 'Wiblingwerde' legt nahe, daß es sich bereits zur Zeit der sächsischen Besiedlung um einen befestigten Ort in einer Kette von Befestigungen gehandelt hat (Mitte des 8. [ahrhunderts). Durch Erbgang wurde 1398 die Grafschaft Mark mit Kleve vereinigt und kam 1609 an Brandenburg-Preußen, wurde Teil der preußischen Provinz Westfalen. Mit Einführung der preußischen Landgemeindeordnung vom 11. März 1850 bildeten Kelleramt und Wiblingwerde jeweils eigene Gemeinden. Die Regierung in Arnsberg ernannte den Bürgermeister

von Altena zum Amtmann für beide Gemeinden. Am 1. April 1890 wurde die Verwaltung des Amtes Altena in die Gemeinde Kelleramt verlegt. Durch königlichen Erlaß

wurde das Amt Altena zum

1. April 1907 aufgelöst. Die amtsangehörigen Landgemeinden Kelleramt und Wiblingwerde bildeten die amtsfreie neue Gemeinde Nachrodt-

Wiblingwerde. Die Aufnahme zeigt Wiblingwerde um 1910 vom Nordwesten her. Rechts im Bild die alte Hofanlage 'Auf der Heide'.

W~nn wir die Schönheit woll'n genießen Im grünen 'watd , auf Berger ?? böh'n,

Dann fröhlfch wtr duren Fs Id nnd Wiesen Aucn oft nach Wiblingwerde geu'n.

Dort wo so nerrhcü blnllt"stelit

Gott setue wette. wette Welt,

Und. wo sten UDB in Wald und Flur So herrlich zetget die Nam- t

:.: Da sclJlägt vor Freude und vor Lust DaB ·Herze laut in uua'rer Brust. :,:

Haus N achrodt

4 Das 'Haus Nachrodt' war ursprünglich ein Gutshof im Kelleramt. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte in einem Verzeichnis der Freigüter im Amt Altena aus dem [ahre 1600. Besitzer war Adrian tho Nachtrade. Der Name änderte sich im Laufe der Zeit zu 'Nachrodt'. Nachdem der Hof im [ahre 1 81 8 von dem Fabrikanten [ohann Heinrich Schmidt als Wohnsitz erworben wurde, nannte man auch die Fabrik kurz 'Werk Nachrodt' . Fortan bezeichnete man das Gebiet unterhalb der Lennebrücke als 'Nachrodt'. Der spätere Ehrenamtmann Rittmeister Eduard von Löbbecke, ein Sohn von Robert Löbbecke und Emma, geb. Schmidt, sorgte dafür, daß im [ahre 1890 die Verwaltung des Amtes Altena nach Haus Nachrodt verlegt wurde.

Damit war die Namensgebung bei der Gründung der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde zum 1. April 1907 vorprogrammiert.

Zuccahnaglio

5 Der Dichter, Komponist, Liedersammler, Naturforscher und Erzieher Anton Wilhelm Florentin van Zuccalmaglio, genannt Wilhelm van Waldbrühl, war von 1860 bis

1866 Privatlehrer der Familie von Löbbecke aufHaus Nachrodt. Er war nicht nur Lehrer, sondern auch Freund der Familie. Auf Haus Nachrodt fühlte er sich wohl. Der herrliche Park mit seinen seltenen Bäumen, eingerichtet nach den Regeln der Gartenbaukunst Fürst Pücklers, und die schöne topographische Lage regten ihn zu seinen Dichtungen an. In die Nachrodter Periode fällt das Sammeln von heimisehen Sagen und es entstanden Zuccalmaglios 'Dramatische Kinderspiele'. Die Ruhe des Abends und die Stille der Nacht sind eingefangen in dem Lied 'Die Blümelein,

sie schlafen' aus dem [ahre 1840. Sein Lied 'Kein schöner Land in dieser Zeit', entstandenimjahre 1838, wurde zum Heimatlied van NachrodtWiblingwerde. Zuccalmaglio starb im Alter von 66 [ahren am 23. März 1869 aufHaus Nachrodt anläßlich eines längeren Besuches. Sein Grabmal steht heute auf der Burg Altena.

Auf der Heide

6 Die Hofanlage 'Auf der Heide', so der Chronist Pastor Carl Christian Landmann, 'gehört von je her einer Familie Heiermann'. Der Familienname leitet sich von 'Heide' ab. Das Haupthaus wurde vermutlich schon im 12. oder

13. Jahrhundert errichtet, so die mündliche Überlieferung in der Familie. Es hat an der Küche noch ein vorgebautes Backhaus. Eine alte Eichentruhe aus diesem Hause mit der [ahreszahl 1594 steht heute im Museum auf der Burg Altena. Das Foto aus dem [ahre 191 1 zeigt das Haupthaus noch in Strohdeckung. Vor dem Hause stehen die Besitzer Alma und Karl Heiermann mit Leni Fritsche.

Beirhus Wiblingwerde

7 Irn alten Dorfkern von Wiblingwerde stand an Stelle des heutigen Bürgerhauses bzw. der Gaststätte' Am Dorfplatz' bis Mitte der sechziger [ahre das sogenannte Beirhus, der im damaligen Baubestand wahrscheinlich älteste Profanbau Wiblingwerdes. Beirhus ist nach Grimm gleichbedeutend mit Gerichtshaus. Nach mündlicherTradition soll der Hagräfe von Altena im Wechsel im Herrnsahl in Herlsen und im Beirhus zu Wiblingwerde Gericht gehalten haben. In den [ahren 1620 bis 1 642 war Hermann Bierhaus aus Wiblingwerde Hagräfe von Altena und Richter von Wiblingwerde und Kelleramt. Im [ahre 1 750 wurden die Kirchspielgerichte eingestellt. Das Beirhus war eine ausgedehnte Hofanlage, die im Ver-

laufe der Geschichte mehrere Teilungen erfahren und Eigentümer-Familien gesehen hat. Das Foto ist in den [ahren 1908-1910 entstanden und zeigt die Familie Dresel, die

1 878 den zentralen Teil des

Beirhuses erworben hatte. Sie kam aus Ober-Herrnsaal/ Herlsen von dem Kotten Ahorn. Personen van links:

Neben dem Pterd der Knecht der Familie, August Dresel, Clara Dresel, Hulda Dresel mit

Tochter Hilde, Kinder Alma Dresel, Clara Dresel, August Dresel sowie Iulius Dresel.

Brenscheid

8 Die Ursprünge Brenscheids gehen bis in die große Rodeperiode des 12. und 13. [ahrhunderts zurück, als mit dem Anwachsen der Bevölkerung große Waldgebiete für die Urbarmachung und Besiedlung freigegeben wurden. 'torn breden Schede' IBrenscheid bedeutet 'breites zur Besiedlung ausgewiesenes Land' . Der Chronist Ptarrer Carl Christian Landmann berichtet um 1850 von sechs größeren Höfen in Brenscheid. Bereits im Iahre 1593 wird ein 'Móller zu Brenschede' erwähnt, der 'oberhalb des Mühlenteiches eine nutzbare Eiche geschlagen harte'. Belegt ist, daß im [ahre 1 737 ein Matthias Weustermann im Alter

von 102 [ahren verstorben ist. Die Dorfgeschichte erzählt vom über 350 [ahre alten Bruchsteinhaus der Weustermanns, das in seiner Bausubstanz kaum verändert worden ist. Die Gaststätte 'Kaltenborn'

übernahm 1964 die Familie Belkot van den Eheleuten Kaltenbarn. Das Wohngebäude der Familie Wilhelm Lenhof und Brigitte und Hans Schröder im Vordergrund ist im [ahre 1902 erbaut.

, ...?

bei Wiblingwerde-fltena.

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