Nachrodt-Wiblingwerde in alten Ansichten

Nachrodt-Wiblingwerde in alten Ansichten

Auteur
:   Verkehrsverein Nachrodt-Wiblingwerde
Gemeente
:   Nachrodt-Wiblingwerde
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6596-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nachrodt-Wiblingwerde in alten Ansichten'

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Roland

19 Eines der ältesten noch erhaltenen Gebäude in Nachrodt ist das alte Bauernhaus am 'Roland' . Es ist aus Stein ohne die Verwendung von Mörtel errichtet! Der Name leitet sich ab von ' gerodetes Land' . Das war Land, das dem Wald abgerungen wurde. In der damaligen Zeit bedeutete das, Bäume mit der Axt fällen, den Boden säubern und kultivieren, um neue landwirtschaftliche Nutzflächen zu gewinnen. Der Roland gehörte früher zum HofEinsal'. später zum 'Rittergut Helbecke'. Der Fischfang in der Lenne war für die Bewohner eine Haupteinnahmequelle. Ein weiterer Kotten 'Roland' liegt in Veserde. Er gehörte ursprünglich zur Hofanlage Kreinberg in Veserde.

Sassenscheid

20 Das Gut Sassenscheid war einst königliche Domäne und wurde von einem Pächter bewirtschaftet. Ein solcher Pächter wurde 'Sasse' / Ansässiger genannt. Die Silbe 'scheid' bedeutet seit der großen Rodeperiode des Hochmittelalters die Freigabe von gerodetem Land für die Besiedlung. Das Gut wurde im Verlaufe der Geschichte in Obern- und Niedern-Sassenscheid geteilt. Beide Einzelhöfe gliederten wieder Kotten aus. Seit Mitte des 19. [ahrhunderts hatte das Gut Sassenscheid aufgrund der wirtschaftlichen Situation wechselnde Besitzer. Im [ahre 19 S4 übernahm es die Familie Schlösser von der Familie Greife und errichtete auf Gut Sassenscheid ein Erholungs-

heim. 1994 mietete die therapeutische Einrichtung SECA Gut Sassenscheid an. Einrichtung und Gut Sassenscheid wurden 1999 vom Deutschen Orden-Suchthilfe übernom-

men.

Partie aus dem Sauerlande Altes westfälisches Bauernhaus assenscheid bei Winllngwerde

Schmalsgotte und Obstfelder Stall

21 'Schrnalschorte' und 'Obsfelder Stall' gehörten früher zum Gut Obsfeld. In den Kirchen buchaufzeichnungen von Wiblingwerde wird 1716 der Kotten 'Irn Stall bei Opsfeld' erwähnt. Als Erklärung heißt es bei Karl Kurt Heering: 'Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden auf weit entfernt liegenden Feldern Viehställe für die Nacht und schlechtes Wetter gebaut. Später sind bei einigen Wohnhäuser errichtet.' Das gleiche dürfte auch für die 'Schrnalsgotte' zutreffen. Der Kotten wird im Wiblingwerder Kirchenbuch von 1703 genannt. Der Name bedeutet' einen sumpfigen Boden auf Grund eines über die Ufer getretenen Baches' (gotte = Schmutz).

l1ärkische Bauerngehöfte. Schmalschotte und Stall bei Einsal

Veserde

22 Der Siedlungsname entwickelte sich über 'Vesforde' und 'Versevoerde' seit 1 81 0 zu 'Veserde'. Der Name bedeutet 'Durchgangsstelle durch ein fließendes Gewässer '. Veserde gehörte lange zur Limburger Mark und ist der Stammort der Familie Holzrichter. Der Hof Holzrichter war der größte Hof in der Gemeinde. Weitere bedeutende Höfe in Veserde waren: Kreinberg, Neuhaus, Schulte und Raulf. In der Limburger Mark rief der 'Holzrichtcr' noch bis Anfang des 19. Jahrhunderts mindestens einmal im [ahr zum 'Holzgericht' zusammen, um Streitigkeiten zu schlichten und Recht zu wahren.

Die Aufnahme aus dem [ahre 1941 zeigt einen Blick auf Veserde. Heute ist Veserde neben Wiblingwerde das bedeutendste Dorf im Höhengebiet der Gemeinde.

1941

Wörden

23 Wörden ist wie auch andere Höfe und Weiler auf der Wiblingwerder Hochfläche ein uraltes Siedlungsgebiet germanischer Sippen. Von seinem Ursprung her ist die Ortsbezeichnung 'Wörden' keltischen Ursprungs und bedeutet eine 'umzäunte (befestigte) Hofstätte' . Aus einer frühen Siedlung entstand das GutWörden. Diese Hofanlage wurde im Laufe der [ahrhunderte aufgeteilt und es entstand die heutige Siedlungsund Betriebsstruktur. Die Aufnahme zeigt den Ort um 1920.

WÖRDEN. An der Wanderstrec1<e Hohenlimburg- Wiblingwerde - Altena

Ernte bei Brenscheid

24 Die Wiblingwerder Hochfläche war im Gegensatz zum Lennetal immer landwirtschaftlich strukturiert. Im Rahmen der Dorfsanierung

Wiblingwerde, finanziert durch ein EG-Modellprogramm, wurden ab Mitte der sechziger [ahre die Höfe in die Feldflur ausgesiedelt. Gleichzeitig wurde von Mischkultur aufWeidewirtschaft

umgestellt. Heute suchen die Höfe Alternativen zu dieser Monostruktur, die wirtschaftlich nicht mehr trägt. Das Bild 'Erntearbeit bei Brenscheid' zeigt einen Blick vom Standort des heutigen Hofes Pühl.

Auf dem Foto:

links Fritz Bäcker, rechts Ernst Schmidt, in der Mitte Erntehelfer Boromil.

Brenscheider Mühlen

251m BrenscheiderTal steht eines der schönsten MühlenEnsembles Westfalens, die Brenscheider Kornmühle mit dem historischen 'Backes' und die Brenscheider Ölmühle. Beide sind noch voll funktionsfähig und heute zus ammengefaßt im 'Erlebnis Brenscheider Mûhlen'. Die ersten bekannten urkundlichen Erwähnungen der Kornmühle datieren aus der Zeit von 1395-1399 und 1588. Bereits im 17. Jahrhundert haben die Müller auch Brot gebacken, um es zu verkaufen. Erst 1952 haben Mühle und Bäckerei ihren Betrieb eingestellt. Heute wird wieder von Mai bis Oktober an jedem ersten

Samstag im Monat im 'ßackes' Brot gebacken. Die Ölmühle wurde 1845 als 'Rapsmühle' errichtet. Das Foto zeigt den Zustand der Ölmühle um 1915.

Brenscheider Mühle Alte Oelm1lhle

Komspeicher

Familie Wolff. Im [ahre 1936 mußte der alte Kornspeicher dem Neubau einer 'Scheune mit Stall, Keller und Remise' weichen. Er wurde im [ahre 1938 auf dem Schulhof in Wiblingwerde im 'Interesse

26 Der Kornspeicher/Kornspieker auf dem Schulhof in Wiblingwerde wurde 1597 auf dem Kreinberg errichtet und gehörte zum Hof teil der

der Kultur- und Heimatpflege' wieder aufgebaut. Um ihn als Heim für die nationalsozialistischen Jugendorganisa tionen nutzen zu können, wurden bei der Wiedererrichtung Veränderungen vorge-

nommen. Der Kornkasten auf dem Gut Grennigloh wurde im [ahre 1 727 errichtet und steht noch am ursprünglichen Ort. Er ist bereits 191 1 in den 'ßau- und Kunstdenkmälern von Westfalen' aufgeführt.

Helbecker Hammer

27 Der Helbecker Hammer (heute Walzwerke Einsal) war im [ahre 1675 im Besitz von Reidemeister Stefan [ohann Holtzbring. Sein Sohn wurde 1694 durch den Kaiser in den Ritterstand erhoben. Das Gut Helbecke wurde damit zum Rittergut. Der 'doppelte Helbecker Harnrner' mußte nach einer 'Spczificatio .. .' jährlich

1 15Karren 'Osemund' zur Drahtfertigung nach Altena liefern. Ein Karren waren etwa 1 350 pfund. Osemundeisen wurde durch das älteste Frischverfahren, das Herdfrischen, gewonnen. Es entsteht beim wiederholten Niederschmelzen des Roheisens in einem Holzkohlenfeuer, wobei das abschmelzende Material durch einen, die Verbrennung unterstützenden Windstrom fließt. Ursprüng-

lieh nutzte man hierzu den natürlichen Luftstrom an Hängen, später sorgten durch Hand- oder Wasserkraft betriebene Blasebälge für den erforderlichen Luftüberschuß.

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Einsaler Walzwerke

281mjahre 1856 wurde aus dem Helbecker Hammer das Einsaler Eisenwerk gebildet, deren Teilhaber die Fa. Thomee und Ludwig von Ho1tzbrinck waren. 1878 übernahm die Firma G. Schmidt & Sohn für fünfzehn [ahre das Werk, ehe es 1893 von Gottlieb Ernst Hasenclever aus Remscheid durch einen Pachtvertrag auf dreißig [ahre übernommen wurde. Die Firma wurde 1896 handelsgerichtlich auf den Namen 'Einsaler Walzwerke' eingetragen. 1925 wurde sie in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, zu deren Vorstandsmit gliedern unter anderen Karl Hasenclever-Goldenberg, Einsal, ernannt wurde. Am 1. August 1937 hat Karl Emil Tucht das 'Einsaler Walzwerk' einschließlich Grund und Boden

von Hans von Carlowitz käuflich erworben. Die Grundstücke an der linken Lenneseite (heute Verwaltung, Kaltwalzwerk etc.) wurden 1939 zugekauft.

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