Neheim in alten Ansichten

Neheim in alten Ansichten

Auteur
:   Heike Schmidt
Gemeente
:   Neheim
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5410-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neheim in alten Ansichten'

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i. UI':

Kriegerdenkma! mit evangei. Kirche

9. Schon immer war der Gransauplatz, hier in einer Ansicht um 1912, ein Verkehrsknotenpunkt. Wurden früher Markttage und Versammlungen abgehalten, so mußte der Platz in den sechziger Jahren durch die provisorische Anbindung der Umgehungsstraße einen oft chaotischen Verkehr aufnehmen. Nur noch schwer lassen sich die Erinnerungen an einstige Treffen auf dem malerischen Platz nachvollziehen; beispielsweise wenn die Bevölkerung alljährlich am Ostersonntag durch das Strohdorf und die Trift in einem Fackelzug zum Abbrennen des Osterfeuers am Rodelhaus wanderte. Nach dem Rückweg versammelte man sich auf dem Gransauplatz, wo eine feierliche Ansprache gehalten wurde, untermalt vom Klang der Kirchenlieder. Die Strohdörfer fürderten die romantische Stimmung, indem sie Lichter und Kerzen in die Fenster setzten.

10. Festgestampfte Erde, ein paar Bäume - das war der Gransauplatz im ausklingenden 19. Jahrhundert. Als einzige Auflockerung wirkte ein Brunnen mit Pumpe, einer von insgesamt 51 Altstadtbrunnen. Diese hohe Zahl von Wasserstellen verdeutlicht die permanente Angst vor Bränden, in der die 'Strohdörfler' lebten. Im Laufe der Stadtmodernisierung rückten neben rein funktionalen Aspekten die ästhetischen in den Vordergrund. Hydranten ersetzten nun die alten Brunnen. 1897 etablierte sich ein Ausschuß zur Errichtung eines Kaiser- und Kriegerdenkmals. Im September 1897 fand die Enthüllung eines Reiterstandbildes von Kaiser Wilhelm 1. statt. Auf der rechten Seite waren die Namen der Gefallenen eingraviert. Das von G. Eberlein ausgeführte Modell umgab eine kleine Grünanlage. Lange Jahre prägte es diesen Platz, bis es im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen wurde.

11. Im Jahre 1918 erwog die Stadt die Errichtung eines Ehrenmals für die Gefallenen. Die Wahl fiel auf den alten Friedhof am Ruhr-Möhne-Zusammenfluß. Die noch erhaltenen Grabsteine sowie sechs Bronzetafeln, die irn Halbkreis um die Theodoruskapelle gruppiert waren, kundeten von den Namen der Verstorbenen. Ein Denkmal im Zentrum der Parkanlage vervollständigte den feierlichen Rahmen. Die streng klassizistische Grabkapelle der Familie Fürstenberg-Stammheim wurde 1837 vollendet und diente drei Familienmitgliedern als letzte Ruhestätte. Durch den Bau der A 46 drohte der Abriß des Mausoleums, das sich ohnehin in einem bedauernswerten Zustand befand. Fürstenberg und die Stadt gelangten zu einem Konsens: Die Gebeine der Verstorbenen wurden urngebetter. die Segmente der Kapelle 1979 abgetragen und auf dern Möhnefriedhof neu errichtet. 1980 erfolgte die Einweihung der restaurierten Kapelle.

NEHEIM a. d Ruhr

An der Ruhrbrücke

12. Seit 1913 hat eine dreibogige Brücke zum Ohl die frühere aus Holzbohlen abgelöst. Auch in jenem Frühling führt die Ruhr wieder einmal Hochwasser. Rechts liegt der Fresekenhof. Gleich hinter der Brücke links geleitet ein großes Tor zum Ehrenhain. Das anschließende Fachwerkhaus bewohnt die Lehrerin Veshof. Über den anderen Dächern reckt sich der Giebel der Agnesschule (jetzige Karl-Wagenfeld-Schule) empor. Im wuchtigen Haus Mimberg im Hintergrund versorgt das Lebensrnittelgeschäft Schlinkert die Anwohner. Hinter dem Fresekenhof beginnt die Reihe der heute denkrnalgcschütztcn Häuser. Das kurze Stück Burgstraße in diesem Bereich wurde im Volksmund die 'Fuhrgassc' genannt. Ein solch freier Bliek aus der Trift auf die Mendenerstraße ist seit 1979 nicht mehr möglich, da die Autobahnbrücke die gesarnte Perspektive verdeckt.

13. Vor 1930 erstreckte sich diese Szenerie entlang des Möhneufers. Eine einfache Holzbrücke mit Eisbrechern verband noch die Friedrichstraße und den Totenberg. Die Gebäude links gehörten zur Alurniniumfabrik Friedrich Wilhelm Brökelmann. Nach ihrem Abbruch nahm ein Leichtrnetallwalzwerk diesen Platz ein. Gegenüber steht noch die Volkshalle mit dern anschließenden großen BalIsaaI. An der Möhnepforte mit Bogenbrücke dehnt sich die Firma Jast aus. Die Bildmitte beherrscht das große Wohnhaus Mimberg an der Mendenerstraße. Im Schulhaus nebenan, erbaut 1902, wurden die Mädchen unterrichtet. Der kleine Steg irn Vordergrund diente als Waschbrett. An den Möhnewiesen wuschen die Hausfrauen ihre Wäsche , legten sie dort auf die Bleiche , trockneten sie auflangen Leinen und karrten sie dann abends per Handwagen nach Hause.

14. Diese für die damalige Zeit großzügig konzipierte Betonbrücke trat die Nachfolge des alten Holzstegs an. Bei ihrer Einweihung im Dezember 1930 ahnte noch niemand, daß sie nur 13 Jahre überdauern würde. Die gewaltige Flutwelle der bombardierten Möhnetalsperre 1943 zerstörte die Brücke. Und es dauerte bis 1954. dann erst konnte der Verkehr wieder über eine Betonbrücke rollen. Auf diesem Foto sind noch die ausladenden Treppen zu sehen, die zu beiden Seiten zum Möhneufer führen. Rechts im Hintergrund dominiert die wuchtige Fabrik Cosack. Links befindet sich die Koblenhandlung Humpert. In Höhe der beiden Schornsteine reihen sich die Gebäude der Firma BJB aneinander. An der oberen Friedrichstraße liegt di'e Lampenfabrik A. Schulte. Die Andreaskreuze warnen vor der Kleinbahn, deren Schienen hier verlaufen.

15. Über den Fluß an der Möhnepforte stellte seit 1900 diese stabile Stahlträgerkonstruktion die Hauptverkehrsverbindung zwischen Altstadt und Totenberg her. Schwer beladene Fuhrwerke mieden diesen Übergang, da er in den steilen Anstieg zur Mendenerstraße einmündete. Mancher Lausebengel legte auf dieser Brücke seine Mutprobe ab, indem er über die Rundbögen balancieren mußte. Diesem gefährlichen Spiel wurde 1943 ein jähes Ende bereitet, als die Brücke den anprallenden Wassermassen der zerbombten Talsperre nicht mehr standhalten konnte. Bis ins Ohl wurden die schweren Stahlbögen rnitgerissen. Schon lange vor dem Krieg favorisierten die Verkehrsplaner den Ausbau der Verbindung Werlerstraße und Friedrichstraße, so daß an der Möhnepforte eine schmale Holzbrücke für Fußgänger heutzutage völlig ausreicht.

16. Einen reizvollen Biergarten bietet der Gasthof Lattrich seinen Gästen, wie diese Aufnahme Ende der zwanziger Jahre wiedergibt. Viele Neheimer besuchen im Sommer die Gartenanlage. Im Hintergrund befinden sich die Fabrikhallen der Firma Jast. Im Dritten Reich zog hier die 'Hitlerjugend' ein. Da das Gebäude bei der Möhnekatastrophe schwer beschadigt wurdc , rnußte es abgerissen werden. Die beiden Fachwerkhäuser säumen die Möhnepforte; gegenüber fängt eine hohe Mauer den Biergarten ab. So läßt sich die Enge zwischen den Bauten an der ehemaligen Hauptverkehrsstrecke zwischen Altstadt und Totenberg errnessen. Beladene Fuhrwerke können die steile BrückenstraBe, wie die Möhnepforte zunächst hcißt, nur unter großen Mühen passieren. Oft benutzen sie eine seichte Furt neben dem Holzsteg an der Friedrichstraße, rund 150 Meter flußaufwärts.

17. Vom Turm des Rathauses gleitet der Blick über eine Partie der Unterstadt hin. Das Eckhaus zur Friedrichstraße gehört Ernst Patrzek. Neben dem folgenden Geschäftshaus verläuft die lange Fabrik Cosack 'arn Wasser', hinter der die Straße in einem sanften Bogen zum Totenberg ansteigt. Das Foto stammt aus den dreißiger Jahren, da die neue Brücke bereits fertig zu sein schcint. Den Häusern am unteren Totenberg sind nur noch wenige Jahre vergönnt. Sie werden in der Möhneflut 1943 mitgcrissen. Dasselbe Schicksal ereilt die Volkshalle. die hinter den Pappeln verborgen liegt. Auch das Firmengelände von FWB, auf dem vor allem das hohe Industriebauwerk ins Auge sticht, bleibt nicht vom Wasser verschent. An der Mendenerstraße reihen sich die Häuser der Familien Hovestadt, Steinau, Strucken und Muhr aneinander.

18. Rund neunzig Jahre trennen dieses recht verblaßte Foto vom Neheim heutiger Zeit. So sieht die Stadtmitte vom Hotel 'Zum Adler' an der Langen Wende aus. Das Rathaus, die Kirche in der Übergangsphase und das St.-Johannes-Hospital mit Kapelle steehen aus der Häuservielfait heraus. Hinter den kleinen Gärten der Bauten an der Goethestraße zieht sich der Schienenstrang der RLE hin. Unterhalb des Krankenhauses wird der großc, dazugehörige Garten angelegt. Am Ende der Poststraße lassen sich gerade noch das Haus Willrners und das Eisenlager von Schönekatte erkennen. Vieles veränderte sich seit damals: Das Krankenhaus hat sich wesentlich vergrößert, die Schienen sind aus dem Stadtbild verschwunden, neue Gebäude entstanden. Doch die große, freie Fläche am Springufer , die gibt es immer noch, heute als Parkplatz.

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