Neheim in alten Ansichten

Neheim in alten Ansichten

Auteur
:   Heike Schmidt
Gemeente
:   Neheim
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5410-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neheim in alten Ansichten'

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19. Vom heutigen St.-Georgs-Pfad ergab sich 1908 dieser Bliek in Richtung 'Postufer'. Auf der Anhöhe spiegelt das Haus Willmers (damals Krüdewagen) einen vertrauten Anblick wider. Mit der Einweihung des Kaiserlichen Postamtes 1889 erhielt das aufstrebende Neheim ein weiteres repräsentatives Gebäude. Pünktlich jeden Morgen und Abend wanderten viele Lehrlinge zu dem roten Backsteinbau , um die Firmenpost abzuliefern bzw. abzuholen. Und schon früher kannten Jugendliche die (Un)Sitte, einladend freie Wände mit entbehrlichen Sprüchen zu beschmieren, sehr zum Ärger der Postbeamten. Nach dem Krieg platzte die Post 'aus allen Nähten'. Der Neubau an der Stembergstraße ermöglichte 1976 den Abriß der alten Post. 1983 begann die Innungskrankenkasse hier mit dem Bau ihrer neuen Unterkunft - wieder in rotem Backsrein.

20. Kaum wiederzuerkennen, aber die Kutschen fahren tatsächlich über die Goethestraße, aufgenommen um 1900 aus der damaligen Post. Ganz rechts erscheint ein Teil des Heiligenhäuschens, das 1986 mittels Stahlkäfig zur gegenüberliegenden Straßenseite versetzt wird, um genügend Freifläche für den neuen Busbahnhof zu erhalten. Das landwirtschaftliche Gerät benutzt der Bauer Röttger. Links oberhalb der Straße führt der Schienenweg der RLE entlang. an dem das Fahrerhaus der Villa Cronenberg im Hintergrund zu erkennen ist. Etwas höher verläuft der HospitaJweg. Durch die Lücke erblickt man 'Arzthaus' und Krankenhaus. Den linken Bildrand beschließt die Lagerhalle Schönekatte. Rechts davon liegt das dunkle Gebäude der Schreinerei Schepp am Springufer. Daneben hebt sich deutlich die sogenannte Trafo-Station am Treppchen ab.

21. Die Hauptverkehrswege Richtung Bahnhof und Hüsten stellten bis in die dreißiger Jahre Poststraße und Lange Wende dar. Um so ärgerlicher waren die Ruhrhochwasser, die die Straßen und das gesamte Binnerfeld in gewohnter Regelmäßigkeit heimsuchten. Erst die verheerende Überschwemmung von 1925 gab den entscheidenden Impuls zum Bau eines Damms. Dieser bewahrt die im Tal gelegenen Häuser und ihre Bewohner vor Schaden. Aus dieser Ansicht vor 1915 läßt sich crmesscn, wie leicht die Anwohner des gefährdeten Scktors sich 'nasse Füße' holen konnten. Das Gymnasium ist noch eingerüstet , Baubudcn sind auf dem Vorplatz aufgeschlagen. Das schmale Haus rechts gehörte dern Bauern Röttger , der sich trotz der Hochwassergefahr als erster hier niederließ. Der kleine Pfad links führt zum Springufer .

22. Anfangs verlief hier ein schmaler Feldweg, der auf Plattdeutsch den Namen 'Korter Jan' (kurzer Gang) trug. Urn die Jahrhundertwende erfolgte der Ausbau der heutigen Goethestraße als kürzeste und bequemste Verbindung zum Bahnhof. Die ursprüngliche Bezeichnung 'Poststraße' verdankt sie dem nahegelegenen Postamt. Im Hintergrund mündet sie in die Lange Wende ein, an der das Hotel 'Zum Adler' einen imposanten Blickfang bildet. Die beiden Giebeltürme wurden später entfernt. Elegante Bürgerhäuser und noble Villen mit gepflegten Gartenanlagen reihen sich aneinander. Auch wenn ein Großteil der Bauten an der Goethestraße erhalten blieb, so veränderte das hohe Verkehrsaufkommen sowie die Integration in den Innenstadtbereich rnit Busbahnhof', Kino und Parkplätzen in Geschäftsnähe den Charakter der gediegenen Straße völlig.

NEHE/N. Bahnhofstrasse

23. Die Lange Wende bildet eine der ältesten Ausfallstraßen Neheims. Wegen der großen Steigung wird diese Partie 'Binholds Ufer genannt. Oft kommen die Pferde der schwerbeladenen Fuhrwerke hier arg ins Schwitzen. Ende der dreißiger Jahre bietet die neue Stembergstraße eine Entlastung vom zunehmenden Verkchr. Rechts hinter der Mauer verbirgt sich die Villa des Fabrikanten Jaeger. Der Eingang liegt zum Hospitalweg. 1952 errichtet die Deutsche Bank auf dem vorderen Teil des Grundstücks eine Filiale. Rechtsanwalt Binhold bewohnt das nebenliegende Haus (später Blumenhandlung Pickenhain). Dann folgen die Geschäfte Aufmhoff und Schölling. Die vorstehende Häuserzeile beginnt mit dem Gasthof Wulhorst (später Franke). Im hinteren Gebäudetrakt erhält man am Fahrkartenschalter die Billets für die 'Bimmelbahn'.

Neheim. Bahnhofstraße

24. Auf dieser Ansicht um 1925 schweift der Bliek hoch bis zum türmchengekrönten 'Westfälischen Hof' an der Hauptstraße. Rechts neben der Apotheke zweigt das Ringufer ab. Schräg gegenüber befindet sich das Geschäft Schölling. Nebenan bietet A. Aufmhoff Textilien an. Die Faorik Binheld. die die ganze obere Lange Wende einnahrn, wird nach ihrem Brand 1902 nicht wiederaufgebaut. An ihrer Stelle entstehen freundliche Wohn- und Geschäftshäuser , so daß sich dieser Bcreich mit seinem breiten Bürgersteig zu einer modernen Einkaufszone mausert, dessen Fortschrittlichkeit sich nicht zuletzt in der Installation eines der ersten Süßigkeitenautomaten in der Stadt zeigt. Dieses neue Gerät fasziniert die Kinder um 1910 so sehr, daß ältere Neheimer bis heute ein Liedchen über diesen Automaten in Erinnerung behalten haben.

25. Im Jahre 1908 gründete Dr. F. Conen die zweite, die 'Neue Apothcke an der damaligen Ringstraße. Das bis heute erhaltene Ambiente erinnert an eine Zeit, in der man sich dort auf eine Bank setzen konnte, um die Anfertigung der Arzneien abzuwarten. Die erste Apotheke richtere Julius Peiffer um 1834 in Neheim ein, kurz nachdem sich der Arzt Dr. HiJsmann niederließ. Sie lag am Marktplatz in Höhe des heutigen Hauses Heide. 1889 errichtete Pharmazeut Max Peiffer ein neues Gebäude an der Arnsberger Straße, da diese sich als zukünftige Einkaufszone abzeichnete. Sie trägt heute noch den Namen 'Biber-Apotheke', nach dem damals häufig verwendeten medizinischen Präparat Bibergeil. Die Straßenleuchte am rechten Bildrand ist eine Kohlenbogenlampe. Mit Beschluß vorn 9. August 1896 verfügte der Magistrat den Umbau von Petroleumlampen zu elektrischer Beleuchtung in Neheims Straßen.

26. In vergangener Zeit waren mittellose Patienten mangels ärztlicher Betreuung und ungenügender hygienischer Verhältnisse nicht selten im Vorhinein zum Tode verurteilt. Durch die caritative Gesinnung der Erbdrostin Ferdinande von Fürstenberg konnte 1845 ein 'Armen-Kranken-Unterstützungsvcrein' gegründet werden. Dieser Ferdinandinenverein, finanziert durch Spenden wohlhabender Bürger, mietere zunächst ein Haus an der Mendenerstraße vor der Synagoge an und erwarb 1853 das größere Haus Dicke. In der Folgezeit wurde das Bedürfnis nach einern vollwertigen Krankenhaus immer akuter. 1862 fand die Grundsteinlegung am Heuweg statt. Der Ferdinandinenverein unterstützte das neue St.-Johannes-Hospital bis 1923. Das von Vinzentinerinnen betreute Krankenhans wurde seit 1901 bis heute konstant erweitert und modernisiert.

27. Dieser Anblick auf Neheim ergab sich um 1920 vom heutigen Sonnenufer aus bis zur Villa Bremer. Die Region im Vordergrund, durchzogen von einem schmalen Feldweg, wurde 'Am Stemberg genannt. Der Weg Richtung Bahnhof', lediglich von Fußgängern zu nutzen. ist in den zwanziger und dreißiger Jahren bis zur Straße 'Dicke Heckc' ausgebaut worden. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Weiterführung der heutigen Stembergstraße bis zur Ruhrbrücke. Die linke Bildhälfte nimmt die Möbelfabrik Ostermann ein. Dahinter sind die Dächer der Ruhrlackwerke zu erkennen. Verborgen hinter Häuserfassaden entwickelte sich im Laufe der Jahre die breite Schneise zwischen Langer Wende und Stembergstraße zu einer wenig attraktiven Aneinanderreihung von Fabrikanlagen. Erst seit den siebziger Jahren wurde der Ausdehnung des Industriegebietes Einhalt geboten.

28. Dies idyllische Domizil gehörte dern bedeurenden Erfinder und Fabrikanten Hugo Bremer. Er karn 1892 als Ingenieur nach Neheim. Dank zahlreicher Patente auf Verbesserungen an Maschinen sowie auf Einzelkonstruktionen erwarb er ein beachtliches Vermögen, das ihm Weltreisen im großen Stil ermöglichte. Der Unternehmer gewann Zutritt zur High Society in aller Welt. Später verlor der eigenbrötlerische Mann durch eine schlechte Finanzpolitik fast sein gesarnies Kapital. Bremer starb einsam am 19. April 1947 und geriet ziernlich in Vcrgessenheit. Das weitläufige Anwesen, hier eine Ansicht von 1908, verfiel zusehends. Erst die 1963 nachträglich verliehene Ehrung, die 'Diesel-Medaille in Gold', rückte Bremers Andenken ins Bewußtsein der Neheirner Stadtväter. Heute wird sein Andenken sehr viel intensiver gepflegt.

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