Neheim in alten Ansichten

Neheim in alten Ansichten

Auteur
:   Heike Schmidt
Gemeente
:   Neheim
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5410-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neheim in alten Ansichten'

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29. Daß Hugo Bremers Sinn für Ästhetik nicht allein in der Architektur seines Anwesens zum Ausdruck kam, bezeugt diese Aufnahme seiner Fabrik, die vom Turm der Villa entstanden sein muß. Sie lag direkt hinter und neben dem Hotel 'Zum Adler'. Der Unternehmer besaß eine florierende Knopffabrik, die ihm den finanziellen Spielraum für seine umfangreichen Experimente gab. 1900 trat Bremer mit der Weiterentwicklung des Flammenbogenlichtes hervor, das auf der Pariser Weltausstellung große Anerkennung fand. In St. Louis (Missouri, USA) bekam Bremer auf der Weltausstellung 1904 den Grand Prix verliehen. Durch die Verbesserung der Laufkette an Kriegstanks gelang Bremer eine weitere wichtige Erfindung, deren Bedeutung jedoch vom Kriegsministerium zunächst nicht gewürdigt wurde. Das exzentrische Wesen des Erfinders ließ ihn schon zu Lebzeiten zu einem Sonderling werden.

30. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden in Neheim fünf Mühlen betrieben , die alle vom Wasser des Mühlengrabens profitierten und nahe der Möhnepforte lagen. Am 27. Februar 1908 brannte die durch Brökelmann 1832 neuerbaute ÖI- und Walkmühle ab. Das Feuer war so gewaltig, daß die benachbarte Sägemühle, die Lohmühle , die Getreide-Mühle und die Firma Westermann extrem gefährdet waren. An eben dieser Stelle legte F.W. Brökelmann den Grundstein für seine Aluminiumlabrik. die Haus- und Küchengeräte herstellte. Auf dem Gebiet der Aluminiumverarbeitung betrat der Fabrikant völlig neuen Boden. Die Firma entwickelte sich gunstig. Die von Brökelmann 1915 gekaufte und abgerisscne Sägernühle bot die Möglichkeit zur Expausion. Die innovativen Kräfte des Unternehmers gaben nicht nur dem industriellen Sektor entscheidende Irnpulse , sondern beeinflußten das gesamte öffentliche Leben Neheims.

Neheim, Friedrichstrll8le 7

31. Das herrschaftliche Wohnhaus des Industriellen Friedrich Wilhelm Brökelmann stand auf dem heutigen Marktplatz schräg gegenüber Haus Risse. Die vom damaligen Burgermeister Otterstedde 1797 erbaute Villa entging dcm verheerenden Brand 1807. da sie an der Peripherie der Stadt lag. Baumeister Augustini, ein Schwiegersohn Brökelmanns, nahm beim Kauf des Hauses 1870 tiefgreifende Umbaumaßnahmen vor. 1894 siedelte die Familie Wilhelm Brökelmann in die neue Villa an der Ringstraße 16 um (seit den fünfziger Jahren Bauamt, seit den sechziger Jahren Schulräume). Die Familie Friedrich Brökelmann zog in das Domizil aru Marktplatz. 1959 erwarb die Stadt das alte Brökelmannsche Anwesen zum Abbruch und brachte dort zunächst einen Teil der. Verwaltung provisorisch unter. Obwohl ältestes Haus vor dem früheren Stadttor, Obertor genannt , wurde es im Oktober 1968 dem extrem zunehmenden Verkehr geopfert.

32. Dieser Bliek auf die Brökelmannsche Villa aus der heutigen Johannesstraße ergab sich 1911. Zunächst lebte hier Gisbert Brökelmann mit Familie, später sein Bruder Adolf. Ihr Vorfahr betätigte sich als einer der Pioniere in der Lampenindustrie. Eine fruchtbare Kooperanon gelang, als sich 1867 Brökelmann mit G. Busse und F. Jaeger zu einer ncucn Firma verband, die anfangs komplette Lampen herstellte. Bei einern Brand wurden sämtliche Gießformen vernichtet, wornuf man die Produktion umstellte: Die Firma gewann durch die Massenfabrikation des neuartigen Kosmosbrenners Weltruf. Mit sensiblem Gespür für neue Trends verlagerte man spater den Schwerpunkt zugunsten der Lieferung von Zubehörteilen. seit 1924 speziell von Fassungen. Das Brökelmannsche Anwesen mit ausgedehntem Park ging in den achtziger Jahren in städtische Hand über. Die Villa wurde von einer Bauherrengemeinschaft übernommen.

33. Neheim reifte vom ärmlichen Ackerbaustädtchen zu einem aufstrebenden Ort mit expandierender Industrie und regem Handel heran. Daher lag 1851 die Gründung einer Sparkasse nahe , für die sich namhalte Einwohner wie Dinslage oder Cosack einsetzten. Zunächst wurde eine Geschäftsstelle an der Hauptstraße 6 cingerichtet. 1884 wechselte man ins Rathaus, 1902 ins neue Rathaus an der Kirche. Seit 1920 wurden die Geschäfte im chernaligen Ladenlokal Wiese an der Möhnestraße geführt. Dern zunehmenden Publikurnsverkehr konnten die Räumlichkeiten bald nicht mehr genügen. 1929 erwarb die Sparkasse ein Grundstück an der Goethestraße. Anfang 1930 konnte der Neubau bezogen werden. Im spitzgiebligen Gebäude nebenan war eine Filiale der Reichsbank untergebracht. Es wird heute von der Sparkasse genutzt.

34. Mit der Eröffnung der Ruhrtalbahn 1870 und der Ruhr-Lippe-Eisenbahn 1898 brachen moderne Zeiten in der Verkehrsentwicklung an. Neheim und Hüsten erhielten wegen der geringcn Entfernung zueinander einen gemeinsamen Bahnhof, weit außerhalb der Orte gelegen. Infolgedessen mußten Fußgänger , eventuell einen schweren Koffer tragend, von beiden Richtungen aus einen langen Marseh bewältigen, ehe sie den Bahnhof erreichten. Deun manch einer sparte sich gern die paar Pfennig für eine Fahrkarte mit der RLE, deren Schienen zum Kleinbahnhof links im Bild verlaufen. Der Staatsbahnhof (diese Aufnahme stammt etwa von 1908) verband die Hauptstrecke Köln-Kassel-Leipzig. Daher hielten wesentlich mehr Züge an der Station als heute. Das gut entwickelte Verkehrsnetz trug einen erheblichen Teil zum Ansiedeln der Industrie bei.

35. Seit 1907 ist das Kleinbahnschienennetz Richtung Arnsberg, seit 1900 Richtung Sundern und zur Haar voll ausgebaut. Regelmäßig verkehrt 'Pengel Anton'. wie die Neheimer den Zug getauft haben, und verbindet das Sauerland rnit Hellweg und Lippe. Der Schiencnstrang verläuft ruitten durch die Stadt. Haltestellen sind 1In der Möhnestraße eingerichtet, eine weitere heißt 'Neheim Stadt. Die Neheimer sprechen von dem hier um 1915 fotografierten Gebäude nur als dem 'evangelischen Bahnhof'. 1913 erfolgt die Erweiterung der Schmalspur auf Normalspur mit Dreischienenbetrieb. Den Omnibuslinienkraftverkchr betreibt die RLK seit 1925. Doch kann die einst ein hohes Maß an Mobilität im Nahverkehr garantierende RLK mit den Autos und Bussen nicht mehr konkurrieren. Ende Mai 1964 tritt 'Pengel Anten' zur Abschiedsfahrt an.

36. Als einer der wichtigsten Handelswege wird die Möhnestraße bereits 1849 fest ausgebaut. Dieses Foto von 1902 zeigt links das spätere Geschäftshaus von C. Wiese, in dem gerade das Manufakturwarengeschäft Vogt wegen Umzugs mit herabgesetzten Preisen wirbt. Der Bauzaun verdeckt fast die Einmündung zur Schobbostraße. Das Fachwerkhaus rechts stammt noch aus der Bauphase von 1807. Um 1918 entsteht hier ein großes Geschäftshaus mit der Engel-Drogerie (Binhold). Ebenfalls nach dem Brand 1807 erbaut J. Hillebrand das folgende Gebäude , das in den dreißiger Jahren durch ein geräumiges Geschäftshaus ersetzt wird. An der Kirche vorbei fällt der Bliek auf das Stoffund Textilgeschäft Rosenthal. Die hohen Leitern an den Masten weisen auf die seit April 1895 eingeleitete Elektrifizierunghin.

Neheim rartle an der M6hne.

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37. Bereits über ein Jahrhundert existiert dieser reizvolle Spazierweg am Möhneufer zur Schlacht hin, wo dem Fluß das Wasser für den Mühlengraben entnommen wurde. Dieser lieferte die Energie zunächst den Mühlen, später auch anderen Industrieanlagen. Obwohl auf 1917 datiert, entstand diese Ansicht früher. Es fehlt nämlich ein Neheimer Wahrzeichen: der große Turm der St.-Johannes-Kirche. Hier sind noch der ehemalige Westteil nebst niedrigem Turm und der 1893 angefügte Erweiterungsbau mit den Osttürmen abgebildet. Rechts der Kirche erhebt sich das Rathaus. Zahlreiche Fabriken siedelten sich entlang des Mühlengrabens an. Zu erkennen sind: BJB, Cosack, FWB und Westermann. Seit 1898 besaß Neheim einen städtischen Schlachthof, ganz links im Bild zu finden. Im anschließenden Wohnhaus lebte der Tierarzt Dr. Lange.

Neheim

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38. Die Friedrichstraße folgt etwa dem Verlauf der mittelalterlichen Stadtbefestigungsanlage. Nach dem Brand 1807 rückt sie ins Zentrum der neu angelegten Stadt. Ihren Namen erhält sie 1899, verliehen zu Ehren des Unternehmers Friedrich W. Brökelmann. Seit 1898 verläuft die Gleisstrecke der RLE durch diese Straße, die sich Jahre später zu einern kornplizierten Verkehrsknotenpunkt entwickelt, in dem die Kleinbahn zum Verkehrshindernis wird. Auf dieser Ansicht von 1908 erstreckt sich rechts das Schuhhaus Grüterich, das zusammen mit dem attraktiven Hotel 'Zur Post' den Anfang der Hauptstraße bildet. Die Abzweigung zur Burgstraße t1ankiert das seit 1807 im Familienbesitz gebliebene Geschäftshaus Beste. Das folgende Gebäude , errichtet von Bürgermeister C. Otterstedde , prägt heute als 'Haus Risse' den Eingang zur Marktpassage.

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