Neheim in alten Ansichten

Neheim in alten Ansichten

Auteur
:   Heike Schmidt
Gemeente
:   Neheim
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5410-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neheim in alten Ansichten'

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39. So geruhsam präsentiert sich der Alltag auf der Apothekerstraße 1902. Im Fachwerkhaus links bedient der Gastwirt Lichte seine Gäste. Rechts im noch unverputzten Eckhaus, erbaut 1900. sind die Bäckerei Wiese und in den oberen Stockwerken das Hotel Nies untergebracht. Gegenüber liegt die Metzgerei Bauer. Dann folgt das große Geschäftsgebäude Heide. Das dritte , mit Holzschindeln beschlagene Haus gehört Feinkost-Albert (ehemals Drogerie Kissing). Hinter der Kirche ist ein Teil der Johannesschule sichtbar. In den fünfziger Jahren nimmt dieses Gebäude das katholische Vereinshaus auf. Im Fachwerkhaus am Ende der Straße gehen die Kinder unter Lehrer Hockelmann zur Volksschule , 1917 muß das noch von 1807 stammende, sozusagen 'mitten im Weg stehende' Haus dem neuen Pausenhof der St.-Johannes-Schulc weichen.

Neheim, Arnsbergerztrasse.

40. Auch ohne Fußgängerzone können die Passanten 1905 noch mitten über die Hauptstraße spazieren. Aus dem Fachwerkhaus rechts geht später das Geschäftsgebäude Schulte-Winnen hervor. Der rote Backsteinbau nebenan entsteht gleichzeitig mit der Kirche und beheimatet das Pastorat der St.-Johannes-Gemeinde. Im Gegensatz zu den meisten modernisierten Geschäftsfassaden blieb die ursprüngliche Architektur bis heute erhalten. Irn Hintergrund erheben sich Rathaus und Kirche , letztere noch in bescheidener Höhe , denn der Kirchturm läßt noch sieben Jahre auf sich warten. Links im Bild ist das Hotel 'Michaël Meier' festgehalten. Mit dem Abriß des Gastronomiebetriebs im Juni 1966 geht wieder ein Stück Neheimer Tradition verloren. Längst verschwunden sind ebenfalls die einladenden Haustreppen mit den gemütlichen 'Pröhleken '-Bänken.

41. Stolz verkünden die Neheimer im Centralen Volksblatt vom 5. März 1903 die Vollendung des neuen Rathauses am Wallgarten. Man verweist auf die wohlgelungenen Spätrenaissanceforrnen mit dem aparten Turrn, die der sehr modernen Stadt ein Stück mittelalterlichen Gepräges verleihen. Der beschränkte Bauplatz sei mit Geschick ausgenutzt worden, so daß das Rathaus den Eindruck erwecke. als habe es seit mehr als zwei Jahrhunderten dort gestanden. Auch der Humor käme durch die Figur des 'Steuerzahlers' nicht zu kurz. Ein neuer Flächennutzungsplan machte den Rathausabriß 1969 unumgänglich. Viele Neheimer äußerten damals ihren Unmut, wurden sie doch lediglich durch einen großen, häßlichen Parkplatz für den Verlust entschädigt. Erst jctzt, nach zwanzig Jahren Sanierung, kristallisiert sich eine gewisse Notwendigkeit des rüden Eingriffs ins heimatgeschichtliche Bauwesen hcraus.

42. Zu den bemerkenswerten Bauwerken Neheims zählt das Amtsgericht an der damaligen Ringstraße (Bauphase von 1893 bis 1895). Von 1802 bis 1893 tagten die Gerichtssitzungen im Fresekenhof. Mancher Neheimer kann sich noch erinnern. wie die Häftlinge im Innenhof des Amtsgerichtes das Gras zwischen den Pflastersteinen rupfen mußten. Der tragische Fluchtversuch eines Inhaftierten blieb besonders im Gedächtnis haften: Dieser ließ sich vom Wärter Schreibzeug bringcn, schlug ihn nieder und flüchtete - aber den falschen Weg - nach oben. Da der nur leicht verletzte Aufseher ihm dicht auf den Fersen war, stieß der in Panik Geratene das kleine Rundfenster hoch oben ein und stürzte hinaus. Er starb vor den Augen der Rückkehrer von der Fronleichnamsprozession .

43. Zunächst müssen sich die Schüler des 1852 initiierten Gymnasiums mit einem angemieteten Raum irn Eckhaus Vickerrnann an der Hauptstraße begnügen. Nach mehreren Umzügen können die Jungen das 1889 erbaute Progymnasium am Engelbertplatz belegen. Links verläuft die heutige Schwester-Aicharda-Straße. Der Umzug der sich stetig vergrößernden Bildungseinrichtung zur Goethestraße ermöglicht erst der evangelischen Schule , 1921 den Ursulinen die Übcrnahme des Gebäudes. Längst abgebaut sind heute die Differenzierungen in alt- oder neusprachliche und mathematisch-naturwissenschaftliche Gymnasien, die Barrieren zwischen Jungen- und Mädchenschulen. Auch die damals üblichen Tellermützen mit verschiedenfarbigen Bändern, die das jeweilige Schuljahr symbolisierten, allerdings auch das gefürchtete 'Pappenbleiben", sind aus dem Straßenbild verschwunden.

NEHEIM i. W. Gymnasium.

44. Aus der 1852 gegründeten höheren Knabenschule entwickelte sich die 1889 bezogene Rektoratsschule am Engelbertplatz. Nach langwierigen Verhandlungen konnte infolge des großen Schülerandrangs die Bildungsanstalt 1914 zu einern Realgyrnnasium erweitert werden. Infolge der neu hinzugekommenen Klassen reichte das alte Gebäude bei weitem nicht mehr aus. Mit dem neuen Gymnasium an der Poststraße bezogen die Schüler 1915 dann eines der großzügigsten Gebäude der Stadt. Bis auf das Türmchen (als Sternwarte genutzt), das nach einern Brand nicht wieder errichtet wurde , hat sich die Fassade der Schule bis heute kaum verändert. Von 1939 bis 1955 war sie als Lazarett bzw. Besatzungsgebäude belegt. 1961 wurde ihr der Name Franz-StockGymnasium vertiehen in ehrendem Andenken an den Neheimer Priester.

45. Im Jahre 1879 erfolgt die Gründung einer höheren Töchterschule , die bereits 1905 wegen sinkender Schülerinnenzahlen schließen muß. 1920 starten die Werler Ursulinen einen zweiten Versuch und belegen ein Schulgebäude an der Friedensstraße. 1921 ziehen sie in die Rektoratsschule am Engelbertplatz um. Mangelhafte Ausstattung und akute Raumnot lassen 1928 den Entschluß zum Bau des St.-Ursula-Lyzeums am Müggenberg reifen. Diese Aufnahme von 1930 zeigt das gerade vollendete Kloster. Durch die moderne Bildungseinrichtung erhält Neheirn die zweite Turnhalle. Die 'braune ' Regierung erwirkt 1941 die Zwangsenteignung der Schulräume. Ab 1946 können die Ordensschwestern wieder den Schulbetrieb übernehmen. Seit 1962 begleitet das St.-Ursula-Gymnasium seine Schülerinnen nicht mehr nur bis zur 10. Klasse, sondern kann die Abiturprüfungen selbst abnehmen.

46. Eine Turmbesteigung des neuen St.-Ursula-Lyzeums ermöglicht diese Aussicht auf Neheims Oberstadt um 1930. Im Vordergrund erstreckt sich die Graf-Gottfried-Straße, gekreuzt von der Engelbertstraße. Das auffällige Gebäude in der Bildmitte läßt sich als die 1904 erbaute Marienschule an der Mitteistraße identifizieren , heute besser bekannt als Michaelsschule an der Schulstraße ('rote Schule'), Das helle Gebäude am rechten Bildrand stellt die Villa Brökelmann an der Karlstraße dar. Links vom Kirchturm fällt ein Gebäude mit vielen Fenstern auf: das Sr.-Johannes-Hospital. Auf dem heute freien Engelbertparkplatz steht noch das 'alte Lyzeum'. Im Oberstadtbereich haben sich vorwiegend Mehrfamilienhäuser mit kleinen Gartenanlagen durchgesetzt, vermutlich als Reaktion auf den Wohnungsmangel der rapide ansteigenden Bevölkerung.

47. Mit gewisser Verwunderung läßt sich das rührige Vereinsleben in einem ansonsten eher beschaulichen Neheim der Jahrhundertwende feststellen. Neben zahlreichcn kulturellen Verbänden, die sich in Gesangs- oder Theateraufführungen profilieren, entstelren gleichzeitig diverse Sportgemeinschaften. Unter anderem sorgen Kegel- und Angelverein , Wandervogeloder SkiC!ub für Entspannung in der Freizeit. Auch Fußbalvereine und die Riegen des Turnvereins von 1884 erfreuen sich regen Zuspruchs. So nimmt es nicht wunder, daß die sportlichen Darbietungen anläßlich der Einweihung des 1929 vollendeten Waldstadions große Beachtung hervorrufen. Zahlreiche Sportler führen auf dem neuen, oberhalb des Freibades gelegenen Platz ihr Können vor. Viele der damals ins Leben gerufenen Vereine existieren heute immer noch.

48. Mit dem industriellen Aufschwung ging eine Fülle an sozialen Neueinrichtungen einher. So wurde bereits 1863 eine städtische Liegehalle für gesundheitlich schwache Kinder auf Bergheim angelegt. Mit besonderem Stolz verwiesen die Neheimer auf den 1926 eröffneten Schwirnm- und Luftpark Schwicdinghausen, hier in einer Teilansicht um 1930. Die weitläufige Anlage umfaßte einen Turn- und Spielplatz , eine Liegewiese , ein großes Schwirnm- und Plansebbeeken sowie ein von Erlen umsäumtes Staubecken. Vor der Gründung dieser komfortablen Sportstätte ging man in Ruhr oder Möhne baden, ein für ungeübte Schwirnrner gefährliches Vergnügen. Außerdem bestand vor 1926 eine kleine Badeaustalt am Mühlengraben (etwa in Höhe der Firma Honsel). Der hohe Eintrittspreis ließ jedoch viele Badefreudige die kostenlose Abkühlung in Ruhr oder Möhne vorziehen.

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