Neheim in alten Ansichten

Neheim in alten Ansichten

Auteur
:   Heike Schmidt
Gemeente
:   Neheim
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5410-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neheim in alten Ansichten'

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49. Die vor über dreihundert Jahren untergegangene Ortschaft Bergheim läßt sich bis ins 8. Jahrhundert nachweisen. Im Mittelalter fallen die Höfe durch Verkäufe nach und nach an Neheim. Als letztes geht 1657 das von H. von Melschede 1432 erworbene Gut endgültig in Neheimer Besitz über. Die Höfe werden aufgegeben, und Bergheim überdauert nur noch als Flurname, bis 1904 tief im Wald das 'Haus Bergheim des Fabrikanten Schmitz-Scholl entsteht. Hier die Villa um 1910, mit deren Erbauung die Entwicklung eines neuen Ortsteils verknüpft ist. Die eigentliche Siedlerarbeit beginnt 1920, noch ohne Strom- und Wasserversorgung. Schon damals schließen sich die Siedler zu einer Interessengemeinschaft zusammen. Die zweite Bauphase setzt in den dreißiger Jahren ein. Heute wächst Bergheim fast mit dem Ortsteil Bachum zusammen.

50. Von Bergheim im Nordwesten eröffnet sich in den zwanziger Jahren dieses Panorama Neheims. Rechts im Hintergrund erstreckt sich der noch fast völlig unbebaute Müggenberg/Rusch. Lediglich zwei große Wohnhäuser am Sonnenufer nahe der Odenhausener Kapelle bilden den Anfang. Davor ist das Hotel 'Zum Adler' zu erkennen. Als markante Orientierungspunkte sind das Gymnasium, die evangelische und die katholische Kirche sowie FWB zu nennen. Das Waldstück vor der Kirche verdeckt die Altstadt. Der Bereich am Neheimer Kopf liegt noch weitgehend brach. Im Vordergrund reihen sich die Rückfronten der Häuser im Ohl aneinander. Zwischen dem Buschwerk fällt der Bliek auf ein Stück des Eisenbahndamms. AuffaUend viele hohe Schornsteine bestimmen die Silhouette des Stadtbildes , die nicht allein von Industrieanlagen, sondern auch von Ziegeleien stammen.

51. Bis 1665 reichte die Tradition der Odenhausener Kapelle auf dem Gebiet des untergegangenen Gutes Odenhausen zurück. Es befand sich an der Ruhrbrücke , nahe der BahnhofstraBe. Der rapide Verfall und eine veränderte StraBenführung mit Verlegung der Brücke am Bahnhof veranlaßten den Kirchenvorstand 1890 zur Aufgabe der Kapelle. Die Wahl des neuen Standortes fiel auf das Sonnenufer, wo im September 1892 die Einweihung vollzogen werden konnte. Seitdem bildete die Kapelle das Ziel der alljährlichen Apolloniaprozession. Ursprünglich lag die Kapelle weit vor der Stadt, vor der Kulisse eines ausgedehnten Tannenhochwaldes am Rusch. Das kleine Gotteshaus wurde nur 85 Jahre alt. Den hohen Renovierungskosten fühlte sich die St.Johannes-Gemeinde nicht gewachsen; der Abbruch wurde beschlossen. Heute erinnert ein schlichtes Holzkreuz an die Kapelle.

Neheim Hapelle au] dem Wi~denberge

52. Hoch über dem Möhnetal legt 1852 Pfarrer Münstermann von der St.-Johannes-Gemeinde den Grundstein zum Bau der Wiedenberger Kapelle. Jedes Jahr wird mit der Kreuzprozession (daher auch ihr fast in Vergessenheit geratener Name Kreuzkapelle) der Turnus der traditionellen fünf Prozessionen eröffnet. Die von Bürgern gestifteten Heiligenhäuschen oder Bildstöcke an den Straßen erhalten bei einer Prozession besondere Bedeutung. Sie werden aufwendig geschmückt und durch kunstvolle Blumcnaltärc, Flaggen und Girlanden ergänzt. Dieser Brauch und die wenigen noch erhaltenen Heiligenhäuschen geraten in der Hektik des heutigen Straßenverkehrs zunehmend in Vergessenheit.

53. Das Entstehungsdatum der ursprünglich der heiligen Walburgis geweihten Fürstenbergkapelle liegt völlig im dunkcln und wird auf Mitte des 14. Jahrhunderts geschätzt. Angeblich soll das Gotteshaus aus Trümmersteinen der ehemaligen Fürstenbergsehen Burganlage errichtet worden sein. Durch Mitglieder des Geschlechts von Fürstenberg und vor allem durch die Bischöfe in Paderborn erfuhr die Kapelle immer eine sorgfältige Pflege. Instandsetzungen, Vergrößerungen und lnncnrestaurierungen bewahrten sie vor dem Verfall. Das Inriere des Kirchleins schrnückt ein schöner Barockaltar. Eine hölzerne Marienstatue hängt vor dern Altar von der Decke herab. Früher wurde von Mai bis Juli täglich eine Glocke geläutet, deren uralte mystcriöse Aufschrift, eine seltsame Buchstabenkombination, bis heute nicht gedeutet werden konnte.

54. Die historisch interessanteste Fundstelle in der Neheimer Umgebung ist der Fürstenberg. Man entdeckte dort Scherben von Haushaltsgerätschaften, die aus karolingischer Zeit stammen sowie die Überreste von Befestigungsanlagen, die verschiedene Zeitabschnitte kennzeichnen: eine altsächsische Flieh- oder Wallburg, die den Siedlern mit all ihrer beweglichen Habe Schutz bot, Fundamenttrümmer einer mittelalterlichen Herrenburg und die um 1280 auf 'Richters Köpfchen' erbaute 'Vorstenburg' ,die um 1344 endgültig zerstört wurde. Ihren neuen Stammsitz verlegte die Familie von Fürstenberg von 'Richters Köpfchen' nach Ense-Bremen auf die Wasserburg Waterlappe. Laut B. Bahnschulte, einem eifrigen Heimatforscher, trug die vorspringende Bergnase den Namen 'Richters Köpfchen', weil dem kurfürstlichen Richter zu Wer! die Holznutzung dort zustand.

55. Politische und wirtschaftliche Veränderungen ließen neben der zu Beginn des 19. Jahrhunderts überwiegend katholischen Gemeinde die evangelische Glaubensgemeinschaft stetig anwachsen. Zunächst hielten die Lutheraner ihre Gottesdienste in Privathäusem ab und wurden von Arnsberg behelfsmäßig mitbetreut. Dank der Intervention Brökelmanns und der Spenden durch König Wilhelm I. konnte Neheim 1862 die Einweihung der Christuskirche feiern. Das hier um 1908 abgebildete Gotteshaus besteht aus Effenberger Bruchsteinen. Das Miteinander der beiden Konfessionen gestaltete sich anfangs schwierig. Mit dem Erstarken der Evangelischen Gemeinde wuchsen Diskriminierungen und Problerne: Die Kinder neideten sich gegenseitig ihre Feiertage, verprügelten sich, sangen Spottlieder auf die Andersgläubigen. Ehen wurden nur unter größten Schwierigkeiten zwischen Angehörigen beider Konfessionen geschlossen.

EHEIM a. d, Ruhr

Kath. Kirche u. RathalJs

56. Die katholische Kirche wurde nach der Feuersbrunst von 1807 nicht mehr im alten Zentrum aufgebaut. Als neuen Standort wählte man den heutigen. weit vor der Stadt. Das Bauvorhaben verzögerte sich durch den von der preußischen Regierung ins Sauerland beorderten Freiherrn von Vincke , der einen Baustop anordnete. Er bewertete die Planung als zu klein angelegt. Erst durch die Intervention des Kronprinzen Friedrich Wilhelm erfolgte 18]8 die erneute Grundsteinlegung zum Bau eines schlichten Gorteshauses im Basilikenstil. Berelts 1893 wurden ein neues Chor, das Kreuzschiff und zwei Seitentürme von 41 m Höhe vorgebaut. Die Pläne für den westtichen Teil mit dem 83 m hohen Hauptturm konnten 19]2/13 realisiert werden. Zum Schutzpatron der Kirche (wie auch der Stadt) wurde Johannes der Täufer ausersehen. Der stattlichen Höhe entsprechend verlieh man der Kirche im Volksmund den Titel 'Sauerländer Dom'.

Kirchplatz

EtiEIJ

57. Um die Jahrhundertwende heißt die untere Apothekerstraße sowie die kleine Straße zwischen Gotteshaus und Rathaus 'Kirchplatz. Erst in den vierziger Jahren verleiht man ihr den Namen 'Am Wallgarten' - in Erinnerung an die großen Obst- und Gcmüsegärtcn, die einst in dem Gebiet vor der Stadtmauer lagen. Auf diesem Foto um 1905 nimmt der schlichte , niedrige Westturm der St.-Johannes-Kirche von 1819/20 noch keine herausragende Position ein , denn ebenso hoch wirkt die Kuppel des neuen Rathauses. Im mittleren Gebäude , der sogenannten Vikarie , wohnen Angehörige der Pfarrei wie Priester oder Organisten. Im rechten Gebäude besuchen die Kinder die Volksschulc. Im Erdgeschoß wird später eine Kinderverwahrschule cingerichtet. Diese mit einem heutigen Kindergarten vergleichbare Institution leiteren Vinzentinerinnen .

58. Anläßlich eines Volksfestes sammeln sich um 1905 zahlreiche Vereine zu einem langen Festzug. Viele Zuschauer in Festtagskleidung säumen die Haupt- und Friedrichstraße. Rechts marschicren die Herren gerade am Rathaus vorbei. Der flache Zwischenbau wird spater durch den Anbau der Polizei ersetzt. Das große Eckhaus nannte sich noch Hotel 'Zur Post', nach dem nahegelegenen Kaiserlichen Postamt. 1938 hält das Ehepaar Grewe Einzug in das Gebäude und erlangt mit seinent 'Café Grewc' einen ausgezeichnctcn Ruf. Die untere Etage wird umgebaut. Hier versergen das Tabakgeschäft Aha und der Milchladen Brüseken ihre Kundschaft. Seit den fünfziger Jahren muß dieses Karree. Gebäude nach Gebäude , dem zunehmenden Verkehr weichen. Hingegen prägen die beiden Häuser im Hintergrund noch immer das Zentrum: Es sind links Haus Beste, rechts Haus Risse.

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