Neu Wulmstorf in alten Ansichten

Neu Wulmstorf in alten Ansichten

Auteur
:   Wilhelm Marquardt
Gemeente
:   Neu Wulmstorf
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1029-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neu Wulmstorf in alten Ansichten'

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9. Damit den feuchtschweren, gewichtigen Torfsoden in Sonne und Wind die Nässe genommen wird, werden sie zu Stuken mit 12-16 Soden zum Trocknen aufgestellt, wie hier im Rübker Moor. Sind die oberen Schichten trocken, wird geringelt, das heißt die oben getrockneten Soden kommen nach unten und umgekehrt. Dieses Torfringeln muß wiederholt werden. Im Mittelniederdeutschen (1200 bis 1650) bedeutete das in weiblichem Geschlecht gebräuchliche Wort stuke schlichtweg Haufe oder auch Stoß. Wir kennen das Tätigkeitswort 'jemand zurechtstuken' noch.

10. Die gefürchteten Moorbrände entstanden immer durch fahrlässiges Verhalten von Menschen, wenn sie bei Arbeiten im Moor das Feuer zum Aufwärmen von Speisen nicht gründlich gelöscht oder noch glimmende Reste vom Tabaksgenuß achtlos auf den sehr leicht entzündbaren Boden geworfen hatten. Hier wird ein Moorbrand im Hohen oder Harzmoor bei Rübke um 1910 gezeigt, bei dessen Bekämpfung der Wachtmeister Anweisungen erteilt. Einer der verheerendsten Moorbrände wird aus dem Jahre 1881 überliefert.

11. Im zweiten Band der Chronik Neu Wulmstorfs wird die Geschichte der Schulen der Gemeinde behandelt. Den Bau der ersten Schule an der Schifferstraße genehmigte die Königliche Regierung Lüneburg mit dem hier wörtlich wiedergegebenen Hinweis 'Im Moordorf Neu-Wulmstorf wird eine Schule errichtet' am 12. April 1886. Nach den Michaelisferien 1889 begann in diesem Gebäude, dem unteren Teil auf dem Foto, der Unterricht. Hier wird das Schulhaus nach der 1926 erfolgten Aufstockung und der Einrichtung eines zweiten Klassenzimmers gezeigt mit zwei Lehrerwohnungen oben.

12. Wer dieses Lichtbild aus dem Jahre 1912 mit denjungen Leuten aus Neu Wulmstorf anschaut, die sich zum Erntefest mit den hübschesten Kleidern und den neuen Anzügen nebst Schlapphüten und 'steifen' Hüten festlich geschmückt haben, sollte neben der damaligen recht interessanten Mode aber auch den gutdörflichen Gemeinschaftsgeist der gesamten Dorfsjugend erkennen. Die Vorbereitungen zu einem Ernteball begannen mit dem Kranzbinden. Dafür waren die Mädchen verantwortlich. Gemeinsam mit der männlichen Jugend wurde ein Haus mit einer geeigneten Diele gewählt, wo der Kranz aufgehängt wurde. Das Fest fing mit einem Umzug durch den Ort an, und die Kranzträgerinnen zeigten den Einwohnern das Syrnbol des Tages. Neu Wulmstorf war noch ein richtiges Dorf, und die Erntefeste standen ganz im Zeichen eines sich bei allen Einwohnern festigenden Gemeinschaftsgefühls.

13. Dieses Bild gehört zwar noch nicht in die Reihe der 'alten Ansichten' Neu Wulmstorfs, doch handelt es sich um ein bemerkenswertes Haus, dessen Aufnahme in diesen Bildband notwendig erschien. Es zeigt den Beginn einer neuen Zeit in der Geschichte der Gemeinde an, als auf dem ehemaligen Übungsgelände der Wehrmacht - Wulmstorf-Daerstorfer Bredenheide im Hintergrunde der Aufnahme - mit der Bebauung angefangen wurde: Es ist das erste neue Siedlerhaus in diesem Baugebiet südlich der Hauptstraße. Der Sandweg wurde zur Bergstraße ausgebaut, und das Haus führt an dieser Straße jetzt die Hausnummer 7, Besitzer Alfons Heer.

14. Am Sonnabend, dem 13. November 1880 fuhr der erste Zug auf der neuen Unterelbischen Eisenbahn, allerdings nur bis Horneburg. An Daerstorf 'sauste' er noch vorbei. Hier durfte er erst nach Genehmigung eines langersehnten Bahnhofes anhalten, der auf Daerstorfer Grund und Boden errichtet auch den Ortsnamen führte und am 5. Januar 1905 eingeweiht wurde. Nachdem Daerstorf sich am 1. Januar 1970 anschloß an Neu Wulmstorf, wurde etwas früher, am Sonntag, dem 28. September 1969, die Bahnhofsbezeichnung entsprechend geändert.

Daerstor1.

Gasthof zum Bahnhof. H.:J. L.o:1mann.

15. Die Errichtung eines Bahnhofes zwischen Neugraben und Buxtehude an der Untereibisehen Eisenbahn wurde in den vorn Verkehr weit entfernten Dörfern um Elstorf als äußerst dringlich erfunden. Seine Errichtung am 5. Januar 1905 veran1aßte den vorn Lohmannshof in Ketzendorf stammenden und durch seine Heirat mit der Hoferbin Anna Rebecka Lohmann auf den Wilkenshof nach Daerstorf gekommenen Hans Joachim Lohmann im Zuge der Errichtung des Daerstorfer Bahnhofs hier eine Gastwirtschaft zu erbauen, die später Tochter Martha erbte. Die Ansichtskarte stammt aus der ältesten Zeit der Bahnhofsgaststätte an der Straße in Richtung Neu Wulmstorf-Elstorf.

16. Auf halbem Wege zwischen dem Bahnhof Neu Wulmstorf und den ersten Häusern an der Piepe in Rübke liegt im Wulmstorfer Wiesenbereich, umsäumt von einem wahren Hain weißstämmiger Moorbirken, ein einzelnes Gehöft. Es heißt im Volksmunde 'Heisterneest' und wurde schon so benannt, als Jochim Stemmann das Haus 1635 hier erbauen ließ. Man konnte wohl keinen zutreffenderen Namen für den Hof finden, denn wo in den allerhöchsten Bäumen und auf dünnen, schwankenden Ästen und Zweigen das Nest vieler Elstern sich im Winde hin und her bewegt, waren die hübschen, schwarzweißen, manchmal auch diebischen Elstern, die auf Plattdeutsch Heistern heißen, Stemmanns nächste Nachbarn.

17. Aus dem alten Rübke zeigen wir gern ein schönes Bild, das sich den Freunden solcher Ansichten an der Neuenfelder Straße bietet, wenn er den reizvollen Anblick dieser Häuserreihe vor sich sieht. Die Erhaltung der immer wieder an ein Stück Vergangenheit erinnernden Strohdächer verursacht dem Besitzer solcher Häuser allerdings auch manche Sorgen, Aber wer einmal hineinschaut auf den sauberen Flur, in die gemütlichen Dönzen oder kann als Gast den fleißigen Rübkern einen Augenblick bei ihrer Arbeit zusehen, wird empfinden, daß auch hier ini Moor zwischen Marsch und Geest die Liebe zur Heimat kräftige Wurzel geschlagen hat.

18. Die Geschichte der Ortschaft Rübke erzählt über verheerende Sturmfluten aus allen Jahrhunderten der Vergangenheit. Zwar waren mit Beratung und Hilfe der nach hier gerufenen Holländer, die aus den Schrecken stürmischer Überschwemmungen viel Erfahrung mitbrachten, um 1120 die ersten Deiche errichtet, aber Deichbrüche und die Bewohner an den Ufern der EIbe immer wieder beängstigenden Überschwemmungen hielten bis in die jüngste Zeit an. Den Kampf gegen die alles überflutenden Wassermassen mögen zum Vergleich Aufnahmen von 1962 zeigen, weil ältere Bilder fehlen, Das Foto zeigt ein in große Gefahr geratenes Haus, und der Beschauer mag sich eine Vorstellung darüber machen, wie es in den Wohmäumen der betroffenen Familie ausgesehen haben mag.

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