Neu Wulmstorf in alten Ansichten

Neu Wulmstorf in alten Ansichten

Auteur
:   Wilhelm Marquardt
Gemeente
:   Neu Wulmstorf
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1029-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neu Wulmstorf in alten Ansichten'

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29. Aus Rade konnte für diese Bildersammlung das sehr schöne Foto vom Volkmannshof gesichert werden. Hier zeigt sich vor der Dielentür die Familie des Bauern Joharm Joehen Meier (1863-1924). Der Hofname kam im Jahre 1720 durch die Heirat Jacob Volkmanns mit der Hoferbin Maria Marquart nach Rade. Aber berelts 1497 kann ein Vorfahre dieser Hoferbin namens Marquart auf dem Hofe, wo seit 1948 der Familienname Maack erscheint, nachgewiesen werden.

30. Diese alte Straßenwalze hat zwischen 1883 und 1925 dem Verkehr gedient. Sie wurde von vier Pferden über die in mühsamer Arbeit zerkleinerten und zu Grantpflastern hingeschütteten Straßen 'gewälzt', um die Decke für den Verkehr zu festigen, Nun lag sie an der Straße, und der immer stärker werdende Verkehr rauschte in schneller Fahrt auf der Beton- oder Asphaltstraße vorüber. Die Walze trug die Inschrift: Lüneburger Eisenwerk Anno 1883.

31. Für die erste Ansiedlung in Rade - wohl bald nach Beginn unseres zweiten Jahrtausends - war mit Sicherheit der noch heute bestehende Dorfteich von ausschlaggebender Bedeutung. Das Vcrhandensein von Wasser war eine Vorbedingung für die Landnahme sich ansiedelnder Bauern. Im Mittelpunkt des Dorfes Rade wird der alte Dorfteich jetzt noch gelegentlich als Viehtränke benutzt. Um ihn gruppieren sich die alten, schönen Höfe.

32. Wer auf dem Wege aus westlicher Richtung her nach Ohlenbüttel kommt, kann die aus granitenen Findlingssteinen errichteten alten Hofmauern kaum übersehen. Sie bildeten einst die Abgrenzung eines Hofes zur Nachbarschaft und bedeuteten zugleich auch eine Art Schutz, Hinter den Mauern wölbten starke Eichen ihre Kronen schützend über Haus und Hof.

33. Das alte Aldag'sche Gasthaus in Ohlenbüttel, um 1925 ein im guten Sinne ländlich-freundlicher Dorfskrug, in dessen Räumen der Gast sich wohl fühlte und besonders die Ohlenbüttler sich zu einem Abendgespräch trafen, um sich über Ereignisse des Tages oder der Zeit zu unterhalten. Rundfunk- und Fernsehsendungen störten damals noch nicht die so wertvolle persönliche Begegnung, die wir heute oft auch schon in den Dörfern vergeblich suchen.

34. Den ersten Ansiedlern in unsern Dörfern bedeutete das Vorhandensein von Wasser mehr als alle andern landschaftlichen Vorzüge, die bei einer Wohnungssuche und zur Befriedigung der Lebensmöglichkeit erwogen wurden. Muntere, fließende Auen und Bäche mit immer frischem Wasser wurden auf der Geest nicht allen angeboten; aber ein Teich beruhigte schon manchen Wunsch auf ständige Versorgung mit Wasser. Diese ersten Teiche dürfen wir uns wohl größer, tiefer und mit der Möglichkeit des Abflusses größerer Mengen Wassers vorstellen. Reste dieser alten Dorfteiche befinden sich in Ardestorf, Daerstorf, Elstorf, Ohlenbüttel, Rade und Wulmstorf. Das Foto stammt aus Ohlenbüttel mit Lütens Hof Nummer 2 im Hintergrunde.

35. Viele der um die Wende zum 20. Jahrhundert errichteten neuen Wohnhäuser für bäuerliche Familien zeigen in der Ausführung ihrer nach der Straßenseite zugewendeten Giebel einen mit runden Säulen versehenen Hauseingang. Die Anregung zu diesen Hausgiebeln, die einen gewissen Wohlstand des Bauherrn zur Schau tragen sollten, ging von dem 1875 von Münder am Deister nach Buxtehude verlegten Technikum aus, das später zur Königlichen Staatsbauschule und schließlich zur Technischen Hochschule wurde. Die Giebelseite von Mars' Hof in Ohlenbüttel ist ein sehr schönes Beispiel der in vielen Dörfern der Geest und Marsch des Alten Landes beliebten Bauweise um 1900.

36. Die Dorfmusikanten hatten auf Trompeten, mit Geigen, Klarinetten und dem 'Brummbaß', gewöhnlich ohne viel Notenkenntnis, aber mit feinem Gehör und takterprobtem Gespür für Rhythmus, ihre Rund- und Bunttänze einstudiert und standen bei Hochzeiten, Fastnachts- und Erntefesten in den Dörfern immer bereit, wenn nach den beliebten Musikanten gefragt wurde. Sie verfügten über eine erstaunliche Zahl von Melodien, die aus dem Gedächtnis heraus vorgetragen wurden.

37. Bei Hochzeiten, Fastnachts- und Erntefesten wechselten in den Sälen der Gasthäuser oder auf den Dielen der Bauernhäuser die Rundtänze mit den Bunten Tänzen. Bis in die Zeit kurz vor dem Ersten Weltkriege wurden nach zwei Rundtänzen 'Bunte' getanzt, bei denen die Tänzerinnen sich zu dem Tänzer gesellten, mit dem sie den letzten Rund- oder Paartanz getanzt hatten. Es wechselten bei den 'Bunten' die 'Achterrüm' oder Kontratänze mit Schottisch-Quadrillen, die auf Plattdeutsch 'Dörchscheter' hießen, dem Schottisch-Kanadisch mit vier Touren und den fünftourigen Française-Tänzen. Das Bild zeigt eine Karree von vier Paaren, die den Dreitritt tanzen. Ferner gab es noch den 'Zeiraß', dessen plattdeutsche Bezeichnung sich aus 'Heirassa' gebildet hat.

38. In alter Zeit, und wir dürfen diese mit etwa 1900 als abgeschlossen betrachten, trugen die Frauen auf dem Wege zum Abendmahl das schwarzseidene, vorn kreuzweis übergelegte und mit Nadeln festgesteckte 'Timpen-Dook', eine Art Zipfeltuch. So beschreibt Eduard Kück die Abendmahlstracht der Frauen. Karfreitag und Buts- und Bettag galten vornehrnlich als Feiertage zur Entgegennahme des Heiligen Abendmahles. 'Stillen Freedag und Bädag plegen uns' Olen na Bicht to feuhrn,' hieß es in manchen Familien.

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