Neu Wulmstorf in alten Ansichten

Neu Wulmstorf in alten Ansichten

Auteur
:   Wilhelm Marquardt
Gemeente
:   Neu Wulmstorf
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1029-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neu Wulmstorf in alten Ansichten'

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39. Hier wird die Mädchentracht aus der Zeit um 1890 gezeigt, wie sie bei festlichen Gelegenheiten und am Sonntag zum Kirchgang auch in den Geestdörfern um Elstorf, Hollenstedt, Moisburg und Tostedt getragen wurde. Das jüngste Mädchen ist eine Konfirmandin, die nach acht Schuljahren erstmals am kirchlichen Abendmahl teilnimmt und mit dem Gesangbuch in den Händen zum Gottesdienst geht. Das andere Bild zeigt eine Bauerntochter in Festtracht mit Haube und bunter Schürze.

40. Das sorgsam gehütete Dachreth aus der Niederung des Rübker Moores wurde von starken Männern mit scharfen Messern nach der Reife der Ähren und dem Vergilben und Trocknen der bis über zwei Meter hohen Halme geschnitten und in Bündeln zum Verkauf und zur Verwendung beim Dachdecken aufgestellt. Dachreth ersetzte erst im 19. Jahrhundert das durch die Zeiten verwendete Roggenstroh, von dem die Strohdachhäuser die alte Bezeichnung bis in die Gegenwart tragen. Reth- oder Rieddachdecker arbeiteten auf dem hohen Dache in ständiger Gefahr und leisteten eine schwere Arbeit.

41. Wenn das Mähen in der Getreideernte flott vorangehen sollte, war noch vor hundert Jahren eine scharfe Sense das wichtigste Arbeitsgerät. 'Ierst müß de Seeßel hoort warm,' hieß es. Das haarscharfe Sensenblatt an der mit dem Hakentau oder dem sogenannten Bockshorn versehenen Sense war für den Mäher eine Vorbedingung zum Mähen. Meistens überließ er das Sensehaaren jedoch nicht dem Kleinknecht, wie das Lichtbild verstanden werden könnte, sondern dem Haaren der Sense galt seine besondere Aufmerksamkeit.

42. In vergangenen Zeiten hielten die Dorfsbewohner bei sich bietenden Gelegenheiten hilfreich zueinander. Manche Arbeiten wurden in dörflichem Gemeinschaftsgefühl so harmonisch bewältigt, daß sich jedermann freute, wenn einzelne Tage friedlicher Zusammenarbeit nahten. Zu diesen gehörte das Flachs- und Hanfbraken, wenn der für die Nutzung erwünschte Bast von dem harten Stengel durch Brechen mit der Brake befreit worden war. Un denn wüür 's avends Brakelkost fiert mit'n Köppen Kaffee un Bodderkoken. Wenn de Keerlslüüd denn nakeumen, de Froonsliiûd an't Huus to halen, geew't noch'n Sluck.

43. Auf diesem alten Lichtbild wird die Frau des Hauses am Webstuhl gezeigt. Sie webt, wenn das Bild nicht trügt, ein Bettlaken, vielleicht für eine ausheiratende Tochter. Wir dürfen doch unsere Phantasie einmal spielen lassen! Heute darf behauptet werden: Das war noch Wäsche, was unsere fleißigen und nimmermüden Frauen da in mühsamer Arbeit selber herstellten. Die gesamte Bettwäsche, die Leinenhemden, Handtiicher, und die Wäscheschränke bargen die hiibschen, schneeweißen Schätze. Die Frauen konnten stolz auf ihre Arbeit sein und sich ihres Fleißes freuen, wenn sie dem Besucher die gewebten Schätze zeigen durften.

44. Mit dem 'Heidlinnen' schneidet hier der Bauer Heidekraut, das er als Streu in den Rinderställen nutzt. Mit Stroh zum Streuen in den Viehställen wurde früher oft sehr sparsam gewirtschaftet. Stroh gab es nie zuviel, und Mineraldünger, der auch zufriedenstellende Strohernte sicherte, kannte man noch nicht. Unter den vom Heidekraut befreiten Flächen konnte sich der junge Nachwuchs günstig entfalten, der auch das Herz des Imkers hoffnungsvoller schlagen ließ, denn junge Heide honigt besser.

45. Erntezeit! Bauer und Frau entschlossen sich für die Roggenernte und wollen nach dem Acker. Er hat das Hakentau auf der Sense befestigt, damit er die gemähten Halme möglichst aufrecht gegen das nächste 'Schwatt' lehnen läßt. Dann hat die ihm folgende Binderin es nicht nur leichter bei der in ständigem Bücken auszuführenden Arbeit, sie sorgt auch für akkurat gebundene Garben. Beim Ordnen der Halme hilft die Garbenharke, und im Topf trägt sie das Mittagessen. Zum Schärfen der Sense darf der Mäher den Sensenstreicher, das 'Seßelsttick', nicht vergessen. Er trägt es in der rechten Hand.

46. Das alte Lichtbild Eduard Kücks wurde auf der großen Diele eines Bauernhauses um 1900 gemacht, um die im Vierertakt arbeitenden Leute beim Korndreschen zu zeigen. Die auf der Tenne ausgebreiteten Garben wurden erst über einem Döschblock ausgeschlagen und dann mit Dreschflegeln bearbeitet, eine Tätigkeit im Winter, wie man sie sich nach diesem Bilde vorstellen kann. Noch um 1905 wurde in manchen Häusern mit dem 'Döschen' so verfahren.

47. Zu den alten Grenzsteinen aus hannoverschen Zeiten, womit die Jahrhunderte bis 1866 gemeint sind, gehörten auch einige aus Granit zurechtgehauene Felsen mit einer deutlich sichtbaren Wolfsangel. Im Rosengarten-Forst, an dem die Geestdörfer der Gemeinde Neu Wulmstorf großen Anteil haben, kann sich der Spaziergänger noch über einige dieser ehemaligen Grenzsteine mit einer Wolfsangel freuen. Bekanntlich schätzte der Sänger der Lüneburger Heide, Hermann Löns ctl914), die Wolfsangel als seine Lieblingsrune hoch ein.

48. Von Bardowiek aus verlief ein anscheinend sehr bedeutender mittelalterlicher Weg über Patten sen, Hittfeld, Sieversen, Schwiederstorf, Daerstorf, Ketzenderf', Immenbeek nach dem Alten Kloster bei Buxtehude und weiter gen Stade. Ein heimatgeschichtlicher Beitrag im 'Harburger Jahrbuch IX' beschäftigt sich dazu in einer Urkunde vom Jahre 1412, in der dieser Weg als 'Deth-Weg' bezeichnet wird. Auf dem Lichtbilde ist dieser Deth- oder Volksweg vor der Eiche zu erkennen. Vor dieser zweigt sich in östliche Richtung der Neugrabener Wanderweg ab, und der Deth-Weg führt in die angegebene Richtung nach Schwiederstorf weiter. Wenige Meter rechts von der Eiche steht der erste der zwanzig 'Schedelstene' , einer Grenze zwischen Kloster Harsefeld und den Heimbruchern.

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