Neubrandenburg in alten Ansichten

Neubrandenburg in alten Ansichten

Auteur
:   Peter Maubach
Gemeente
:   Neubrandenburg
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5268-6
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neubrandenburg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Das liebenswerte Neubrandenburg - Stadt im Osten Mecklenburgs oder wenn man will im Nordwesten von Mecklenburg/Strelitz - hat eine bewegte Vergangenheit. Es begann am 4. Januar 1248, als Johann 1., Markgraf von Brandenburg, seinem Ritter Herbord von Raven den Auftrag erteilte, eine Tochterstadt zu 'Alt-Brandenburg in dem neugewonnenen Stargarder Land zu gründen.

Deutsche Siedler kamen in das Land, in dem die Slawen lebten, und brachten neue Verhältnisse mit. Die Stadt war reich ausgestattet mit 250 Hufen Land und der Abgabefreiheit auf fünf Jahre, so daß Handwerker, Ackerbauern und Kaufleute ans Werk gehen konnten.

1292 heiratete die Tochter des Markgrafen Albrecht, Beatrix, den Mecklenburger Fürsten Heinrich (genannt der Löwe), und sie erhielt das Stargarder Land in die Brautlade. So kam Neubrandenburg an Mecklenburg.

Die Stadt entwickelte sich schnell. Auf einem fast kreisrunden Stadtgrundriß entstand durch neun Straßenzüge geteilt ein klar gegliedertes Straßenraster, das die Stadt in dreißig regelmäßige Quartiere teilte. Der anfängliche Palisadenzaun wurde sehr bald durch eine Wehrmauer ersetzt, und die vier Stadttore, hervorragende Beispiele Norddeutscher Backsteingotik, wurden zum Zeichen der Stadt und kündeten sowohl von der Wehrhaftigkeit als auch von dem Fleiß und der Kultur der Bürger, die in diesen Mauern lebten. Kriege bedrohten die Stadt, Krankheiten und Brände brachten immer wieder Rückschläge. Trotzdem schufen Handel und Handwerk im Zusammenwirken mit den Menschen der Dörfer der Umgebung ein florierendes Gemeinwesen.

Im 17. Jahrhundert brachte der Dreißigjährige Krieg einen entscheidenden Einbruch. Truppen der Schweden und der 'Kaiserlichen' durchzogen abwechselnd die Stadt, plünderten und forderten Tribut. Im März 1631 stürmten die

Landsknechte Tillys die Mauern, mordeten, raubten und brandschatzten. Damit war der Ruin der Stadt besiegelt. Die Kommune war nicht mehr zahlungsfähig und 1671 wurde der Konkurs endgültig vollstreckt. Die großen Stadtbrände von 1676 und 1737 taten ein Übriges, um die Stadt zur Bedeutungslosigkeit zu verdammen.

Hoffnung kam erst wieder in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf. Durch die Landesteilung 1701 war das Herzogtum Mecklenburg/Strelitz entstanden, und Neubrandenburg wurde zur Vorderstadt des Landes erkoren.

Vor allem Herzog Adolf Friedrich IV., bekanntgeworden durch Fritz Reuters Roman 'Dörchläuchting', liebte seine Vorderstadt und wählte sie zur Sommerresidenz. Der Bau des herzoglichen Palais im Zentrum und des Schauspielhauses führte dazu, daß der Hofstaat sich im Sommer in Neubrandenburg aufhielt. Das war Anreiz für Handwerker und Kaufleute, die Stadt wieder zu einer soliden Kleinstadt werden zu lassen. Trotzdem hatten es die Bürger der Stadt schwer, ihren Nahrungsstand zu finden, denn freie Bauern gab es wenig, die Leibeigenschaft hatte eine unfreie Bevölkerung auf dem Lande mit sich gebracht. Das bedeutete Iehlenden Absatz für die Stadt.

Im ausgehenden 19. Jahrhundert nahm die Stadt ihr Geschick immer mehr in die eigenen Hände. Die Separation der Feldmark (1863), die Aufhebung der Zollgrenzen (1863) und die Einführung der Gewerbefreiheit (1868) ließen es zu einer trächtigen Entwicklung kommen. Sehr schnell entstand eine Kleinindustrie, die einerseits das Umfeld mit städtischen Produkten bediente, andererseits die Produkte der landwirtschaftlichen Umgebung verarbeitete. So lebte die Stadt von der Region und die Region von der Stadt - Neubrandenburg wurde immer mehr zum gesellschaftlichen Zentrum.

Mit der Aufnahme des Fahrbetriebes durch die Friedrich-

Franz-Bahn (1864) und die Nordbahn (1877) begann auch die bessere verkehrsmäßige Erschließung der Stadt. Gäste aus Süden, Norden und Osten konnten schnell die Stadt erreichen.

Jetzt wurde auch die herrliche Umgebung Neubrandenburgs erschlossen. Der See und die Wälder waren geeignet, Besuchern aus industriellen Ballungsgebieten Erholung zu bieten. Vier Badeanstalten (das Herrenbad, das Damenbad, das Familienbad und die Freibadeanstalt) waren am Nordufer des Tollensesees entstanden. Im Brodaer und im Nemerower Holz fand man Labung und Vergnügen, zum Beispiel beim jährlichen Vogelschuß, in den Sommergaststätten bei Jacobi und Hieronymus. In der Kurhaussiedlung Augustabad fanden Gäste in Hotels und Pensionen eine gepflegte Gastlichkeit.

In vierzig Gaststätten, Cafés, Gartenlokalen und Schankwirtschaften pflegte man Kommunikation und Geselligkeit, und das Vereinsleben hielt ein reichhaltiges Angebot an Kultur bereit. Der Geschichtsinteressierte ging in das 1873 eröffnete Museum, das erste bürgerliche in Mecklenburg/ Strelitz, der Interessent für bildende Kunst fand sicher in der Städtischen Kunstsammlung, gegründet 1890, im herzoglichen Palais Sehenswertes. Dazu kamen kleine Kunstausstellungen in den Buch- und Kunsthandlungen oder im Möbelhaus Giesecke. Der 1869 ins Leben gerufene Neubrandenburger Pferdemarkt bot den Händlern aus Europa und Übersee die Möglichkeit zu manchem Geschäft, für die Neubrandenburger und ihre Gäste war er ein wahres Volksfest.

Nun wuchs die Stadt auch aus der Mauer. Zwischen 1880 und 191 0 en tstand der gepflegte Ring von Jugendstilvillen An der Linde, am Schützenwall, der Elisabethstraße und der AdolfFriedrich-Straße. Die Kleinindustrie vor den Toren, wie Lythall-Landmaschinen, das Plasmonwerk, Jaeger-

Baustoffe und andere, störten die Struktur der liebenswerten Kleinbürger- Kleinstadt nicht.

Ende der zwanziger und in den dreißiger Jahren baute man Wohnsiedlungen am Sonnenkamp, im Brauereiviertel und nördlich des Bahnhofes, die die weitere Entwicklung verdeutlichten. 1933 war die Bevölkerungszahl auf 15000 angewachsen.

Ein weiterer wirtschaftlicher Aufschwung erfolgte nach 1933. Das Militär hatte Neubrandenburg entdeckt, so entstanden der Flugplatz in Trollenhagen und die Panzerkaserne in Fünfeichen. Auch Rüstungsindustrie, wie die Heberwerke aus Britz, später Mechanische Werkstätten, siedelte sich in Neubrandenburg an.

Der Niedergang des Zentrums der Stadt erfolgte in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges. Am 29. April 1945 marschierte die Rote Armee in die Stadt ein. Hielten sich die Zerstörungen durch Beschuß der Stadt durch sowjetische und deutsche Truppen in Grenzen, fielen nach dem Einmarsch durch Brandlegung 80,4% der Häuser innerhalb der Ringmauer den Flammen zum Opfer. So verlor die Stadt ihr Gesicht. Dem damaligen Verständnis für einen Neuaufbau tolgend, wurden alle Ruinen, auch die wiederaufbaubaren, abgerissen. Seit 1952 erfolgte der Neuaufbau, am Anfang noch maßhaltig, später viele Bausünden ausschöpfend. Was geblieben ist vom einstigen verträumten Städtchen sind der Wall, die Mauer mit ihren rekonstruierten Wiekhäusern, die prächtigen Torburgen. das Schauspiclhaus, das Franziskanerkloster, die Johanniskirche, die Hülle der Marienkirche und einige der alten Fachwerkhäuser in der Wollweber-, der Pfaffen- und der Neutorstraße. Trotzdem sind die Stadt und ihre Umgebung auch heute noch liebenswert und eine Reise lohnt. Das eine oder andere Detail der alten Ansichten läßt sich durch den aufmerksamen Besucher sicher wiederfinden.

1. Neubrandenburg, die Stadt der vier Tore, hatte seinen Besuchern einiges zu bieten. Hervorragende Kunst- und Geschichtsdenkmäler, prächtige Wälder mit gastfreundlichen Lokalen und den See, den man trockenen Fußes oder schwimmend genießen konnte.

2. Das Drei-Wälle-Graben-System entstand zum Schutz der Stadt vor der Stadtmauer unrnittelbar nach der Stadtgründung. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verlor diese Wehranlage ihre Bedeutung, und sie wurde systematisch bepflanzt. Die oft doppelt stehenden Eichen sollen der Legende nach Jungvermählte gepflanzt haben. Um 1880 standen noch 700 Eichen auf dem Wall. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Wallkrone als Promenade angelegt und ein beliebter Treffpunkt für Verliebte.

3. Die Wiekhausbewohner nutzten Teile des Walles als Hofanlage, was sicher ein abenteuerlicher Spielplatz für Kinder war.

4. Selbst die zu Wohnungen ausgebauten Wiekhäuser hatten ihre Trutzigkeit kaum verloren.

5. Sechsundfünfzig Wiekhäuser (MauerWehrtürme) waren beim Bau der Mauer in dieselbe eingefügt worden. Urn ihre ursprüngliche Funktion als Wehrturm nachvollziehen zu können, rekonstruierte Baurat Brückner 1912 das Wiekhaus am Eisenbahntor .

6. Nach dem Dreißigjährigen Krieg baute die Stadt einige Wiekhäuser zu Armenwohnungen aus. Später nutzten auch Handwerker und Tagelöhner die Möglichkeit, sich mit geringem Aufwand Wohnraum zu schaffen. Diese Wiekhäuser waren in der 2. Ringstraße am Treptower Tor.

7. Im 19. Jahrhundert waren insgesamt 27 Wiekhäuser ausgebaut und bewohnt.

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8. Der Fangeiturm am Kloster diente lange Zeit als Bürgergehorsam. Hier konnten Delinquenten bis zu zehn Tagen für Vergehen wie Rauchen auf der Straße, Holzdiebstahl und Ähnliches bei Wasser und Brot einsitzen.

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