Neubukow in alten Ansichten Band 2

Neubukow in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Walter Haak und Burkhard Albrecht
Gemeente
:   Neubukow
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6306-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neubukow in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Dem zweiten Band der alten 'Ansichten von Neubukow' sei eine kurze Einführung vorangestellt. Der Autor stammt aus den ehemals deutschen Gebieten östlich der Weichsel. Durch die Schaffung des polnischen Korridors (1919) waren wir vom 'Reich' getrennt.

Der Ausgang des Zweiten Weltkrieges brachte für die Bewohner wie für viele Millionen Deutschen im Osten und Südosten Europas die Vertreibung. Dieses trotz des Londoner Abkommens vom 8. Mai 1945, wo festgelegt wurde, daßVertreibung ein Kriegsverbrechen sei (Helmut Diwald, 'Deutschland einig Vaterland', Berlin 1994, S. 208).

Viele der ehemalsVertriebenen haben auch in Neubukow eine neue Heimat gefunden. In den vergangenen jahrzehnten sind schon einige Generationen hier geboren, haben hier die Schule besucht, eine Familie gegründet und sind voll in die Gemeinschaft unserer Stadt integriert. Durch diese Zuwanderung wuchs die Einwohnerzahl von Neubukow 1945/46 um mehr als das Doppelte.

Wohnraum mußte geschatfen werden, kleine Industriebetreibe entstanden, kurz, das Stadtbild veränderte sich. Besonders die Peripherie der Stadt unterlag großen Veränderungen. Mancher,

der seine Heimatstadt nach langer Abwesenheit wiedersah, bekannte: 'Ich kenne Neubukow nicht wieder.'

Um allen vertiefte Einsicht in das Wachsen unserer kleinstädtischen Gemeinschaft zu ermöglichen, haben wir die Auswahl der Bilder getroffen. Die meisten Aufnahmen stellte als Mitarbeiter Burkhard Albrecht, der schon bei der Erstellung von Band 1 dabei war, zur Verfügung. Die Straßenbilder bieten heute ein anderes Bild als 1930, und der Marktplatz hat heute ein anderes Gesicht. Geschaffen wurde alles durch das Zusammenwachsen von 'Ureinwohnern' und Zugezogenen. Diese Gemeinschaft wird auch die Probleme, die die Wende rnit sich brachte, lösen. Es stellt sich die Frage: Wird die Wende hier positivoder negativ betrachtet?

Jeder war begeistert, als die Mauer fiel.Auch in Neubukow war die Kirche zum Friedensgebet übervoll. Auch wir harten in der Wendezeit Versammlungen und Buchlesungen. Ich erinnere mich an eine Buchlesung mit der als systemkritisch bekarmten Schriftstellerin Christa Wolff, die von einer knisternden Atmosphäre erfüllt war. Fand die Lesung doch noch unter den Augen der Stasi (Staatssicherheit) statt.

Das alte Regime war morsch, war marode und das Gefühl des

Zusammengehörens war stark. Der Westen war aber meines Erachtens nicht genügend auf die Einigung vor.bereitet. Man versuchte uns das westliche System überzustülpen, das brachte Probleme mit sich. Nicht alle westlichen Manager hatten eine gute Hand und den guten Willen, hier übernommene Betriebe zu halten und in sie zu investieren. So gingen viele Betriebe ein, sie waren nicht genügend konkurrenzfähig, und die Zahl der Arbeitslosen wuchs. Wir hoffen jedoch aufKonsolidierung und auf ein volles Zusammenwachsen. Das zu bezeugen soll einer weiteren Publikation über Neubukow vorbehalten sein.

Walter Haak / Burkhard Albrecht

Die Familie Hartig gehört zu den ältesten Familien in Neubukow. Berelts 1588 taucht ein Kopmann (Kaufmann) Jakob Hartwich auf (Haak, Chronik Neubukow, Teil I, Seite 14/15). 1729 finden wir den Namen in der heutigen Schreibweise - Hartig. Auf unserern Bild sehen wir den Bauern Martin Hartig, geboren im [ahre 1818, mit seiner Frau in der Kleidung, wie sie in der Mitte des 19. [abrhunderts üblich war. Es sind die Ahnen des letzten Besitzers des Hartigschen Hofes. Das Ordensband im Knopfloch deutet aufVerdienste für die Allgemeinheit hin.

2 Auf Martin Hartig als Besitzer des Hofes folgte der 1842 geborene Sohn, der auch den Namen Martin trug, mit seiner Frau Marie. Martin speziahsierte sich auf Pferdezucht und, wie die Urkunde zeigt, auch mit Erfolg. Martin Hartig wird hier als Ackerbürger angesprochen. So dokumentiert diese Urkunde

gleich Neubukow als Ackerbürgerstadt, wo der größte Teil der Familien früher ein Ackerstück, oft im Nebenberuf, bestellte.

3 Der Dritte in der Generationsfolge der Familie Hartig war Friedrich Hartig (18671945) mit seiner Frau Lina (1947). An den Aufnahmen von den Ehepaaren Hartig erkennen wir den Wandel in der Festkleidung der bäuerlichen Bevölkerung im Verlauf eines Iahrhunderts,

Auf dem Bild rechts stellt sich uns Friedrich Hartig als Schützenkönig bei dem sehr beliebten Schützenfest, wie es

bis 1933 gefeiert wurde, vor. Er errang die Königswürde um die Jahrhundertwende. Das jährlich stattfindende Schützenfest war früher ein Volksfest, das eine Woche lang gefeiert wurde. (Siehe Chronik Neubukow, W Haak, Teil Il, S. 28 ff)

4- Das Bild vom Wohnhaus der Familie Hartig ist leider sehr lädiert, Das Haus - hier noch mit der mit Petroleum brennenden Straßenlampe und der zum Giebel erstellten Hofmauer - stand vor dem Kröpeliner Tor und wurde 1995 abgebrochen. Die Straßeneinfahrt vor dem Haus, mit Kopfsteinen gepflastert, ist die Einbindung der ehemalig durchgehenden WolIenweberstraße, Die Häuser dieser Straße brannten 1 729 von der Amtsstraße an ab und wurden nicht wieder aufgebaut. Die Einbindung an die Krópelmer Straße blieb, und unsere Stadtverwaltung knüpfte an diese Tradition an, so daß diese Einfahrt wieder zu einerVerbindung mit der

Wollenweberstraße führt. (Siehe Chronik Neubukow, W Haak, Teil I, S. 4- 7.)

5 Dieses Haus mit dem Fachwerkgiebel, das imAnschluß an dem Hartwigschen Hof in der Kröpeliner Straße stand, hatte eine lange Geschichte. Unsere Aufnahme ist um 1900 getätigt, und wir sehen hier die Familie des damaligen Besitzers, Gäfke. Sein Nachfolger wurde Friedrich Schmidt. Den älteren Neubukower Einwohner ist das Haus noch unter dem Namen Fronerei bekannt. Ursprünglich wohnte hier der Scharfrichter. Eine Eintragung aus dem [ahre 1739 imAmtsbuch der Schuhmacher erwähnt noch diese Funktion. Hier wird dem Scharfrichter die Inanspruchnahme derTotengilde

anläßlich des Todes seiner Tochter verwehrt. (W H. Neubukow, Teil II, S. 22 IT.)

6 Hier eine Aufnahme aus den zwanziger [ahren mit einem Bliek vom KröpelinerTor zum Markt. Rechts das Haus von Hartig mit einem Fachwerkanbau, der schon zum Wirtschaftshof gehört. Heute, Ende September 1995, ist dieser ganze Hof abgebrochen; hier ist Baufreiheit für Neubauten geschaffen. links, zwischen den Häusern Mathews und der Glaserei Burmeister, ist die Einfahrt zur Grabenstraße, nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Wende als Karl-LiebknechtStraße geführt. An der Ecke, neben der Glaserei, stand eine Pumpe in alter Holzausführung. Das Bild schließt mit dem Eckhaus Markt/Wismar-

sche Straße, dem Haus Marckwardt mit der Gaststätte Große ab.

7 Wenden wir unseren Blick vom Haus Hartig gen Nordosten, dem Markt entgegengesetzt, so fällt uns heute gleich die Abzweigung der Reriker Straße ins Auge. Diese Straße wurde erst in den dreißiger [ahren, im Zuge des Aufbaus der Halbinsel Wustrowals Militärstandort, erbaut. Auf unserem Bild, aufgenommen 1915. sehen wir eine Hausecke der ehemaligen Fronerei, die an das Haus Hartig grenzte. Hinter der Schülergruppe das noch heute (1996) als Eckhaus zur Reriker Straße stehende Haus und weiter den Giebel des 1909 erbauten Burchardasyls.

Neubukow i. Meck!. ßurchardasyl

8 Ernst von der Heyden hatte seinen Bauernhof in der Kröpeliner Straße. Neben der Landwirtschaft hatte er auch einen Fuhrbetrieb. Wir haben hier eins der ersten Autos, die in Neubukow registriert waren. Es ist mehr ein Kleinbus als ein PKWVon der Heyden fuhr auch die Kinder, vcrwiegend aus den umliegenden Gutsbesitzerfamilien, zum Schulbesuch nach Bad Doberan. Schüler, deren Eltern weniger gut situiert waren, besuchten weiterführende Schulen in Wismar.

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