Neubukow in alten Ansichten Band 2

Neubukow in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Walter Haak und Burkhard Albrecht
Gemeente
:   Neubukow
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6306-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neubukow in alten Ansichten Band 2'

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9 Hier ist das Haus von Dr. Granau (1881-1975) inder Köpeliner Straße. Noch heute, 1996, ist dasWirken van Dr. Gronau bei den Einwohnern in bester Erinnerung. DerWagen vor dem Haus ist dem Anschein nach ein Militärfahrzeug. Dr. Granau war im Zweiten Weltkrieg eingezogen und arbeitete im Lazarett in Schwerin. Als die Rote Armee immer näher rückte und schließlich ultimativ die Übergabe der Stadt forderte, ging Dr. Gronau mit einigen Einwohnern der Truppe entgegen und sorgte mit für die kampflose Übergabe.

1 0 Im Anschluß an das vorgenannte Eckhaus zur Reriker Straße steht das weiträumige Wohn- und Geschäftshaus der Familie Schwabe. Die Aufnahme aus den dreißiger [ahren zeigt die Familie mit der Belegschaft. Hier war in diesen [ahren der Bierverlag der Rostocker Brauerei Mahn und Ohlerich.Vor allen die Gaststätten von Rerik und Wustrow wurden von hier aus beliefert. Die dort stationierten Luftwaffeneinheiten hielten den Markt immer offen. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte der AltstofThandel hier sein Domizil.

11 In dieser Reihe steht auch das 1909 erbaute Burchardasyl. Es beruht auf einer Schenkung des hier geborenen jüdischen Bürgers Martin Burchard. Er wanderte Ende des vergangenen [ahrhunderts nach Brasilien aus. In seinern 1898 verfaßten Testament legte er folgende Bestimmung fest: 'Ich bestimme, daß das mir gehörende ... Terrain verkauft und daß derVerkaufsertrag in deutsche Münze umgewechselt werde. Von dieser Summe sollen 40 000 Mark zur Erbauung eines Hauses als Asyl für Arme in meinerVaterstadt Neubukow, im Kaiserreich Deutschland, verwandt werden.' Er legte auch fest, daß an der Frontseite folgendes stehen sollte: 'Bur-

chard-Asyl- Wohltätigkeit kennt weder Nation noch Religion.' (Siehe auch WHaak, NeubukowTeil H, S. 68ff.)

12 Die Familie Martin Burchard war eine alteingesessene und seinerzeit voll in die Stadtgemeinschaft integrierte jüdische Familie, die einen ausgedehnten Pferdehandel betrieb. Die Familie emigrierte 1936 über Hamburg nach England und in die USA, teilweise auch über Italien nach Brasilien. Herr Burchard (1874-1953), im Bild rechts, kehrte 1950 aus Brasilien in die Heimat zurück und lebte bis zu seinem Tode bei seiner Tochter in Westberlin. Das Mädchen in der Mitte (Ursel Burchard) ist das letzte, noch mit Neubukow in Verbindung stehende Mitglied der ehemaligen jüdischen Gemeinde. Sie

überlebte in England und wohnt heute (1996) in Dresden.

13 Noch einen abschließenden Bliek entlang der Krópeliner Straße vom Markreingang. Die Aufnahme stammt aus den zwanziger Iahren, Das hier gezeigte Kopfsteinpflaster ist mir, der ich seit 1946 hier wohne, nicht mehr in Erinnerung (WH.). Auch der Bürgersteig an der rechten Seite ist kopfsteingepflastert. Der Straßeneingang rechts führt in die BurgstraBe, links in die Amtsstraße. Das Haus hinter der Einfahrt rechts war die ehemalige Lederhandlung Marien, dahinter stand das Geschäftshaus Grühn, Eisenwaren. Gegenüber wohnte der Pferdehändler Martin Burchard.

14 Die Aufnahme von dieser Brücke ist bald nach dem Bau vor sechzig [ahren gemacht worden. 1935/36 wurde die Reriker Straße gebaut, und hierbei wurde auch die Brücke über den Hellbach verlegt. Hierzu schrieb mir ein ehemaliger Neubukower Bürger, der hier seine Kindheit verlebt harte, folgendes: '1935/36 sollte im Zuge der neuen (Reriker) Straße eine Brücke über den Hellbach gebaut werden. Wegen des zu erwartenden Schwerlastverkehrs war es notwendig, diese aus statischen Gründen auf gewachsenem Boden zu errichten. So wurde die Brücke nördlich des alten Bachlaufes auf festem Boden gebaut. Der Bach wurde später unterdie

Brücke geleitet.' (Nach Otto Mohs, 1907-1991.)

15 Im jahre 1900 besuchte Großherzog Friedrich Franz mit Gattin unsere Stadt. Hier verläßt das Paar nach einem Empfang durch die Stadtoberen das festlich geschmückte Rathans. Bei einer Rundfahrt durch die Stadt ehrten die Turner des Männertumvereins 1884 das Herzogspaar, indem sie diesc Rundfahrt 'vor und neben dem Wagen laufend' begleiteten. Weitere Kontakte des hohen Paares mit der Bevölkerung sind uns nicht überliefert.

1 6 Zentrum der Stadt war von jeher das mitten auf dem quadratischen Marktplatz stehende Rathaus. Mit seinem, im Rahmen der Restaurierung überholten Doppelwalmdach und dem das Stadtwappen tragende Frontispiz, erinnert es an kleinsradtische Gemächlichkeit, die

aber im Gegensatz zu dem vor dem Rathaus rollenden Durchgangsverkehr steht. Rathaus und Kirche stehen wie in fast allen mittelalterlichen Stadtgründungen schräg zueinander. Das dritte Haus mit ehemals obrigkeitlicher Funktion, das Amtshaus, stand außerhalb der Stadmauer. Das

genaue Datum, wann das Rathaus erbaut wurde, liegt nicht vor. Wir schätzen, daß dieses in der zweiten Hälfte des 18. [ahrhunderts geschah. Die Renovierung 1995 gewährte einen Blick in die alte Bausubstanz. Die Freilegung eines Teiles der Vorderseite zeigte altes Fachwerk, der damaligen

Zeit entsprechend mit Lehm und eingestampftem Stroh aus gefüllt.

1 7 Diese Aufnahme möchte ich in den Anfang unseres Iahrhunderts datieren, als der Marktplatz noch frei von rollenden und parkenden Autos war. Wir schauen hier in die Sûd- West-Ecke unseres relativ großen quadratischen Marktplatzes. Alles atmet noch Ruhe und Gemächlichkeit. Links ist die Druckerei - heute Druckerei Keuer. Es folgt die Apotheke, der Überlieferung nach das älteste Haus der Stadt. In enger Nachbarschaft die Bäkkerel Unger und in der Ecke des Marktes die Bauernstelle Negnal mit dem großen Tor, der Einfahrt für vollbeladene Erntewagen. Rechts erfassen wir noch 'Schönrocks Hotel'. Zu dieser Gaststätte gehörte ein großer Saal, der in den

fünfziger Iahren auch als Kinasaal genutzt wurde. Das Haus brannte durch Schäden am E- Kabel ab.

18 Diese Aufnahme, getätigt am Anfang unseres [ahrhunderts, zeigt die älteste vorliegende Ansicht vom Hotel 'Stadt Hamburg'. Das Rathaus, Hotel 'Stadt Hamburg' und die Apotheke waren frûher die einzigen repräsentativen zweistöckigen Häuser des Marktplatzes. Die übrigen waren einstöckig. Bei 'Stadt Hamburg' sehen wir links vom Giebel einen Vorbau mit Dach. Hier war der Aufzug für den Speicherboden. Darunter, auf dem Wirtshausschild, ist der Vorläufer des heutigen Fahrrades mit einem kühnen Fahrer auf dem großen Rad einem Velozipeb - dargestellt.

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