Neubukow in alten Ansichten Band 3

Neubukow in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Burkhard Albrecht
Gemeente
:   Neubukow
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6684-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neubukow in alten Ansichten Band 3'

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Einleitung

Gewidmet meinen Kindern Christina, Mathias und Christian

Liebe Leser, Ihnen ist es zu verdanken, dass dieses Werk, der 3. Teil, entstanden ist. Sie und ich waren und sind bestrebt, der Nachwelt, wenn es auch nicht viel ist, zu berichten, wie die Menschen zur Zeit, als unsere Großeltern noch Kinder waren, gelebt und gearbeitet haben.

Meine Kindheit, Jugend und Lebensjahre habe ich in dieser kleinen Stadt verlebt. Jeden Baum, jeden Strauch, jeden Stein und jedesWasserloch kannten wir und wir wussten auch, wo man die besten Fische fangen konnte. Pilze, Kiebitzeier, Himbeeren, Haselnüsse und Holunderbeeren bereicherten unseren Tisch, besonders in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als unsere Lebensmittelrationen durch Kartenabschnitte bestimmt wurden. Auch wenn das Wasser im Bach lausig kalt war, nichts konnte uns im Sommer davon abhalten, darin zu baden. Brombeerblätter, Lindenblüten, Wegerich, Kamille und viele andere Kräuter wurden gesammelt, um die Hausapothe-

ke aufzufüllen. Manches Mal haben wir auch die Grenzen des Erlaubten im Übermut überschritten und mussten mit Ohrfeigen gebremst werden.

Wir Kinder haben in Neubukow eine herrliche Jugend verlebt. Erleben durften wir den Bau des Kraftfuttermischwerkes und der dazugehörenden Siloanlage.

Der Legehennenbetrieb mit 500 000 Tieren schuf für viele Bürger Arbeitsplätze. Eine Milchviehanlage und eine Schweinernastanlage kamen hinzu. Das Kolbenwerk produzierte in drei Schichten. Alles schien sich zum Besten zu entwickeln, aber die Städte und Straßen im Lande verfielen langsam immer mehr.

Dann kam die Wende und für viele Menschen auch die nie gekannte Arbeitslosigkeit. Das Mischfutterwerk wurde abgerissen, der Legehennenbetrieb hörte auf zu arbeiten, das Kolbenwerk stellte seine Produktion ein, die Wassermühle wurde stillgelegt, die Molkerei schloss ebenfalls ihre Tore und so ging es immer weiter. Die Begeisterung der Menschen schlug um in Unmut und viele stellten sich die Frage: Was wird nun?

Schauen wir uns aber heute, zehn Iahre später, in Neubukow um, so stellen wir fest, dass sich viel zum Vorteil in dieser Stadt verändert hat. Viele Häuser erhielten neue

Fassaden und bevor die Straßen gepflastert wurden, baute man ein neues Abwassersystem und parallel dazu eine Fernheizungsanlage in unseren Ort ein. Der Marktplatz veränderte durch den Neubau Kloppenburg sein Gesicht und irgendwie zog langsam in die Herzen der Menschen wieder Ruhe ein. Allmählich heilte die Zeit die Wunden in der menschlichen Seele. Alte Ungerechtigkeiten wurden gesühnt, aber gleichzeitig entstanden auch wieder neue Ungerechtigkeiten.

Dieses Büchlein soll für den Leser ein Stückchen Heimat sein und besonders für den, der hier aufgewachsen ist und jetzt seinen Wohnsitz in Neubukow wegen einer neuen Arbeitsstelle außerhalb der Region aufgeben musste. Der Veränderungsprozess geht so rasch vorwärts, dass man selbst als Ansässiger das Baugeschehen am Rande der Stadt gar nicht mehr wahrnimmt.

Ich wünsche Ihnen beim Lesen dieses Buches viel Freude und mögen in Ihnen die Erinnerungen den Wunsch erwecken, oft heimzukehren.

Burkhard Albrecht

1 Diese Ansichtskarte wurde noch von einem Künstler per Hand entworfen, bevor sie gedruckt wurde. Die Baumaßnahmen auf dem Markt scheinen schon abgeschlossen zu sein. Alles ist fertig und diese Bilder strahlen eine friedliche, verträumte Atmosphäre aus. Die fünf wichtigsten Gebäude der Stadt - das Rathaus, die Kirche, der Bahnhof, die Post und die Schule -lieferten hier die Motive. Der Markt, im Hintergrund die Häuser Nr. 12, Nr. 13 und Nr. 14, zeigen uns deutlich, wie die Westseite Anfang des 20.Jahrhunderts ausgesehen hat. Das Eckhaus Nr. 12, wo heute die Sparkasse steht, ist noch

sehr gut zu erkennen. Durch die Breite dieser Häuser wurde die Wismarsehe Straße an dieser Stelle so eingeengt, dass nur ein Fahrzeug, egal in welche Richtung, durchfahren

konnte. Als 1936 die Sparkasse gebaut wurde, bekam die Wismarsche Straße auch hier die normale Breite und ein flüssiger Verkehr wurde ermöglicht.

2 Als im Iahre 1880]. M. Eder die Bromsilbergelatine- Trockenplatte erfand, war in der Fotografie der Durchbruch errungen. Jetzt wurden die Ansichtskarten nicht mehr nur gemalt, sondern auch schon fotografiert. Diese Aufnahme könnte vor 1898 entstanden sein. Schönrocks Hotel war noch ein sehr kleines Haus. In den folgenden Iahren wurde dieses Gebäude vergrößert und ein Kino mit eingebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt das Hotel den Namen 'Volkshaus' . Anfang der siebziger Iahre, als sich die Kinos nicht mehr rentierten, hatte man

den Kinosaal zum Speisesaal mitTanzfläche umgebaut. Fünfzehn Iahre später, 1 985, brannte dann das erste Haus am Platz, aus bis heute noch ungeklärter Ursache, ab.

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3 Eine herrliche Ansichtskarte nur mit Stadtwappen aus Mecklenburg. Neubukow ist hier an 13. Stelle angegeben, obwohl diese Stadt in Mecklenburg im Iahre 1814 mit 1 024 Einwohnern an drittletzter Stelle stand. Rostock hatte zu dieser Zeit 15 449, Wismar 8 346 Einwohner und unsere Nachbarstadt Kröpelin konnte 1 590 Seelen zählen.

4 Totalansicht von Neubukow. Die Aufnahme entstand um 1900 während der Heuernte. Erstaunlich, wie zu dieser Zeit die Westseite des Keneser Baches ausgesehen hat. Später wurden hier Gärten angelegt, die bis 1968 existiert haben. Als dann das Neubaugebiet am Panzower Weg entstand und die Heinrich-SchliemannSchule sich etablierte, sind auf diesem Gelände riesige Veränderungen eingetreten. Mit dem Bau der Turnhalle und mit der Errichtung der Kaufhalle Norma ist die Bebauung des Gebietes vollendet worden.

5 Dieses Foto entstand als Ansichtskarte 1903 in der Mühlenstraße. Vor dem Fachwerkhaus Nr. 5 steht der Schuhmachermeister Prüter mit seiner Tochter Alma und dahinter befindet sich das im neogotischen Stil erbaute Pfarramt. Links auf dem Bild sehen wir die Bäckerei Ebel, die dann nach 1945 bis 1960 als Konsumbäckerei betrieben wurde. Auf den Dächern der Häuser erkennen wir antennenähnliche Traversen. Diese dienten als Befestigungspunkte für die Freileitung derTelefonanlage und für die Gleichstromanlage der Stadt Neubukow.

6 Das helle Haus in der Mühlenstraße Nr. 5 wurde im Iahre 1997 aufgenommen. Der letzte Gewerbetreibende war der Schuhmachermeister Franz Schade. In einem kleinen Laden wurden nicht nur repara turbedürftige Schuhe angenommen, sondern es wurden auch Schuhe und alles, was zur Pflege derselben benötigt wurde, verkauft. Es war ein kleiner Treffpunkt für die Stammkundschaft und so manche Neuigkeit wurde hier ausgetauscht. Der Zahn der Zeit nagte unaufhörlich am Fachwerk und am Gemäuer und machte im Iahre 1999 eine Restaurierung erforderlich.

7 Die Burchardstraße. Auch diese Aufnahme könnte so um 1903 entstanden sein. In der Villa rechts lebte und wirkte der Zementwarenfabrikant Stockmann. Auf der Spitze des linken Giebels war eine Wetterfahne mit dem Datum 1900 befestigt. Später wurde dieses Haus die Praxis vom Tierarzt Dr. Regenstein. Dahinter, zwischen den Bäumen, erblicken wir die Bauernstelle van Waldemar Rosenkranz. Die Straße ist noch nicht gepflastert und die Allee wurde aus drei Baumreihen gebildet. Die linke Straßenseite war unbebaut und Reste vom Graben und Wall existierten noch.

Diese dreireihigen Alleen waren südöstlich und nordwestlich um Neubukow angelegt. Der Lindenweg und die Schliemannstraße geben Zeugnis davon.

Gruss aus NEUBUKOVJ i. M~cklb9 Burchardstrasse

8 Das stolze Fachwerkhaus in der Kröpeliner Straße Nr. 3 gehörte einst dem Windmüller Rohde. 1912 wurde er der Eigentümer der Ebelschen Windmühle und besaß diese bis 1942. Der Mehlverkauf für die Bevölkerung wurde hier im Laden getätigt. Das Schild links neben der Haustür bestätigt das. An der linken Giebelseite ist noch eine Rohrtraverse mit elektrischen Leitungen zu sehen. Die Wassermühle erzeugte von 1906 bis 1937 Gleichstrom. Hier an dieser Stelle war in der Kröpeliner Straße eine Lichtbogenlampe für die Straßenbeleuchtung über die Straße gespannt, die zum Zünden immer per Hand heruntergekurbelt werden musste. Reste der Anlage waren noch bis 1 990 zu sehen.

Im Laufe der Jahrzehnte veränderte auch dieses Haus sein Aussehen. Durch Isolierung und Putz wurde das Fachwerk verkleidet und es entstand eine ganz andere Fassade.

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