Neubukow in alten Ansichten Band 3

Neubukow in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Burkhard Albrecht
Gemeente
:   Neubukow
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6684-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neubukow in alten Ansichten Band 3'

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69 In den dreißiger Iahren, als die Geschäfte sich gut entwickelten, erhielt die Tankstelle eine Überdachung und somit auch ein kommerzielles Aussehen. Die Kriegs- und Nachkriegszeiten veranlassten ein ständiges Anpassen an die wirtschaftliche Situation. Allmählich erwuchs nach 1945 aus einem Reparaturbetrieb für landwirtschaftliche Maschinen wieder eine anerkannte Automobilwerkstatt. Repariert wurden die Typen F 8, PlO, EMW, P600 bis hin zum Trabant 601. Am 1. Juli 1990 erhielt die Firma Klatt den Vertrag als FordHaupthändler.

Der gute Ruf ist weit über die Grenzen des Kreises Bad Doberan bekannt.

10 Dieses Bild war auf der Rückseite mit folgenden Warten signiert: 'Das erste Volksfest in Neubukowam 15.7.49.'Tanzveranstaltungen gab es schon ab 1946, aber an ein öffentliches Fest im Freien war bis jetzt noch nicht zu denken. Endlich war es so weit. Es gab Losbuden, Ballwerfen, Hau den Lukas, Karussell und Tanz im Freien. Es sollte wohl die Generalprobe für die 100-Jahrfeier für 1950 sein. Viele konnten sich daran erinnern, wie so manche Flasche selbstgebrannter Schnaps ausgetrunken wurde. Die Menschen hatten das Bedürfnis nach Ausgelassenheit und Frohsinn. Die Schrecken und Auswirkungen des Krieges steckten so manchem noch in den Knochen. Der Festumzug, an-

geführt vom Blasarchester Paul Mehlmann, begann auf dem Markt und endete am Deutschen Haus. Im Hintergrund kann man noch gut die Einfahrt zur Schliemannstraße erken-

nen. Das linke Eckhaus, eine doppeltürige Scheune, wurde Mitte der sechziger Iahre abgerissen und veränderte total diese Straßenansicht.

71 Bis zum Kriegsende 1945 boten achtTankstellen in Neubukow ihre Dienste an, in derWismarsehen Straße die Firma Klatt, in der Mühlenstraße Kaufmann Gerdes, auf dem Markt Schönrocks Hotel, die Gaststätte Markwardt, der Kaufmann Quandt und das Hotel Stadt Hamburg, im KröpelinerTor 9 die Firma Albrecht und im Kröpeliner Tor 26 die Firma Möller (Ketelhohn). Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches hatte die Stadt plötzlich keinen Kraftstoffhandel mehr. Der Initiative des gebürtigen Rheinländers J osef Kemp war es zu verdanken, dass Ende der vierziger Iahre wieder mit Treibstoff gehandelt wurde.

72 Die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) strebte schon Anfang der fünfziger Iahre an, die Landwirtschaft zu modernisieren. In Ravensberg entstand ein großer Stützpunkt. Siedler und Bauern aus dieser Region hatten die Möglichkeit, hier Maschinen auszuleihen und dementsprechend wurde auch viel Kraftstoff benötigt. JosefKemp baute am Bahnhof in unmittelbarer Nähe der Schrankenanlage im Keneser Tor ein Dieseltanklager auf. Vom Kesselwagen der Reichsbahn aus wurden über Schläuche die in der Erde liegenden Behälter gefüllt. Das Die-

sellager betrieb man elektrisch, während man die Tanksäule in derWismarschen Straße 42 manuell betätigen musste.

Die Zeit verging und aus DERUNAPHT wurde MINOL. Ende der sechziger Iahre konnte der geforderte Sicherheitsstandard nicht mehr erfüllt werden, sodass beide Anlagen durch volkseigene Neubauten ersetzt wurden. Reste des Diesellagers sind heute, im Iahre 200 1, noch an dem beschrankten Bahnüberweg im Keneser Tor zu sehen.

73 Hier stehen sie, die Armada, die Vorzeigestücke der neuen Zeit, das Potential der noch im Bau befindlichen Maschinenausleihstation (MAS) Ravensberg. Pionier hieß der Traktor, in der Deutschen Demokratischen Republik gebaut, ein bisschen mit Deutz verwandt, aber eine leistungsfähige Maschine. Neben der Anhängerkupplung befand sich der Zapfwellenanschlusss tutzen , sodass man das Laufwerk der geschleppten Geräte mit antreiben konnte und den Kraftaufwand der Zugmaschine dabei senkte. Die ersten Typen wurden noch mit Benzin gestartet und wenn der Motor an-

sprang, aufDiesel umgeschaltet. Der 1. Mai 1952 war der Anlass für diese Parade und Brigitte Mahn mit Kombi, Koppel und Mütze war eine der ersten Frauen, die einen Traktor

fuhr. Für die Landwirtschaft bedeutete dieses, wenn es auch noch keiner so sah, den Anfang der industriellen Produktion.

74 Seit der Gründung des deutschen Arbeiter- und Bauernstaates 1949

wurde, wie viele andere Betriebe auch, die Raiffeisengenossenschaft in diesem Teil Deutschlands enteignet und umbenannt in die 'Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe' (V dgB) . Gehandelt wurde wie vorher mit Produkten aus der Landwirtschaft und mit Waren für die Landwirtschaft. Dieses Bild zeigt uns den Neubukower Mietenplatz, der in der Nähe der Kiesgrube am alten Schützenplatz war. Heute stehen an dieser Stelle ein Teil der Kartoffelhalle und ein Teil der Schweinernastanlage. Für viele Neubukower ist es

noch ein sehr bekannter Anblick. Im Hintergrund sehen wir den großen Flachbau des Baustofflagers, links daneben den Holzschuppen vom Dachdecker Mietz, dahinter den

Wasserturm von der Reichsbahn und links daneben die massive Baracke, in der sich die Warenabteilung der bäuerlichen Handeisgenossenschaft befand.

75 N ach dem Zweiten Weltkrieg erhielt die Schule den Namen Heinrich Schliemann. Uns Kindern erzählte man kurz nach der Einschulung in sehr knappen Sätzen die Geschichte vom Untergang Trojas und auch ein bisschen über das Wirken Heinrich Schliemanns in der Ägäis. Die bronzene Tafel am Pfarrhaus wies auf das Geburtshaus des Archäologen hin. Mehr war zu dieser Zeit nicht zu erfahren. Als der Lehrer Hans Neumann sich in Neubukow niederließ, führte er 1 956 vor dem Kollegium der Schule und vorVertretern der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG), die mittlerweile ebenfalls den Namen Heinrich Schliemann trug, eine Buchlesung 'Mein Traum

von Troja' von H.A. Stall durch. Später stand Herr Neumarm mit demAutor auch in persönlichem Briefwechsel. Im Iahre 1972, zum 150. Geburtstag des Entdeckers von

Troja, organisierte dieser engagierte Lehrer eine Ausstellung, die in den Händen des Archäologen Herrn Prof. Dr. Konrad Zimmermann lag. Ein riesiger Erfolg der Ausstel-

lung stellte sich ein und die Stadtverwaltung sah sich veranlasst, noch im gleichen Iahr die Schliemanngedenkstätte in der Mühlenstraße einzurichten.

76 Die Bebauung der Schliemannstraße begann schon Anfang der zwanziger Jahre. Allmählich wuchs die rechte Seite zu einer geschlossenen Häuserreihe. Die gegenüberliegende Fläche war noch Gartenland und sollte es auch noch dreißig Iahre bleiben. Erst in den fünfziger Iahren entschloss sich die Stadtverwaltung, die geplanten Bauvorhaben hier in diesem Stadtteil zu beenden und gab die vorgesehenen Flächen frei. Die Kanalisation und das Straßenpflaster wurden als Letztes fertiggestellt. Dieses Foto entstand

1 950 und zeigt uns

die Schliemannstraße in ihrer Entstehungsphase.

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