Neuenhaus in alten Ansichten Band 1

Neuenhaus in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. O. Wiarda
Gemeente
:   Neuenhaus
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1831-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neuenhaus in alten Ansichten Band 1'

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9. Meistens reichte der Platz vor der Kirche für die Schweinemärkte nicht aus. Da in der Bahnhofstraße die zu verkaufenden Pferde, in der Mühlenstraße die Kühe und in der Hinterstraße die Schafe standen, wurde für die Schweine die Hauptstraße vom Markt bis zum heutigen Geschäftshaus Nyenhuis und der Platz hinter dem alten Rathaus zur Hilfe genommen. Die Grafschafter Ferkelwagen standen auf der Seite Grim-Albersmeier, die Lingener auf der anderen Seite, Die ausgewachsenen Schweine wurden auf dem Platz hinter dem alten Rathaus gehandelt. Die Bürger von Neuenhaus machten dabei Reklame für die Bentheimer Schweine, war ihnen der Geldbeutel der Grafschafter doch näher als der der Lingener.

10. Fast alle Neuenhäuser hatten eine Kuh im Stall, bei dem durch den Kinderreichturn bedingten Milchbedarf und dem Fehlen einer Molkerei eine Lebensnotwendigkeit. Die Kühe wurden täglich auf die gemeinsame Weide am Stüüv getrieben, wie auf diesem Bild, das in der Hauptstraße vor dem Rathaus entstand, zu sehen ist, Begleiter waren links Dammerboer, rechts der Kuhhirt Ramaker. Im allgemeinen reichte das Gras auf dem Stüüv für die Neuenhäuser Kühe aus, wenn diese dort auch gerade nicht fett wurden. In trockenen Sommern kam es verschiedentlich zu Futternotständen. Dann suchten die Neuenhäuser wohl jenseits der Stadtgrenzen nach Futterplätzen. Und das führte manchmal zu den bekarmten Konflikten, die wir aus der Geschichte kennen.

11. Als die Neuenhäuser Windmühle eben fertig geworden war und die Mahlgänge eingebaut werden sollten, kamen 1812 die Kosaken nach Neuenhaus. Bürgermeister Strick quartierte diese in der Mühle ein, froh, nicht nach Quartieren suchen zu müssen. Später wurde in der Mühle Öl geschlagen und neben Roggen auch Gerbrinde zu 'Loh' gemahlen. Als Lohmühle war sie Lieferant der Schüttorfer Gerbereien. Sie hat mehrfach den Besitzer gewechselt. Im Jahre 1886 erwarben Johann Voshaar und Frau Franziska, geborene ter Haar, die Mühle von Gerhard Otten in Twist. Die Mühle am Friedhof hat bis 1928 ihren Dienst getan. Es gibt mehrere Bilder vom Abbruch, die traurig stimmen, weil dieses Wahrzeichen nicht erhalten werden konnte.

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12. Man vermutet, daß die Wassermühle um 1630 erbaut ist. Eine Abbildung aus dem Jahre 1845 zeigt, daß zu dieser Zeit die Gebäude der Mühle im großen und ganzen schon so aussahen, wie wir sie aus vielen Abbildungen kennen. Aus welch solidem Material die Gebäude waren, erwies sich beim Abbruch der alten Olmühle, als ein Fundamentstein aus Gildehäuser Felsen, fünf Tonnen schwer und drei Meter im Durchmesser, die größten Schwierigkeiten bereitete. Als 1904 der Pachter Börgeling eine Weiterpacht ablehnte, weil die fürstliche Verwaltung eine zu hohe Wassergeldforderung stellte, kam die Mühle nach langen Verhandlungen in den Besitz der Familie Voshaar, die vornehmlich den Sägebetrieb ausbaute. Nach abbruch der Mühle entstand hier die Kreissparkasse.

13. Nachdem die Gebrüder Börgeling die Pachtung der ftirst1ichen Wassermühle 1904 aufgegeben hatten, bauten sie sofort das Geschäftshaus an der Bahnhofstraße, das 1905 vollendet wurde. In den Jahren 1933/34 wurde es umgebaut. Dieses Bild stammt aus 1909. Betrieben wurde eine Kornmühle, eine Ölschlägerei, ein Sägewerk und eine Lohndrescherei. Der Antrieb erfolgte durch eine Sauggaspurnpe, die sich in dem Raum rechts von der Rampe befand. Folgende Personen sind auf dem Bild zu erkennen: in der oberen Reihe in der Mitte Gerrit Börgeling und ganz rechts Karl Börgeling. Vor dem Wagen stehen als Zweiter von links Johann Stülen und als Zweiter von rechts Georg Stülen.

14. Gegenüber dem alten Rathaus in der Hauptstraße ist noch heute das 1750 erbaute sehr schöne Giebelhaus, eine Zierde von Neuenhaus, zu sehen, In ihm wohnten zunächst der Posthalter Jan Lucas Schey und nach diesem verschiedene Harger. Heute ist es ein Geschäftshaus. Das hinter diesem Haus liegende Gebäude mit dem großen Holzgiebel, links im Bild, hat wohl ursprünglich landwirtschaftlichen Zwecken gedient, bis es von der Familie Harger als Tabakfabrik eingerichtet wurde. Die Tabakfabrik besteht nicht mehr, auch das Gebäude, in dem sie untergebracht war, ist abgebrochen. Die Tabakfabrikation wurde nach auswärts verlagert, nachdem sich die Familie Harger mit einer anderen Firma verbunden hatte.

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15. Die gewerbliche Bleiche für Leinen befand sich auf den Flächen, wo später die Burgschule, der Sportplatz und die neue Turnhalle entstanden, und umfaßte etwa drei Hektar. Jan Wilm Stülen und sein Sohn Jan, genannt Pottstülen, waren die Trager. Die Bleichen waren WiesenparzeIlen, durch Gräben voneinander getrennt. Aus diesen schöpften die Frauen, die in Abständen die Tücher zu begießen hatten, das Wasser mit dem 'Geetklump', einem Stock mit dem daran befestigten Holzschuh. Die Kleinbilder ringsum die Ansicht der Bleichen (1) stellen dar: die Wassermühle (2), die katholische Kirche (3), den Gasthof Richmering (4), Kloster Frenswegen (5), das alte Rathaus (6), das Amtshaus (7), das Ülser Tor (8), die reformierte Kirche (9), das vormalige Hotel Sickermann (l0) und die Burgruine Lage (11).

16. Die frühere Buchdruckerei Heinrich Kip war ursprünglich noch durch eine Buchsbaumlaube verziert. In diesern Haus wurde seit dem 15. August 1874 die 'Zeitung und Anzeigeblatt für Neuenhaus und die Niedergrafschaft' gedruckt. Das Haus besaß eine eigenartige Innenstruktur, Der gewölbte Dachstuhl machte einen kapellenartigen Eindruck, was zu Vermutungen über die frühere Verwendung dieses Hauses führte. Im Jahre 1924 wurde an der gleichen Stelle wo dieses Haus stand, ein moderner, aber landschaftsgebundener Neubau errichtet. Architekt war Kreisbaurat Rust. In diesem Haus betrieben nacheinander den Buchhandel die Familien Kip, Wißmann und Hille. Das Haus ist im Besitz von Buddenberg.

17. Es gibt verschiedene Bilder von Umzügen durch Neuenhaus, veranstaltet von den Handwerkerinnungen, sowie dem Gastwirtsgewerbe. Auf einem Gastwirtewagen war zu lesen: 'Vorauszahlungen für feuchte Lieferungen werden hier entgegengenommen.' Auf dem hier gezeigten Bild der Schmiedeinnung mit dem markigen und selbstbewußten Spruch erkennt man links neben dem Wagen im Zylinder Wilhelm Timmer und Dietrich Lankhorst. Auf dem Wagen stehen, von links nach rechts: Anton Schiebener, Heinrich Lankhorst, Jan Timmer und A. Rehers. Fahrer des Wagens war Schüiirink. Dietrich Lankhorst war einige Zeit vor dieser Aufnahme aus dem Ersten Weltkrieg heimgekehrt, den er als Fahnenschmied mitmachte.

18. Dieses Haus stand dort, wo sich heute das Geschäft Seifen-Puls befindet. In ihm betrieb Jan Schmidt sein Friseurgeschäft. Über der Tür war ein Schild angebracht, auf dem zu lesen stand: Jan Schmidt, Barbier. Neben dem Namen war eine Schere abgebildet. Rasieren kostete damals fünf Pfennig. Meistens ging Jan Schmidt zu seinen Kunden hin, angetan mit einer Ledertasche, in der sich vier Rasiermesser, sowie ein Schälchen mit Seife und Pinsel befanden. Einige Kunden ließen sich täglich, andere dreimal wöchentlich und wieder andere nur am Wochenende rasieren. Sonnabends gabs für den Barbier zu dem Geld zusätzlich ein 'Söpien', Rechts im Bild sehen wir Jan Schmidt und Frau, ganz links Lübberink.

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