Neuenhaus in alten Ansichten Band 1

Neuenhaus in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. O. Wiarda
Gemeente
:   Neuenhaus
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1831-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neuenhaus in alten Ansichten Band 1'

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39. Dieses Haus stand zwischen den heutigen Häusern Egberdt und Winkelmann in der Lagerstraße. Es wurde im Jahre 1943 wegen Baufälligkeit abgebrochen. Einer seiner letzten Bewohner war der bekannte Kuhhirt Geert Ramaker, der, nachdem er seine Wohnung neben der Apotheke in der Hauptstraße verloren hatte, in diesem Hausc als Unverheirateter bei der Familie seines Bruders Unterschlupf fand. Geert Ramaker hat Frau Winkelmann ein altes Kuhhorn geschenkt, das er viele Jahre lang geblasen hatte, um die Kühe aus den Ställen zu loeken, In dieses Kuhhorn sind verschiedene Jahreszahlen eingeritzt, so 1896 und 1908. Auf dem Bilde erkennt man links Frau Moeken, damals neunzig Jahre alt, Frau Harger, die Mutter von Frau Winkelmann, und eine Tochter von Frau Moeken, eine spätere Studienrätin.

40. Am alten Markt stand das Geschäftshaus Buddenberg, dort wo heute Kamps ein Installationsgeschäft betreibt, Erbaut war es 1725 und wurde 1956 abgebrochen. Viele Bauern kamen mit Pferd und Wagen, um bei Buddenberg einzukaufen. Vor dem Hause befand sich eine Teergrube, aus der Buddenberg vor dem Ersten Weltkrieg soviel Teer, wie in einem Aalschepper paßte, für fünfzig Pfennig verkaufte. Als er nach dem Kriege gefragt wurde, wie er immer noch mit dem gleichen Preis auskomme, soll er geantwortet haben: 'Da ist so viel eingetrockneter Teer im Aalschiepper, daß ich für die geringere Menge Teer, die da noch rauskommt, immer noch mit fünfzig Pfennig auskomme.' Letzter Buddenberg in diesem Haus war Jan Hinderk Buddenberg. Dessen Sohn Christian wohnte bereits in der Villa am Bahnhof, die heute der Post als Amt für Meldewesen dient.

41. Ein Bild, an das sich alte Neuenhäuser gerne erinnern, bot der auf einern Bein lahme Landwehr auf einem Stuhloder einer Bank sitzend vor seinem Hause an der Ecke Hauptstraße/Mühlenstraße. Die Bank nannte man 'Lästerbank', weil Landwehr rnit seinem Freund Winters Männe von ihr aus vorübergehende Leute frozzelte. Dafür störten junge Leute ihn oft beim Mittagsschlaf durch Betätigung der sehr lauten Haustürschelle. Später besaßen Mack und von 1952 bis 1956 Arnold Behrends dieses Haus, 1956 erwarb der Uhrmacher und Schmuckwarenkaufmann Spruck die vordere Hälfte, der Klernpnermeister Kamps die hintere Hälfte. Der Uhren- und Schmuckladen Spruck mußte 1979 den Anforderungen der Stadtsanierung weichen,

42. Dieses Doppelhaus in der Klinkhammerstraße wurde von den Familien Sloot (links) und Spediteur Kemper (rechts) bewohnt. Auf letzteres deutet der links im Bild zu sehende Rollwagen hin. In dem kleinen Anbau rechts lebte die Putzmacherin Anna Diesen, die auch Heringe verkaufte. Sie verheiratete sich später nach Nordhorn. Die traditionsreiche Klinkhammerstraße weist schon in ihrem Namen auf die hier früher betriebene Waffenherstellung hin. So ist bekannt, daß die direkten Vorfahren des 'Tinngeter' Arends, dessen Kunstwerke diesseits und jenseits der dcutsch-hollandischen Grenze noch heute mit Stolz gezeigt werden, im Dreißigjährigen Krieg hier 'Püsters' (Gewehre) anfertigten. In der Klinkhammerstraße stand auch die jüdische Synagoge.

43. Auf diesem Bilde sehen wir oben die Vorderfront des um 1800 erbauten Hofgebäudes Berentzen vor dem Urnbau, Charakteristisch sind besonders der Holzgiebel mit den drei Fenstern und die sehmuckvollen Oberfenster über der Dielcntür, Links im Bild oben erkennt man einen Teil eines der Kemperhäuser. Das Bild unten gewährt einen Einblick in den Innenhof von Berentzen. Durch die zweigeteilte Tür, aus der Frau Berentzen herausschaut, gelangte man in den Pferdestall. Scheinbar wurden damals auf diesem Hof auch schon wie heute Getränke verkauft. Darauf deutet wenigstens der links im Bilde sichtbare Eingang zum Kühlkeller hin, in dem wohl auch landwirtschaftliche Produkte gelagert wurden.

44. Hier sehen wir Fritz Berentzen in Sonntagstracht mit seinem Lieblingspferd. Diese Aufnahme ist kurz vor dem Ersten Weltkrieg gemacht. Fritz Berentzen mußte nach Kriegsausbruch ins Feld und ist am 16. Juli 1917 in Frankreich gefallen. Auch das hier abgebildete Pferd mußte in den Krieg und ist, ebenso wie sein Herr, nicht nach Neuenhaus zurückgekehrt. Auf dem Bilde rechts sehen wir in der Wagenremise den damals üblichen Kastenwagen. Die Landwirtschaft von Fritz Berentzen umfaßte reichlich fünf Hektar. Dementsprechend war auch die Viehhaltung. Und darum gehörte wohl auch zu diesem Hof ein regelmäßiger Milchverkauf an solche Haushaltungen, die selbst keine Kühe hatten.

45. Das Satinkhaus in der alten Bahnhofstraße war ursprünglich ein typisches Holzgiebelhaus mit großer Dielentür. Im Jahre 1913 erfolgte ein Umbau, bei dem die Vorderfront völlig verändert wurde. Die Rückfront zur Mühlenstraße blieb in alter Schönheit erhalten und ist noch heute eine Zierde der Stadt. Nunmehr befindet sich in diesem Haus ein Lederwarengeschäft, das an den Beruf des Vaters der jetzigen Besitzerinnen, Satt!ermeister Eduard Satink, erinnert. Dieser ist auf dem Bilde vor dem Haus mit seiner Tochter Klara zu sehen, Die Satinks waren bald nach dem Kriege des Bischofs von Münster gegen Holland (1672-1674) aus Delden (Niederlande) in die Grafschaft eingewandert, Die Familie gelangte in Neuenhaus und Veldhausen zu hohem Ansehen.

46. So sah einst das Haus der alten und in der Geschichte von Neuenhaus oft erwähnten Familie van Dorsten aus. Erst im Jahre 1938 erhielt das Haus nach der Straße hin ein neues Gesicht. 1m übrigen blieb der alte Fachwerkbau aber erhalten, wie man bei einem Gang durch die 'Karnemelkstege' zwischen den Häusern van Dorsten und Börger feststellen kann. Bei dem 1938 erfolgten Umbau fand sich ein Balken mit der Jahreszahl 1620, dem wahrscheinlichen Baujahr dieses Hauses. Aus der Chronik der Familie van Dorsten ist bekannt, daß die Familie Schey an diesem Haus zur Hälfte, und zwar mit zweihundert Talern, mitbeteiligt war. Die beiden Familien waren rniteinander verschwägert,

47. Das von Heinrich Hombrink betriebene Geschäft war vor dem Ersten Weltkrieg in den Jahren 1907-1909 erbaut. Heinrich Hombrink fiel 1915 im Ersten Weltkrieg. Erbin war seine Tochter, die den Bäckermeister Fiedler heiratete. Seit dieser Zeit wurden in dem Haus eine Bäckerei und ein gutgehender Kolonialwarenladen betrieben. Auf dem Bilde erkennt man von rechts nach links Bauer Göckin aus Lemke, den kaufmännischen Lehrling Bernhard Hendriksen. vor ihm die Hausgehilfin Lina Engbers mit Mariechen Harger (rechts) und Gertrud Harger, heutige Frau Winkelmann (links). Der Umbau des abgebildeten Gebäudes zu einem modernen Geschäftshaus erfolgte 1969/70, nachdem das Ehepaar Fiedler durch einen Tausch mit der reformierten Kirche das neben ihrem Geschäft liegende ehemalige Haus Rakers erworben hatte.

48. Das Geesenhaus an der kleinen Mühlenbrücke ist, ebenso wie das daneben liegende Koringhaus, verschwunden. Geesen, der lange Zeit, wie später sein Schwiegersohn Reefmann, die reformierte Kirche betreute, hat an seinem idyllischen Haus mit den Butzenscheibenfenstern und dem kleinen Anbau und dem Waschsteg zum Wallgraben nichts geändert. Nur das Dach des Anbaus ist, wie aus einem noch älteren Foto hervorgeht, zu seiner Zeit erneuert. Das Geesenhaus lag direkt an der kleinen Mühlenbrücke, die von der Hinterstraße aus auf den Mühlenplatz führte, Von dieser Brücke aus hatte man einen schönen Ausblick auf die Blumen in den Gärten, auf die Waschstege, den Wallgraben und den Ölwall. Dieser Ausblick machte verständlich, weshalb man Neuenhaus auch wohl 'Klein Venedig' nannte,

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