Neuenhaus in alten Ansichten Band 2

Neuenhaus in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. O. Wiarda
Gemeente
:   Neuenhaus
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1634-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neuenhaus in alten Ansichten Band 2'

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Niuenhäus i.HanD.

Ev. Pfarrhaus.

9. Früher bestand das Geschäftshaus Brill aus zwei Häusern. Das Haus links wurde im Jahre 1684 durch den Generalsteuereinnehmer Hermann van Gesseler erbaut. Dieses schöne Stufengiebelhaus diente längere Zeit als reformiertes Pfarrhaus. Als Carl Brill, bis dahin Geschäftsführer bei der Firma F.W. Nijhuis, 1914 das danebenliegende Kellerhaus, das aus der Zeit um 1800 stammt, erworben hatte, kaufte er wenig später auch das Pfarramt und vereinigte beide Häuser zu einem Geschäftshaus. Im Ladenraum ist noch heute zu erkennen, wo die Grenze zwischen beiden Häusern verlief. Unter dem Teil, der vorher als Pfarrhaus diente, zeugt ein großer Keller mit interessantem Dachgewölbe von den Bevorratungsmöglichkeiten eines alten Patrizierhauses,

10. So sah früher die Einmündung der alten Bahnhofstraße in die Hauptstraße aus. Auf unserem Bild sehen wir einen Pferdewagen aus der Bahnhofstraße kommen und im Vordergrund die Gebrüder van der Reis mit ihrem schwerbeladenen Handwagen. Letztere waren fleißige Händler und viele ältere Neuenhäuser können sich noch erinnern, wie diese aus ihrem großen Rundkorb Fleisch, insbesondere von Hammeln, anboten. Vor einigen Jahren war ein van der Reis aus Südafrika hier in Neuenhaus, um die alten Wohnstätten der Familie am alten Markt und neben Sauvagerd, sowie die Familiengräber auf dem jüdischen Friedhof zu besuchen. Die Bäume rechts im Bild sind verschwunden. Heute herrscht an dieser Ecke ein solcher Verkehr, daß er nur noch durch eine moderne Ampelanlage zu regeln ist.

I euenhau i. Rann.

Bahnhofstrasse.

11. Im Jahre 1903 ist die Bäckerei Borchers abgebrannt. Sie stand in der unmittelbaren Nähe der 'Veldhüser Poorte'. Umso mehr ist zu bedauern, daß vor dem Brand entweder keine Aufnahme gemacht worden oder diese verlorengegangen ist. Aber auch der nach dem Brand errichtete Neubau ist später in seiner Vorderfront wieder verändert worden. Das wird deutlich sichtbar, wenn man diese 1910 geschriebene Postkarte mit dem jetzigen Zustand vergleicht. Der Eingang zum Ladengeschäft war damals auf der rechten Seite des Hauses. In dem linken Teil des Hauses, dort, wo heute der Eingang zum Geschäft ist, befand sich einst die Sparkasse des Amtsbezirkes Neuenhaus.

12. Noch im vorigen Jahrhundert gab es auf den Grafschafter Höfen, wie man aus alten Hofunterlagen erfährt, im Gegensatz zu den späteren Verhältnissen, mehr Pferde als Kühe. Gezüchtet wurde ein leichtes Kaltblut mit ruhigem Temperament, das sich als Arbeitspferd gut verkaufen ließ. Meist wurden die jungen Pferde schon zweijährig eingespannt, um die Volljährigen verkaufen zu können. Der Erlös aus dem Pferdeverkauf bildete einen wesentlichen Anteil der jährlichen Einnahmen. So kamen an den Markttagen in Neuenhaus an den Ständen in der alten Bahnhofstraße viel Pferde zusammen. An der Mauer der reformierten Kirche kann man noch einzelnc Ringe feststellen, an denen die Pferde angebunden waren. Gemustert wurden sie auf Herz und Lunge im Grünen Weg, wobei zugleich Gangart und Temperament geprüft wurden.

13. Vor 100 Jahren zählte man in der Grafschaft Bentheim noch etwa 50 000 Schafe. Gehalten wurde das 'Bentheimer Landschaf', das sich wegen seiner Genügsamkeit eines guten Rufes erfreute. Kein Wunder also, daß dem Schafmarkt in der Hinterstraße große Bedeutung zukam. Besonders war die Gegend um Emlichheim und Ringe an dem großen Schafauftrieb in Neuenhaus beteiligt. An einem solchen Tage ist, wie man an den Planwagen erkennen kann, dieses Bild mit den Schafen in der Bahnhofstraße entstanden. Links im Bilde sehen wir den ehemaligen Verkaufsschuppen der Firma F.W. Nijhuis und rechts die Gastwirtschaft Randers mit dem Stall.

14. Das Bild rechts ist an einem Markttag in der Hauptstraße entstanden. Der Bauer rechts im Vordergrund sitzt auf seiner Ferkelkiste und wartet auf Käufer für seine Ferkel, die er noch nicht losgeworden ist. Das Bild links zeigt drei Grafschafter Bauern in der Hinterstraße beim Klön über den Marktverlauf, mit dem sie nach ihrem Gesichtsausdruck nicht so ganz zufrieden scheinen. Auf diesem Bild sehen wir die typische Grafschafter Bauerntracht, in der die Bauern an Markttagen, aber auch bei ihren Einkäufen in der Stadt erschienen. Diese Tracht - schwarzer Anzug, schwarze Kipse (Mütze) und schwarzes Chemisett (Hemdbrust) - hat sich hier noch lange halten können.

15. In dem Haus von Hermann Claudi wurden zunächst auch Uhren verkauft (siehe Schaufenster links). Später übernahm der Bruder den Uhrenverkauf, den er im gegenüberliegenden Geburtshaus von Miquel betrieb. Hermann Claudi hatte ein Fahrradgeschäft mit Reparaturwerkstatt (rechts im Bild) und verkaufte auch Landmaschinen. Wie gut das Fahrradgeschäft blühte, geht aus der Feststellung des Vertreters einer Osnabrücker Großhandlung hervor, daß kein Fahrradgeschäft im ganzen Bezirk Osnabrück und Emsland so viele Fahrräder abnähme wie Claudi in Neuenhaus. Der Geschäftsinhaber muß wohl sehr tüchtig gewesen sein, wobei ihrn die Fietsenfreundlichkeit der hiesigen Gegend zugute kam. Letzter Inhaber des Geschäftes war Ludwig Claudi.

16. Vor dem um 1900 durch Hermann Claudi errichteten Haus erkennt man das Ehepaar Claudi nebst einigen Nachbarn, unter ihnen Bertha Arends. Vordem standen hier die Häuser von Otto Fühner und der Ziegenbockhalterin Frieda W. Hermann Claudi wohnte hier nur kurz. Dann verkaufte er das Haus an Apotheker Weber, und zwar im Tausch gegen das Haus, in dem später nacheinander Hermann und Ludwig Claudi ihr Fahrradgeschäft betrieben. Weber blieb aber dann doch in seinem alten Haus und verkaufte die Neuerwerbung an seinen Provisor Bernhard Fahr, der in dem Haus eine Apotheke eröffnete, die aber bereits 1906 von Erich Winkier erworben wurde. Dieser verkaufte nach etwa 30 Jahren an die spätere Frau Dove, die am 1. Januar 1936 die Apotheke übernahm. Das Haus hat im Laufe der Jahre verschiedene Umbauten erfahren.

17. Im Jahre 1906 war das Neuenhäuser Gaswerk errichtet worden, und zwar in der Nähe der Bleiche, etwa am Ende der Marktstraße. Das Werk bestand aus drei Gebäuden, dem Lagerschuppen, dem Maschinenhaus und dem Gasometer. Das Gas wurde durch Rohre, die noch heute verschiedentlich bei Ausschachtungsarbeiten wieder zum Vorschein kommen, in die Häuser geleitet, wo es mittels Glühstrümpfen für die Beleuchtung sorgte und die Petroleumlampen verdrängte. Auch die Strafsenbeleuchtung wurde auf Gas umgestellt und der Schneidermeister Lübberink ging Abend für Abend durch die Straßen und zündete die Laternen an. Das Gaswerk ist zunächst bis 1911 durch die Osnabrücker Acetylen-Gesellschaft betrieben worden, dann von Neuenhäusern als 'Grafschafter Gaswerk' übernommen. Technischer Leiter wurde H. Claudi. 1919 kam das Ende des Gaswerkes, eine Folge der Gründung des städtischen Elektrizitätswerkes.

18. Bei dem Bild aus der KJinkhammerstraße im ersten Band war von Tingeter Arends die Rede. Dieser ist später umgezogen zur Hauptstraße. Mehrere Generationen haben in diesem Haus, dessen Straßenseite rechts im Bilde, dessen Gartenseite links zu sehen ist, ihr Kunsthandwerk betrieben. Wenn dies Gebäude schon deshalb für Neuenhaus bedeutungsvoll ist, wird es auch aus einem anderen Grunde des öfteren, besonders von Niederländern, besichtigt. Auf der 'Upkamer' hat nämlich Geesje Parmans, die 1821 84jährig starb, 36 Jahre gelebt. Sie hatte als junges Mädchen weder lesen noch schreiben können. Später erlernte sie Beides, um ihre Gedanken über Gott und die Welt in drei dieken Büchern niederschreiben zu können. Diese fanden bei Theologen und Nichttheologen stärkste Beachtung und sind kürzlich in den Niederlanden neu aufgelegt worden.

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