Neuenkirchen in alten Ansichten Band 1

Neuenkirchen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Heinrich Fischer
Gemeente
:   Neuenkirchen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1331-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neuenkirchen in alten Ansichten Band 1'

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69. In Neuenkirchen gibt es sechs Schützenvereine, die alte Traditionen aufweisen können. Es sind dies der Bürgerschützenverein und die Schützenvereine Heithoek, Offlum, Landersurn, Sutrum-Harum und Dorfbauerschaft. Nach den vorliegenden Unterlagen sind diese Schützenvereine samtlich vor 1826 gegründet worden. Leider verfügen nicht alle Schützenvereine über Bildmaterial aus Großvaters Zeiten. Vom Schützenverein Sutrum-Harum wurde uns ein sehr interessantes Bild aus dem Jahre 1914 zur Verfügung gestellt, das während des Schützenfestes von Bernhard Hegemann aufgenommen wurde. In der Mitte sitzt das Königspaar Josef Stegemann und Klara Rickers.

70. An der Südgrenze von Neuenkirchen, ungefähr zwei Kilometer hinter Clemenshafen, stehen am Rande eines Weges die Grafensteine, von Heidekraut umgeben. In diesen Steinen sind die Anfangsbuchstaben der dort zusammenlaufenden Grenzen der Kirchspiele Emsdetten, Mesum, Burgsteinfurt, Borghorst und Neuenkirchen eingeritzt. Hier trafen sich in bestimmten Zeitabständen unter Vorsitz des Holzgrafen die nutzungsberechtigten Bauern der Markengenossenschaft, um ihre gemeinsamen Probleme zu besprechen. Durch die Auflösung der Markengenossenschaften in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts entfielen diese Versammlungen. Das Foto wurde in den zwanziger Jahren aufgenommen.

71. Außer anderen Nebengebäuden wie Wagenschoppe, Holzschoppe, Schafstall, Backhaus und so weiter gehörte auch der 'Spieker' zum Bestand eines großen Bauernhofes. Im Obergeschoß des Spiekers wurden das Getreide und das Saatgut aufbewahrt. Der alte Spieker auf Schiermanns Hof in Neuenkirchen-Land (St. Arnold) stammt aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Interessant ist, daß dieser Fachwerkspeicher den für Fachwerkbauten so charakteristisch zweimal vorkragenden Giebel aufweist. Diese Form ist in der näheren Umgebung selten anzutreffen. Das Gebäude wurde im Jahre 1978 an einen Neuenkirchener Gastwirt verkauft.

72. Welcher Neuenkirchener kannte nicht die alte 'Eselseiche' auf Schiermanns Weide in St. Arnold, an der Straße nach Emsdetten? Nach einer alten Sage sollen vor mehr als hundertfünfzig Jahren Glashändler aus der Paderborner Gegend zum Transport ihrer gebrechlichen Glaswaren Esel verwendet haben. Auf der Reise nach Holland oder ins Emsland wurde bei Schiermanns gerastet und die Esel an den Stamm der Eiche angebunden. Die Eselstreiber haben wohl in einem Heuerhaus, das bereits vor über hundert Jahren abgebrochen wurde, auf dem Dachboden oder in der angrenzenden Scheune übernachtet. Die 'Eselseiche' , die manches Jahrhundert überstanden hatte, ist vor einigen Jahren eingegangen und mußte gefällt werden.

73. Um den zurückgegangenen Handel der Stadt Münster wieder in Schwung zu bringen und um Anschluß an den Seehandel zu erhalten, wurde auf Betreiben des münstersehen Fürstbischofs ClemensAugust (1719-1761) eine Wasserstraßenverbindung zwischen Münster und Zwolle geplant. Der Plan sah einen Kanal von Münster bis zur Burgsteinfurter Aa vor. Durch Aa und Vechte sollte dann der Schiffsverkehr bis nach Zwolle weitergeleitet werden. Im ersten Bauabschnitt von 1724-1729 wurde die Strecke von Münster bis zum Frischhofsbach und die obere Schleuse fertiggestellt. Am Frischhofsbach wurde ein Speditions- und Posthaus errichtet, das man nach dem Erbauer des Kanals später Clemenshafen nannte. 1731 wurde dieses Stück in Betrieb genommen. Im Bild das Gebäude des Lagerhauses, das als Gaststätte umgebaut und 1965 abgebrochen wurde.

Max-Clemenskana

74. Im Jahre 1731 wurde der Weiterbau des Kanals wegen Geldmangel eingestellt. Clemenshafen blieb vorläufig Endstation. Erst im Jahre 1766 wurden die Bauarbeiten unter Fürstbischof Maximilian Friedrich (1762-1784) wieder aufgenommen und 1771 der Düsterbach an der Landstraße Neuenkirchen-Wettringen erreicht. Dort wurde ein neues Hafengebäude errichtet und nach dem Namen des Fürstbischofs 'Maxhafen' genannt. Die Wasserstraße erhielt den Namen 'Max-Clemens-Kanal'. Für eine Weiterführung fehlten die Mittel. Die veränderten politischen Verhältnisse und die teure Unterhaltung des Kanals veranlaßten 1832 die Regierung keine Mittel mehr zu bewilligen und so mußte der Kanalbetrieb 1840 eingestellt werden. 1853 wurden die Grundstücke an die Anlieger verkauft.

75. Die Gastwirtschaft Ludwig Heckmann ist für Spaziergänger und Pättkesfahrer ein beliebtes Ausf1ugsziel. Hier kreuzen sich am alten Max-Clemens-Kanal der Burgsteinfurter Damm mit dem Verbindungsweg von Clemenshafen nach Maxhafen. Der Burgsteinfurter Damm ist vor einigen Jahren als moderne Autostraße ausgebaut worden und führt direkt nach Burgsteinfurt, während der Kanaldamm als landwirtschaftlicher Wirtschaftsweg ausgebaut wurde. Hier feierten bis vor einigen Jahren die Schützen der Dorfbauerschaft ihr Schützenfest.

76. Im Jahre 1901 errichtete die Gemeinde auf Grund eines Antrages der Einwohner von Dorfbauerschaft-Feld am Max .. Clemens-Kanal in Höhe des jetzigen 'Schwarzen Weges' eine einklassige Volksschule. Anfangs besuchten neunundzwanzig Kinder die Schule. Als nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges die Besiedlung von St. Arnold einsetzte, wurde die Schule viel zu klein. Zwar wurde 1948 noch ein zweiter Klassenraum angebaut und Schichtunterricht eingeführt, aber die beiden Räume reichten bei weitem nicht aus. Die Verhältnisse änderten sich, nachdem im Jahre 1956 die Josefschule in St. Arnold eingeweiht worden war. Die Schülerzahl ging ständig zurück und 1966 besuchten nur noch vierzehn Kinder die Schule. Der Gemeinderat beschloß daraufhin die Auflösung der Schule. Das Grundstück wurde später verkauft und das Gebäude abgerissen.

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