Neuhausen auf den Fildern in alten Ansichten Band 1

Neuhausen auf den Fildern in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Willi Fay
Gemeente
:   Neuhausen auf den Fildern
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2696-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neuhausen auf den Fildern in alten Ansichten Band 1'

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19. Wenn Neuhausen im Baugewerbe einen guten Ruf erworben hat, so verdankt man ihn nicht zuletzt unseren Stukkateuren. Die ältesten Vertreter der hiesigen Stukkateure entstammen dem Geschlecht Schaller. Der Bedeutenste von ihnen zu dieser Zeit war Joharm Baptist Schaller (1847-1911), dessen schönes Haus in der 'unteren Lettengasse ' Nummer 12 auf dieser Postkatte zu sehen ist, Er verdiente sich durch seine kunstgerechten Arbeiten im Neuen Schloß in Stuttgart den Titel eines 'königlichen Hofstukkateurs'. Der Sohn Anton führte später die Kunsthandwerkstätte seines Vaters weiter und schuf in vielen Städten Europas vollendete Meisterwerke, Sein Son und Enkel arbeiten heute noch als anerkannte Stukkateure.

Postkarte 1907.

20. Nur wenige ältere Einwohner wissen noch, daß der 'königliche Hofstukkateur' Johann Baptist SchalIer auf seinem Grundstück in der unteren Lettengasse, heute Schloßstraße, ein 'Badhäusle' eingerichtet hatte. Er war sehr stolz, so erzählen seine Nachkommen, daß die 'Herren' des Ortes, so die Geistlichen, der Schultheiß, die Schulmeister und solche, die es sich leisten konnten, zu ihm zum Baden kamen. Diese Einrichtung verfügte immerhin über eine eiserne Badewanne, einen Ofen und sogar eine Umwälzanlage, die das Wasser vom Fleinsbach ins Bad und wieder zurück beförderte. Das Bild zeigt das 'Badhäusle' mit Springbrunnen, davor der Besitzer mit Frau und Tochter, sowie der Sohn, der spätere 'Hirschwirt' als Soldat.

Aufnahme um 1900.

21. Eine sehr wichtige Amts- und Respektsperson war damals auch der Polizei- und Ortsdiener. Wenn der 'Schütz', wie man ihn auch gerne nannte schellend durch die Ortsgassen ging um das Neueste bekanntzugeben, zum Beispiel die Aufforderung an säumige Steuerzahler, besondere Vorkommnisse oder eine Holzauktion, waren alle ganz Ohr. Auch bei Nacht versah er seinen Dienst. Da hatte er für Ruhe und Ordnung und für die Einhaltung der Polizeistunde zu sorgen. So soll es auch vorgekommen sein, daß späte Zeeher von ihm ins Bett und ganz Widerspenstige ins Ortsarrest befördert wurden. Auf dem Bild der gestrenge Polizei- und Ortsdiener von Neuhausen bei einer Bekanntmachung in der 'oberen Lettengasse' vor dem Haus Nummer 13.

Aufnahme um 1915.

Gruss aus Ileuhausen a. d. Fildern Gasthaus zum Ochsen rrut Saal .oon K. Baver (Tel. Nr. 6)

22. Die Tradition des Gasthauses 'Ochsen', das seit 1956 im Gemeindebesitz ist, reicht zurück bis in das Jahr 1706. Damals erbaute ein Michael Bayer im 'Schafgarten' ein Wohnhaus mit Wirtschaft und Scheune. Johann Georg Bayer brach das veraltete Gebäude im Jahr 1837 ab und erstellte einen Neubau. Sein Sohn Kar! Julius erweiterte das Anwesen urn den Sängersaal, der die Heimstätte der 'Eintracht' wurde. Der 1925 verstorbene Ochsenwirt Karl Bayer erbaute 1903 den Festsaal.

Karte, Kunstansta1t Esslingen, 1910.

23. In dem hier abgebildeten Ochsensaal, der in den letzten Jahren an die Firma Bleyle verpachtet war und im Gasthaus 'Fuchs', dem heutigen 'Saalbau', fanden kurz nach der Jahrhundertwende die Theateraufftihrungen der Neuhausener Laienspielgruppe statt. Mitglieder der Gesaug- Turn- und Fußballvereine spielten vor dem Ersten Weltkrieg unter Leitung der beiden Dorfschullehrer Adolf Stütz und Josef Volk Stücke wie 'Andreas Hofer", Schillers 'Kabale und Liebe', 'Die Räuber' und 'Wilhelm Tell'. Auch Opernaufführungen standen auf dem Programrn, so zum Beispiel 'Freischütz' und 'Preziosa' von Weber und Kienzl's 'Evangelirnann'. Mangel an Publikum war ganz sicher nicht der Grund dafür, daß die Tradition des Laienspiels nicht fortgesetzt wurde, denn zu den Aufführungen strömten auch Zuschauer aus den Nachbardörfern,ja sogar aus Esslingen und Nürtingen.

Aufnahme 1910.

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24. In der Zeit um 1700 bauten diejenigen Leute, die durch gewerbliche Arbeit kärglich ihr Brot verdienen mufsten. so zum Beispiel die Kessler, Schuster und Maurer solch bescheidenen Häuschen. Links ein sogenanntes 'Taglöhnerhaus' und rechts daneben ein schon geräumigeres Handwerkerhaus. Allerdings war für die großen Familien der Platz sehr knapp, so daß nicht selten die Kinder ihre Schlafstatt auf dem Dachboden hatten, wo im Winter die Eiszapfen auf die armseligen Betten zeigten. Dem Fotografen muß man einen Glückstreffer bescheinigen: neben dem 'Scharfen Eek' in der Badergasse hielt er für uns Nachkommen auch Briefträger Batzill mit seinem 'Postkarren' fest.

Aufnahme 1910.

25. Vor allem für die Obergasse, Weilgasse und Bädergasse waren solche Hofanlagen mit einer kleinen Werkstatt im Erdgeschoß des Wohnhauses typisch. Bei dieser Fotografie handelt es sich um das Anwesen von Schreiner Mayer in der Obergasse. Ein Teil des Wohnhauses wurde abgebrochen und umgebaut. Anstelle der Scheune steht heute ein stattliches Mehrfamilienhaus. Auch der Hofraum mit 'Miste' und Jauchepumpe mußte einer modernen Einfahrt und Anlage Platz machen.

Aufnahme 1912.

26. Neben dem Bauernhaus mit separater Wohnung, Scheune und Stallungen gibt es noch eine zweite, für die damalige Zeit typische Bauweise. Wie die, in der Kirchstraße aufgenommene Fotografie zeigt, befindet sich hier das ganze Anwesen unter einem Dach. Meistens lag die Wohn- oder Schlafstube direkt über dem Stall; das hatte den Vorteil, daß diese Räume im Winter wesentlich wärrner waren. Diese Bauart findet sich vor allem in der oberen und unteren Lettengasse, der heutigen Schloßstraße, sowie in der Kirchgasse und vereinzelt in den übrigen Straßen und Gassen, soweit sie bebaut waren. Weiter zeigt die Aufnahme Bauern beim Dreschen der Frucht mit dem Pflege!. Es war eine mühsame und schwere Arbeit, denn damals gab es weder Dreschmaschine noch Mähdrescher.

Aufnahme 1910.

27. Die Bädergasse zählt ebenfalls zum ältesten Ortskern. Ihr Name erinnert noch an die mittelalterliche Badestube am Zwerchbach. Dem Bader und Bartscherer als Inhaber der Badestube war es vorbehalten die 'niedere Heilkunst' auszuführen: zur Ader zu lassen oder Blutegel und Schröpfköpfe anzusetzen. Im 19. Jahrhundert, als die Badestube längst nicht mehr existierte, baute man in diesem Ortsteil Bauernhäuser in der hier abgebildeten Art, mit dem obligatorischen Hofraum, Miste und Jauchepumpe. Mancher stille Zeeher soll sich mit letzterer des nachts angelegt haben, weil er einen Fremden auf seinern Eigentum vermutete. Der Morgen brachte es dann an den Tag.

Aufnahme um 1905.

28. Hauptsächlich im Herbst und Winter, wenn die Wiesen und Felder mit natürlichem Dung bearbeitet wurden, begegnete man oft solchen, von Kühen gezogenen Fuhrwerken. Kunstdünger gab es zu dieser Zeit noch sehr wenig und war deshalb kaum erschwinglich. Heute ware ein solches Gespann in den Straßen von Neuhausen undenkbar. Damals störte es höchstens auf den Wegen und Dorfstraßen spielende Kinder, vor allem wenn die undichten Fäkalienfásser eine Spur hinterließen.

Aufnahme 1900.

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