Neuhausen auf den Fildern in alten Ansichten Band 1

Neuhausen auf den Fildern in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Willi Fay
Gemeente
:   Neuhausen auf den Fildern
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2696-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neuhausen auf den Fildern in alten Ansichten Band 1'

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29. Seit 1480 kennt man die Entengasse, zeitweise auch 'Kleines Gäßle' genannt. Immerhin gab es dort um 1820 schon dreizehn Wohnhäuser und zehn Scheunen. Wie dieses abgebildete Haus waren auch die Bauernhäuser im alten Ortskern einstockige Fachwerkgebäude. Das Fachwerk war mit Weiden und Lehm oder mit Bruchsteinen und Mörtel ausgefüllt. Die ursprünglichen Wohnhäuser sind zum Teil noch in den Grundmauern erhalten, haben aber ihr einstiges Gepräge verloren, da man im Lauf der Zeit auf manches Haus ein zweites Stockwerk aufgesetzt und das Fachwerk zugegipst hat.

Aufnahme 1906.

30. Es waren ja nicht nur Häuser und Straßen, sondern auch die Menschen, die die Zeit um die Jahrhundertwende prägten. Wir haben diese Jahrgangsbilder nicht nur ihrer Originalität wegen in unseren Band aufgenommen, sondern weil diese Jugend Neuhausen in den letzten 80 Jahren gestaltete. Diese Schulklasse gehörte zum Jahrgang 1889. Im Hintergrund sehen wir Dekan Leser, der zu damaliger Zeit auch Leiter der Ortsschulbehörde war. Rechts von ihrn Lehrer Mahringer, dessen Sohn Anton der später bekannte Kunstmaler war, der unter anderem das große Wandgemälde für den Sitzungssaal des Rathauses 'Geschichte von Neuhausen' gemalt hat. Links neben Dekan Leser ein Junglehrer.

Aufnahme um 1900.

31. Hier ein weiteres K1assenbild des Jahrgangs 1898 mit seinem Lehrer Stütz, der sehr geachtet war, nicht nur wegen seines Eifers, sondern mehr noch wegen der Strenge. Vor allem die Buben können ein Lied singen. Sie wissen schon! Seine erteilten Hosenspanner waren nicht von Pappe und die Tatzen für die Mädchen waren ebenfalls gefürchtet. Es ist amüsant den Alten zuzuhören, wenn sie heute noch davon erzählen und zugeben, daß es ihnen nicht geschadet hat.

Aufnahme Fotograf Bergmann, Stuttgart, 1908.

32. Mancher betagte Bürger unserer Gemeinde dürfte sich beim Betrachten dieser Bilder als Schuljunge oder Schulmädchen wiedererkennen. Auch die jüngeren Generationen sollen sich freuen, wenn sie auf der Fotografie ein Elternteil, Großeltern und sogar Urgroßahnen entdecken. Sie waren doch gut und hübsch gekleidet? Allerdings kamen sie auch an diesem Tag mit dem 'Sonntagshäs' zur Schule, denn fotografieren in der damaligen Zeit war ein Ereignis. Mit den Mädchen der Klasse des Jahrgangs 1893 sehen wir Vikar Dix und die Lehrerin Fräulein Freudigmann, von der die älteren Leute heute noch erzählen, sie wäre eine außerordentlich gut gekleidete, resolute und tüchtige Lehrerin gewesen.

Aufnahme 1904.

33. Ist dies nicht eine besonders schöne Tracht, die die Neuhausener Frauen und Männer an Sonn- und Feiertagen noch im 19. Jahrhundert trugen? Die Oberamtsbeschreibung von 1845 sagt nämlich: 'Die Einwohner von Neuhausen, ein gesunder Menschenschlag, zeichnen sich durch ihre mehr städtische Tracht und durch eine gewisse Abgeschliffenheit aus, die ihnen ihr vielfaoher Handelsverkehr gibt!' Schon um die Jahrhundertwende war diese Tracht seltener geworden und man konnte sie nur noch bei grofsen Vereinsfesten als Besonderheit sehen. Leider ist uns nicht eine dieser 'Trachten erhalten geblieben. Man verkaufte sie nacheinander an Antiquare und sonstige Sammler. Deshalb sind wir froh, daß dieses einzige Bild erhalten geblieben ist, Dieses Foto ist anläßlich der 100-Jahrfeier des Bürgermilitärs en tstanden.

Aufnahme 1905.

34. In einem malerischen Winkel liegt die 'Hintere Mühle', die älteste der drei Neuhausener Mühlen. Schon 1331 wurde sie in einer Urkunde erwähnt. 1851 ging sie nach mehrmaligem Wechsel an das Geschlecht Bayer über, in deren Besitz das Anwesen heute noch ist. In den 50er Jahren wurde der Mühlbetrieb in allen drei Mühlen eingestellt, allerdings wurde hier der landwirtschaftliche Betrieb aufrecht erhalten. In neuerer Zeit wurde in unmittelbarer Nähe die Wagenbachstraße als Verbindung zwischen der Esslinger Straße und Bahnhofstraße gebaut. Der Wagenbach wurde bei der notwendigen Bachkorrektur überdolt. Ein zum Anwesen gehörendes altes Gebäude wurde abgerissen.

Aufnahme 1920.

35. Junker Georg V. von Neuhausen erbaute im Jahre 1570 die jüngste unserer drei Mühlen, die man lange Zeit die Bruckenmühle nannte. Sie war zunächst ein Pachtgut. wurde aber später in ein Erblehen umgewandelt. Gegen Mitte des 17. Jahrhunderts erwarb Georg Arnold, genannt Kopp, die Bruckenrnühle, die man fortan die Koppenmühle nannte. Später übernahm sie der Sohn Michael und um 1740 der Enkel Georg Arnold. Als er kinderlos gestorben war, erhielt der Miterbe Franz Xaver Fuchs die Koppenmühle um den 'niederen Anschlag von 1 000 Gulden'. Am 15. Februar 1780 erwarb sie Kar! Friton, dessen Nachkommen sie heute noch besitzen. Der Mühlbetrieb wurde 1957 eingestellt und das Anwesen für Wohnzwecke umgebaut.

Aufnahme 1913.

36. Jahrhundertelang gewärte der Grund und Boden unserer Bevölkerung ein leidliches Auskommen, und das Handwerk war von untergeordneter Bedeutung. Erst in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts schickten vielfach die Väter ihre Söhne nach auswärts in die Lehre, und so entstanden im Lauf der Zeit Ieistungsfähigere Handwerksbetriebe, die für den Ort arbeiteten. Die Werkstätten waren im Erdgeschoß der Wohnhäuser untergebracht, wie diese Sattlerei in der 'Obergasse', Bei Platzmangel wurde der Betrieb einfach vor das Haus verlegt, denn so ruhig und gelassen bot sich damals die heute verkehrsreiche Straße dem Beschauer, daß dies niemand genierte.

Aufnahme um 1912.

37. Sehr alt ist die Bäckerei im Haus Bädergasse 1, deren Besitzer man seit über hundert Jahren 'HannelesBeek' nennt, weil der Gründer des Geschäftes Johannes Rank hieß. Dieser heiratete 1827 die Enkelin des Schultheißen und 'Ostertagsbauern' Johannes Kurfeß, die ihm das Haus in die Ehe brachte. Er baute eine Bäckerei ein, die in den 70er Jahren an den Sohn Josef Max Rank überging. Dann übernahm sie dessen Sohn Karl Melchior, der auf dem Bild mit seiner Familie vor dem Geschäft zu sehen ist. Seinen langen Bart hatte er beim Teigmachen und Backen eingebunden, damit nichts unvorhergesehenes passieren konnte. Später wurde die im oberen Stock befindliche alte Backstube geschlossen und von seinem Sohn eine neue Bäckerei in die ebenerdigen Räume gebaut, die aber nach dessen Tod eingestellt wurde.

Aufnahme 1914.

38. Vor allem im Herbst konnte man vor den Häusern solche Holzstapel, wie hier in der Schlossergasse antreffen, um sie von der Sonne trocknen zu lassen. Die kalten Winter machten es notwendig, daß man sich einen großen Vorrat an Brennholz sicherte. Wer sich's leisten konnte, ersteigerte sich beim staatlichen Holzverkauf aus dem nahen Wald seinen Bedarf. Besonders begehrt, wegen ihrer großen Heizkraft waren gerodete Obstbäume. Man sagte 'die geben zweimal warm, beim Kleinrnachen und im Ofen', Schließlich gab es weder Zentral- noch elektrische Heizung und Kohlen waren kaum erschwinglich.

Aufnahme 1910.

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